Was wird aus dem Bruchsaler Schlachthof?

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Sonntag, 5. Juni 2011 - 17:13

Das nachstehend abgedruckte Statement hat Rainer Kaufmann, der Wirt von Kaufmanns Schlachthof, heute an die ca. 1.000 Abonnenten seines Newsletters sowie als Pressemitteilung an die lokale Presse verschickt.

In seinem Newsletter schreibt Rainer Kaufmann zur Einleitung:

Hallo aus dem Schlachthof,

zunächst eine Information zur Zukunft des Schlachthofs. Unser Pachtvertrag läuft am 30. November dieses Jahres aus. Es ist derzeit völlig unklar, ob und - wenn ja - wie er verlängert werden kann. Es geht aber nur vordergründig um uns, die jetzigen Pächter des Restaurants. Es geht um eine zukunftsfähige Konzeption für das gesamte Gebäude, in der Kultur und Gastronomie einen vernünftigen Platz und Rahmen bekommen. Deshalb haben wir an diesem Wochenende die Öffentlichkeit über die Situation im Schlachthof mit dem dieser Mail angefügten Statement informiert. Wenn Sie sich an der Diskussion beteiligen wollen, dann schicken Sie uns einfach eine Mail. Oder noch besser: Beteiligen Sie sich an den öffentlichen Diskussionen zu dem Thema. Oder schreiben Sie Briefe an die Verantwortlichen in Politik und Privatwirtschaft. Vielleicht gibt es jetzt wenigstens die dringend notwendige öffentliche Diskussion über die Zukunft dieses einmaligen Gebäudes. Und vielleicht entwickelt sich jetzt auch eine entsprechende Initiative, die sich um die Zukunft des Schlachthofs mehr als nur Gedanken macht. --   weitere/ergänzende Infos siehe beigefügtes pdf.

 

Das Statement von Rainer Kaufmann zur Situation des Bruchsaler Schlachthofes:

Was wird aus dem Bruchsaler Schlachthof?

Rainer Kaufmann

Zwei persönliche Vorbemerkungen:

1. Die Diskussion um das Restaurant im Bürgerzentrum hat den Fokus auch auf den Schlachthof gelenkt. Dabei geht es nicht um mein Restaurant „Kaufmanns Schlachthof", dessen Pachtvertrag im November ausläuft. Ob, und wenn ja, wie er verlängert werden kann, ist derzeit unklar. Es geht mir im folgenden Beitrag vielmehr darum, eine künftige Gesamt- Konzeption des Schlachthofs zum Nutzen der Stadt und ihrer Bevölkerung anzumahnen, die dann auf Dauer existieren kann, mit welchen Pächtern und Betreibern und in welcher rechtlichen Konstruktion auch immer. Denn die Verantwortung für ein Gebäude dieser architektonischen Qualität und historischen Bedeutung dürfen Politik und Öffentlichkeit nicht einfach auf einen privaten Investor und dessen Pächter abwälzen. Die Spielregeln des freien Immobilienmarktes sind nicht geeignet, dem Schlachthof eine ihm adäquate Zukunftsperspektive zu geben.

2. Als ich vor fünf Jahren in Georgien den Hilferuf aus der Bruchsaler Kleinkunstszene bekam, doch das Schlachthof- Restaurant zu übernehmen, dessen Pächter kurz nach der damaligen WM aufgegeben hatte, habe ich das mit meiner Familie als unternehmerisches Engagement mit vollem Risiko begriffen. Das war so und bleibt auch so. Niemand muss sich über die Folgen dieser Entscheidung Gedanken machen außer meiner Familie und mir. Wir haben in den letzten Jahren sehr viel Energie, auch viel eigenes Geld in dieses Projekt gesteckt und - bei allen Fehlern, die wir auch gemacht haben - zumindest eines erreicht: Der Schlachthof ist in der Stadt angekommen, eigentlich, so höre ich immer wieder, ist er aus dem Kulturleben der Stadt und der Region nicht mehr wegzudenken. Jetzt geht es darum, dies für die Zukunft abzusichern. Und dazu bedarf es eines vernünftigen, aufeinander abgestimmten Nutzungskonzeptes für das gesamte Gebäude. Da müssen jetzt andere zumindest mitspielen. Oder übernehmen. Beides ist möglich. Und ob wir dann noch mit dabei sind, ist völlig unerheblich. Möglich ist aber auch, dass das, was in den letzten fünf Jahren aufgebaut wurde, recht schnell zu Ende geht. Das muss spätestens jetzt allen klar sein.

Einmaliges Ambiente mit einmaligem Potenzial

Ein Blick in das Programm der letzten Monate zeigt, was der Schlachthof für Bruchsal bedeuten könnte, wenn er denn einer entsprechenden kulturellen und gastronomischen Nutzung in einem aufeinander abgestimmten Gesamtkonzept zugeführt würde.

Veranstaltung Schlachthof

Fußball-Liveübertragung 2010 "Fanmeile"  im Schlachthof © R.S.

Wo gibt es in der Region Bruchsal mehr Programm, mehr Live-Musik als in der einzigartigen Kulisse des Bruchsaler Schlachthofs? Wo haben sowohl internationale Stars wie Carl Verheyen, Rick Vito, Little Willie Williefield oder Albert Lee ihren Auftritt als auch Local Heroes wie Sean Treacy, The Pumpkins, Jay Farmer, Handmade oder ZARDIZ? Und wo können Newcomer-Bands ihrem ersten Auftritt auf Hut entgegenfiebern? Pro Jahr über 200 öffentliche Veranstaltungen. Und das für alle Bevölkerungsschichten und alle musikalisch-kulturellen Vorlieben, von jung bis alt, von Rock bis Jazz, von Gitarre bis Linedance, von Autorenlesung über politische Diskussionen bis Kabarett und Kleinkunst? Von den gigantischen WM-Feten im Sommer letzten Jahres und den vielen Veranstaltungen während der OB-Wahl vor zwei Jahren ganz zu schweigen. Damals trafen sich alle politischen Lager im Schlachthof zu Diskussionen und Analysen. Das Angebot ist vermutlich ohne Beispiel in Bruchsal und Umgebung. Viele private Feiern, die mittlerweile im Schlachthof stattfinden, zeigen, dass dieses Ambiente in der Region einmalig ist und ein Potenzial hat, dem allerdings die heutige Konzeption samt Infrastruktur nicht entspricht.

Und doch droht im Rahmen einer fälligen Neukonzeption für das denkmalgeschützte Ensemble das Aus für eine langfristige kulturelle und gastronomische Nutzung. Die Neukonzeption ist notwendig, da im Herbst der langjährige Pachtvertrag mit der Supermarktkette ausläuft, die ihren Betrieb im Schlachthof schon vor mehr als fünf Jahren geschlossen hatte.

