Wahlbeteiligung

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Manch' einen macht diese niedrige Wahlbeteiligung sprachlos. Aber ist es verwunderlich, dass es so ist? Haben es nicht die, die es heute beklagen, mitverschuldet? Die Politiker und die Jounalisten?
Dienstag, 27. Mai 2014 - 13:40

Man kann über die niedrige Wahlbeteiligung klagen, man kann sich aber auch einige Fragen stellen und Überlegungen anstellen.

Hat sich im Gemeinderat dadurch prozentual etwas relevant verändert?
Hat sich im Gemeinderat dadurch personell etwas relevant verändert?
Hätte eine höhere Wahlbeteiligung etwas relevant verändert?

Als Antwort hätte ich gerne bei allen 3 Fragen ein Ja oder ein Nein.
Die "normalen Antworten" wie erkämpfte Bürgerrechte, Bürgerpflicht, wehret den Anfängen, Demokratie, Legitimation usw. kann ich mir selber geben.

Es ist die Hilflosigkeit, das Erkennen, nichts ändern zu können was viele resignieren lässt. Bei der Europawahl wurde Merkel plakatiert um Juncker vielleicht zu bekommen. Kann man das wirklich vermitteln?

Der Wähler konnte angeblich diesmal bestimmen, wer Kommissionspräsident wird. Und wer sucht dann Koalitionen um die größte Fraktion hin zu bekommen als Konservative oder als Sozialisten? Das Schachern geht doch jetzt erst los. Nicht der deutsche Wähler bestimmt den Kommissionspräsidenten (wäre auch lustig), aber so hat man es verkauft. Politik verlogen, verbogen, schlecht erklärt. Womit soll da das Interesse bei derartig schlechter Politikvermittlung geweckt werden? 

Die Zeiten sind vorbei, als die Wähler das Desaster der Weimarer Verfassung und des dritten Reiches vor Augen hatten. Der jungen Generation geht es im Verhältnis gut. Woher soll das Interesse kommen?

Schaute man sich im Bundestag an, wie die SPD die Merkelregierung dauernd als unfähig bezeichnet hat und jetzt unisono Beschlüsse absegnet, Abgeordnete, die sich beschimpft haben sind jetzt im Schulterschluss wobei sich die Politik nur unwesentlich geändert hat? Und damit will man junge Menschen begeistern?

Wenn ranghohe Politiker Wahlversprechen als nicht relevant bezeichnen, nachdem sie gewählt wurden? Und wer sich kundig macht, und erfährt, wie in der Adenauerzeit die Wähler verarscht wurden (heute kann man es nachlesen), traut keinem Politiker mehr.

Und wenn Menschen zur Wahl gehen, aber keine Ahnung haben, warum sie eine bestimmte Partei wählen, für was soll das gut sein? Den „schönen“ Kiesinger (CDU) haben damals die Frauen wegen seines Aussehens gewählt, nicht wegen seiner Vergangenheit (s. Beate Klarsfeld).

Und für wen hat ein Dr. Kermani seine hoch gelobte, geschliffene Rede im Bundestag gehalten? Da dürfen sich vielleicht Philologen daran erfreuen, für die Allgemeinheit war es sicher nicht gedacht. Schon die Auseinandersetzung mit dem Paradox der „unantastbaren Menschenwürde“ zu Beginn wird nur wenige dazu verleiten, die ganze Rede nachzulesen. Oder der letzte Absatz, bestehend aus einem einzigen Satz mit 252 Wörtern. Mag sein dass dies Redekunst ist, aber am Schluss kennt man den Ausgang des Gedankens nicht mehr. Dass alle Abgeordneten alles sofort verstanden haben, will ich nicht in Zweifel stellen, als Normalbürger musste ich einige Passagen mehrmals lesen.

Politiker erklären ihre Politik nicht. Sie setzen Postulate als wären diese Fundamente wie die Axiome in der Mathematik. Damit verhindern sie eine Auseinandersetzung mit dem Thema. In Talkshows hauen sie sich gegenseitig die Argumente (und Unwahrheiten) um die Ohren, die schon hundertmal genau so verbreitet wurden, ohne auch nur einmal zu reflektieren, was der andere gerade gesagt hat. Wer gegen Volkesmeinung argumentiert, ist intellektuell, wer Volkesmeinung vertritt, ist populistisch. So einfach ist das heute. Deshalb darf man mehr Mitbestimmung des Volkes keinesfalls zulassen (das Volk ist zu doof um das Richtige zu erkennen), das ist wahre Demokratie (wir schützen das Volk vor seinem eigenen Willen mittels Wahlen, dafür -für die Wahl- reicht der Volksverstand).

Nein, es verwundert mich nicht, wenn immer weniger Menschen zur Wahl gehen, so bedauerlich dies auch ist.

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Kommentare

Demokratie

Sie war gedacht als der Weg von Unten nach Oben.

Mittlerweile ist es ein Weg von Oben nach Unten.

Nicht einmal die Parteien selbst leben den ersten Weg. Dort wird von "Oben" verordnet, über was die Parteimitglieder abstimmen sollen und auch wie sie abstimmen sollen. Wozu also "wählen"?

Um die vorgegeben Listen zu bestätigen? Um "Versprechen" zu folgen, die schon am Wahltag gebrochen werden? 

Die "Opposition" stimmt im Grund nur deswegen dagegen, weil nicht sie es ist, die diesen Vorschlag einbrachte. Bei einer "großen Koalition" geht es auch nicht darum, was besser ist, sondern wie man dafür sorgen kann, dass es so aussieht als habe man irgendwas "massgeblich" mit zu bestimmen gehabt. 

Der Begriff: "Demokratur" trift es eher. Man setzt das um, was von "Oben" gewünscht wird. Sollte irgendwer nicht mitspielen, sucht man sich seine Zustimmung dort, wo man sie bekommt... und sei es mit Versprechungen dass man dafür einen anderen "Vorschlag" des Zustimmenden ebenfalls befürwortet...

Wozu also "wählen"?

Dazu kommt: Man wählt nicht das, was einem am gefällt, sondern das, was als das kleinere Übel erscheint. 

Ja, ich bin Wahlverweigerer. Denn... ich habe nichts und Niemanden bei diesen Wahlen finden können, von dem ich auch nur annähernd glaube, dass er "meine" Interessen auch nur länger als bis zum Wahltermin vertritt. Also, wozu dort hingehen? Um meine Stimme für Jemanden ab zu geben, der im Falle eines Falles dann z.B. nicht zur Abstimmung geht oder der im Nachhinein erklärt, das er ja eigentlich dagegen war, aber dann doch zugestimmt hat? Entweder hat derjenige dann nicht verstanden, wozu er gewählt wurde... oder es ist im schlicht und ergreifend egal...

Ja, ich habe damit im Grund "meine Stimme" damit weggeworfen und indirekt Parteien unterstützt, die ich mit Sicherheit nicht wählen würde. Im Anderen Falle hätte ich sie aber an Jemanden vergeben, von dem ich wiederum nicht glaube, dass sie mehr gewesen wäre, als ein Strich im Wahlergebnis... ohne jeden Bezug dazu, weswegen er diese "Stimme" bekommen hat, denn das interessiert ja danach nicht mehr...

Vielleicht führt "Verweigern" ja auch zum Umdenken... bei denen, die die Stimme haben möchten...

Vollkommen richtige Schlußfolgerung

Herr Bruno Wallisch hatte mir bestätigt, was ich schon mehrfach angesprochen hatte. "Brot und Spiele" - Opium fürs Volk. Da ich noch ein Beispiel von Andreas Popp genannt hatte, dauert die Veröffentlichung meines Kommentares etwas länger - oder wird ganz unter den Teppich gekehrt? Ist das die Meinungsfreiheit in unserer Demokratie? Das ist sicher ein Beislpiel von vielen, warum sich über 50% der Wähler nicht für Politik interessieren. Warum auch? Man wird ja doch für dumm verkauft.

