Von Connecticut, USA, nach Heidelberg, Bruchsal und zurück

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Anlässlich der Feierlichkeiten zur Einweihung des Otto-Oppenheimer-Platzes kommen die Bernkopfs nach Bruchsal
Freitag, 13. Mai 2011 - 14:34

Ende Februar hat ein Herr Walter Bernkopf, den ich zuvor nicht kannte, über bruchsal.org Kontakt zu mir aufgenommen:

"Hallo Herr Schmitt,

ich habe Ihre Artikel betr. Jakob Otto und Karl Oppenheimer mit großer Interesse gelesen. Ich bin Jakobs Enkelsohn, wohne im Staate Connecticut, USA und würde sehr gerne Kontakt mit Ihnen eröffnen. Im Mai komme ich zu einem Treffen in Heidelberg und könnte vielleicht Bruchsal besuchen. Wir könnten Kontakt per Email eröffnen und dann könnte ich Sie telefonisch erreichen, z. B. mit Skype. Meine Email Anschrift ist xxx.

Herzliche Grüße

Walter Bernkopf"

 

Am gleichen Abend noch kam meine Frau hoch in mein kleines Büro unterm Dach mit dem Telefon in der Hand und sagte: „Rolf, ein Anruf für Dich". Am Apparat war Walter Bernkopf. Ich darf hier verraten, dass wir 1 ½ Stunden telefonierten. Er erzählte mir, wie er sich noch an Bruchsal zurück erinnert. Im Jahre 1938, kurz nach seinem zwölften Geburtstag, kam er alleine zu einer Familie in Amerika, die über die Verhältnisse für Juden in Deutschland unterrichtet war. Sie hatten ihn eingeladen, obwohl sie weder ihn noch seine Eltern kannten.

Er erzählte mir auch, dass seine Frau Luise im vergangenen Jahr gestorben ist. Walters Frau Luise, geborene Hess, war Jüdin wie Walter und musste ebenso wie er aus Deutschland fliehen. Luise wurde in Dresden geboren und lebte vor ihrer Flucht vor den Nazis in Pirna.

Walter Bernkopf ist, wie er in seiner ersten E-Mail schreibt, der Enkelsohn von Jacob Oppenheimer, ein Bruder von Otto Oppenheimer. Jacob Oppenheimers Tochter Gertrude heiratete Siegfried Bernkopf, mit dem sie zusammen mit ihrem Sohn Walter vor ihrer Flucht aus Deutschland in Heidelberg lebte. Walter ist mittlerweile fast 85 Jahre alt und hat selbst zwei Söhne, Mark und Paul.

Nach unserem Telefonat haben wir uns per E-Mail ausgetauscht. Ich sandte Walter ein paar Fotos von Bruchsal oder Links zu Artikeln in bruchsal.org - und ich glaube, Walter und seine Söhne haben sich gefreut, von Bruchsal zu hören.

Mit Zustimmung von Walter, Paul und Mark möchte ich gerne auf bruchsal.org aus einigen der E-Mails zitieren. Teilweise gibt Walter einige alte „Brusler Gschichten" zum Besten. Originalzitate habe ich kursiv gesetzt, bei nicht kursiv gesetzten Textteilen handelt es sich um Übersetzungen aus dem Englischen. Meine erklärenden Kommentare habe ich in Klammern eingefügt.

Walter Bernkopf schreibt:

Bahnhofstraße 4

Bahnhofstraße 4

(Ich sandte Walter Bernkopf ein Foto vom Oppenheimer-Haus in der Bahnhofstraße 4 - RS)

Ja das ist das Haus meiner Großeltern. Ich habe auf dem Balkon mit meiner Großmutter Hedwig gestanden. Deines ist mein einziges Bild des Hauses. Jakob und Hedwig wohnten im ersten Stock - über dene Büroräumen - und Otto und Emma wohnten am zweiten Stock.

(Hedwig Oppenheimer, geborene Waelder, die Frau von Jacob und Großmutter von Walter Bernkopf, wurde 1942 in Theresienstadt ermordet. Ihre Tochter Berta, Walters Tante, wurde nach Lodz, Polen, verschleppt und ist kurz nach ihrer Ankunft 1941 umgekommen. - R.S.)

