Uraufführung von Heinz Acker: "Carmina selecta"

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Konzert in der Heilbronner „Harmonie“
Donnerstag, 5. April 2012 - 0:23

PM – bearbeitet von Stefan Schuhmacher

Eine veritable Welturaufführung steht auf dem Programm der nächsten „Musikwoche Löwenstein". Eine Woche nach Ostern, am 14. April, um 19 Uhr, wird im Maybach-Saal des Heilbronner Konzertsaales „Harmonie“ ein vokal-symphonisches Werk unter der Leitung des Komponisten uraufgeführt: eine großangelegte Suite für großen Chor, Kinderchor, Soli und Orchester mit dem Titel „Carmina selecta“, oder „Süd-östlicher Divan“, die Prof. Heinz Acker für die diesjährige Löwensteiner Musikwoche geschrieben hat. Gesangssolisten sind Johanna Boehme (Sopran), Renate Dasch (Alt), Hans Straub (Tenor) und Christoph Reich (Bariton).

Acker orientiert sich in seinem Werk an der Zielsetzung der „Gesellschaft für deutsche Musikkultur im Südöstlichen Europa“ (GDMSE), die die Löwensteiner Musikwoche zum 27. Mal ausrichtet. Der frühere Professor für Musiktheorie an der Musikhochschule Heidelberg-Mannheim hat in sein Werk sowohl Texte als auch Melodien ganz verschiedener deutscher Minderheiten aus dem Südosten Europas aufgenommen.

Der Anklang im Doppeltitel des Werkes an Carl Orff und Goethe ist nicht zufällig. „Carmina selecta“ meint „ausgewählte“ aber auch „auserwählte, erlesene“ Gesänge von volkstümlich- rustikaler Herkunft im Sinne Carl Orffs. Die Titel-Anleihe bei Goethe verweist auf die Herkunftsgebiete der Lieder mit dem Reiz von Fremdartigem. Wertvolles altes Liedgut aus vielfältigen ehemaligen deutschen Siedlungsgebieten (etwa aus Siebenbürgen, von Banater oder Sathmarer Schwaben, von Ungarn- oder Jugoslawien-Deutschen, aus Böhmen oder Mähren, Wolhynien oder Syrmien, aus dem polnischen Schtetl bis hin zu den Wolga-Deutschen) wird hier zu einer farbenreichen Suite verarbeitet.

Es sind die unterschiedlichen Dialekte und musikalischen Idiome, die den künstlerischen Reichtum dieser Regionen ausmacht. So findet sich der siebenbürgische Grundklang des Werkes eingebettet in die Klangvielfalt weiterer deutscher Siedlungsgebiete. Dem Hörer erschließen sich im Verlauf der Suite 800 Jahre deutscher Siedlungsgeschichte.

Heinz Acker wurde 1942 im Siebenbürgischen Hermannstadt geboren als Spross einer traditionsreichen Pfarrer- und Lehrer Familie. Nach dem Studium der Musik in Klausenburg wirkte er am Musikgymnasium seiner Heimatstadt als Lehrkraft für Klavier, Orchester und Kammermusik wie auch als Musikrezensent der deutschsprachigen Zeitungen und übernahm frühzeitig auch Dirigate an der Hermannstädter Staatsphilharmonie. 1977 übersiedelte er mit seiner Familie in die Bundesrepublik Deutschland. An der Bruchsaler Musikschule mitbegründete er das Jugendsinfonieorchester, das unter seiner Leitung viele nationale Ehrungen und internationale Erfolge feiern konnte. Seit 1978 unterrichtete Acker an der Musikhochschule Heidelberg / Mannheim, wo er 1987 zum Professor für Musiktheorie berufen und 2005 emeritiert wurde. Seine „Modulationslehre“ ist zu einem anerkannten Standardwerk der Musiktheorie geworden. Von seinen Werken erfreuen sich insbesondere seine „Heidelberg-Variationen“ großer Beliebtheit.

Karten zum Konzert am Samstag, 14. April 2012, um 19 Uhr, in der Harmonie, Wilhelm-Maybach-Saal, Allee 28, Heilbronn gibt es bei der Tourist - Information Heilbronn, Kaiserstraße 17, Tel. 07131 562270, Fax 07131 563349 sowie unter info [at] heilbronn-marketing [dot] de sowie an der Abendkasse für 10 Euro (ermäßigt 8 Euro).

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