Unsinn

Die unzufriedenheit mit politischem Handeln ist Teil der demokrarischen gesellschaft. vermutlich jeder Gesellschaftsform. Der unterschied in der Demokratie ist, dass der einzelne in der Tat die Wahl hat und sich sogar selbst ind en polittischen Prozess einbringen kann.
Wer sagt, unzufriedenheit fuehrt zu Nichtwaehlen der befoerdert bestenfalls eine Unkultur die glaubt, durch nichtstun wird alles besser. Genau hier beginnt aber der Unsinn. Demokratie wird von Menschen gemacht und durch Menschen gesteuert. Es ist keine Superstarshow wo nach dem besten Unterhaltungswert abgestimmt wird.
Waehlen zu gehen ist bereits die geringstmoegliche Bequemlichkeit in der Demokratie. Alle paar Jahre ein Kreuz und das wars. Aber eine stabile Gesellschaft erfordert Menschen die sich engagieren. Und wenn schon jemand nicht bereit ist, wenigstens die allergeringste Anstrengung fuer die Fortentwicklung der Gesellschaft zu unternehmen hat er auch nicht das Recht, auch nur im geringsten die politische Entwickling zu kritisieren.

Stimmvieh

Immer wieder wird das Volk als Stimmvieh gebraucht um dem ganzen einen demokratischen Anstrich zu geben.
Beispiel Europawahl: weshalb soll ich, der gegen das Abkommen mit dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist, wählen gehen. Fakten wurden durch das "alte" Parlament geschaffen. die ich NICHT hinnehmen will.
http://www.fr-online.de/wirtschaft/freihandelsabkommen-ttip-hinter-versc...
Nur der deutsche Michel hat das noch nicht begriffen und wählt weiter fröhlich seine Frau Murksel, obwohl die NICHT zur Wahl stand.
Irgendwann, wenn das Abkommen unter dach und Fach sein wird, können Konzerne vor Gericht klagen, weil sie sich durch irgend ein Gesetz beeinträchtigt fühlen und den entgangen Gewinn von Staat XY einfordern. Und der Staat wird die Knete von seinen Bürgern fordern.

Die Europäische Kommission führt die Verhandlungen über das TTIP mit einer unglaublichen Rücksichtslosigkeit gegenüber den Interessen von Gewerkschaften, Verbraucherschützern, sozialen Organisationen, sprich der überragenden Mehrheit der Bürger. Die Interessen transnationaler Konzerne haben hier absolute Priorität. Die Arroganz des Handelskommissars Karel De Gucht spricht dabei für sich. Man darf nicht vergessen, dass die Verhandlung eines Abkommens, das massive Auswirkungen auf das Leben der Menschen in der EU haben wird, ohne jegliche Beteiligung von deren Interessenvertretungen stattfindet. Weder die nationalen Parlamente, noch das Europäische Parlament sind direkt an den Verhandlungen beteiligt. Das EU-Parlament darf dabei am Ende der Verhandlungen nur zustimmen oder ablehnen aber keinerlei Änderungen einbringen. Nationale Parlamente haben sogar keinerlei Möglichkeit der Beteiligung. Schon allein deswegen ist das TTIP abzulehnen.

Merke: Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber.
Altes chinesisches Sprichwort

Solch ein Europa....

...wollte und will der Bürger nicht. Mal seh'n, was noch alles kommt....

Hallole

@Martin Günther

Zeigen sie mir, wofür es "Sinn" gemacht hätte meine Stimme ab zu geben, ausser dafür, Jemandem meine Stimme zu geben, dem ich nicht vertraue und noch weniger zutraue. Der dafür dann aber durch die Gegend rennt und erklärt, wie viele Menschen mit "ihrer" Stimme hinter ihm stehen.

Auch das "nicht wählen" gehen, gehört zu dieser Demokratie und hat wenig mit "Bequemlichkeit" zu tun, geschweigen denn zwangsläufig mit Desinteresse.

Soll ich also eine Stimme abgeben um eine Stimme abgegeben zu haben? Nein. Denn dies würde bedeuten, das ich mit meiner Stimme das legitimiere, was derjenige tut, der diese bekommt. Und DAS kann ich zumindest aus meiner Sicht nicht akzeptieren.

Bravo...

es ist allemal besser, sich selbst Gedanken zu machen, als zur Wahlurne zu rennen, nur weil Murksel dazu aufruft....

Wenn die Stimme

@ Martin Günther

Wenn die Stimme der Lobbyisten weniger Gewicht hat als die Stimme des Bürgers, wenn der Bundestag einem Querschnitt der Bevölkerung entspricht, wenn Berufsabgeordnete abgeschafft werden (max 2 Legislaturperioden, keine Absicherung über den Listenplatz), wenn über die Beamtenpensionen mit derselben Leidenschaft diskutiert wird wie über Renten, dann lohnt es sich über die Stimmabgabe nachzudenken.

Da keine dieser Forderungen in absehbarer Zeit erfüllt wird, ist es eine Demokratie in der nicht das Volk etwas zu sagen hat. Während man in der Wirtschaft jederzeit bereit ist, neue Ideen aufzugreifen, ist das in der Politik verpönt, sie werden einfach schlechtgeredet.

Wie gesagt, das Volk ist zu dumm (sagen die Herrschenden), um bei wichtigen Vorhaben mitzubestimmen aber klug genug, um die Herrschenden wieder zu wählen.

Man kann es nur von unten verändern, in den Ortsvereinen der Parteien, sagt man. Und es gibt immer wieder Idealisten, die glauben das auch. In Wirklichkeit wird die Parteilinie von oben bestimmt und des bessere Rhetoriker redet alle Abweichler in Grund und Boden: Wir haben mehr Einblick, wir wissen das besser, wir sind schon länger dabei, das sind einige der Argumente.

Ich glaube, dass die Wahlbeteiligung noch viel weiter zurückgehen wird, je mehr von den "Ich-muss-wählen-Gehen-Menschen" aus den Anfängen der Republik wegsterben und je weniger die Politik in der Lage ist, junge Menschen zu motivieren.

Der Rundherumglatt-Politiker, der zu keiner Frage mehr eine Aussage macht, die seiner eigenen Meinung entspricht, weil der Widerspruch zu der Parteimeinung durch die Medien sofort ausgeschlachtet werden würde, dieser Politiker ist für mich nicht wählbar.

Der Abgeordnete, der gegen seine Überzeugung oder aus Unwissen (was der häufigste Fall ist) mit seiner Partei abstimmt, verrät denjenigen, der ihm seine Stimme gegeben hat.

Die SPD hat gewusst, dass sie ohne DIE LINKE keine Regierungsmehrheit erreichen kann. Sie muss also schon vor der Wahl auf die GroKo spekuliert haben. Fest rechnend damit, dass DIE GRÜNEN sich nicht verbiegen lassen. Und was wurde dem dummen Wahlvolk erzählt?

Die Abstimmung der Genossen zur GroKo, eine Farce. Als ob nur die Genossen auf die Wahlversprechen der SPD hereingefallen wären.

Und das Resultat: Man ist an der Macht. Man beklaut die Rentenkasse und feiert dies auch noch als Erfolg. Danke SPD! Du hast uns die prekären Arbeitsverhältnisse en masse beschert und noch immer eine treue Anhängerschaft. Respekt!

Um nicht falsch verstanden zu werden, ich war jahrzehntelang auch ein treuer SPD-Wähler. Heute gebe ich meine Stimme nicht mehr ab, sonst habe ich ja gar nichts mehr zu sagen.

...warum mit Händen, Füßen und Köpfchen abzustimmen ist.