Mittlerweile bin ich ein regelmäßiger Leser von bruchsal.org geworden, dessen Inhalt ich mit meinem Sohn Mark diskutiere. Bruchsal.org ist großartig mit den vielen interessanten Artikeln, nicht nur über Bruchsal, z.B. Fotos und Videos des Tsunami-Desasters mit Kommentaren über die nukleare Situation und dem Link zum japanischen Fernsehen, das Video vom neuen Kaufhaus Jost, die Fotos vom Fastnachtsumzug usw. Ich werde viel über Bruchsal wissen, bevor ich es wieder besuche.

Walter Bernkopfs Sohn Paul schreibt:

Ich hoffe, dass wir (anlässlich des Besuches von Bruchsal - R.S.) ein Bier zusammen trinken können zu Ehren des Bruchsal Durst von dem mir meines Vaters Mutter erzählte, als ich noch sehr klein war (die Erzählerin war also Gertrude Oppenheimer - R.S.)

Walter Bernkopf schreibt:

Uniformtuchhaus

(Ich übersandte ihm die Firmenchronik des Uniformtuchhauses Louis Oppenheimer, "dem letzten Namensträger Herrn Otto Oppenheimer im Auftrage der Mitarbeiter der Firma gewidmet von Edgar Wolf"- R.S.)

Danke für die Geschichte der Firma Oppenheimer. Ich habe schon viel Neues daraus gelernt über die Firma, meine Familie und die Geschichte Badens von circa 1803 bis August 1938.

Wir hatten fast keine Fotos, Briefe und Berichte unserer Vorfahren. Ich kam 1938 nach Amerika nur mit meiner Kleidung und meinem Fahrrad. Meine Eltern kamen nach Amerika (Denver, Colorado) durch Kuba erst zwei Jahre später. Sie konnten noch Gut (Bücher, Kleiderschränke, Porzellan, Fotos, Briefe usw) in einer große Kiste ins Ausland schicken. Es wurde in Antwerpen aufbewahrt da sie nicht wußten wo sie hinziehen würden - und auch spaeter keinen Platz dafür hatten - In circa 1941 wurde es von deutschen Besatzern genommen. Du hast uns schon sehr viel Auskunft über die Familie Oppenheimer zugebracht - nicht nur die Geschichte der Firma und den Brief von Otto aber auch die große Auskunft der Bruchsal.org über Oppenheimers. Z.B. heute las ich deinem Bericht über die Ausstellung Jüdisches Leben im Kraichgau.

Dies erweckt Erinnerungen der Vergangenheit, z.B. auf meine Großeltern, den 70. Geburtstag meines Großvaters mit einem Kuchen der Bäckerei Bellosa gestiftet von seinem Kegelfreunden in Form einer Kegelbahn. Ostereier Jagd im Garten, Einkaufen beim Metzger usw mit der Großmutter. Der Zuchthaus Bericht des Bruchsal.org erinnerte mich an einen Besuch zur Familie eines der Gefängniswärter wo ich mein erstes Bier getrunken habe. Essen und Trinken scheint mir wichtig zu sein.

Walter Bernkopfs Sohn Mark schreibt:

Ich habe Google Translate zum Übersetzen verwendet, um einige Artikel von bruchsal.org zu lesen. Bruchsal.org ist eine sehr beeindruckende Internetseite. Meine Großmutti (Gertrude Oppenheimer Bernkopf - 1895 - 1993) sprach oft mit uns über ihre liebevollen Erinnerungen an ihre Heimatstadt. Sie entsann sich noch an die Zeit um die Jahrhundertwende, als es in Bruchsals Straßen noch mehr von Pferden gezogene Kutschen und Wagen gab als Autos. Ebenso erinnerte sie sich noch sehr warmherzig an ihre Dienste beim Bruchsaler Roten Kreuz während des I. Weltkrieges.

