Unrühmlichst - Daniel Streib im finalen Wahlkampffieber

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Fakten und Politik
Sonntag, 27. März 2011 - 23:40

Blogger BNN

Daniel Streib, Neu-Blogger, im Hauptberuf Chef der Bruchsaler Rundschau, ist ein Mann von gelegentlich gezügelten, des öfteren leider auch ungezügelten Temperaments.

Wenn dieser am 26. März einen Kommentar zur bundesweit bekannten Causa Scherbel schreiben MUSS und zugleich weiß, dass die Wochenzeitung „Die Zeit" diesen auch liest und bewertet, dann wird es für einen Lokaljournalisten kompliziert.

Dann kollidiert das begreifliche Bedürfnis nach beruflicher Anerkennung mit dem nachfolgenden Wahltermin (27. März).

Dass dem Manne im Amtsgericht (halb-)öffentlich der Gaul durchgeht und den finalen Aufdecker einer Affäre, die die FDP und leider auch die CDU ziemlich beschädigt hat, verbal ein bisschen schräg angeht: „Sind Sie jetzt zufrieden? (mit der Verurteilung von Scherbel)" ist schon keine zulässige Befindlichkeit des Vertreters des Bruchsaler Monopol-Printmediums.

Sollte man eine solche Information im Netz veröffentlichen? Ergebnis der Überlegungen: Man sollte. Denn es ist durchaus von Belang, wie Kommentare, die ein Teil der Leserschaft gläubig liest, zustande kommen.

Menschliche Subjektivität

Bruchsaler Rundschau - 30. Juli 2010

Man erinnert sich: Streib mutmaßte schon mal, dass man nach einer regierungspräsidialen Entscheidung gegen Scherbels Gemeinderatsmitgliedschaft doch (bitte schön) keinen (unangenehmen) Strafprozess mehr benötige. Diese in seinem Blatt nachlesbare Aussage mag man noch als unvermeidbare menschliche Subjektivität durchgehen lassen.

Nicht durchgehen lassen kann man dem Chef des Lokalblattes, wenn er den Vor-Wahl-Kommentar mit den Worten abschließt: „Die Nebenrolle der Bruchsaler Sozialdemokraten („Auf zum fröhlichen Jagen") war im Fall Scherbel alles andere als besonders ruhmreich", als Ex-BILD-Zeitungsmann wohl wissend, was beim geneigten Leser hängen bleiben soll.

Sinnfreier Schlusssatz

Bruchsaler Rundschau - 26. März 2011

Aha. Der Autor dieser Zeilen hat jene sehr persönliche E-Mail, aus der Streib (fast richtig) zitiert, bekanntermaßen selbst dem finalen Aufklärer zugeleitet - mit der Bitte um fachliche Bewertung der Wohnsitzfrage. Das Ergebnis ist bekannt und das musste heute Streib kommentieren.

CDU-Freund Streib wollte mit dem inhaltlich sinnfreien Schlusssatz seines Kommentars auch der SPD einen deftigen Kollateralschaden zufügen. Denn der kommentierte Sachverhalt - „alles andere als besonders ruhmreich" - ist Streibs höchst persönliche Erfindung.

Warum er den Kommentar mit diesem journalistischen Highlight abschließt, ergibt sich aus seinen Einleitungssätzen:

Landtagswahl

Bruchsaler Rundschau - 26. März 2011

„Es ist müßig, darüber zu spekulieren, warum die Strafverhandlung gegen den politischen Mandatsträger Uwe Scherbel ausgerechnet kurz vor der Landtagswahl stattfinden musste".

Streib hat seherische Fähigkeiten. Er entdeckt einen linken Filz, bevor sich dieser, mangels Möglichkeit, überhaupt bilden konnte.

Dem Manne ist zu empfehlen, persönlich-politische Befindlichkeiten in den eigenen Privatbereich zu verlagern oder diese wenigstens nachvollziehbar offenzulegen.

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Kommentare

Ein Hoch auf die Medienvielfalt

Ich wußte gar nicht, daß Streib bei der BILD war. Nun ja, daß erklärt wenigstens sein eigenartiges Verständnis von journalitischer Arbeit bzw. der für einen Journalisten oder Redakteur anzustrebenden Objektivität.

Diese Objektivität zu erreichen ist natürlich, weil der Mensch von Natur aus nun mal tendenziell subjekltiv ist, äusserst schwierig. So ist es auch kein Geheimnis, daß verschiedene Zeitungen auch verschiedene politische Ausrichungen bevorzugen.

Das die CDU zu Leuten, die es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen, dennoch ein gutes Verhältnis haben und diese für "Ehrenmäner" halten kann, zeigen Beispiele wie Guttenberg und eben Scherbel.
Die Kommentare von Streib unterstreichen dies.

Da bin ich doch froh, daß es das Internet und so etwas wie bruchsal.org gibt. Hier ist man nicht dem Gutdünken eines Redakteurs ausgeliefert, der darüber entscheidet, was von den Leserbriefen veröffentlicht wird und was nicht.

Ein Hoch auf die Medienvielfalt!

"Finaler Aufdecker"

Der so Genannte hatte während der Kommunalwahlkämpfe 1994, 2004 und 2009 Erfahrungen mit dem Umgang kommunalpolitisch denkender Angehöriger des öffentlichen Dienstes in Bruchsal und darüber hinaus in Bezug auf melderechtlich relevante Angaben von Gemeinderatskandidaten machen können und entschloss sich deswegen, die bewusste E-Mail Jürgen Schmitts (mit dessen Zustimmung) seinem ehemaligen Obersten Dienstherrn, dessen Stellvertreter und danach auch der Staatsanwaltschaft Karlsruhe sowie dem Leiter der hiesigen Kriminalaussenstelle, zu übersenden - ausserdem einigen mit der Angelegenheit befassten MitarbeiterInnen der Stadtverwaltung Bruchsal und um genau diese vollständige Angabe der Adressaten wurde Herr Streib vor dem Amtsgericht Bruchsal - ausserhalb des Gebäudes, selbstverständlich - einleitend gebeten.

Siehe hierzu
http://www.bruchsal.org/image/aufaufzumfr%C3%B6hlichenjagen-0

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