Also ich habe gewählt. Ich habe alle Stimmen abgegeben. Und dabei machte ich es mir äußerst einfach. Das Freihandelsabkommen TTiP ist schlecht für Europa. Also habe ich die gewählt, welche gegen TTiP sind. Das ist alles was sich politisch links befindet. Und da habe ich einfach mal generös die Stimmabgabegießkanne draufgehalten und kunterbunt die Zustimmung rausgehauen. Und das Wahlergebnis gab mir recht. Eine beschämende Anzahl dummer Menschen wählte in Bruchsal die AfDe. Und eine geistig recht gefährdete Gruppe die NPDe und die REPs. Die Quittung für die Nichtwähler ist ganz klar, dass Bruchsal sich langsam mal untenrum frei machen und nach vorne beugen darf. Das hätte man schon mit diesem bequemen vierjährigen Wahlereignis verhindern können, dass Bruchsal jetzt irgendwie ziemlich rechtslastig aussieht. Und gerade die AFDe, für alle die es nicht wissen, ist sehr dafür das Wahlrecht immens einzuschränken. Also geht wählen so lange ihr noch könnt.

Ich habe in Bruchsal und anderswo auch schon mit Füßen ein bißchen Demokratie gemacht. Also Nazis blockiert, Acta gestoppt, versucht Bauvorhaben und auch EMS, TTiP und die Troika abzuwenden und den Bahnhof, der BaWü Schweinegeld kostet usw. Das ist zwar lustig so ne Straßendemo, aber halt auch zeitaufwendig und manchmal auch sehr gefährlich. Besonders unbequem ist, Demos gibt es viel häufiger als Wahlen. Das ist das Leid mit der Demokratie heute. Dafür muss man was tun. Da muss man den Kopf hinhalten. Klar, ich wäre eigentlich auch lieber zuHause am Wahlsonntag oder am Demomontag,-samstag. Aber, die Leute, die eine Diktaturform aufbauen wollen gibt es reichlich und die sind außerdem auch am Werk und ganzschön auf Zack früh morgens. Ebenso dummes Stimmvieh, zeigen die Kommunalwahlen, ist reichlich da und sich für nichts zu schade. Die wählen den letzten Schrott, als ob sie nichts besseres an einem schönen Sonntag zu tun hätten. Leider wählen die falschen Leute nicht. Und leider sind die meisten gesitteten Leute auch eher ruhige Menschen, die auch nicht gerne auf Demos möchten. Kann ich verstehen. Aber ich denke mir, solange das noch legal ist demonstrieren, mach ich's.

Köpfchen ist außerdem auch gefragt: Sind Nichtwähler eigentlich gut oder schlecht für das bestehende politisch-wirtschaftlich-militärische System? Aber ja! Wenn wir die Wahlbeteilugung und das Ergebnis nebeneinander legen, dann sehen wir ganz deutlich, dass Idioten wählen gehen. Weil, Idioten lassen sich viel leichter einlullen. Es gibt in Bruchsal ein paar tausend Leute die glauben immernoch den gleichen Lügnern wie früher und glauben auch den neuen Lügnern. Alte Naive verursachen die Kommunalpolitik hier und zeigen en gros dem politisch bildungsfernen Wähler, dass die Mehrheit die Politik unserer Regierung toll finden. Nichtwähler kann man ja ganz leicht als Faulenzer abstempeln. Da nun der Mensch, vor allem der ängstliche, tendenziell sich eher zur größten Herde schlägt, gewinnen bundesweit langfristig die wählen waren, also die Idioten. Und der g'scheite Nichtwähler, wird dann von denen regiert. Und wenn er sich außerhalb der Wahl mal politisch äußert, zack, Knüppel, Tränengas, Wasserwerfer... zumindest potentiell. Also, liebe Nichtwähler (war ich auch bis vor einem Jahrzehnt.), bleibt besser auch Nichtdemonstranten.

Interessanterweise kapieren ja die meisten Nichtwähler, dass unsere Politiker uns verarschen und Nicht-wählen ist bereits ein revolutionärer Akt. Nein, schlimmer noch: Die Politker wissen, dass wir sie durchschauen und wissen aber auch, dass wir nichts groß tun können. Das kaum einer auf die Straße kommt, nicht mal zur Wahl sonntags, bei schönem Wetter, wo noch keine Gefahr besteht in ein paar Knüppel zu laufen.

Was heißt das in Aktion umgedacht? Wenn ihr Bruchsaler Nichtwähler das nächste mal zu einer offenen Gemeinderatssitzung kommt, oder Gelegenheit habt euch kommunalpolitisch irgendwo zu äußern, dann solltet ihr auch anbringen, dass unseren Gemeinderat nur die Minderheit der Bruchsaler Wähler bestätigt hat. Aber wie ich euch Nichtwähler so einschätze, haltet ihr es eher mit der politischen Totalverweigerung und zeiht euch mehr so den intelektuell-hedonistischen Film. Ist ok. Mag das auch sehr gerne. Und vieleicht habe ich nach meinem jetzt dritten Sturm und Drang ja auch wieder Böcke drauf. Aber wie es im Moment aussieht, ist das Wahlverweigerung bis der Arzt kommt. Heute lassen wir uns kommunal noch ein bißchen zwischen die Beine greifen, uns dafür in Europa kräftig von rechts einseifen, die Nato packt auch schon ihre langen Waffen aus, und mal schauen was die Bundesregierung noch so alles Unappetittliches mit uns vorhat. Und ich glaub' die Muttis sind echt geil auf's regieren.

Also ich meine, wenn man langsam beginnt eins und eins zusammenzuzählen, dann kommt man auf zwei.

Anwort:Warum mit Händen. Füßen und Köpfchen abzustimmen ist

Ich habe selten solch einen Schrott gelesen.
Hier müht sich vergebens ein Hobbydemonstrant (wohl ein alter APO oder Antifa-Aktivist) in gröbster Einfachheit Politik zu erklären. Dies mit einer typ.
alternativ-linken Arroganz. Leute, die meinen sie haben die Weisheit mit Löffeln gefressen und sind schlauer und besser als alle anderen. Meistens sind sie jedoch die letzten Versager und haben nur deshalb einen Hass auf die normale bürgerliche Gesellschaft, weil sie es einfach nie geschafft haben
darin Fuß zu fassen.
Globalbeschimpfungen fast der ganzen Bürgerschaft können nur als dumm-
dreist bezeichnet werden. Aussagen wie "nur die Idioten gehen wählen" be-
leidigen tausende von Bruchsaler Bürgern. Ebenso bekommen tausende von
Nichtwählern ihr Fett ab. Offensichtlich findet der Autor, daß nur er nicht blöde ist. Ein Rundumschlag purer Diffamierungen.
Welche Parteien wollen hier eine Diktaturform aufbauen ? Was für ein Verhältnis hat der Autor zu unserer Demokratie ? Zu den normalen Leuten,
die ihre Freizeit und auch Geld opfern um die Stadt zu verbessern und zu
ihren Verwandten und Freunden, die diese gewählt haben ?
Ach so, die gehen ja nicht jeden Tag zur Arbeit und verdienen hart ihr Geld,
was auf den Autor wahrscheinlich voll zutrifft, sondern dienen alle dem
politisch-wirtschaftlich-militärischen System.
Und was will der Autor ? Was meint er was besser ist ? Eine Diktatur mit
seinen Kumpels ?
Armseliger geistig-politischer Tiefflieger.

Wenn..

Wenn ich nicht zu "dämlich" währe, was ich ja schon durch mein "Nichtwählen" bewiesen habe, hätte ich wohl eine Change zu verstehen, was der Schreiber mir sagen wollte... 

So versteh ich nur, das er aus reinem "Rechtenhass", konsequent "Links" gewählt hat... nun ja... wenn es schön macht. Damit soll ich dann den Teufel mit dem Bezelbub austreiben. Wieso also nicht konsequent "Mitte" wählen?