Jacob Oppenheimer

Jacob Oppenheimer, 1862 - 1933

Mein Urgroßvater Jacob Oppenheimer liebte seinen Stammtisch, war früher ein Wettbewerber bei Schützenfesten und hat gekegelt. Er hat recht viel für Bruchsal geleistet. Er hat manches für das Bruchsaler Rote Kreuz organisiert und getan, z.B. als Stadtverordneter und Vorstand der Sanitätskolonne. Er hat für Waisenkinder gearbeitet, war im Vorstand verschiedener Bruchsaler Vereine, beispielsweise auch für die Veranstaltung von Schlosskonzerten. Sein Vater Louis hat zusammen mit Pfarrer Josef Kunz und dem Gastwirt Ferdinand Keller den Bau des St. Josefshauses als Bruchsaler Wohnstätte für die katholischen Krankenschwestern ermöglicht. Jacob hat auch viel für diese Krankenschwestern geleistet.

Unser Vater erzählte meinem Bruder und mir, wie Bruchsal meinen Urgroßvater Jacob Oppenheimer anlässlich dessen Beerdigung im September 1933 ehrte in Anerkennung seiner staatsbürgerlichen Aktivitäten. Hitler war zu diesem Zeitpunkt bereits an der Macht, so haben die Bruchsaler große Zivilcourage aufbringen müssen, um meinen Urgroßvater trotz dieser Umstände so zu würdigen.

Mein Vater hat Paul und mir auch vom 1. März 1945 erzählt, an dem Bruchsal von der US-amerikanischen Luftwaffe zerbombt wurde. Das angebliche Ziel des Bombenangriffs war das Bruchsaler Eisenbahnkreuz. Die Bomben töteten 1.000 Menschen; das Leben einer jeden Bruchsaler Familie war davon betroffen. Dieses Ereignis ist wie direkt aus dem Buch Hiob.

Walter Bernkopf schreibt:

Heute hat mir mein Sohn Mark eine Internet-Genealogie der Oppenheimer-Familie geschickt. Diese listet auch die DeBeers-Oppenheimer-Familie auf (Sir Ernest Oppenheimer, richtig Ernst Oppenheimer, geb. in Friedberg, Hessen, gest. 1957 in Johannesburg, Südafrika, war Begründer des Diamantenkartells unter der Firma De Beers. Walter Bernkopf scherzt hier. Er ist nicht mit den Diamantenhändlern verwandt. - R.S.).

Du hast mein Interesse und das Interesse meiner Söhne an unserer Familiengeschichte wieder erweckt. Angefangen hat dies mit den Artikeln über unsere Familie auf bruchsal.org und mit dem Brief von Otto Oppenheimer über seinen Vater Louis Oppenheimer sowie die Geschichte des Uniformtuchhauses. Es war wirklich interessant über all die öffentlichen Aktivitäten meines Großvaters Jacob zu lesen.

Aus der Beschreibung zu dem Foto des Hauses in der Bahnhofstraße geht hervor, dass dieses zwischen zwei Kneipen stand. Vielleicht war dies der Grund, warum Jacob und Otto dieses Haus kauften? Jacob hatte einen Stammtisch in einer Kneipe und scheinbar mochte er Skat und Bier. Ich habe von ihm lediglich seine Freude am Bier geerbt.

Meine Söhne und ich waren bereits vor 11 Jahren in Bruchsal, im Juni 2000. Wir waren auf Spurensuche nach unseren Ahnen und ich rief beim Bruchsaler Rathaus an. Herr Amtsleiter Otto Ihle zeigte uns die Stadt, einschließlich des Grabes meines Großvaters, die Peterskirche, das Schloss und das Musikautomatenmuseum.

Meine Mutter kam noch einmal zurück nach Bruchsal, ungefähr im Jahre 1956. Sie besuchte die Schwestern des Josefshauses, die sie dazu einluden zu ihnen zu kommen und zu bleiben, wann immer sie ein Plätzchen bräuchte. Sie besuchte auch eine Schulfreundin, die mit einem Bruchsaler Bürgermeister verheiratet war. Sein Name war Bläsi. Ich kann mich noch erinnern, dass ihr einige neue Feuerwehrfahrzeuge gezeigt wurden. Der Besuch von Bruchsal und Heidelberg hat meiner Mutter viel bedeutet. Sie wollte nicht durchs Denken an schlechte Menschen verbittert werden, sondern stattdessen die positiven Erinnerungen und Kontakte zu ihren früheren Freunden, d. h. guten deutschen Menschen, wieder auf leben lassen.