Schlachthof muss wieder auf die politische Agenda

Obwohl das Gebäude vor etwa 15 Jahren an einen privaten Investor veräußert wurde, steht die Zukunft des Schlachthofs in diesen Wochen und Monaten auch auf der politischen Agenda. Denn es gibt kaum jemanden, der das damalige Privatisierungs- Konzept heute noch gut heißen würde. Und es gibt kaum eine Stadt, soweit mir bekannt, die die Verantwortung für ein bauhistorisches Kleinod dieser Klasse zunächst über Jahrzehnte hinweg so sträflich vernachlässigt und dann die „Ruine" einem Privat-Mann für 1 DM Kaufpreis zum Sanieren überlassen hat. Keine Stadt ist mit einem Gebäude dieser baulichen und historischen Qualität so schludrig umgegangen wie Bruchsal. Und so eröffnet sich jetzt für Bruchsal die einmalige (und vielleicht letzte) Chance, zumindest einen Teil der früheren Fehlentscheidungen zu korrigieren.

Schlachthof Bruchsal

Schlachthof-Kneipe © R.S.

Deshalb ein ausführlicher Rückblick auf die Vorgänge hinter der Schlachthof-Kulisse, die zu einer Konzeption führten, die gründlich gescheitert ist. Als sich Anfang der 90-er Jahre das Ende des Schlachthofs als Fleischerei-Zerlegungs-Betrieb abzeichnete - geschlachtet wurde damals schon lange nicht mehr - und keine Investition in einen EU-Regelkonformen Schlachthof sinnvoll erschien, gab es bereits Bestrebungen, den Schlachthof zumindest in einem Teil in ein kulturell-gastronomisches Zentrum umzuwidmen. Zwei große Kleinkunst-Festivals in einem Zelt und die Aktivitäten des damaligen Kulturvereins Schachthof haben gezeigt, dass für ein solches Konzept Nachfrage bestand. Auch im Planungsamt der Stadt Bruchsal wurden erste Überlegungen für eine kulturelle Nutzung des gesamten Areals angestellt. Damals stand im Kulturverein Schlachthof eine beachtliche Mischung an engagierten Bruchsaler Bürgerinnen und Bürgern aller sozialen und politischen Schichten hinter dem Projekt. Die Badische Landesbühne hatte Interesse bekundet, ihr Kinder- und Jugendtheater samt Probebetrieb im angrenzenden Gutshof unterzubringen und hatte dafür Zuschüsse aus Stuttgart in Aussicht. Auch die Landesbühne hatte bereits herrliche Sommerfestivals im Gutshof veranstaltet.

In nahezu allen Städten Deutschlands sind alte Schlachthöfe mittlerweile kulturell genutzt. Nur in Bruchsal nicht. Nebenbei bemerkt: Wäre nicht der Denkmalschutz gewesen, bestand damals sogar die Gefahr, dass der von einigen befürwortete Totalabriss des Schlachthofs politische mehrheitsfähig gewesen wäre. Man will es heute kaum glauben, aber es war so.

Eine kulturelle und gastronomische Nutzung allerdings war politisch nie gewollt, einmal aus Angst vor Konkurrenz zum völlig verplanten Bürgerzentrum, zum anderen aus Angst vor der Aufmüpfigkeit einer eigenständigen und damit für den politischen Mainstream nicht kontrollierbaren Kulturszene. Dabei könnten sich das Bürgerzentrum, so wie es nun einmal ist, und ein sinnvoll konzipierter Schlachthof wunderbar ergänzen. Neben dem Schloss ist der Schlachthof das einzige historische Gebäude, mit dem sich die Stadt und ihr Marketing in der Region mit Aussicht auf Erfolg präsentieren könnten.

Projektierung ohne Wissen des Gemeinderates

Ohne Wissen des Gemeinderats, aber mit offensichtlicher Billigung der Verwaltungsspitze hat sich damals Udo Schäfer, Stadtrat und Immobilien-Chef der Volksbank (damaliger Aufsichtsratsvorsitzender: Bernd Doll), zusammen mit einer Stuttgarter Projektierungsgesellschaft (ja, es war damals schon die SEPA - wer denn sonst, ist man versucht, zu fragen) des gesamten Areals angenommen und ein Konzept erarbeitet, das einzig und allein wirtschaftliche Interessen bediente: Abriss der gesamten Randbebauung des Schlachthofs samt Gutshof (das herrliche Seifensiederhäuschen wurde jetzt erst niedergemacht) und Bau von mehreren Stadtvillen mit Eigentumswohnungen.

Supermarkt im Schlachthof

Leerstehender Supermarkt im Schlachthof © R.S.

Als Hauptmieter für den Schlachthof wurde eine Lebensmittelkette angeworben, die mit einem Supermarkt das Gebäude beleben und so die „zentrale Funktion der Quartiersbebauung" (Zitat SEPA) übernehmen sollte. Eine kulturelle Teilnutzung durch den Kulturverein Schlachthof wurde von der Projektierungsfirma durch exorbitant hohe Mietforderungen schon in der Planungsphase, als der Gemeinderat noch keinerlei Information hatte, geschweige denn eingebunden gewesen wäre, erfolgreich ad acta gelegt. Parallelen zum nicht vorhandenen Straßencafe im SEPA-Projekt Stadtmitte sind durchaus zu erkennen. Auch die Vermietung des Obergeschosses im SEPA-Projekt an die Stadtverwaltung (jetzt Mucki-Bude) auf dem Marktplatz scheiterte letztlich an zu hohen Mietvorstellungen des Projektierers. Dahinter steckt anscheinend Methode.

Neben einem Kiosk und einem Schnellimbiss war im Schlachthof nur Platz für ein kleines Restaurant, das ursprünglich als reine Spielautomaten-Kneipe geplant war und auch so betrieben wurde. Auch dies war völlig kritiklos als Teil der „zentralen Funktion der Quartiersbebauung" akzeptiert worden. Wo andere Städte nach einer kulturellen Nutzung gesucht haben, durfte man in Bruchsal Spielautomaten aufstellen. Dementsprechend dürftig ausgefallen ist die gastronomische Infrastruktur, wenn man das Restaurant vor allem als Event-Location mit Programm und privaten Feiern mit einem dementsprechenden Speisenangebot betreiben will.

Konzeption gescheitert

Dass das SEPA-Konzept, vom Gemeinderat angesichts seiner kurzfristigen finanziellen Vorteile für die Stadt freundlichst und ohne weiteres Hinterfragen durchgewinkt, nie und nimmer funktionieren konnte, zeigt die kurze Geschichte des Schlachthofs: Aus dem Supermarkt mit großer Frische-Abteilung wurde nach wenigen Jahren ein Discounter, und da auch der nicht funktionierte, steht der größte Teil der eigentlich attraktiven Immobilie seither leer. Auf der Webseite des Projektentwicklers aber wird der Schlachthof erstaunlicherweise noch immer als Referenzprojekt für ein Stadtteilzentrum aufgeführt. Den Mut muss man bewundern.