Ach ne... die sind ja mittlerweile alle "Mitte"... selbst die Rechts- und Linksaussen...

Im übrigen habe ich nicht "faul" rumgelegen, sondern lieber meinen Hund ausgeführt. So hatten wir Beide etwas davon. Vielleicht wäre auch noch Plakatschwingen oder Steinewerfen eine Option gewesen. Aber ... ich denke eher nicht...

Wie wäre es mit einem Plakat: "Stimmvieh macht auch Misst!" oder "Besser nicht gewählt, als Heuchlei bestätigt!"

Yeah, endlich mal Diskurs

Nein Rotauge, weder alt noch Apo und auch kein Hobbydemonstrant, sondern eher jung und mittlerweile recht erfahren darin professionell politische Diskussionen zu führen. Und wie ich Sie jetzt einfach mal anhand Ihrer Antwort einschätze, dürfen Sie gespannt sein auf welche Höhenflüge ich in der Lage bin sie mitzunehmen. Politisch links habe ich oben ja selber angesagt, das war nicht schwer zu raten. Aber ich bin recht offen bis zum äußeren konservativen Ende der Christdemokraten. Und ja, arrogant bin ich schon auch. Sehr gerne sogar. Hab' es nicht so mit Demut. Ist einfach nicht mein Hobby. Und sie so? Hobbies?

Und falsch vermutet, ich bin im Gegenteil mitten aus der bürgerlichen Gesellschaft, sozial sehr engagiert, sehr akzeptiert und mit extrem gutem und hochwertigem Bildungsabschluss und arbeite gerne meine 50/60 Stunden die Woche gegen gutes Geld. Und insgesamt auch freigiebig, also bestenfalls kein Versager. (*sorry, semantischer Schenkelklopfer) Ja, ist lustig, wie ich da oben diffamiere und abgeh'. Und ich tue es auch im Moment. Ich meine, Sie bieten sich ja unverblümt an und haben hoffentlich meine Reaktion erwartet. Und aus Respekt vor Ihnen mache ich mir tatsächlich nicht die Mühe wegen irgendwelcher Halbheiten das Schreiben anzufangen. Nein, ich führe Sie lieber richtig vor. Aber nicht, weil ich politisch irgendwo stehe. Nein, einfach so. Ganz persönlich für Sie und unpolitisch. Einfach wohlmeinend.

Ich wüsste Sie gerne nochmal bemüht meinen Text, den Sie ja wohl tapfer durchgehalten haben, noch einmal kurz aufzusuchen, darob ich tatsächlich die Nichtwähler beleidigte. Ich sage: Nein! Ich lobe im Gegenteil den revolutionären Akt hinter dem Nichtwählen und ich erzähle, dass ich selber früher auch nicht gewählt habe. Ich teile aber auch mit, dass dieserart Handeln aktuell in die falsche Richtung läuft. Und ich beleidige tatsächlich Wähler. Nämlich diejenigen, welche durch Ihre Stimmabgabe meine hoffnungsvolle Intelligenzerwartung bei halbwegs gebildeten Menschen enttäuschten. Es haben auch viele brav gewählt, manche leider nur mutig. Wie gesagt, das Wahlergebnis ist eine Schande, sowohl quantitativ als auch qualitativ. Aber jetzt, das Sie oben ja genug gegackert haben, wie man bei uns ja so schön sagt, würde ich fragen wollen, ob sie legen können. Ich möchte Sie jetzt auch nicht gleich aus diesem Forum verscheuchen. Ich bin nur selten da, weil die Bandagen sind hier schon recht hart. Aber zur meiner Bitte an Sie: Wenn ich die große Politik, mein einziger Bezug ist TTiP, falsch bezeichnet hätte, dann hoffe ich sie können mich da eines Besseren belehren. Was ist konkret gut an TTiP? Und, mein Tipp, wenn Sie nicht diffamiert werden wollen und mit Beleidigungen nicht umgehen können, dann sollten sie sich aus politischen Themen gerade auf Bruchsal.org eher raushalten und vielleicht wohnen Sie dann auch in der falschen Gegend. Wir Demokraten haben es gern ein bißchen ruppig.

Leider, haben Sie zum Schluß Ihres gar nicht so schlechten Textes ein wenig den roten Faden verloren. Wenn Sie oben Apo schreiben und Antifa, dann müsste Ihnen ja eigentlich klar sein, dass dann ihre Logik etwas strauchtelt. Weil es weder den Einen noch den Anderen überhaupt je um Regierung geht/ging. Im Gegenteil geht es der Apo gerade um Nicht-Regierung. Die haben ihre Wurzeln ja im Anarchosyndikalismus. Und die Antifaschisten, denen geht es um den bewaffneten Widerstand gegen den Faschismus und sie sind auch eher anarchistisch organisiert. Wenn ich mit meinen Freunden, durch die Bank Akademiker jeder Fachrichtung und sehr erfolgreiche Menschen, in Form einer Diktatur regieren wollte, dann würde ich nur meinesgleichen das Wählen erlauben. Halten Sie das für einen guten Plan, also meinen Sie so könnte man an die Macht kommen? Und wenn ja, in welcher Partei finden Sie diesen Plan heute schon? Ich kenne eine Afde, die haben mal geschrieben, dass sie nicht wollen, dass wer Wahlrecht hat, der Sozialleitungen bezieht. Wenn ich muss suche ich den Beleg raus. Also ich muss Sie enttäuschen. Keine Bildungsdiktatur von meiner Seite mehr heute.

Aber vielleicht überlegen es sich meine Freunde und ich noch anders mit der Diktatur! Wir werden Sie dann über die Medien entsprechend informieren. Weil, seien Sie sich sicher, wenn wir wollten, dann würden wir.

Gegen Rechts, immer und zu jeder Zeit

Ja Herr Nichtern, mit dem gründlich lesen haben Sie es auch nicht so. Ich habe oben geschrieben meine Wahl fiel auf Links, weil nur die Parteien des linken Lagers gegen TTiP sind. Und ja, ich stehe nicht auf die Rechten und würde meiner Bürgerpflicht die unsere wehrhafte Demokratie formuliert jederzeit gewissenhaft nachkommen und tue das auch heute schon durchs Wählen und friedlich demonstrieren. Und wer sich nach dem Wahlsonntag wie Sie brüstet, dass er statt Wählen mit Wauzi Gassi geht, der darf anstatt Plakaten auch gern Hundekot in Tüten mit sich rumtragen. Jeder kann ja die Welt mit seinen Möglichkeiten bereichern.

Gegen Rechts, immer und zu jeder Zeit

Ja Herr Nichtern, mit dem gründlich lesen haben Sie es auch nicht so. Ich habe oben geschrieben meine Wahl fiel auf Links, weil nur die Parteien des linken Lagers gegen TTiP sind. Und ja, ich stehe nicht auf die Rechten und würde meiner Bürgerpflicht die unsere wehrhafte Demokratie formuliert jederzeit gewissenhaft nachkommen und tue das auch heute schon durchs Wählen und friedlich demonstrieren. Und wer sich nach dem Wahlsonntag wie Sie brüstet, dass er statt Wählen mit Wauzi Gassi geht, der darf anstatt Plakaten auch gern Hundekot in Tüten mit sich rumtragen. Jeder kann ja die Welt mit seinen Möglichkeiten bereichern.

Die einen haben es

Die Einen haben es nicht mit dem Lesen... die Anderen nicht mit dem überlegen, was sie da tun.

Wenn man mit dem "links" Wählen, ausschliesslich gegen die TTiP hätte stimmen können, wäre ihr Vorgehen wirklich gut. Leider kauft man nicht ein bisschen hiervon und ein bisschen davon, sondern das komplette Paket.

