Die Würde des Menschen

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GGG Atrikel 1 Abs. 1: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
Samstag, 5. Oktober 2013 - 10:48

Die Würde des Menschen ist antastbar. Wie sonst könnte es sein, dass wir als reiches Land unsere Eltern oder Großeltern, die nach dem Krieg dieses Land aufgebaut haben, in Heime stecken, in denen sie mit Neuroleptika und Psychpharmaka ruhig gestellt werden? Wo sie mit Tageswindeln gepempert und mit Magensonden ernährt werden?Ja, es gibt Ausnahmen - leider sind alternative Pflegeheime die Ausnahme.

Über eine Million Demenzkranke sind in Deutschland erfasst. Die Hälfte von den in Heimen lebenden Demanzkranken werden mit Neuroleptika ruhiggestellt. Wer es einmal selbst gesehen hat ist entsetzt: Sie liegen da, wie atmende Leichname, ab und zu gewendet und neu gepempert. Und ich sage es erneut: In Deutschlands Heimen ist die Würde des Menschen antastbar.

Am billigsten ist es für die Allgemeinheit, wenn der/die Demenzkranke daheim betreut wird. Wenn eine 24 Stunden Beaufsichtigung erforderlich ist (7 Tage die Woche), zahlt die Kasse maximal 200 Euro pro Monat. Dafür kann der/die Betreuende nicht mehr arbeiten gehen, verliert sein eigenes Einkommen.

Aber unsere älteren Mitbürger sind weniger Gesprächsthema als Asylanten und Wirtschaftsflüchtlinge. Pflege nach Minuten und Sekunden, was hat das noch mit Würde zu tun?

In Pflegestufe III zahlt die Pflegeversicherung in Härtfällen bei Vollpflege 1918 Euro. Zum Vergleich: ein Häfting kostet uns über 3000 Euro pro Monat. Natürlich kann man das eine nicht gegen das andere aufrechnen. Aber die Frage, wieviel sind uns unsere älteren Mitbürger wert, muss gestellt werden.

Was war ich entsetzt, als ich eine ältere Dame ausgerechnet sonntags im Krankenhaus besuchen wollte. Sie war nur zu einer Untersuchung ins Klinikum gebracht worden. Auf dem Rücken liegend, nach Luft röchelnd, nicht wach zu bekommen vor lauter Medikamenten. Noch nicht einmal das Kopfteil des Bettes war hochgestellt, um das schwere Atmen zu erleichtern.
Also nicht nur in Heimen wird ruhig gestellt, auch im Städtischen Klinikum Augsburg.

Wenn man sich mit dem Thema beschäftigt, schlägt es einem auf's Gemüt.

Kein Wunder, dass Steinbrücks Stinkefinger, Merkels Raute oder Boris' Ergüsse die Jounalisten und die Presse scheinbar mehr interessieren, als das durch Pharmacocktails verursachte Dahinvegetiern von älteren und dementen Menschen.

Deshalb: Die Würde des Menschen ist auch in Deutschland antastbar!
(Im Staat mit der Freiheitsstatue sowieso).

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Kommentare

Mich wundert es nach wie vor

Dass man Tiere die noch munter durch die Gegend laufen können wegen ihrer Erkrankungen vorsorglich einschläfert, aber der Mensch muss sich in unserer Gesellschaft häufig zu Tode quälen, obwohl er schon nicht einmal selbst mehr irgendwas tun kann.....

Sind Asylanten und

Sind Asylanten und Strafgefangene keine Menschen?

Nachgefragt

Jetzt würde mich aber mal sehr interessieren, wieviele "Pfelgeheime" sie persönlich besucht und darauf hin untersucht haben um diese pauschale Aussage hier ein zu stellen!

Des weiteren würde mich interessieren, wen sie zu dem Verhalten im Klinikum befragt haben um zu beurteilen, warum dies passiert ist. Was hat das Verhalten im Klinikum mit der Pflege in einem Pfelgeheim zu tun, dass sie dies gegenüberstellen könnten?

