Wer ist schuld am Tod des Häftlings in der Bruchsaler JVA?

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Donnerstag, 2. Oktober 2014 - 15:09

Der in Bruchsal tot in seiner Zelle gefundene Häftling ist verhungert. Wie die Staatsanwaltschaft Karlsruhe mitteilte, starb der 33-Jährige „aufgrund einer Mangel- bzw. Unterernährung“. Das habe ein Gutachten der Rechtsmedizin Heidelberg ergeben. Das Justizministerium gerät unter neuen Druck: In einer ebenfalls gestern veröffentlichten Stellungnahme musste die Aufsichtsbehörde einräumen, dass es weitere Hinweise auf Versäumnisse bei der Betreuung des als aggressiv geltenden Mannes gibt:

http://www.suedkurier.de/nachrichten/panorama/weltspiegel-themensk/Bruchsal-Wer-ist-schuld-am-Tod-eines-Haeftlings;art1003205,7293986

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Kommentare

@M.Zimmermann...

...liebe(r) Verfasser(in) diese Artikels. Was wollen Sie uns damit sagen?
Haben Sie keine anderen Probleme, ausser Agitation und Propaganda über einen Schwerverbrecher, der den Steuerzahler unnötig viel Geld gekostet hat?

Unverschämtheit

Diese "Antwort" von Gabe ist eine Unverschämtheit.
Ich bin entsetzt darüber, dass dieses jämmerliche Pamphlet hier erscheinen konnte und durfte.

Manchmal hilft schon ein Blick ins Grundgesetz

um die ekelhafte Boshaftigkeit und Agitation von solchen Personen wie Gabe zu entlarven (fett vom Autor):

Artikel 1

(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

(2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.

(3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht.

 

Ausnahmen gibt es keine - auch nicht bei "Schwerverbrechern".

Ach ja, das Grundgesetz entstand genau aus dem Bedarf und Wunsch heraus solches Gedankengut (besser -ungut) als eindeutig falsch zu definieren.

@Augur...

...solange man sich im Einklang mit dem Grundgesetzes äußert, wird es nicht möglich sein, andere Meinungen, die einem nicht ins Weltbild passen, verbieten zu lassen. Sie dürfen sich aber gerne darüber ärgen. Ich werde es akzeptieren.

Menschenwürde

Wo genau wurde jetzt ihrer Ansicht nach die Menschenwürde verletzt?

Man hat dem Häftling ja sämtliche Leistungen angeboten, er hat sie entschieden und gewalttätig abgelehnt.

Ist es mit der Menschenwürde eher vereinbar, einen Menschen tagtäglich Zwangsbehandlungen zu unterziehen?

Ich finde das nicht so einfach, wie von Ihnen dargestellt, im Gegenteil. Und ich finde es wirklich schlimm, wie in einigen Presseberichten, den Anstaltsleiter oder eine Ärztin verantwortlich zu machen. Ersterer hat auch Verantwortung für seine Wärter, nicht nur für die Insassen.Und die Ärztin hat den Häftling nicht ausreichend untersuchen können, weil der sich mit Händen und Füßen wehrte.

Ich bleibe dabei: Häme angesichts des Todes ist unangebracht, aber in erster Linie ist der Häftling selbst verantwortlich gewesen. Wie es auch Holger Meins (der in diesem Zusammenhang genannt wurde) war.

Hüstel/goldene Löffelchen

So wie Gabe das formuliert, könnte man glatt auf die Idee kommen, er sei froh, dass dieser Steuerverbraucher aus dem Leben ausgeschieden ist - und ich denke das hat er auch so gemeint. Darauf kam dann der Einwand von Emigrant mit der Menschenwürde, was durchaus nachvollzogen werden kann.

Wenn allerdings ein Strafgefangener nur von bestimmten Ärzten behandelt werden möchte oder nur mit goldenen Löffelchen zu essen pflegt oder sich 17 mal am Tag nach Mekka verneigt, vorzugsweise immer dann wenn gerade ein wichtiger Termin ansteht - kurzum dann kann ich verstehen, dass hier nicht alle Wünsche gewährt worden sind.

Die Würde des Menschen ist unantastbar

Werter Emigrant, dieser Satz wird so oft gebraucht, dass kaum einer dabei darüber nachdenkt, was "die Würde" ist. Ist es Schutz vor Verleumdung? Und wenn einen große Boulevardzeitung einen Menschen verleumdet, ist dann seine Würde verletzt, also angetastet?

Ist die Würde eines Menschen verletzt oder angetastet, wenn man ihn in Einzelhaft steckt. Oder gibt es eine eingeschränkte Würde? Wie soll man ihren Satz verstehen: "Ausnahmen gibt es keine - auch nicht bei "Schwerverbrechern"."? Verletzt Freiheitsentzug nicht grundsätzlich die Menschenwürde?

Ich denke, weil der Anspruch des Artikel 1 GG  so eminent hoch ist, gibt es Gesetze, die nachfolgend und darüberhinaus das Zusammenleben der Menschen in Deutschland regeln. Diese, und nur diese Regeln und Gesetze sind in einem solchen Fall anzuwenden. Es ist zu prüfen, ob die geltenden Gesetze verletzt wurden. Ob jemand dabei Mitmenschlichkeit hat vermissen lassen (Täter oder Justiz), ist irrelevant.