Dasselbe auch im Restaurant: Verschiedene Pächter, nicht nur der Spielautomatenaufsteller, mühten sich redlich mit unterschiedlichen Konzepten, konnten sich aber nicht halten. Auch das jetzige Konzept, wenngleich es sein Publikum in Bruchsal und Umgebung gefunden hat, ist auf Dauer nicht tragfähig, wenn nicht die gesamte Nutzung des Gebäudes in unterschiedlichen kulturellen und gastronomischen Angeboten aufeinander abgestimmt wird. Ein Restaurant, das in einem Gastraum gleichzeitig Musikclub, Bierkneipe, Speiserestaurant, Kleinkunstbühne und Räumlichkeit für private Feiern, z. Bsp. Geburtstage, sein soll, kann nie funktionieren. Die herrliche Strada, einer der schönsten Räume der Region, ist weder konzeptionell noch baulich irgendeiner adäquaten Nutzung zugeführt. Sie hat überwiegend Erschließungsfunktion, kann derzeit nur drei oder vier Monate im Jahr für Veranstaltungen genutzt werden und wurde überdies von einer Klagemauer der übelsten Art geschändet. Wo war damals der Denkmalschutz?

Schlachthof am Abend

Schlachthof am Abend © R.S.

Der private Investor, ein hiesiger Bauunternehmer, der lt. Webseite des Projektentwicklers rund um den Schlachthof 83 Wohnungen hinstellen und vermarkten durfte, musste dafür den Schlachthof zum symbolischen Preis von einer DM übernehmen und sanieren. Die Mietverträge mit der Supermarktkette und dem Automaten-Restaurant hatte ihm der Projektentwickler allerdings fix und fertig auf den Tisch gelegt und damit eine mittelfristig wohl angemessene Absicherung seiner Investition. Trotzdem: Da die Stadt über Jahrzehnte hinweg nichts in den Unterhalt des Schlachthofs investiert hatte (zur Erinnerung: Nicht wenige wollten den halb verfallenen Schuppen ganz abbrechen), hatte der Investor durchaus einiges in Dach und Fach zu stecken, um das Gebäude erst einmal wetterfest zu machen. Wer den elenden Zustand des Schlachthofs von damals kennt, kann ermessen, dass einiges zum Erhalt des Gebäudes geschehen ist.

Einmalige und vielleicht letzte Chance auf Korrektur

Tatsache ist aber, dass jetzt mit Auslaufen des Pachtvertrags für den Supermarkt die einmalige Chance besteht, wenigstens einen Teil der Fehlentscheidungen der ImmobilienÄra Doll-Schäfer zu korrigieren, in der Stadtentwicklung nichts anderes war, als die Vorgabe von Investoren zu erfüllen. Wenn jetzt nicht gehandelt wird (oder auch, wenn jetzt nicht gehandelt werden kann), wird das Gebäude möglicherweise für eine öffentliche (Mit-)Nutzung für lange Zeit verloren sein. Und dabei gibt es - noch einmal sei das gesagt - neben dem Schloss kein anderes Gebäude in Bruchsal, mit dem sich die Stadt in der Region positionieren könnte.

Aufgefordert, sich Gedanken zu machen, ist nicht nur die klamme Stadt. Aufgefordert, eventuell auch nach unkonventionellen Lösungen zu suchen, sind alle, denen der Erhalt dieses einmaligen Baudenkmals als Räumlichkeit vor allem für öffentliche Events und Kulturveranstaltungen am Herzen liegt. In anderen Städten sind solche Probleme auch schon mit einer breiteren Beteiligung der Bürgerschaft gelöst worden. Mit dem Engagement vieler wird sich einiges leichter bewegen lassen. Aber das muss erst einmal initiiert werden. Das zumindest wäre eine Aufgabe für die politische Führung der Stadt, wenn sie denn wollte. In Zeiten knapper Kassen kann Kreativität manches ausgleichen. Warum muss, wer sich finanziell keine Sprünge mehr leisten kann, noch nicht einmal kleine, warum muss der sich auch aus der Diskussion um die Zukunft eines solchen Gebäudes heraushalten und sich damit seiner Verantwortung entziehen? Einer Verantwortung, die er nicht abgegeben haben darf, als er den Schlachthof einem Privat-Investor überließ.

Gedanken sollte sich natürlich auch der Inhaber der Immobilie machen, ob er zu einer langfristigen kulturellen (Teil-)Nutzung des Gebäudes beitragen kann. Für ihn muss eine künftige Nutzung betriebswirtschaftlich Sinn machen, keine Frage. Ein Gebäude dieser Qualität sollte aber auch für eine Stadt einen gewissen kulturellen Ertrag bringen. Eigentum verpflichtet auch. Deshalb steht jetzt auch die Frage im Raum, ob und wie die Immobilie Schlachthof unter Umständen in eine Finanz-Konstruktion überführt werden kann, die es ermöglicht, ein breiteres bürgerschaftliches Engagement einzuwerben. Beispiele für solche Finanzierungsmodelle gibt es genügend, die stillen Teilhaberschaften mit steuerlich relevanten Verlustzuweisungen bei Einrichtungen wie etwa Golfclubs. Es müssten nur einmal die richtigen Spezialisten an einen Tisch gerufen werden, um Lösungsmodelle zu erarbeiten. Wenn alle, die an der Zukunft des Schlachthofs als kulturelles und gastronomisches Zentrum interessiert sind, einem Zentrum, in dem die Kommunikation im Mittelpunkt steht, wenn alle diejenigen zusammen arbeiten, könnte jetzt doch noch etwas Vernünftiges entstehen. Doch dazu bedarf es dringend der politischen Führung. Sonst geht das vermutlich nicht und Bruchsal hätte - wieder einmal - eine ganz große Chance verpasst.

Noch eine persönliche Schlussbemerkung:

Rainer Kaufmann vorm Schlachthof

Rainer Kaufmann vorm Schlachthof © R.S.

Meine Bemühungen um das Restaurant im BÜZ waren nicht gegen den Schlachthof gedacht, es wäre durchaus möglich gewesen, beide Lokale mit unterschiedlichen Zielgruppen und Programmen zu betreiben, eventuell auch mit unterschiedlichen Pächtern, die sich strategisch ergänzten. Ich bleibe dabei: Während die Stadt in der Stadtmitte eine reine Kommerz-und-Profit-Gastronomie irgendwie doch subventioniert, überlässt sie die nicht edelholz-taugliche, weil gelegentlich auch einmal aufmüpfige Musik- und Kulturszene den Kräften des freien Immobilienmarkts. Was mich und meine Familie angeht: Wir haben jetzt fünf Jahre gezeigt, dass, wer motzt und kritisiert, sich auch einmal der Verantwortung stellen muss, wenn die Situation es erfordert. Wir jedenfalls haben das getan auf eigene Rechnung, ohne jede Unterstützung, mit viel Gegenwind und dem vollen unternehmerischen Risiko. Wir machen gerne weiter mit. Aber nur, wenn dies in der Stadt wirklich von vielen gewollt wird. Und dafür müssen jetzt auch andere ideelle und finanzielle Verantwortung mit übernehmen. Wir müssen aber auch nicht dabei sein, wenn es vernünftige Lösungen ohne uns gibt. Wer auch immer sich in der Sache Schlachthof engagiert, kann dies völlig losgelöst vom heutigen Pächter machen. Der kann auch ohne Schlachthof gut leben, zumal er sich durch diesen eher „entreichert" denn „bereichert" hat. Aber auch das ist allein meine Sache und die meiner Familie.

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 3.7 (46 Bewertungen)

Kommentare

Vorbild Atocha-Bahnhof in Madrid?