Ja, es gibt Pflegemissstände in Deutschland! Ja, es gibt Pflegeheime in denen dieses Verhalten tatsächlich so ist. Was NICHT bedeutet, das dies "überwiegend" so ist oder gar nur in Ausnahmefällen anders.

Die Pflegeversicherung wurde auch nicht geschaffen um die "kostenlose Vollverpfelgung" zu gewährleisten, sondern um die Angehörigen zu entlasten! Wenn sie heute ein Kind groß ziehen, dann bezahlt auch der Staat nicht deren vollständigen Lebensunterhalt und Pflege. Wieso schaffen es aber 2 Eltern, 5 Kinder groß zu ziehen, aber 5 Kinder nicht, ihre Eltern ausreichend zu versorgen?

Aber... natürlich ist die Politik schuld... nicht etwa die Angehörigen, die sich dann wohl nicht darum kümmern, wenn sie diese Zustände zulassen.

Von der "Unverschämtheit" dem pflegenden Personal gegenüber, das sich täglich 24/7 mit einem dafür lächerlichen Gehalt, den "Ars..." aufreist mal vollständig abgesehen.

Nachgefragt?

Nicht alles und jedes muss man selbst erleben, um dazu eine Meinung haben zu können. Aber es steht Ihnen doch frei, werter Herr Nichtern, das Gegenteil zu beweisen. Auf dieser Seite sollten Sie schon mal Hinweise finden:

http://www.3sat.de/page/?source=/nano/bstuecke/126202/index.html

Zu dem Augsburger Fall Folgendes: Ich habe mit meiner Schwiegermutter (89, zur Untersuchung im Klinikum) am Freitag und am Samstag telefoniert. Am Sonntag Vormittag sind wir nach Augsburg gefahren und wollten sie überraschen. Wir trafen sie völlig ruhig gestellt und während mehrer Stunden nicht ansprechbar an. Am Montag, wieder zu Hause,  haben wir sofort angerufen. Sie hat ganz normal geantwortet und hatte unseren Besuch gar nicht wahrgenommen. Und jetzt erzählen Sie mir, wir könnten das nicht beurteilen. Oder glauben Sie, man könne am Sonntag mit den diensttuenden Schwestern dann darüber diskutieren, wer ihr wann was gegeben hat? Die Schwiegermutter wurde dann zwei Tage später, ohne jede weitere Behandlung entlassen.

Ich habe nicht die Pflegeheime generell kritisiert, sondern dass die Hälfte der Demenzkranken in Pflegeheimen ruhig gestellt wird.
Weil für an Demenz erkrankte Menschen besonders viel Aufwand erforderlich ist, hat man im Sozialgesetzbuch daran gedacht: "Es soll möglich sein für 25 demenziell erkrankte Heimbewohner eine zusätzliche Betreuungskraft zu refinanzieren (§ 87 b SGB XI)". Damit ist doch wohl alles gesagt.

"Wieso schaffen es aber 2 Eltern, 5 Kinder groß zu ziehen, aber 5 Kinder nicht, ihre Eltern ausreichend zu versorgen?".

Wir leben schon lange nicht mehr in Großfamilien, wo die Versorgung der "Alten" früher angesiedelt war. Seit den Zeiten des Wirtschaftswunders leben die Eltern (überwiegend) nicht mehr bei ihren Kindern. Sie haben eine eigene Wohnung, in der sie so lange es nur geht (auch mit Unterstützung der Kinder) bleiben wollen. Gottseidank ist ein Heim nur der letzte Ausweg.