Eine bloße Folterandrohung um eventuell ein Kind zuretten ist strafbar, wie man im Fall Gäfgen erfahren hat. Und wie sieht es im Strafvollzug aus? Ist wochenlange Einzelhaft nicht mit Folter gleichzusetzen?

Die Würde des Menschen ist unantastbar - ein schöner Wunschgedanke!

Meinungsfreiheit

Lieber Gabe, die Meinungsfreiheit ist in Deutschland ein so hohes Gut dass sogar Leute wie sie ihre Ansichten absondern duerfen ohne dass sie von staatlicher Seite zensiert werden. Was sie aber umgekehrt akzeptieren muessen ist, dass auch andere das duerfen, die mit ihren Auslassungen nicht einverstanden sind.

@Gabe: "Kosten eines Schwerverbrechers"

So lange "Gabe" nicht klar wird, was er mit diesem Satz gesagt oder fahrlässig "dahergeschwätzt" hat, sind Diskussionen mit ihm darüber wohl sinnlos - oder wer unternimmt noch einen Aufklärungsversuch?

Fahrlässig dahergeschwätzt?

Ein schwieriges Diskussionsthema, das die Gemüter erhitzt. Aber schauen wir doch mal, was Gabe wirklich alles geschrieben hat.

"...liebe(r) Verfasser(in) diese Artikels. Was wollen Sie uns damit sagen?
Haben Sie keine anderen Probleme, " ....

Hier kann man jederzeit mitgehen. Schließlich hat Frau Zimmermann kurz nacheinander 3 Artikel plaziert (16.9., 1.10. und 2.10.14) die im Wesentlichen nur auf Artikel der Stuttgarter Zeitung hinweisen. Diese weitern Hinweise wären auch in einem Kommentar gut aufgehoben gewesen. Aber, drei Artikel kurzfristig zum selben Thema, da ist die Frage berechtigt, was will uns die Autorin sagen. Zumal kaum eigene Meinungen in den Artikeln vorhanden sind.

Wie geht es weiter im Gabeschen Text?

"ausser Agitation und Propaganda"  wozu diese beiden Worte? Agitation kann man erklären mit: "aggressive Beeinflussung Anderer in politischer Hinsicht". Das kann man nun Frau Zimmermann nicht unterstellen, eventuell aber Herrn Gabe. Zu Propaganda sagt der Duden: "systematische Verbreitung politischer, weltanschaulicher o. ä. Ideen und Meinungen mit dem Ziel, das allgemeine Bewusstsein in bestimmter Weise zu beeinflussen.".  Das ist in den Artikeln nur in sehr, sehr geringer Weise vorhanden. Immerhin gibt es in Deutschland etwa drei Mal soviele Todesfälle durch Suizid (2012 waren es 9890) als durch den Straßenverkehr (2012 waren es  3600). Braucht deshalb ein einzelner Suizid diese große Aufmerksamkeit durch Politik und Medien?
Die Frage, muss der Staat aufgrund seiner Fürsorgepflicht bei Hungerstreik durch Gewaltmaßnamen eingreifen oder nicht, ist bislang nicht beantwortet.

Und der Rest: "der den Steuerzahler unnötig viel Geld gekostet hat". Das ist wohl der Knackpunkt, an dem wohl die meisten Anstoß nehmen. Dieser Satzteil ist unannehmbar.
Wenn Geld in den Vordergrund gestellt wird, könnte man, losgelöst von dem konkreten Fall, dies auch auf Alte, Behinderte und Schwerkranke ausdehnen. Damit sollte auch Gabe klar werden, wie fahrlässig dieser Satz war. Ich galube und hoffe nicht, dass sein Kommentar so "daneben" gemeint war, wie er geschrieben wurde.

@ Gabe. Gut zu wissen.

gabe

Zur Kostendiskussion

Freut mich...

...damit die Diskussion ein wenig in Schwung gekommen ist. Hierbei nur Zeitungsartikel zu verlinken, ist nicht Sinn und Zweck der Sache. Wenn mein Kommentar etwas auch etwas hart ausgedrückt war, ich akzeptiere selbstverständlich auch andere Meinungen und möchte niemand den Mund verbieten, oder hyperventiliere wie etwa @Augur.

@Gast

Ich finde, es wird jetzt hier langsam unerträglich.

Oder will noch jemand ne Schippe drauflegen?

Man kann sich durchaus von Gabes  Satz distanzieren, ohne mit der Nazikeule zu kommen . Das ist doch unterste Schublade... 

Man muss sich immer vor Augen halten, was dieser Mensch getan hat. Das rechtfertigt nicht seinen Tod, aber es ist auch kein Vergleich mit Behinderten, Kranken oder Alten, die unverschuldet in eine Notlage geraten. Ich denke, so war das von Gabe gemeint. Der Mann hat dafür gesorgt, daß drei Kinder zu Waisen und ein Wärter dienstunfähig wurde. All diesen Menschen wird keine Schlagzeile gewidmet , ich finde eine gewisse Empörung da durchaus verständlich.

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