Die Wiedereinführung von alten Kfz-Kennzeichen ist auf dem Weg:

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Kennzeichenexperte: „Man spürt Dankbarkeit und Vorfreude!“
Montag, 8. August 2011 - 19:33
  • Änderungsvorschlag für die Fahrzeugzulassungsverordnung wird vorbereitet
  • Über 125 deutsche Städte wollen zum alten Kfz-Kennzeichen zurück
  • Große Mehrheit der Bürger wünschen sich die Kennungen wieder

Kfz-Schild

Heilbronn, August 2011. Nach der Entscheidung der Verkehrsminister-konferenz im April dieses Jahres, die Wiedereinführung von auslaufenden Kfz-Kennzeichen durch eine Änderung der Fahrzeugzulassungs-verordnung möglich zu machen, findet dieses Vorhaben vielerorts Unterstützung. Inzwischen haben sich schon über 125 deutsche Städte aus allen Teilen der Bundesrepublik durch Stadtratsbeschlüsse, die Unterzeichnung von gemeinsamen Erklärungen oder entsprechender Anträge an die Landesverkehrsminister für ihr altes Kennzeichen ausgesprochen, weil sie damit eine kostenlose Marketingchance verbinden. Vorausgegangen waren Untersuchungen der Hochschule Heilbronn, die in 111 Städten mit über 25.000 persönlichen Interviews die Menschen zu ihren Wünschen für das Kfz-Kennzeichen befragte. Prof. Dr. Ralf Bochert, der Leiter der Studie, berichtet von den Ergebnissen: „Mehr als 73 Prozent der Menschen wollen die alten Kürzel zurück. Überraschend ist dabei, dass die jüngste Altersgruppe der 16- bis 30-Jährigen das Vorhaben mit 73 Prozent genauso deutlich begrüßt. „Man kann jetzt schon die Dankbarkeit in den Städten spüren. So nebensächlich die Thematik zu sein scheint: Den meisten Menschen ist es gar nicht so unwichtig, was sie mit ihrem Nummernschild am Auto repräsentieren“, sagt Bochert, der an sehr vielen Stellen Vorfreude auf die Wiedereinführung der Ortskennungen ausmacht.

Politik reagiert: Bürgerfreundliche und damit begrüßenswerte Haltung

Dass die Politik offensichtlich auf den Wunsch der Menschen reagiert, kommentiert der Heilbronner Wissenschaftler: „Es ist eine sehr bürgerfreundliche und damit begrüßenswerte Haltung. Die Vergabe mehrerer Kfz-Kennzeichen in einem Landkreis ist technisch ohne weiteres und ohne zusätzliche Kosten möglich. Dieses Modell ist ein Königsweg für die Landkreise, weil einerseits die großen Verwaltungseinheiten nicht infrage gestellt werden, man aber andererseits dem Wunsch der Menschen nach einer kleinräumigeren Identifikation gerecht wird.“ Es sei davon auszugehen, dass die Altkennzeichen als Wunschkennzeichen zukünftig für den gesamten Landkreis wählbar seien; dadurch werde also kein Bürger gezwungen, auf das jetzige Kennzeichen zu verzichten, wenn er dies vorziehe.

Der zu erwartende Zeitplan für die Änderung der Rechtslage:

Derzeit befasst sich eine Unterarbeitsgruppe des Bund-Länder-Fachausschusses „Fahrzeugzulassung“ mit den notwendigen Änderungen der Fahrzeugzulassungs-verordnung. „Wenn dieser Prozess abgeschlossen ist, kann davon ausgegangen werden, dass der erarbeitete Vorschlag der Verkehrsministerkonferenz vorgelegt wird. Anschließend, voraussichtlich im kommenden Jahr, wird ein Bundesrats-beschluss nötig; der Bundesrat hält sich jedoch in der Regel an die Vorgaben der Ministerkonferenzen, weil diese Appellcharakter haben“, sagt der Geschäftsführer der Verkehrsministerkonferenz Michael Wisser. Daher werde, nach Meinung von Prof. Dr. Bochert, damit gerechnet, dass ab 2012 - jeweils auf Länderebene regelbar - die auslaufenden Autokennzeichen wieder aufleben können. „So würde dann vielen Bürgern ein kleines Stück Heimat wiedergegeben – denn: Warum sollte man den Menschen die von ihnen gewünschten Kfz-Kennzeichen nicht ermöglichen, wenn dies ohne zusätzlichen Aufwand funktioniert? Es spricht eigentlich gar nichts gegen diese Maßnahme. Die Bürger identifizieren sich nun einmal mit den Städten, in denen sie leben. Und Heimatverbundenheit ist doch etwas Schönes, das man ihnen – selbst wenn es hier nur um Symbolik geht – geben sollte“, meint Bochert.

Weitere Dokumente unter www.hs-heilbronn.de/kennzeichenliberalisierung

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Kommentare

BR-xx-xxx

endlich!!!!!!
ich hatte damals ein schild im auto "bruchsal protestiert", bei der sternfahrt nach stuttgart konnte ich leider nicht teilnehmen.
lang hat's gedauert....

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