Seit es solche Sprüche wie oben gibt, sind die Menschen auch älter geworden. Lag die Lebenserwartung vor 60 Jahren bei 65 bis 70 Jahren, so steigt sie seit dem kontinuierlich an.
Nehmen wir doch einmal eine Frau, die 90 Jahre alt ist. Damals bekam man früh Kinder, mit 16 bis 25 war das häufigste Alter. Frauen heirateten damals "üblicherweise" einen etwas älteren Mann.
Heute ist die Tochter dann vielleicht 72, der Mann vielleicht 80. Glauben Sie, dass diese Kinder noch die Mutter versorgen (pflegen) können? Oder bräuchte es dazu schon die Enkel? Dabei ist die Rente der Kinder noch gar nicht berücksichtigt. Und Hartz IV-Empfänger und Aufstocker gibt es ja auch genug.

Eltern sin heute vielfach eine Sandwich-Generation. Sie haben spät Kinder und die Eltern werden schon pflegebedürftig. Kind mit 35, eigener Vater 70. Da sind nicht nur die Kinder noch 20 Jahre zu versorgen, nein auch die Eltern werden noch 20 Jahre Ansprüche haben.     

Natürlich ist die Politik auch Schuld. Gesetze und Verordnungen macht nun mal die Politik, wer sonst? "Die Pflegeversicherung wurde auch nicht geschaffen um die "kostenlose Vollverpfelgung" zu gewährleisten, sondern um die Angehörigen zu entlasten!". Falsch, die Pflegeversicherung wurde 1994 geschaffen, um die Krankenkassen und die Sozialämter zu entlasten. Die haben zuvor gemeinsam die Kosten getragen.

"Von der "Unverschämtheit" dem pflegenden Personal gegenüber, das sich täglich 24/7 mit einem dafür lächerlichen Gehalt, den "Ars..." aufreist mal vollständig abgesehen."

Für das lächerliche Gehalt ist ebenfalls die Politik mit verantwortlich und die Gesellschaft schuldet diesen pflegenden Menschen mehr Anerkennung. 

Zum Kommentar von Al.B. möchte ich nur sagen: Euthanasie, das hatten wir schon mal. Bitte nicht aufwärmen!

Die Frage von smeagol beantworte ich mit einer Gegenfrage: Wo habe ich auch nur angedeutet, Asylanten und Gefangene seine keine Menschen? Ich bin aber der Meinung wir haben nicht nur Gefangene und Asylanten sondern auch ältere Mitbürger, die eine würdevolle Behandlung verdienen.

Artikel gelesen?

Werter Filou,
habe sie selbst den Artikel gelesen?

Zitat daraus: Der Arzneimittelreport des Kassenverbundes GEK beklagt 2008, dass bei Heimbewohnern 40 bis 50 Prozent aller Psychopharmaka ohne klare Indikation eingesetzt werden.

Weiter: Jedes Jahr müssen 240.000 Demenzkranke in Deutschland Psychopharmaka schlucken, ohne dass damit wirksam Krankheiten behandelt werden..... Nach Schätzungen aus 2011 leiden in Deutschland insgesamt 1,2 Millionen Menschen an Demenz.

Demnach sind den 240.000 von 1.200.000 also über 50%? 

OK, 240.000 sind auch aus meiner Sicht zu viele... aber ihre Pauschalierung ist damit nicht zu rechtfertigen. 

Könnten sie sich "vorstellen", das es einen Unterschied macht, ob 50% aller Patienten mit solchen Mittel Ruhig gestellt werden und der Aussage: Es werden 50% der verwendeten Mittel Falsch eingesetzt.

Für mich zumindest ist dieser Unterschied gewaltig!

Und nochmals: Ein Klinikum ist KEINE Pflegeeinrichtung! 

Ich kann Ihre Verärgerung darüber was dort passiert ist nur zu gut verstehen, dann ich habe mit meinem Vater vor ca. 3 Jahren ähnliches erlebt. Was nichts daran ändert, dass ich tagtäglich mit Menschen aus und in der Pflege zu tun habe und von daher "vielleicht" etwas besser darüber informiert bin, als Jemand, der man zufällig über einen entsprechende Fall "stolpert" und diesen dann zum "Standard" erhebt.