Mark Bernkopf schreibt:

(Nach der Gemeinderatssitzung am 19. April 2011 telefonierte ich mit Walter Bernkopf und sagte ihm, dass der Gemeinderat Otto Oppenheimer mit einer Platzbenennung ehren will. - R.S.)

Holzmarkt

Holzmarkt - 20er Jahre

Gerade habe ich begonnen diese E-Mail zu schreiben, als mein Vater anrief und mir sagte, dass Du ihn gerade angerufen hättest mit wundervollen Neuigkeiten: Dass der Bruchsaler Gemeinderat zugestimmt hat Otto Oppenheimer durch die Umbenennung des Holzmarktes zu ehren. Du hast meinem Vater auch gesagt, dass mein Urgroßvater auch auf einer Gedenktafel geehrt werden soll. Das bedeutet uns drei Bernkopfs sehr viel. Wir sind sehr dankbar, dass die Frau Oberbürgermeisterin, der Gemeinderat und Du dies ermöglicht habt. Wie großartig von den politischen Parteien, dass diese zustimmten Otto zu ehren, auch wenn sie über den Ort der Ehrung nicht übereinstimmten.

Ich bedauere nur, dass meine Großmutti Gertrude Oppenheimer Bernkopf nicht mehr da ist, um diese Neuigkeit zu hören. Meine Großmutti wäre begeistert! Und sie würde darüber schmunzeln, dass der Otto-Oppenheimer-Platz früher Adolf-Hitler-Platz genannt wurde!

Louis Oppenheimer

Es ist interessant, dass drei der Kinder, an die Otto seinen Brief vom 8. Oktober 1931 richtete (Louis Oppenheimer - Ein Brief an dessen Urenkel - R.S.), bei der Einweihung des Otto-Oppenheimer-Platzes teilnehmen werden. Es wird großartig sein, Harry und Hanne und deren Familien wieder zu sehen. Ich bin Dir, Rolf, und der Stadt Bruchsal so dankbar, dass mein Vater, mein Bruder und ich an der Einweihung teilnehmen können.

 

Paul Bernkopf schreibt:

Es ist wunderbar, dass Heidelberg und Bruchsal unsere Familie so gut behandeln. Mein Vater hatte gute Kindheitserinnerungen an Heidelberg und Bruchsal. Jetzt, an seinem Lebensabend, ist es ganz besonders schön, dass er diese liebevollen Erinnerungen wieder hat. Es ist aber auch schön für meinen Bruder und mich, die wir mit diesen Geschichten aufgewachsen sind.

Eine kleine Geschichte, wobei man wissen muss, dass sowohl Jacob als auch Karl (Dr. Karl Oppenheimer, Kinderarzt in München, Bruder von Otto und Jacob - R.S.) Hedwigs Pflaumenkuchen liebten. Einige Male rief Jacob seine Frau von der Arbeit aus an, so tuend, als sei er sein Bruder Karl und sagte, dass er, also Karl, nach Bruchsal komme. Jacob wusste, dass Hedwig nach diesem Anruf sofort einen Pflaumenkuchen backen würde.

Die Mutter meines Vaters, Gertrude, würde sich riesig freuen zu hören, dass ihres Onkels Lied immer noch in Bruchsal gesungen wird.

Ich erinnere mich auch noch an eine Geschichte über Louis Oppenheimer (der Ururgroßvater von Paul - R.S.), der bei einem Kuraufenthalt beim ersten Abendessen 21 Wiener Schnitzel auf einmal bestellte. Louis meinte für jeden Abend seines dreiwöchigen Aufenthaltes ein Schnitzel, der Kellner verstand 21 Wiener Schnitzel für diesen einen Abend. Meine Großmutter erzählte mir diese Geschichte, als ich noch sehr jung war. Ich weiß, dass ich einige von Louis' Genen in mir habe. Wiener (kalb) schnitzel ist mein Lieblingsgericht - es sei denn, dass weisse spargel verfügbar ist.