Immer wenn ich zum Schlachthof "raus" komme, überfällt mich zuerst die Assoziation mit dem Atocha-Bahnhof in Madrid, den man schöner (und erfolgreicher) wohl nicht hätte konzipieren können.

Ein vergleichbares, wenn auch deutlich kleineres Anwesen haben wir mit unserem Schlachthof. Zwar führen keine Gleise durch den Schlachthof, dennoch könnte ich mir sehr gut vorstellen, dass er bei einer ähnlichen Konzeption wie beim Atocha-Bahnhof ein voller Erfolg würde, weil man sich einfach auch dann gerne im tropischen Grün unter dem Glasdach aufhält, wenn man nicht mit dem Zug verreisen möchte.

Dazu laden Lokale ein, ein entspanntes Ambiente und nicht zuletzt die besondere Architekur des Hauses.

Entsprechende Events vorausgesetzt, könnte sich der Schlachthof als kultureller Magnet in der städtischen Peripherie erweisen. Mit einem Grün im Hause könnte man vielleicht auch die nicht ganz so schönen abgehängten Transportschienen verdecken.

Vielleicht hat Höpfner (oder eine andere Brauerei) daran Interesse?

Wird der Schlachthof geschlachtet?

In Zeiten, die - um es mal vorsichtig auszudrücken - von zunehmendem kulturellem Desinteresse seitens Regierung, Verwaltung und Wirtschaft geprägt sind, sind wir alle gefordert! Sind wir wirklich so "wurschtig" geworden, dass selbst ein Bruchsaler Schlachthof mit seinem tollen Ambiente und engagierten Kulturschaffenden unters Messer muss? Auch wenn die Schunkel-Schnulzen-Mitklatsch-Generation mit ihren 08/15-"Stars" Arenen füllt... irgendwo gibt es sie noch, die Leute mit etwas mehr Anspruch an das, was man ihnen auf den eher kleineren Bühnen präsentiert.
Ein neuer Discounter mehr oder weniger macht Bruchsal nicht attraktiver. Ein Urgestein wie der Schlachthof - mit ansprechender Nutzung - schon. Es ist nicht der Geschmack der Millionen, der ein Volk kulturell prägt. Lokalitäten wie der Schlachthof könnten mit dafür Sorge tragen, dass wir kulturell nicht ganz verblöden. Wenn man sie denn ließe.
Ich bin klar dafür! Noch wer...?

E-Mail von Rüdiger Luft

Von Rüdiger Luft, dem Käufer des Schlachthofes und der dazugehörigen Grundstücksflächen, kam die folgende E-Mail mit der Bitte um Verdeutlichung des Sachverhaltes. Diesem Wunsche komme ich selbstverständlich gerne nach:


"zu Ihrem Rundschreiben möchte ich folgendes festhalten:
Der Schlachthof mit den dazugehörigen Grundstücksflächen wurde von der Stadt Bruchsal an mich verkauft, zu einem Kaufpreis Grundstück DM 1.090.750,-- + Schlachthofgebäude DM 1,--. Bei dem Grundstück handelt es sich ausschließlich um die Fläche vom Schlachthof und nicht, wie fälschlicher Weise angenommen wird, um die Grundstücke der umliegenden Wohnbebauung. Ich bitte Sie dies in Ihrem Infoschreiben entsprechend zu korrigieren."

Zur Information an alle, die

Zur Information an alle, die es interessiert.

Folgenden Brief habe ich heute an die Oberbürgermeisterin und den Bürgermeister sowie an alle Fraktionsvorsitzenden des Bruchsaler Gemeinderates geschickt:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich bin Musiker, ursprünglich aus Gondelsheim, habe in Bruchsal mein Abitur gemacht, bin national mit meiner Musik unterwegs, Schwerpunkt Südwestdeutschland. Ich habe es immer schade gefunden, dass im Raum Bruchsal im regionalen und nationalen Vergleich quasi Kulturwüste herrscht, dass es kaum ernst zu nehmende kulturelle Events gibt. Die wenigen Locations, die vor Ort noch handgemachte Musik anbieten und fördern müssen meiner Meinung nach unterstützt werden, insbesondere von politischer Seite. .

Daher möchte ich sie bitten, den aktuellen Betreibern des Schlachthofs zu ermöglichen, Ihr Konzept dort weiter aufrecht zu erhalten. In anderen Städten werden solche Konzepte sogar finanziell gefördert, vielleicht sollten Sie auch darüber einmal nachdenken. Besten Dank für Ihre Kenntnisnahme,

Mit freundlichen Grüßen

Christian Gingerich aka Cris Cosmo

--- Cris Cosmo Friedrich-Ebert-Strasse 58 D-65439 Flörsheim am Main

WWW.CRISCOSMO.COM

Liebe Gitte Henneges,

Sie sprechen mir aus der Seele. Herzlichen Dank für Ihren Kommentar, dem ist nichts hinzuzufügen. Der Schlachthof mit seinem engagierten und vielseitigen Kulturprogramm ist unbedingt erhaltenswürdig.

Wär schade...

war einmal Sonntagsmittags zum Brunch mit Sina & Higgins im Schlachthof. War echt toll, zum Essen auch gute Musik zu haben(=und das zum Nulltarif!), leider ist der Schlachthof über die Bruchsaler Stadt-und Kreisgrenzen hinaus fast überhaupt nicht mehr bekannt.

Oft liest man z. B. leider erst hinterher in der Zeitung, welch gute Musiker dort gespielt haben, bzw. welche kulturellen Events dort stattgefunden haben.

Evtl. würde mehr Werbung auch in regionalen Zeitung(en) etwas ändern. Viele Leute mit gutem Musikgeschmack :-) haben heutzutage aber durch Familie, Kinderbetreuung etc. auch gar nicht mehr die Zeit Abends nach Bruchsal zu fahren, zumal man ja am nächsten Tag auch oft wieder einen anspruchsvollen Arbeitstag vor sich hat.

Schade, wenn es so enden würde, ich verspreche auch, ich schau mal wieder vorbei....

was wird aus dem bruchsaler schlachthof?

So,auch ich würde mich gerne mal zu Wort melden!!
Was wird aus dem Bruchsaler Schlachthof???
Was wird aus dem ganzen Team?
Ich kann nur vom Service-Team reden.Wir haben immer versucht einen guten Job zu machen.Haben so gut es ging Wünsche erfüllt,waren immer freundlich und nett!!!Uns war nichts zuviel,keine Uhrzeit zu spät-zu früh!
Was soll aus uns werden?
Ich habe mich immer sehr wohl im Schlachthof gefühlt...-kann nur von mir reden-und nun soll alles rum sein!!!!!
Meine BITTE an alle....auch an die ,bei denen es nun in der Hand liegt....ich will gerne im Schlachthof bleiben,will dort weiter
mir die Nächte um die Ohren hauen,lasst den Schlachthof weiter leben....denn egal wer was sagt....seid doch mal ehrlich....das was der Kaufmann an Musik in den Schlachthof geholt hat...das war doch echt fast immer erste Sahne!!!!
Also,ihr habt euch immer auf uns verlassen können...wir nun auf Euch?