Nein, in der Pflege steht weiss Gott nicht alles zum "Besten". Wirklich nicht. Aber ihre Aussagen sind schlicht falsch und eine Unverschämtheit allen Leuten gegenüber die ihre Zeit, wenn auch gegen Bezahlung, dafür aufwenden um das aus zu gleichen, was unsere Gesellschaft nicht mehr bereit ist ihren eigenen Angehörigen gegenüber zu leisten.

Fragen sie einfach mal in Pflegeheimen nach, wie oft Angehörige selbst, gegen der Rat des Pflegepersonals, Entscheidungen treffen. Wie oft eine Höherstufung der Pflege von diesen "Menschen" verweigert wird.

Nein, sie stolpern lieber über einen Fall, lesen einen Artikel nicht einmal Inhaltlich richtig und erklären dies dann zu Standardfall.

Gehen sie raus und schauen sich um! Wenn sie irgendwo Jemanden aus einem offenen Fenster fallen sehen und dann lesen das 50% dieser Unfälle beim Putzen passieren, dann setzen sie auch nicht als Standard an, dass die überwiegende Anzahl aller Fensterputzer aus eben diesem Fenster fallen.

Außerdem leite ich aus ihrem Beispiel ob sogar ab, dass ihre Schwiegermutter wohl nicht "ständig" mit solchen Mittel versorgt wurde, sondern nur in diesem Fall und nur dort! Also erklären sie nicht die Situation DORT zum Standardfall in Deutschland!

Meine demente Mutter war vor

Meine demente Mutter war vor einigen Jahren in einem bekannten Altenheim zur Kurzzeitpflege, da sich meine Familie einen Kurzurlaub gönnen wollte. Die Pflege "rund-um-die-Uhr" war schon recht belastend für alle Familienmitglieder. Kurz vor der Abreise besuchten wir nochmals meine demente Mutter und fanden sie im Aufenthaltsraum des Altenheimes in einem Rollstuhl angegurtet sitzend vor. Eine Pflegerin, die wir dazu befragten, sagte, meine Mutter versuche immer aufzustehen und wegzugehen. Damit nichts passiert, wurde sie halt am Rollstuhl "fixiert".Ob ihr Psychopharmaka verabreicht wurden weiß ich nicht.

Wir traten unseren Urlaub nicht an, sondern holten meine demente Mutter zurück nach Hause.

Eine Gesellschaft sollte man immer danach beurteilen, wie sie mit den Kranken und Schwachen umgeht.

Es wird in Deutschland jedoch nichts besser werden. Zumindest nicht, wenn die SPD ihre Androhung wahr macht, sich an der Regierung zu beteiligen. Ihr lautstark formuliertes Ziel, für Gerechtigkeit zu sorgen und Steuererhöhungen für die Reichen unseres Landes durchzusetzen hat sie gerade wieder kassiert. Zukunftsausgaben wolle sie doch mit dem finanzieren, was das Staatssäckel derzeit hergäbe. Es bleibt - trotz oder gerade wegen der SPD - bei der Umverteilung von unten nach oben. Diese Partei hat sich mittlerweile von ihrem Klientel, den einfachen Menschen, meilenweit entfernt.

Wieder Nachgefragt

Hallo Urlaubsabbrecher,
ich hoffe doch, sie haben direkt Anzeige erstattet wegen Freiheitsberaubung?

In Deutschland ist das von ihnen geschilderte Verhalten nämlich nur auf richterliche Anordnung zulässig. Da dürfen sie noch nicht mal das Bettgitter ohne ausdrückliche Zustimmung hochfahren um zu verhindern, dass der Patient aus dem Bett fallen könnte. Das "Geschrei" der Angehörigen, wenn dieser Fall eintreten sollte, darf sich dann jeder gerne mal anhören.

