Bundesregierung erkämpft im Auftrag deutscher Autohersteller „freie Fahrt" für Spritschlucker

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Dienstag, 25. Juni 2013 - 16:40

Berlin, 25. Juni 2013:Zum gestern getroffenen so genannten "Kompromiss" zwischen Europäischer Kommission, Europäischem Parlament und Rat in der Diskussion um CO2-Grenzwerte bei Pkw erklärt der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe e. V. (DUH):

 
„Die deutschen Autobauer haben wieder einmal ihre Durchsetzungskraft demonstriert und in einer für sie wichtigen Frage – der Verhinderung des Klimaschutzes im Straßenverkehr – die Bundesregierung zur Durchsetzung ihrer Partikularinteressen auf europäischer Ebene missbraucht. Eine derartige Verflechtung von Automobilindustrie und Politik, wie sie der Fall des immer noch als Staatsminister im Kanzleramt beschäftigten und zukünftigen Daimler-Cheflobbyisten Eckhardt von Klaeden zeigt, wäre in anderen europäischen Ländern, die ehrgeizige Klimaschutzziele im Automobilbau fordern, ein politischer Skandal. Nicht so in Deutschland. In den Führungsetagen von Daimler, Porsche, Audi und BMW knallen heute die Sektkorken – ‚freie Fahrt für Spritschlucker‘.
 
Der Kompromiss ist eine Niederlage für den Klimaschutz und verschafft den deutschen Herstellern durch die großzügige Mehrfachanrechnung der Elektro- und Plug-in-Hybridautos sowie dem Verzicht auf das dringend notwendige Langfristziel für 2025 einen zweiten Frühling für den Verkauf ihrer Luxus-Spritschlucker. Konsequenterweise verhinderte die Autolobby auch klare Vorgaben für die Verbesserung des bestehenden Testverfahrens zur Ermittlung der Verbrauchswerte. Zwar ist die Einführung des neuen Testverfahrens WLTP vorgesehen, die Hersteller haben aber erneut verbindliche Regelungen für deren Überprüfung unterbunden.“
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