Schlachthof ist geil

Ich bin erschrocken, als ich den Brief von Rainer Kaufmann gelesen habe.
Kann es ernsthaft gewollt sein so ein Gebäude am Ende ungenutzt "verfallen" zu lassen?
Nahezu jeder läuft gequält durch gleichförmige (Innen)Städte ohne Esprit mit den immer gleichen Geschäften. Nahezu jeder erfreut sich an einem Gebäude, was aus so einem Einheitsbrei herausragt.
Der Schlachthof ist so ein Gebäude. Als ich vor ca. 2 Jahren das erste mal davor stand, dachte ich: "Wow, wie geil ist das denn?".
Ich mache mit meiner Band seit über 20 Jahren Musik und der Schlachthof ist definitv eine der collsten locations in denen wir gastiert haben. Einfach einmalig!
Der Schlachthof ist etwas besonderes - eben kein mainstream. Er ist authentisch und sollte es bleiben. Klatscht Discotheken und Einkaufszentren auf die grüne Wiese so viel ihr wollt, aber lasst dieses Kleinod nicht vor die Hunde gehen.
Gruß
Schorsch Wöschler

Alles schön und gut...

... aber wo klemmt's denn eigentlich? Das ist mir zumindest durch die obigen Beiträge nicht ganz klar geworden.

Was soll denn diese unnütze

Was soll denn diese unnütze Diskussion um ein unnützes Gebäude. Wenn es nicht gebraucht wird abreißen. So einfach ist das. Hättte sich nicht OB Doll damals von irgendwelchen Sentimentallitäten leiten lassen, wäre der Schlachthof schon vor 20 Jahren abgerissen worden.

Unnüzter Kommentar

Jetzt haben wir ihn, den bisherigen Tiefpunkt der Diskussion. Wenn man den Schlachthof in seiner kulturellen Eigenschaft so bewertet, ist man sicher für die hohen Fernsehqouten der Volksmusik mit verantwortlich. Geschäftemacherei und Geldintressen als Sentimentalität zu bezeichnen, bedarf es schon eines ganz eignen Betrachtungswinkels. Unterirdisch!

Zukunft des Schlachthofes als Ort für Kunst und Kultur

Guten Tag,
mein Name ist Edo Zanki, ich bin seit über 40 Jahren Musiker und wohnhaft in Bruchsal und Umgebung. Ich kenne gewiss nicht alle Details der bisherigen und geplanten Nutzung des Schlachthofes Bruchsal. Doch schon bei Betrachtung der hervorstechendsten Daten, die Rainer Kaufmann auflistet, versteht man sehr schnell, dass wirtschaftliches Denken erlaubt sein mag, aber gewiss politischer Kontrolle bedarf, wenn es gilt immatrielle, gesellschaftliche Werte vor der ökonomischen Einäugigkeit zu bewahren. Besonders Kunst- und Kulturorte spielen für die Lebensqualität und das Zusammengehörigkeitsgefühl einer Gemeinde eine nicht zu überschätzende Rolle, wir dürfen sie nicht dem ökonomischen Blick über Kimme und Korn alleine überlassen. An dieser Stelle ist politischer Gestaltungswille sowie ein klares Signal aus der Bevölkerung gefragt.
Enden möchte ich mit einem Zitat meiner Freundin Ulla Meinecke: "Wenn Du Fantasten suchst, gehe in die Wirtschaft, die Künstler sind sehr nahe an der Realität, denn ihr Publikum gibt ihnen sofort und unmittelbar eine Antwort auf ihre Ideen."
Und wenn man sich anschaut, welche unglaublichen Fehlleistungen sich zB. die ach so vernünftigen wirtschaftlichen Entwickler des Schlachhofs Bruchsal schon geleistet haben, möchte man doch schon deshalb für eine Lösung plädieren, die weniger Einäugig und im gesellschaftlichen Konsens und Interesse ist.

Ignoranz und Geringschätzung

Auch wenn es viele nicht wahrhaben wollen. Auch wenn mit einer gewissen Ignoranz und Geringschätzung auf den Bruchsaler Schlachthof von interessierter Seite (für so was geben wir kein Geld aus!) geschaut wird: Beim Bruchsaler Schlachthof handelt es sich um ein denkmalgeschütztes Industriedenkmal allererster Güte.

in der ersten zusammenfassende Darstellung technischer Kulturdenkmale in Baden-Württemberg, "Brücke, Mühle und Fabrik", veröffentlicht von Prof. Dr. Hubert Krins (Leiter der Außenstelle Tübingen des Landesdenkmalamts Baden-Württemberg und Honorarprofessor an der Universität Tübingen), Michael Goer und Leo Schmidt, erschienen 1991 im renommierten Theiss-Verlag,  wird ein Querschnitt durch acht Jahrhunderte Technik- und Industriegeschichte präsentiert. "Von der Bauernmühle im Schwarzwald bis zum Stuttgarter Fernsehturm, vom Mannheimer Abwasserwerk bis zur Glashütte im Allgäu".

Der Bruchsaler Schlachthof wird in diesem großformatigen Band ausführlich ob seiner hohen historischen und architektonischen Qualität gewürdigt. Für die Autoren war der Bruchsaler Schlachthof so bedeutend, dass sie ein Foto von ihm für den Schutzumschlag gewählt haben:

 

Schlachthof Bruchsal

 


Appell an die Verantwortlichen

Der Sachverhalt rund um den Schlachthof ist hier sehr anschaulich und erhellend von Rainer Kaufmann zusammengefasst. Und ich kann mich dem Fazit und Appel nur anschließen.
Sicher muss nicht jede halbwegs historische "Hütte" in die Zukunft gerettet werden, aber um die Bedeutung des architektonischen Kleinodes Schlachthof - gerade auch als öffentliches Gebäude - muss man sich hoffentlich nicht erneut streiten.
Ich kenne die Pläne und Prioritäten des heutigen Besitzers natürlich nicht, meine aber ebenfalls, dass die Politik hier nicht, nach deren eigener Wahrnehmung offensichtlich unbeteiligt, wegschauen darf.
Dass in der Vergangenheit eine Gesamtkonzeption fehlte, hat sich inzwischen wohl erwiesen. Ein solches Einerlei am Rande der Stadt kann einfach nicht funktionieren. Weder für die Pächter, noch für den Inhaber, und somit auch nicht für die Stadt. Mehr Aufwand als die Familie Kaufmann kann man vermutlich kaum leisten, um Gäste einzuladen. Wenn also weder dieses Bemühen noch die Qualität der architektonischen Substanz Besucher in den Schlachthof locken, kann es nur am Gesamtkonzept liegen.
Dem Eigentümer kann ich schlecht Ratschläge geben aber dem Appell an die Politik, eine tragfähige Lösung aktiv herbei zu führen, schließe ich mich ausdrücklich an.

Appell? Verantwortliche? Entscheider? in Bruchsal? Wo?