Ansonsten finde ich ihr Verhalten absolut lobenswert. Leider kenne ich von Angehörigen eher das gegenteilige Verhalten.

Pflegenotstand

Der Pflegenotstand ist eine Geldfrage.

Und warum haben wir zuwenig Geld, um die Alten und Kranken anständig zu versorgen?

Weil wir zu wenig sozialversicherungspflichtige Beitragszahler und sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze haben.

Scheinlösung: Wir holen uns vermeintlich billige Pflegekräfte aus Spanien und dem Rest der Welt.

Echte Lösung: Jede natürliche und juristische Person zahlt in den Solidartopf. Ohne Deckelung nach oben. Und die Ausgaben für pharmazeutische Erzeugnisse werden gedrittelt, jede Preisbindung für ausgelaufene Patente wird aufgehoben, neue Patente nicht erteilt. Es gibt seit vielen Jahren ohnehin nur noch ganz wenige neue Wirkstoffe, die man an einer Hand abzählen kann.

Für das gesparte Geld werden ausreichend Leistungserbringer in jedem Bereich des Gesundheitswesens angestellt.

Angenommen, es kostet eine Pflegekraft im Jahr rund 50.000 Euro, dann kann man von nur 5 Milliarden p.a. gesparten Arzneimittelausgaben (entspricht etwa 16% der derzeitigen Ausgaben) 100.000 Pflegekräfte bezahlen oder 50.000 Pflegekräfte und 25.000 Oberärzte oder....

Der Pflegenotstand ist eine Geldfrage

Richtig, werter Morgan le Fay,

ich gebe Ihnen völlig Recht, es ist das System, das zu beklagen ist. Unter den gegebenen Umständen ist es nicht zu schaffen, dem zur Verfügung stehenden Geld und den Kranken gleichzeitig gerecht zu werden.

Sie sind sicher mit mir der Meinung, dass die schlechte Bezahlung der Pflegekräfte, die Unterbesetzung und die mangelnde Anerkennung der erbrachten Leistungen nicht Schuld der Patienten ist, oder?

Die von Ihnen genannten Maßnahmen können aber nur von der Politik umgesetzt werden. Und deshalb bleibe ich dabei: 
Die Würde des Menschen ist auch in Deutschland antastbar!

Sorry...

50.000 Jahresgehalt?

http://www.meinestadt.de/deutschland/berufe-branchen/pflegeberufe/tarife

Nicht mal im Ansatz...

Aber es stimmt. Das Gehalt ist nicht die Grundlage und... nach meiner Ansicht auch nicht der Grund.

Mir geht es auch nicht darum, das Pfleger mehr verdienen müssten. Es ging fast einzig um die Aussage, dass das "Ruhigstellen" mit Medikamente der Standard in der Altenpflege ist.

Sagen sie mir mal eine Methode, die sie anwenden würden, wenn demenzkranke andere Bewohner angreifen, beissen, besprucken mit Gegenständen bewerfen usw... laut "Gesetz" dürfen sie den "hilflosen" Angreifer fast nicht abwehren, gleichzeitig müssen sie aber sich und Andere schützen... und eigentlich auch den Kranken vor sich selbst...

Und... es ist NICHT!!! das Pflegeheim, das diese Medikamente einfach mal so verabreicht. Es sind die behandelnden Hausärzte, die diese verschreiben. Das Pflegeheim MUSS! diese Medikamentation sogar ausführen!

Nochmals und hoffentlich zum letzten mal: Es ist nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen, eher im Gegenteil. Das Fehlverhalten einzelner als "Standard" zu deklarieren ist aber auch nicht der Weg es zu ändern, sondern stellt nur die mit in ein schlechtes Licht, die einen anderen Weg gehen. Denn diesen wird erst einmal unterstellt so zu handeln wie sie es dargestellt haben, statt die ans Licht zu zerren, welche sich falsch verhalten.