Damit dürfte ihr "Signal" gegen die TTiP im Wust dessen untergehen, was die von ihnen gewählten Herrschaften sonst noch "möchten". Und... wenn ich mir jetzt noch vorstelle, dass es noch viele mehr davon gegeben haben könnten, die ihrer Argumentation folgen... ne... danke...

Das ganze Paket

Ne ich lese schon auch Wahlprogramme und versuche die globalen Auswirkungen möglichst abzuschätzen. So gut das hinsichtlich des komplexen Sachverhalts der Weltlage überhaupt menschenmöglich ist. Ist es selbsterklärend nicht. Aber ich wähle in Europa schon entschieden links. Nicht weil die Roten Knüppel weniger weh täten, sondern weil die Weltanschauung internationale Solidarität im den Mittelpunkt stellt. Weltanschauung, darum geht es unter anderem in der Politik.
Ich möchte hier jetzt nicht das ganze Paket öffnen. Ich denke wir wissen beide den Unterschied zwischen links und rechts. Kommunal wählen ist nochmal was anderes. Wer engagiert ist kennt die Leute, wer sich interessiert weiß wer wo steht und was tut und mit wem. Die Frage ist, ob man selbst eigentlich eine Vision für seine Lebenswert hat. Dann werden Wahlentscheidungen ganz klar und selbstverständlich. Ich höre in dem Forums immer wieder das große Lamentieren, dann macht euch halt mal auf den Weg und ändert was. Mein Vorschlag für den nicht faulen, sondern politisch inspirierten Nichtwähler habe ich oben angebracht. Geht in die kommunalen Veranstaltungen und lasst es sie auch wissen warum ihr keinen wählt. Dann ist Nichtwählen auch eine politische Äußerung.
Mir ist die politische Idee des Nichtwählens durchaus vertraut. 2013 startete die relativ ideologiefreie Aktion #iRun " Ihr repräsentiert uns nicht" bei der das grundlegende Prinzip der Volksvertreter in Frage gestellt wird. Kurz, die Einsicht, dass der Einzelne in seiner Persönlichkeit zu komplex ist, als dass er durch einfache Programme, geschweige denn durch andere Menschen repräsentiert werden könnte. Wie gesagt, ich mache es mir einfach. Internationale Solidarität, finde ich gut. Kann ich mit leben. Mindestlöhne uns Grundeinkommen. Auf jeden Fall besser als Ausbeutung und von meinen Steuern Kriegsspielzeug zu kaufen. Offenheit und Gastfreundschaft statt Festung Europa. Und kommunal. Themen anschauen und sehen wer wie entscheidet. Wer entscheidet wie ich entschieden hätte den kann ich wählen. Wer Vorschläge bringt, die ich selber gerne gebracht hätte, den kann ich wählen. Wer sich nicht völlig verblödet anstellt, kann ich wählen. Minimalkonsens ist wahrscheinlicher als dass Sie eine einzige Person oder eine Partei finden können, die alles bietet. Wie beschrieben ich wählte recht bunt, insgesamt bekamen vier Parteien meine Stimmen, von der Mitte bis links. Linksaußen ist kommunal nur Protestwahl und das ist so gar nicht meine Art. G

Obige Diskussion

Sehr geehrter Herr threadleser,

ich kann Sie leider nur so ansprechen, da Sie nicht unter Ihrem richtigen
Namen veröffentlichen wollen, findet ich insgesamt schade, da man, wenn
man von seinen Meinungen überzeugt ist, diese auch persönlich vertreten
sollte.
Aber zum Thema:
Ich habe den Eindruck, daß Sie leider auch der krassierenden Diffamierungs-
kampagne gegen die AfD auf den Leim gegangen bin und uns "rechts", was
immer dies auch ist, einordnen. Gemeinhin ist damit der Nationalsozialismus
gemeint. Da sollte man sich mal genau den Wortteil SOZIALISMUS an-
schauen. Hitler war in seinem Denken vereint mit den ganz Linken in seinem
Haß auf das Bürgertum, also auf die "ganz normalen Leute", den sogen.
Spießbürger.
Als Partei sind wir wertkonservativ-bürgerlich, also allenfalls etwas spießig,
keinesfalls rechts. Wir sind aber sachorientiert. Ein gesunder Menschen-
verstand heißt aber, daß man Dinge verbalisiert und vertritt, die durchaus
rechts erscheinen können, aber auch radikal li, grün-alternativ oder liberal-
mittig.
Wir sind eine sehr junge Partei und stehen leider unter einer verschärften
Beobachtung und manche Mitglieder vertreten lauthals sehr ungeschickt
eigene Meinungen, die dann der gesamten Partei angelastet werden.
Nehmen wir das von Ihnen angesprochen Beispiel, daß nur bestimmte Leute
mit sozialen Kompetenzen oder einer bestimmten Bildung wählen dürfen
sollten. Solch eine Haltung nennt man im allgemeinen Marximus/Leninismus
bei der erklärt wird, daß die Masse zu dumm ist und ein paar Schlaue, die
denken können, die Macht übernehmen müßten, also eine Haltung gaaanz
weit links. Darüber wird medial kein Wort verloren, genauso wenig wie
über die Äußerungen von CDU-Politikern, die geäußerst haben, daß man
wieder zum Wahlrecht des deutschen Kaiserreichs zurückkommen sollte,
das einem je nach Einkommen und Vermögen mehr oder weniger Stimm-
recht zugestand. Auch sprach schon Dieter Nuhr komödiantisch von einem
Wahlrecht, daß an Intelligenz und politische Bildung geknüpft ist.
Tatsache ist, daß die Demokratie für etliche Staaten der Moderne (mit
Sicherheit nicht für alle) eine gute Regierungsform darstellt, wenn auch
nicht die optimalste. Hier kommen wir nun wieder zu Ihrem Thema der
Wahl, subjektiven Falschwahl, bzw. Nichtwahl. Gerade im Vorfeld der Wahl
wurde darüber gesprochen, daß in Deutschland 600.000 bis 800.000
Menschen mehr oder weniger dement sind, hier wird völlig fremdbestimmt
gewählt, weiter sind noch viel mehr Menschen nicht eigenbestimmt. Auf die
Frage meiner Mutter an eine Verwandte im Altersheim was sie wählen wolle,
kam die Antwort: "Das macht unser Heimleiter für uns, der weiß das schon"
Zusätzlich zu diesen Fällen kann man auch die Wissenschaft bemühen.
Nur 10% der Zuhörer einer politischen Diskussion können dieser inhaltlich
länger wie 10-20 min folgen, da diese dann zu fachspez. wird. Die Ent-
scheidung über die Wahl fällt deshalb in den ersten 90 s, hier entscheidet
der Bauch darüber, ob der Bewerber sympath. und kompetent wirkt.
Ursprünglich hatte man vor diesen Tatsachen Angst und auch vor der
Anfälligkeit des Menschen in der Masse gegenüber Agitation. Es wurde
deshalb die repräsentative Demokratie eingeführt. Wenn man will so eine
Art Leninismus, mit dem Unterschied, daß die Repräsentanten nicht von
einer Partei bestimmt werden, sondern durch Wahl vom Volk. Leider ent-
fernen sich die Repräsentanten, z.B. durch Parteilisten, die den Oberen
die Posten sichern immer mehr vom Volk. Ganz schlimm wurde dies nun
mit diesem Brüssler-EU-Staat. Wie man an Merkels Reaktion zu Junker
sieht ganz weit weg vom Wähler. Aus dieser Erkenntnis heraus haben sich
etliche Leute entschlossen eine Partei zu gründen, die dagegen vorgeht.
Ein Grundziel sind deshalb auch Volksabstimmungen, ähnlich wie in der
Schweiz, an denen nach guter Vorinformation meist politisch geschulte und
interessierte Leute teilnehmen. Damit wird die Demokratie zumindest wie
wohl auch von Ihnen angestrebt, auf eine etwas breitere Basis gestellt.
Übrigens wurden wir am Wahlkampfstand öfters nach unserer Haltung zu
dem Handelsabkommen gefragt. Unsere Antwort ist ein definitives Nein.
Ein weiteres Thema, das grade oben aktuell aufgeführt wurde ist die
Beschäftigung bei Deurer. Darüber haben mir Angestellte schon früher be-
richtet. Damit war für mich damals schon klar, daß die Zuwanderung, wie
von den großen Parteien behauptet nicht uns nützt, sondern nur einigen
Kapitalisten unter uns. Keinesfalls den Werktätigen. Auch wieder ein Grund
die EU in dieser Form zu hinterfragen.