Ich schließe mich gerne Jürgen Schoners Appell an! Nur wenn ich mir vorstelle, daß hier die Politik tätig werden soll gibt es ruckzuck noch mehr graue Haare. Die wurden in der Vergangenheit schon sehr tätig mit achso tragfähigen Konzepten wie BÜZ, Sepa, Stadtbahneinschleifung, Stimmenkauf und leider vielem mehr. Da ist wohl weniger als gar nichts brauchbares zu erwarten!

Was mich auch enttäuscht ist die Tatsache das der Eigentümer zwar klarstellt was er für das Grundstück bezahlen musste, aber leider nicht wie er sich die Zukunft vorstellen kann. Aber ohne sein Einverständnis wird das wohl nichts werden, aber er dürfte an einer (auch betriebswirtschaftlich) sinnvollen Lösung wohl am meisten interessiert sein.

Wie wäre es mit einer Veranstaltung im Schlachthof ähnlich der Diskussion über die Stadtbahneinschleifung nur eben über Zukunft und mögliche Konzepte desselbigen? Als Teilnehmer eben dann Eigentümer, GR, OB, Rainer Kaufmann als (derzeitiger und vielleicht auch zukünftiger?) Pächter und alle interessierten Bürger.

Einmischen und handeln...

Es wäre wirklich sehr schade, wenn der Schlachthof jetzt so profan und einfach "geschlachtet" würde und nicht als ausbaufähiger Kulturtempel erhalten. Ich vermisse bisher ein Statement der verantwortlichen Politiker unserer Stadt. Es müsste auch diese Diskussion über den Schlachthof und dessen Zukunft jetzt unbedingt in der "Bruchsaler Rundschau" geführt werden, damit die breite Bevölkerung überhaupt was mitbekommt. Aber der Ball liegt doch jetzt auch eindeutig am Eigentümer - was hat er nach Auslaufen der Pachtverträge vor? Hoffentlich geht es nicht ratz fatz - Abriss -und Bebauung der Grundstücke und Verkauf zum Höchstpreis. Die den Schlachthof umgebende Wohnbebauung in guter Lage lassen es fast befürchten. Die bedeutende Dramatikerin und Schriftstellerin Marie von Ebner-Eschenbach sagte einmal treffend: "Nichts wird so oft unwiederbringlich versäumt, wie eine Gelegenheit, die sich täglich bietet."
Also Leute, Betroffene und Verantwortliche unserer Stadt - versäumt nicht die einmalige Gelegenheit für Bruchsal ein Kulturdenkmal zu erhalten.

Unverständliches Hickhack um die Zukunft des Schlachthofs

E-Mail an info [at] bruchsal [dot] org:

Unverständliches Hickhack um die Zukunft des Schlachthofs

Wir als Pädagogen der Gitarrenschule Higgins & Sina aus Untergrombach sind dringend am Fortbestand des Schlachthofs als Kult- und Kulturzentrum interessiert. Uns ist es auch nicht egal, WER es macht, denn die Arbeit von Workaholic Rainer Kaufmann und seiner Familie ist im Interesse aller Bruchsaler, und sie ist äußerst anerkennenswert. Ob musikalische Events oder Politik und Sport - ohne Rücksicht auf die eigenen Kräfte wird immer aktuell geboten, was an der Tagesordnung ist. Man muss nur mal schauen, welche Größen Rainer in den Schlachthof holte - von Grammy-Gewinner Albert Lee über den World-Top-10-Gitarristen Carl Verheyen mit Santana-Drummer und Phil-Collins-Bassist bis hin zum walisischen Harfenisten, der schon auch mal für das Englische Königshaus spielt...

Eine Bühne mit Auftrittsgelegenheit in diesem Ambiente ist definitiv auch sehr wichtig für den musikalischen Nachwuchs in der Region Bruchsal. Es ist doch für uns alle,  auch für die Obrigkeiten, eine Freude zu sehen, wenn die jungen Musiker mit ernsthaftem und kreativem Engagement und echter Begeisterung auf einen Auftritt hinarbeiten. Es gibt bekanntlich weniger sinnvolle Freizeitaktivitäten unter Jugendlichen.

Wir finden, die Stadt Bruchsal sollte den Schlachthof als Kulturzentrum unbedingt fördern, unter der Leitung von Rainer Kaufmann und seinem Team!

Higgins & Sina
www.higginsandsina.com

Achtung, Wohngebiet!

Ja, aufgepasst - der Schlachthof liegt doch in einem Wohngebiet. Oder?

Unverständliches Hickhack um die Zukunft des Schlachthofs

Wie soll die Stadt die Verantwortung übernehmen? Die Kasse ist leer, also müssten die Verantwortlichen ein Darlehn aufnehmen. Und danach in Pension gehen. Sollen die anderen bezahlen, nach mir die Sintflut. So könnte es gehen.
Ich war selbst nur einmal in der Kneipe, da war mehr Personal im Vorraum am Aschenbecher, als in den Räumlichkeiten bei der Kundschaft. Auf solche Lokalitäten kann man verzichten.

Unverständliches Hickhack um die Zukunft des Schlachthofs

Wir als Pädagogen der Gitarrenschule Higgins & Sina aus Untergrombach sind dringend am Fortbestand des Schlachthofs als Kult- und Kulturzentrum interessiert. Uns ist es auch nicht egal, WER es macht, denn die Arbeit von Workaholic Rainer Kaufmann und seiner Familie ist im Interesse aller Bruchsaler, und sie ist äußerst anerkennenswert. Ob musikalische Events oder Politik und Sport - ohne Rücksicht auf die eigenen Kräfte wird immer aktuell geboten, was an der Tagesordnung ist. Man muss nur mal schauen, welche Größen Rainer in den Schlachthof holte - von Grammy-Gewinner Albert Lee über den World-Top-10-Gitarristen Carl Verheyen mit Santana-Drummer und Phil-Collins-Bassist bis hin zum walisischen Harfenisten, der schon auch mal für das Englische Königshaus spielt...

Eine Bühne mit Auftrittsgelegenheit in diesem Ambiente ist definitiv auch sehr wichtig für den musikalischen Nachwuchs in der Region Bruchsal. Es ist doch für uns alle, auch für die Obrigkeiten, eine Freude zu sehen, wenn die jungen Musiker mit ernsthaftem und kreativem Engagement und echter Begeisterung auf einen Auftritt hinarbeiten. Es gibt bekanntlich weniger sinnvolle Freizeitaktivitäten unter Jugendlichen.

Wir finden, die Stadt Bruchsal sollte den Schlachthof als Kulturzentrum unbedingt fördern, unter der Leitung von Rainer Kaufmann und seinem Team!

Higgins & Sina

Schlachthof

1. Konsens ist, dass das damalige "Schlachthof-SEPA-Projekt" das dümmste war, was man machen konnte.

2. Fakt ist, dass der Schlachthof Herrn Luft gehört und eine "Enteignung" für öffentliche=kulturelle Zwecke eine Un-Idee ist.

3. Fakt ist, dass die Stadt sowenig Geld hat, dass ständig die "Haushaltsstrukturkommission" nach Einsparmöglichikeiten sucht.

4. Quintessenz ist, dass nach einer wirtschaftlichen Lösung benötigt wird, die der Gebäudequalität des Schlachthofes entspricht.