Sedierung und Windeln

@Michael Nichtern

Sie haben ja bereits konstatiert, dass es (auch) Zustände in Senioren- und Pflegeheimen gibt, die ans Kriminelle grenzen. Das freut mich, denn ich habe solche Zustände selbst erlebt und von absolut glaubwürdigen Leuten aus meiner Verwandtschaft zugetragen bekommen.

Da wir bei den Piraten im Gesundheitswesen mit der AG Pflege und Inklusion zusammenarbeiten (und dort in diesen Bereichen tätigen Leute mitdiskutieren), bin ich über die realen Zustände durchaus gut informiert und kenne auch die Not der Pflegekräfte.

Ich gehe darauf deshalb nicht mehr ein. Bemerken möchte ich dazu nur noch, dass die Frage der Würde des Menschen nicht erst bei einer berechtigten oder unberechtigten Sedierung beginnt, sondern - als Beispiel - bereits in der "Verabreichung" von 7l fassenden Windeln für Leute, die durchaus auf die Toilette gehen könnten, wenn es jemand gäbe, der Zeit hat, sie auf die Toilette zu begleiten.

Ich habe selbst in einem prämierten Seniorenheim in Bruchsal erlebt, dass trotz Notlage auf das wiederholte Klingeln der Patientin einfach niemand kam.

Das alles sind keine Vorwürfe an "faules" Personal, sondern Beispiele hoffnungsloser Überlastung.

Zu den 50.000 Euro..: Den Arbeitgeber kostet eine Arbeitsstelle weit mehr als das Zwölffache eines Bruttogehaltes. Jedenfalls dann, wenn es ein privater AG ist.

12 fache des Bruttogehalts

Ich bin Selbständig und habe Angestellte.
Wie kommen sie auf das 12 Fache des Bruttogehaltes. Scheint mir doch sehr übertrieben !
Bitte um Aufklärung !

im Schulgesetz für

im Schulgesetz für Baden-Württemberg steht in §117:
Das Grundrecht der körperlichen Unversehrtheit ( Artikel 2 Abs. 2 Satz 1 des Grundgesetzes) wird nach Maßgabe dieses Gesetzes eingeschränkt

D.h. per Landesschulgesetz wird ein Grundrecht eingeschränkt. Geht's noch ?

Link:
www.landesrecht-bw.de/jportal/?quelle=jlink&query=SchulG+BW+%C2%A7+117&p...

off topic: Bruttogehalt + körperliche Unversehrtheit

Wenn Sie selbständig sind, dann wissen Sie, dass Sie Ihr Mitarbeiter erheblich mehr im Jahr kostet als die 12 mal 3000 Euro, die er bspw. monatlich brutto bekommt.

Meine Beispielrechnung mit den 50.000 Euro bezog sich nicht auf das Jahresbruttoeinkommen einer Pflegekraft (also 12x3000=36.000 Euro brutto), sondern auf die Gesamtkosten, die dieser Arbeitsplatz mit sich bringt (36.000+Umlagen für die Berufsgenossenschaft, die Kammern, die Haftpflichtversicherung usw.)

Nur das ist für die Schaffung von Planstellen relevant. Allerdings kenne ich die AG-Anteile der Gehälter bei Beschäftigten in gemeinnützigen, öff.-rechtl. oder staatl. Einrichtungen nicht.

@Gast

Ich nehme an, dass diese Regelung dazu dienen soll, bei Einführung einer Impfpflicht bei Epidemien an Schulen (insb. bei Masern wie kürzlich in Bayern) nicht noch wegen Rechtsstreitigkeiten wg. Grundrechtsverletzung wertvolle Zeit zu verlieren.

Bruttogehalt

jetzt ist es verständlich !.

12 mal das Bruttogehalt ist ja wohl was anderes als : das 12 Fache des Bruttogehalts.

Das Bruttogehalt können sie locker verdoppeln. Dann wären wir bei ihrer Rechnung bei 72.000 €

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