MfG Reißer

Lieber Herr Dr. Reisser ...

Lieber Herr Dr. Reisser,

in Ihrem ausführlichen Kommentar bestätigen Sie meiner Meinung nach alle Vorbehalte und berechtigte Kritik an der von Ihnen vertretenden AfD.

Ich halte die AfD für ein Sammelbecken rechter und nationaler Populisten und als politische Bewegung für gefährlich und hoffe, dass sie in Deutschland nie einen solchen "Erfolg" wie vergleichbare Parteien in Frankreich und England haben wird.

Kleinstaaterei und Nationalismus haben angesichts der zunehmenden Globalisierung nicht die geringste Chance; nur ein starkes Europa kann bestehen und seine Interessen (die der Bevölkerung) adäquat vertreten.
Dass im Europäischen Parlament sehr viel schief läuft und es sehr viel zu ändern/verbessern gibt (Beispiel und Stichwort: Lobbyismus), steht außer Frage.
Das ändert aber nichts an der guten und notwendigen Idee eines geeinten Europa.

Im Übrigen hat JEDER hier die Möglichkeit und das Recht, sich anonym zu äußern.
Zu unterstellen, dass man keine festen Überzeugungen hat, weil man sich nicht namentlich zu erkennen gibt, grenzt an Diskreditierung.
Der Name eines Diskutanten tut in einer Diskussion nichts zur Sache und ist völlig unerheblich.
Es kommt nur auf Fakten, Informationen und Argumente an.

Klebrig wie e Gutsele

Tweet vom 16.04.2013 Dr. Konrad Adam, Sprecher der AfDe: "Den Idealen der Demokratie wäre besser gedient, wenn alle Empfänger von öffentlichen Unterstützungen vom Wahlrecht ausgeschlossen wären."

Zuerst einmal schön dass sie sich ins Gespräch einbringen. Zur Anonymität auf Bruchsal.org: Die ist von den Machern der Seite gestattet und solange nutze ich dieses Privileg. Das birgt diskursseitig einige Vorteile als Avatar aufzutreten. Die Diskussion kann sich so z.B. weder am Geschlecht, noch am Alter oder dem Einkommen orientieren, sondern wesentlich sachlicher geführt werden.

Zu Ihren Ausführungen. Politisch rechts hatte ursprünglich mit der Seite zu tun auf welcher die Abgeordneten in der französischen Abgeordnetenkammer vor 200 Jahren gesessen sind. Zu rechts/links gibt es gute Wikipediaartikel. Da können sie erstmal gucken was man so als rechts bezeichnet. Sie hätten dann mit diesen wenigen Grundlagen ausgestattet auch schon mehr Spaß an meinem folgenden kleinen Artikel. Ich empfehle aber nach Durchsicht Ihrer Ausführungen dringend, dass Sie das Studium einiger grundlegener politischer Texte aufnehmen. Als Gemeinderat wirds so noch gehen. Aber wenn Sie mal an einen wie mich geraten, so mit kompletter rhetorischer, philosophischer und historischer Ausbildung und gut geschult dann wird's ein arger Kampf für Sie werden.

Ich fange mal links an und möchte auch gleich auf zwei, drei ihrer Punkte eingehen. Sie werfen ja derart mit Wirrungen um sich, dass ich Ihnen die Zeit und Stärke wünsche meinen Text zu lesen. Ich werde dem Produktionsrahmen dahingehend Rechnung tragen, dass ich nicht alle ihre Lücken für Sie aufarbeite. Sozialismus heißt ganz klar füreinander da sein, für Schwächere eintreten und in der Form der radikalen Demokratie: Keine Herren über Dir und unter Dir keine Sklaven. ( Nur um die Deurer Themantik mitzunehmen.) Sozialisten, die fänden es toll wenn die ganze Welt Brüder und Schwestern würden, wir alle Grenzen niedermachen und jeder für den anderen sorgt. Die nennt man am besten Internationale (Sozialisten). Und unser Sozialstaat ist ein ganz zartes Pflänzchen, das in diese Richtung wächst. Braucht noch ein paar Jahrhunderte, denn heute sagt unser Sozialermarktwirschaftsstaat im Grunde nämlich, wer nicht arbeitet soll kein Brot essen. Also eigentlich was ihr Deppchef vom Zitat oben sagt ist garnicht mal so fortschrittlich, eher im Gegenteil. Und dazu komme ich jetzt.

Was ist eigentlich Faschismus? *Faskes nennt man ein Beil, dass die Wächter Roms trugen. Innerhalb der römischen Mauern war es nur diesen Wächtern erlaubt in Waffen zu gehen. Ihr Auftrag war Rom nach Außen und nach Innen zu verteidigen. Und wer alles den Schutz Roms genoß, also Vollbürger war, das war in Statuten niedergelegt. Man kann also sagen, sobald eine Gruppe sich definiert und sich wehrhaft gegen die Aufnahme Fremder in ihre Gruppe stellt und sich nach Innen ebenso verteidigt ließe sich schon von faschistoiden Zügen sprechen. Stark vereinfacht.

Wie äußert sich das bei der AfDe? Sie haben selber schon ein Beispiel genannt. Sie sprechen mündigen Menschen die Fähigkeit ab zu wählen. Die "dementen Alten", die wirklich kognitiv nicht mehr in der Lage Ihren Willen zum Ausdruck zu bringen, sind im Regelfall entmündigt und haben kein Wahlrecht. Für so etwas gibt es Verfahren in unserem Land. Die scheinen ihrer Partei oder Ihnen persönlich aber nicht radikal genug zu sein. Das heißt Sie würden gerne mehr Menschen von Ihrem Bürgerecht entmündigt sehen. Ich nicht. Ich würde gern mehr Menschen wählen sehen, nur um das Thema dieses threads mal wieder zurückzurufen.

Ihre Idee Menschen aufgrund Mangels an Möglichkeiten Politik zu verstehen vom Wahlrecht auszuschließen, macht zwei Ihrer Aussagen besonders brisant. Erstens, sie sagen ich würde Kampagnen auf den Leim gehen. Das heißt Sie sprechen mir bereits grundlegend mal die Fähigkeit ab meinen politischen Willen selbst zu formulieren. Und dann sprechen Sie auch Mitgliedern ihrer eigenen Partei ab Politik zu verstehen. Das heißt Sie persönlich versuchen offen aggressiv mit diesen Aussagen Ihre Partei gegen mich (Außen) und gegen tumbe Mitglieder (Innen) zu schützen. Sie vollführen also eine Wächtertätigkeit, praktizieren bereits schon den klitzekleinen Faschismus. Wenn ich mir jetzt, als politisch abgeklärter Mensch anschaue wie leicht bereits Sie, zwar nur Mediziner aber immerhin studiert, dieser Weltanschauung auf den sprichwörtlichen Leim gehen, dann ist mir klar warum der ganze braune Narrensaum die AfDe wählt. Weil die AfDe den Leuten das Gefühl vermittelt in irgendeiner Weise besser zu sein, klarer zu denken, fortschrittlicher zu sein und abgebrühter als alle anderen Leute. Bekanntes Schema.