5. Hindernisse sind: a) Vollverdichtung um den SH herum, mit der Folge, dass das neu entstandene luftige Wohngebiet Schlachthof-Gastro-Nutzungen behindert und ein zwingend nötiger Biergartenbereich nicht existiert.

6. Tatsache ist, dass mehrere Menschen nach Lösungen suchen. Hoffentlich mit Erfolg.

7. Die Anzahl der Kritiker übersteigt die Anzahl der handelnden politischen Personen bei weitem (bei der SPD-Jahreshauptversammlung durfte ich 6 Personen begrüßen). Vielleicht wechselt mal jemand die Seite...

Schlachthof

Hier mal ein paar Hintergrund Informationen zum Schlachthof und gleichzeitig
ein paar Fragen.

1. im Jahr 1991 hat die Badische Landesbühne die Theatertage Baden-Württembergs ausgerichtet. Im Vorfeld wurde geprüft, ob der damalige Schlachthof mit angerenzendem Gutshof und Freigelände (da war alles noch frei drumherum) als Heimstätte für die BLB und die Muks und andere kulturelle Einrichtungen auf Dauer genutzt werden konnte. Es wäre ideal gewesen.
Die Landesbühne hatte hier schon Freilicht und Kindertheater und anderes gezeigt.
Wir waren mit dem Land finanziell einig. Nur die Stadt hätte ein Jahr ihren Anteil vorfinanzieren müssen. Aber
1. war der seinerzeitige Intendant Dr. Parchwitz bei der Obrigkeit nicht so - sagen wir mal angesehen - dass man so etwas wollte.
2. Hatte man gerade für das Bürgerzentrum (Unterbringung der Badischen Landsebühne im Bürgerzentrum) ordentliche Zuschüsse erhalten, welche
natürlich dann für den Schlachthof verwendet werden müssten
3. Wollte man die Landesgartenschau dort durchführen und dafür brauchte man das Gelände (wurde natürlich nicht gemacht)
4. Wollte man den Schlachthof so schnell als möglich vom Hals haben, sprich einem Privatmann verkaufen. Hauptsache weg.
5. Kunst und Kultur war seinerzeit ein notwendiges Übel, wenn man bedenkt wer da im Gemeinderat saß und die politische Führung inne hatte.

Mit einigen Mitstreitern, haben wir dann einen Kulturverein Schlachthof gegründet. Die Leute die dabei waren weren sich noch daran erinnern.
Wir haben versucht den Schlachthof zu bekommen um ein Kulturzentrum
daraus zu machen. Die Stadt wollte 1,5 Millionen wenn ich mich noch recht entsinne, was ein Verein natürlich nicht erbringen konnte.
Man kann auch sagen, es war ums Verrecken von den Verantwortlichen nicht gewollt.
Na es kam anders. Ein Immobilienhändler wurde der Besitzer des Areals und des Schlachthofes und dürfte gut Geld damit gemacht haben.
Er hatte nichts besseres zu tun als alles drumherum abzureißen und baute halt Häuser zum Verkauf. Ist im als Geschäftsmann nicht vorzuwerfen.
Rainer Kaufmann wurde zu der Zeit in den Gemeinderat gewählt und verschwand danach sehr schnell nach Georgien. Auch um Geld zu verdienen, was wiederum auch ihm nicht vorzuwerfen ist.

Nach einigen Jahren kam Rainer wieder zurück und machte Kaufmanns Schlachthof aus der Kneipe. Neben an ein Supermarkt. In der Strada wurden gute Giggs gemacht mit Willi die Bühne. Unter Mithilfe von vielen ehrenamtlichen Helfern die Auf- und Abbau von Bühne Licht etc. in der Strada kostenlos durchführten um etwas zu reißen.

Vor einem Jahr noch, wurde dann von Seiten der Landesbühne und anderen Kultureinrichtungen, Amateuren und Semiprofessionellen Kunsttreibenden
bei einer Begehung und bei einige Gesprächen die Machbarkeit eines Kulturzenrums geprüft.
Fazit: so ist das nicht machbar. Warum?

1. Man braucht logischerweise ein Betreiber für das gesamte Gebäude.
2. Um es zu betreiben muss es im Besitz sein. Der Besitzer ist aber entweder
interessiert zu verpachten (10.000 € wäre das Minimum pro Monat)
oder zu verkaufen (Minimum 2 Mio €).
3. So bei Kauf muss dann nochmals Minimum 1,5 Mio investiert werden
um das Ambiente sprich Heizung/Sanitärräume/Sozialräume/ Garderoben ,
Technik/Bühne/Schweinwerfer und Strom/ Dämmung und Verdunkelung/
Sicherheitsvorschriften, Fluchtwege/Parkplätze so weit zu bringen
dass man starten kann. Denkmalschutz und Umbau Innen ein wahnsinniger
Drahtseilakt. Parkplätze müssten ausgewiesen werden - die paar vorne reichen gesetzliche bei Weitem nicht.
Aber das Wichtigste - es ist eine reine Wohnbebauung. Ein solches Zentrum kann dort jetzt überhaupt nicht mehr errichtet werden.

4. Und seien wir mal ehrlich: Bis Mitte November 2011 war es doch dem Baubesitzer egal was passiert, da ja der Supermarkt vor 5 Jahren geschlossen hat aber brav jeden Monat seine Pacht an den Besitzer bis Ende 2011 bezahlt. So nun gibt es hal tkein Geld mehr und er hat den Prachtbau für den er 1 Mio DM bezahlt hat am Hals.

5. Zum Abschluss noch zwei Fragen:
Wieso spielt Willi die Bühne nicht mehr in Kaufmanns Schlachthof?
Wenn das Programm so zugkräftig ist - wieso wird der auslaufende Vertrag mit Hinzunahme der Strade nicht einfach verlängert? Ist doch etabliert und wäre ein Zugewinn für Kaufmanns Schlachthof?
Warum soll man einem Immobilienhändler, der dafür kein Konzept hat wie er zugibt, helfen, seine durchgeführte Amputation am Guts- und Schlachthof
weiter hin zu vergolden?
Abreißen kann er ihn nicht - zumindest das Teil steht unter Denkmalschutz.
Der Rest war es leider nicht und wurde platt gemacht, wie leider so vieles in Bruchsal.
So das waren jetzt einige Gedanken und ich finde es bis heute noch schade
dass nicht mehr daraus werden konnte.
Norbert Kritzer

Wohnbebauung = Wohngebiet Schlachthof!!!!!

Endlich schreibt es (noch) einer.
DAS IST DOCH DER DREH- UND ANGELPUNKT!!!
Danke, Norbert Kritzer!

Förderverein "Kulturzentrum Schlachthof Bruchsal"

 

Bei so viel Interesse müsste sich doch ein Förderverein gründen lassen.

Ich wäre auf jeden fall dabei!

Und Herr Luft würde nach eigener Aussage in der Bruchsaler Rundschau so einen Pächter ja auch akzeptieren!

Michael Vettermann

 

 

Schlachthof = Kneipe?

Ich bin wirklich gespannt, wann die Mit-Kommentatoren geruhen, die grundlegenden Tatsachen, nein, DAS Problem zur Kenntnis zu nehmen - she. zum Beispiel hier:

http://www.anwalt24.de/beitraege-news/fachartikel/baurecht-keine-kontakt...