(mit weisse spargel nimmt Paul Bezug auf eine von Rainer Kaufmann an die Oppenheimer-Nachfahren ausgesprochene Einladung zu einem Spargelessen im Schlachthof - RS)

 

Am 22. Mai werden in Bruchsal drei neue Plätze eingeweiht. Um 10 Uhr der Kirchplatz bei der Stadtkirche, um 11 Uhr der Babette-Ihle-Platz, ebenfalls bei der Stadtkirche und um 14 Uhr der Otto-Oppenheimer-Platz beim Technischen Rathaus, bisher Holzmarkt. Anlässlich der Einweihung des Otto-Oppenheimer-Platzes werden Gäste aus den USA erwartet, Nachfahren von Otto und Jacob Oppenheimer. Neben den oben genannten Bernkopfs werden, begleitet von Ehepartnern und Kindern, Frau Ansell, Enkelin von Otto Oppenheimer und Herr Ettlinger, Enkel von Otto Oppenheimer, anwesend sein. Alle drei Platzeinweihungen sind öffentlich. Ein gesonderter Bericht folgt noch.

© Rolf Schmitt

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Kommentare

Wunderbar

Einfach nur schön, dieser Bericht von Rolf!

Ich freue mich immer mehr auf den 22. Mai 2011 und kann es kaum erwarten die Nachfahren der Oppenheimers kennenzulernen.

Und ich fühle mich bestätigt in unseren Bemühungen diesen Platz nach Otto Oppenheimer zu benennen!

 

Michael Vettermann

Präsident der GroKaGe 1879 Bruchsal

 

wunderbar- trotzdem immer noch die gleiche Frage!

Auch ich bin erfreut, daß die Familie Oppenheimer ihre verdiente Ehrung erfährt!

Leider bleibt für mich immer noch die Frage offen warum gerade dieser Platz? Gerüchte haben wir genug gehört.

@Michael: deinem Kommentar nach zu urteilen warst auch du daran beteiligt genau diesen Platz in Oppenheimer Platz umbenennen zu wollen. Warum? Oder anders rum gefragt: was hat tatsächlich gegen den "unbenannten" Platz gesprochen?

Viele Grüße,

Marco

Und immer noch keine Antwort

@Marco: Du hättest nicht "was" sondern "wer" fragen sollen!

Ansonsten wäre das doch was für das Pfingsträtsel von @Rolf

Vielleicht lohnt es sich auch ins Kabarett zu gehen, Rainer Kaufmann weiß immer mehr, wenn nicht alles......

Brusl Ahoi

Michael

 

 

Mein lieber Michael,

auf den ersten Blick scheint das mit dem Pfingsträtsel ja ein netter Gedanke.

Aber wenn ich mich richtig erinnere, hast ja auch Du eine längerjährige Sozialisation als Ministrant hinter Dir und erinnerst Dich daher daran, dass an Pfingsten die Ankunft des Heiligen Geistes gefeiert wird.

Nun ist das mit dem Geist so eine Sache - er ist einfach nicht an jeder Straßen- oder auch Platzecke zu haben.Und selbst wenn man nicht ganz auf den "Heiligen" besteht und von seinen sieben Gaben - der Weisheit, der Einsicht und des Rates, der Stärke und der Erkenntnis sowie der Frömmigkeit und der Gottesfurcht - auf die eine oder andere zu verzichten bereit ist: eine Andeutung von Geist und gutem Willen sollte, meine ich, schon bemerkbar sein.

Der Befund, den Du möglicherweise mit mir teilst, disqualifiziert unter diesem Gesichtspunkt diese Episode für alles Pfingstliche.

Es heißt ja schließlich auch nicht "veni cunctator spiritus", oder?

Angst vor was oder wem?

Ja es interessant zu sehen, wieviele hier plötzlich bei diesem Thema ganz kleinlaut werden. Gegen die Politik zu wettern das können alle. Beim Klerus gibt es die Infos nur noch hinter vorgehaltener Hand und vertraulich.

Was geht da vor?

Warum haben hier soviele Angst etwas offen dazu zu sagen?

Ist das Zeitalter der Aufklärung spurlos an Bruchsal vorbeigegangen?

Aufklärung

Das hat doch was mit "Auf"bruch und ER"klär"ung zu tun.
Nun ja - ganz spurlos ist diese Epoche nicht an Bruchsal vorübergegangen.
Aber dann hat MAN im Biedermeier ganz erschrocken die Handbremse angezogen.
Und dort steht die Karre heute noch - mehr oder weniger.
Und sogar eine grünliche Oberbürgermeisterin scheint sich darin recht wohl zu fühlen. Bei der Vergangenheit kein Wunder...

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