Ganz klar, wenn es um Politik geht, geht es um Macht. Die Frage ist, Macht für wen. Im Falle der AFDe soll die Macht zu Wählen, zumindest nach Auführungen Dr. Adam (s.o.) und Ihnen Dr. Reißer nur zukommen wer in Ihren Augen genug verdient und nach Ihrer Einschätzung kognitiv in der Lage ist. Was sie darstellen ist die Idee einer Bildungs- und Einkommensaristokratie. Insofern ist die Bezeichnung rechts für die AFDe zutreffend, findet Dr. threadleser.

Was ich jetzt noch echt goldig finde an Ihnen, ist das Sie oben ganz unbesehen eine sehr typische Terminologie um sich schmeißen. Sie reden da von Werktätigen und den bösen Kapitalisten und so. Dabei hat die AFDe offiziell ihre programmatischen und weltanschaulichen Wurzeln gar nicht im Sozialsmus. Das zeigt mir, wer Ihnen die Worte in den Mund legt. Nach dem was die AFDe so als ihre Grundlagen bezeichnet müsste sie eine ganz andere Terminologie vewenden. Upps, was ist Ihnen den da für eine Propaganda rausgerutscht? Man kann sich ja nicht äußern ohne sich zu äußern, ne. Also, zählen wir mal eins und eins zusammen: Arbeiterschaftskampfbegriffe gepaart mit Ausgrenzungsideen von wahlunwerten Menschen, plus Regulierung von Wanderbewegung. Klingelst, sirensts? Irgendeinen Einfall?

Sie gehören möglicherweise nicht zu den Leuten die nach 10% des politischen Vortrags ausfallen. Als Parteierster hier in der Gegend sind sie im Gegenteil vermutlich immer lange genug am Versammlungsort geblieben und kennen andere Leute als der braune Narrensaum, so dass Sie bereits in die nächst- tieferliegende Struktur der parteiinternen Kommunikation oberflächlich Einblick hatten. Wenn dort so gesprochen wird, wie sie oben argumentieren. (Bitte den vorigen Absatz und Ihren Text nochmal berücksichtigt "Kampfbegriffe" aufsuchen.) dann wird es Zeit parteiintern gezielte Fragen zu stellen. Wissen Sie, wenn sich die üblichen, neidischen, profitlichen und weltverschlossenen Leute der Afde zuwanden, dann konnte ich das gut nachvollziehn. Bei vielen AFDe Wählern und Vertretern, wie Ihnen, wundere ich mich aber sehr. Haben nicht alle einen vollen Kühlschrank, oder kriegen zu wenig Sozialleistungen? Es muss doch in Deutschland keiner niemandem irgendetwas neiden. Verdient man heute als Arzt so wenig, dass man schon Einwanderer und unsere europäischen Nachbarn hinterlistig beäugen muss und glaubt, die nehmen einem was weg? Dieser Neid steht auf überall auf den rechten Plakaten. Aber Ihnen, einem Mann mit diesem Bildungsstand und Einkommen, steht das eigentlich garnicht. Ist keine Zierde für Sie diese Partei.

Wissen Sie, jeder geht irgendwem auf den Leim. Die Frage ist nur, welcher Leim uns dann auch hält.

Wer immer Du bist...

...liebe/r Beobachter, unbekannterweise. Du bist super. Danke für den Schulterschluss. !np!

Vielleicht sind die Texte zu lang?

@threadleser

Ich gebe Ihnen in Ihrer Aussage durchaus Recht, aber vielleicht sind es solche langen Texte wie Ihrer, die die Leute für politische Themen ermüden.

Oder die Arroganz mancher Zeitgenossen.., ob links oder rechts.

Wenn Sie jemanden adeln, auch wenn er "nur Arzt" ist und Sie deshalb vermuten, dass er wahrscheinlich länger als 10min aufmerksam einer Diskussion folgen kann, dann halten Sie sich vermutlich einer elitären Kaste zugehörig?!

Bei aller inhaltlichen Zustimmung finde ich den Stil Ihres Beitrags völlig unangebracht. Zu Themen bspw. des Gesundheitswesens, haben Sie vielleicht auch Ihre Informationslücken und Dr. Reisser seinen Wissensvorsprung.

Wer selbst schon an Infoständen stand und Wahlkampf betrieb, weiß, dass man nicht mit anspruchsvollen Herleitungen von Gesetzmäßigkeiten eine politische Position erklären kann. Das wollen die Leute i.d.R. auch gar nicht wissen. Sie wollen wissen, ob sie -ganz persönlich- zufrieden gestellt werden sollen oder nicht.

Wenn Sie gewählt werden wollen, müssen Sie einen gewissen Populismus an den Tag legen. Abhandlungen zu Sachthemen und Traktate werden nicht gelesen. Das können Sie vollständig vergessen!

Die EU mit all ihren Verstrickungen und Verquickungen zu erklären, hört sich keiner an, ebensowenig, wie man elektrischen Strom generiert.

Wichtig ist nur, dass er zuverlässig aus der Steckdose kommt.

Ich habe selten

einen so überheblichen Kommentar gelesen und sinniere gerade ob er ernst gemeint ist oder nur provozieren sollte.

"Als Gemeinderat wirds so noch gehen. Aber wenn Sie mal an einen wie mich geraten, so mit kompletter rhetorischer, philosophischer und historischer Ausbildung und gut geschult dann wird's ein arger Kampf für Sie werden."

Arme Gemeinderäte, gerade genug Verstand um das Amt auszuüben.

"Die "dementen Alten", die wirklich kognitiv nicht mehr in der Lage Ihren Willen zum Ausdruck zu bringen, sind im Regelfall entmündigt"

Seit dem Jahre 1992 gibt es an Stelle der "Entmündigung" die neue Fürsorgeform der "rechtlichen Betreuung", in deren Rahmen ein durch das Vormundschaftsgericht bestellter "rechtlicher Betreuer" (in der Regel ein naher Angehöriger) Demenzkranken helfend zur Seite gestellt wird.

"Also eigentlich was ihr Deppchef vom Zitat oben sagt ist garnicht mal so fortschrittlich..."

Geschliffene Redewendungen, faszinierend!

"Ich werde dem Produktionsrahmen dahingehend Rechnung tragen, dass ich nicht alle ihre Lücken für Sie aufarbeite."

Was für ein Glück!

".... bereits Sie, zwar nur Mediziner aber immerhin studiert..."

Geht's noch?

"....dass ich Ihnen die Zeit und Stärke wünsche meinen Text zu lesen."

Nein, ernst gemeint kann der Kommentar von threadleser nicht sein. Er macht sich lustig über die Leser und Schreiber von Bruchsal.org und lacht sich still ins Fäustchen.

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Die schlechtesten Demokraten sind aus meiner Sicht diejenigen, die andere Gruppierungen oder Parteien niedermachen. Das Gegenteil von sachlicher Diskussion ist Diffamierung und Beleidigung.

Es gilt nicht die AfD zu bekämpfen, es gilt, sie durch gute Politik und sachlich richtige Argumente überflüssig zu machen. Protestwähler entstehen dort, wo Menschen unzufrieden sind.

"wenn sich die üblichen, neidischen, profitlichen und weltverschlossenen Leute der Afde zuwanden, dann konnte ich das gut nachvollziehn"

Ja, gewunden habe ich mich auch und auch gewundert.

Infostand und Forum

Hallo Herr Pirat,

ihre Partei mag ich. Wähle sie zwar nicht, aber mag sie. Tolle Wahlkampagne, gute Einstellungen. Schön gemacht! Ob mein Stil angebracht ist, entscheide ich. Und weil ich rieche was hinter der biederen "wir sind nur ein bißchen spießig vieleicht" Kulisse der Afden kocht, schlage ich gern mal 'nen entschieden deutschen Ton an. Ich habe aber für jede Partei einen bunten Blumenstrauß an Stilmitteln zur Verfügung, dass Ihnen vor bloßem Verzücken hören und sehen vergehen kann. Was mich an den Piraten so stört, ist diese lächerliche Angst vor Kollision. Lieber vorsichthalber mit allen anbandeln, als für's gute Leben die Taue zu kappen. Ihr solltet euch Ostindienhandelspartei nennen. Euer Friede - Freude Eierkuchen beleidigt das Andenken Störtebeckers. Also, which side are you on, bucaneer?