(Ja, ich weiß - so furchtbar viel zu lesen. Und so komische Sachen. Aber so IST das Leben - es besteht nicht nur aus Gitarrenspiel...)

Also, wann will man den Fakten in's Auge blicken und beginnen, zu überlegen, wie DIESES Problem aus der Welt geschafft werden könnte?

Lieber Jürgen Schmitt,

Lieber Jürgen Schmitt,

zu Deinem offensichtlich gewordenen Anspruch, jedes Sachproblem und vor allem die Diskussion darüber mit einem abschließenden Dekret beenden zu dürfen, will ich mich jetzt nicht äußern, auch nicht zum Zustand der SPD in Bruchsal. Nur soviel: Ist nicht gerade wegen des Zustands der Parteien eine neue Form der Diskussion und Partizipation notwendig geworden?

In der Sache muss ich Dir schon die Frage stellen?

Wer außer Dir redet einer "Enteignung" für öffentliche=kulturelle Zwecke" das Wort?. Keiner der Beiträge hat von einer Enteignung gesprochen, ich am allerwenigsten. Mir geht es um eine Lösung zusammen mit Herrn Luft. Das weiß auch Herr Luft.

Mein Vorschlag ist, in einer gemeinsamen Anstrengung aller, die ein Interesse an einer kulturellen Mit-Nutzung des Schlachthofs haben, zusammen mit Herrn Luft nach einer neuen Eigentümer- und/oder Betreiberstruktur zu suchen, mit der dann ein breiteres, auch finanzielles Engagement in der Bürgerschaft der Stadt eingeworben werden kann. So wie es auch in anderen Städten möglich ist. Oder wie es bei anderen Projekten (Golfclubs beispielsweise) der Fall ist. Das ist tatsächlich ein Gegen-Entwurf zur reinen Investoren-Lösung, die Du anscheinend bevorzugst.

Dass Leute im Hintergrund nach Lösungen suchen, ist recht und gut. Muss das aber andere daran hindern, in einer öffentlichen Diskussion nach Lösungen zu suchen? Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie gerade Du in Zeiten Bernd Dolls diese Art von Entscheidungsfindung hinter den Kulissen immer kritisiert hast. Daher dachte ich eigentlich, dass gerade Du Dich jetzt für eine öffentliche Diskussion stark machen würdest, auch für eine Diskussion mit offenem Ergebnis. Eine Diskussion, bei der niemand von sich behaupten kann, die Wahrheit alleine für sich gepachtet zu haben.

Die heutige Misere des Schlachthofs liegt gerade darin begründet, dass man Leuten erlaubt hat, eine Lösung hinter den Kulissen zu suchen, die man dann dem Gemeinderat als einzig wirtschaftlich sinnvolle präsentierte. Als diese auf dem Tisch lag, das "dümmste, was man hat machen können", war es zu spät. Auch für Dich damals im Gemeinderat.

Im übrigend nachfolgend eine Liste von Webseiten bundesdeutscher Schlachthöfe, die alle kulturell und/oder gatronomisch genutzt werden. Vielleicht kann irgendwer einmal recherchieren, wie andere Städte mit ihrem ererbten Kulturgut umgegangen sind und was wir für Bruchsal vielleicht daraus lernen könnten.

 

http://www.schlachthof-wiesbaden.de

http://www.im-schlachthof.de

http://www.schlachthof-bremen.de

http://www.schlachthof-lahr.de

http://www.schlachthof-kassel.de

http://www.alter-schlachthof.de

http://www.schlachthof-eisenach.de

http://www.schlachthof-soest.de

http://www.schlachthofbraeu.de

http://www.imschlachthof.de

http://wp1097507.wp133.webpack.hosteurope.de

http://www.juz-aurich.de/Website/Home.html

http://www.br-online.de/bayerisches-fernsehen/ottis-schlachthof/index.xml

http://www.alterschlachthof.de

http://www.kulturschlachthof.de

http://www.schmidts-schlachthof.de

http://www.schlachthof-sigmaringen.de

http://www.schlachthof-restaurant-bar.de

 

Gitarrenspiel = Kontaktanbahnung?

Möglicherweise bin ich für ein Jurastudium zu dumm gewesen, aber wenn ich den Artikel richtig verstanden habe, gehört zu eine Vergüngungsstätte die Kontaktanbahung. Nach meiner Erfahrung fördert (laute) Gitarrenmusik eher nicht die Kontaktanbahnung. Ich denke die hier angesprochene Lärmbelästingung, die vermutlich nur bei den Strada-Events vorgekommen sein können, sollte hier nicht der Schwerpunkt der Diskussion werden. Da habe ich schon von am Bergfried oder der Rockfabrik grössere Lärmbelästigungen gehört, die mit Sicherheit mehr Bürger betroffen haben. Ich will damit das Thema nicht herunterspielen. Es kann aber nicht das Hauptargument "dagegen" sein.

Übrgines ist Gitarrenspiel nicht alles im Leben, aber dennoch schön und besser als manch anderes.

Slow lesen

Und gründlich.
Man muss nicht Jura studiert haben, um das zu verstehen.
Wenn man will und bereit ist, Probleme zu erkennen.
Nur was man erkannt hat, kann man versuchen zu beseitigen.

Mein Rat an den Schlachthof-Eigentümer:

Mein Rat an den Schlachthof-Eigentümer: Immobilie verfallen lassen (dieser Prozess wird von interessierter Seite sicher augenzwinkernd begleitet), dann abreißen und dann Wohnbebauung.

"Politisch Handelnde" = keine Kritiker?

Jürgen Schmitt schreibt auch:

".... Die Anzahl der Kritiker übersteigt die Anzahl der handelnden politischen Personen bei weitem (bei der SPD-Jahreshauptversammlung durfte ich 6 Personen begrüßen). Vielleicht wechselt mal jemand die Seite..."

Dazu folgende Anmerkungen (als der SPD nahestehender Bürger): Kritiker woran? Am derzeitigen Kaufmannschen Schlachthof-Konzept? An der Tatenlosigkeit Bruchsaler "politisch Handelnder", welche die jetzt eingetretene Situation kommen sehen konnten?
Und wenn die letzte SPD-Ortsvereins-Jahreshauptversammlung nur von 6 Personen besucht wurde (einschließlich Ortsvereinsvorsitzendem Jürgen Schmitt dann immerhin 7 Aufrechte) liegt das wohl weniger an fehlender Schlachthofbegeisterung der ferngebliebenen Ortsvereinsmitglieder als an anderen Dingen. Oder war "die Zukunft des Schlachthofes" ein Tagesordnungspunkt dieser Sitzung? Das würde mich sehr überraschen - bisher zeichnete sich die SPD-Fraktion im Gemeinderat nicht dadurch aus, dass sie aktuelle oder gar strittige Themen durch die Mitglieder des Ortsvereins hätte vorberaten lassen.
Ich bin gespannt, welche Lösungsvorschläge zum kommunalen Nulltarif die
"handelnden Personen" einfallen lassen.

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