Und jetzt im wilden Galopp...
Ja bestimmt kann man mir auch so einige Lücken schließen. Gerne sogar. Wenn ich was zum Gesundheitssystem wissen wollte, dann würde ich bestimmt ein paar Experten dazu finden. Und wenn ich was über Vaginas wissen will, frage ich auch mal 'nen Frauenarzt. Das kann auch sein das manch einer keine langen Texte mag. Ich mag das aber. Ich lese auch dicke Bücher und höre mir ellenlange Vorträge an. Auf ein Plakat würde ich auch griffigere Slogans schreiben. Und an einem Infostand auch in kurz reden. Aber in diesem Forum denke ich mir, wen's interessiert, der nimmt sich die Zeit. Wer's kurz haben will, der kann's woanders bestimmt auch kurz kriegen.

Das mit dem Ritterschlag (Adelung) für den Afdler halte ich noch ein wenig aus. Erst mal die Armen und Schwachen beschützen und ihnen nicht die Rechte nehmen wollen und sich auch ritterlich benehmen. Und es wird, wer so handelt, gar kein Adliger sein wollen, sondern Gleicher unter Gleichen. Ich denke aber einen Mediziner, einfach weil das Erlernen des Ärztehandwerks ja viel Lesearbeit und Vorlesungsbesuch mit sich bringt, absolut in der Lage lange Texte zu erfassen und eine entsprechende zeitliche Aufmerksamkeitsspanne zu haben. Muss aber nicht helfen, klar. Sieht man ja.

Ich sehe aber weder diesen noch mich in irgendeiner Elite oder so. Wissen Sie, ich habe ja keine Ahnung welchen Bildungshintergrund sie mitbringen, aber am Ende jeder gelungenen Ausbildung, ich möchte fast sagen im Kern der menschlichen Erfahrensmöglichkeit überhaupt, steht ja wohl die Erkenntnis, das keiner mehr anders ist als alle anderen anders sind. Ne ich bin einfach wesenhaft ein wenig arrogant. Ist eher so eine liebevoll gepflegte Schrulle von mir. Hat mir schon sehr geholfen. Eliten aber sind ein Witz. Jeder Penner kann besser unter einer Brücke schlafen als ich und ist er deswegen gleich Schlafelite? Von wegen! Ich schlaf hunderprozent schneller auf meiner Couch ein als jeder andere! So sieht's nämlich aus. Und wenn ich dann so träume, dann sind das größere Traüme als alles, was jemals auf euren Plakaten stand, ihr Parteien.

Ich habe geträumt der Winter wäre vorbei, Du warst hier und wir waren frei und die Morgensonne schien. Es gab keine Angst und nichts zu verlieren, es war Friede zwischen Menschen und unter den Tieren. Das war das Paradies. RR

Also ich würde jetzt, wenn auch weiter keine ernstzunehmenden Argumente mehr folgen (ich lese den thread vorsorglich noch ne Weile) mich an der Stelle wieder zurück in meinen Elfenbeinturm verkrümeln und die Fläche des kommunalen Dramas wieder denen überlassen, die vom Volk dazu gewählt wurden uns zu amüsieren. tata.

Oh Mann, auch der noch...

.. jetzt habe ich auch noch Filou auf den Schlips getreten. Oh Mann.
Erstmal Danke, dass Sie zumindest fein säuberlich die einzelnen Punkte trennen. Ich bin da je echt schlampig.

Schnell Ihrer Reihe nach:
Ne. Da sitzen auch Leute die fähig und nicht mutig gewählt wurden. Kenne ein paar der Leute. Was ich damit meine, im Gemeinderat gehen die Leute nicht so sehr auf die politischen Grundfragen und Grundlagen ein. Das Niveau ist regelmäßig nicht auf den großen politischen Adressen wie Demokratie, Leninismus etc. die der Reißer oben aufruft. Wenn aber Grundlagen diskutiert werden, dann sollte man die halbwegs kennen. Und wenn unsere Demokratie als die Fortschreibung des Leninismus bezeichnet wird, dann bin ich mir nicht mehr so sehr sicher, ob eine Grundlagendiskussion jetzt noch Spaß machen würde.

Oh, schön. Eine Wissenlücke geschlossen. Aber das haben Sie auch etwas dekontextualisiert. Es ging mir an dieser Stelle mehr darum aufzuzeigen, dass wer Wahlrecht hat, dass verfassungsgemäß zu Recht hat. Ich mag unsere Verfassung sehr gerne. Unser Gurndgesetzt ist echt der Hammer.

Wie würden Sie jemanden nennen, der alleinerziehenden Muttis im Wohngeldbezug das Wahlrecht nehmen will? Oder Omis, die ihr Leben lang Hausfrau waren und oft und vor allem zu Recht auch öffentliche Hilfen bekommen. Oder was ist mit den ganzen Leiharbeitern beim Deurer, die Hartz vier aufstocken? Ist das ein Depp? Oder schon mehr?

Zwei in einem:
Die Medizin ist kein gesellschaftswissenschaftliches oder philosophisches Fach. Ich erwarte deswegen von keinem Mediziner, dass er die entsprechenden Grundlagen durch sein Studium mitbringt. Mit "immerhin" ist gemeint, dass er seine Studierfähigkeit ja mehr als bewiesen hat, ist immerhin Dr., und deshalb mE. grundsätzlich in der Lage sein müsste konkludente Theorien zu finden mit denen unsere Demokratie kulturgeschichtlich herzuleiten wäre. Das sehe ich aber in seinen Ausführungen nicht. Bis ich nun im Rahmen der Produktionbedingen, die da wären am Rechner in einem Internetforum unterwegs zu sein um einen Kommentar zu schreiben der halbwegs lesbar bleibt, Inhalte vermittelt habe, die bestenfalls einen Überblick über die ideengeschtliche Entwicklung zur modernen Demokratie geben können wäre sogar meine Lust an der Wissensvermittlung erschöpft. Das müsste ja sehr ausführlich sein. Ernsthaft ausgeführt würde ich hier locker mal dreißig bis vierzig Seiten veranschlagen. Auch zu meinem Glück konnte ich das abkürzen. Und ich frage mich dann auch, ob es noch zu mehr als zur Satire üebrhaupt reichen kann.

"...andere niedermachen": Da muss ich nach der Kampagne von der AFDe nur fragen, Wer hat den angefangen? Wer geht den hier auf Einwanderer, Arme und Europa los? Wer will den hier das Wahlrecht beschränken? Klar kann man auch auf Kuschelkurs gehen. Ist normal aber nicht Ihre Art Filou.

Spielen Sie da die Rechtschreibnazikarte, weil das -t- fehlt? Es ist sogar noch viel schlimmer! ich habe in Wirklichkeit das -r- vergessen! Aber das Bild mit den Leuten, die sich der AFD zuwinden finde ich eigentlich garnicht so unpassend.

Jetzt aber, rauf auf mein Einhorn und ab....

Wer die Wahl hat....

"Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung

Löste das Volk auf und

Wählte ein anderes?"

Diese Aussage von Brecht hat noch nichts von seiner aktualität verloren.

Wenn schon,

lieber helago, dann gleich den ganzen Kommentar von Rainer Bonhorst

http://www.augsburger-allgemeine.de/community/profile/Rainer_Bonhorst/Brecht-empfiehlt-Waehlen-Sie-sich-ein-anderes-Volk-id13439236.html

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