Unfallflucht geklärt

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Pressemitteilung
Mittwoch, 2. Dezember 2009 - 13:01

Bruchsal. Dank dem aufmerksamen Verhalten eines Zeugen konnte das Polizeirevier Bruchsal am späten Dienstagabend eine Unfallflucht beim Schwimmbad klären. Der Zeuge hatte kurz nach 21 Uhr das Schwimmbad verlassen und dabei ein lautes Krachen gehört. In der Folge nahm er einen BMW wahr, dessen Fahrer beim Ausparken rückwärts gegen ein anderes Fahrzeug gestoßen war. Zudem notierte er sich das Kennzeichen des BMW, der danach davonfuhr. Da er seine Beobachtungen rasch der Polizei mitteilte, konnte eine Streife des Reviers Bad Schönborn den Unfallverursacher wenig später zuhause antreffen und dessen Personalien feststellen. Den Fahrer erwartet nun ein Strafverfahren wegen Unerlaubten Entfernens vom Unfallort. An dem beschädigten Fahrzeug entstand Sachschaden in Höhe von rund 800 Euro.

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Kommentare

Das Wesen des Menschen...

Weil man bei solchen Vorkommnissen doch immer wieder Gefahr läuft, mit allzu schnellen Urteilen über das scheinbar feige und unredliche Wesen des Menschen bei der Hand zu sein, will ich mal kurz schildern, wie es uns vor etlichen Jahren in einem ähnlichen Fall erging.

Meine Frau und ich hatten nach einer abendlichen Veranstaltung feststellen müssen, dass unser ordnungsgemäß geparktes Fahrzeug - welches noch dazu geliehen war - am Heck beschädigt worden war.
Vom Verursacher gab es zunächst keine Spur, weshalb wir tags darauf am Ort des Geschehens Zettel hinterlegten, worauf wir den Sachverhalt schilderten und etwaige Zeugen um Hilfe baten.
Wenige Tage später erhielten wir den Anruf eines Anwalts. Der Verursacher des Schadens hatte wohl überstürzt den Unfallort verlassen, was ihm jetzt höchst unangenehm sei, und er wolle die Angelegenheit deshalb auf diesem Wege anonym bereinigen.
Wir haben also den Schaden reparieren lassen, die Rechnung an den Anwalt gesendet und alsbald das Geld erstattet bekommen.

Nun mag man immer noch behaupten, dieser Weg sei irgendwo doch feige, weil der Betreffende nicht offen für sein Vergehen eintritt, aber wer kennt alle Gründe einer Handlung und will darüber richten?
;)

So, das war meine heutige Geschichte zum Advent und morgen erzähle ich, wie ich in einem Café am Rande von Paris meine Brieftasche verloren hatte und sie einige Tage später unversehrt und inkl. Bargeld per Post zurück erhielt. :)

Das finde ich sehr löblich!

Das finde ich sehr löblich! Es gibt tatsächlich noch Menschen, die nicht gleich den Holzhammer geschwungen sehen wollen. In der Tat kann es jedem mal passieren, im Affekt, aus Angst oder Unwissenheit zu "flüchten". Leider verwehrt einem das Gesetz dann, sich direkt im Anschluss noch aus der Schlinge zu ziehen, indem man sich z.B. innerhalb einer bestimmten (z.B. mehrstündigen) Frist meldet. Selbst wenn man alleine auf weiter Flur steht, Handy nicht dabei oder Akku leer, darf man sich nicht vom Unfallort wegbewegen, sonst ist es eine Unfallflucht - d.h. man darf noch nicht mal zur Polizei und den Schaden melden, sonst wird dort auch gleich die Anzeige wg. Fahrerflucht geschrieben. (im StGB wird nur von einer "angemessenen Wartefrist" am Unfallort gesprochen - sehr löblich...) Letztendlich zwingt einen die Grundhaltung vieler Menschen und die rigide Auslegung des StGB dazu, sich dann solcher Dinge wie der anonymen Regelung über einen Anwalt zu bedienen. Wer allerdings überhaupt keine Bestrebungen hat, den Schaden zu regulieren, sollte dafür umso härter bestraft werden.

Feige... nicht Feige

Das ist doch nun nicht die wirkliche Frage.

Wenn ich zum Parkplatz komme, dort mein Auto beschädigt vorfinde, dann ist es mir ausgesprochen EGAL, aus welchen Gründen derjenige einfach davon gefahren ist und ob er sich nach Std. oder Tagen von selbst melden "möchte".

Ich habe ein beschädigtes Auto. Also muss ich die Polizei anrufen damit diese den Sachverhalt aufnimmt. Da gibt es keine grosse "Auswahl". Ich werde den Teufel tun und hoffen, das derjenige sich "Freiwillig" meldet und durch mein eigenes "abwarten" auch noch die letzte Hoffnung zu zerstören, das man den Täter findet.

Panik?

Wieso? Kein Grund. Ihm ist nichts passiert, Menschen liegen nicht blutend am Boden, also? Weswegen "Panik"?

Es ist ärgerlich, kostet Zeit und Geld, dass ist aber auch wirklich alles.

Auch einen Grund für "Feigheit" kann ich nicht stehen. Was soll ich, trotz meiner 1,92m grösse machen, wenn ich den Schaden sehe? Den Verursacher zusammenschlagen? Doch wohl eher unwarscheinlich.

Kein Handy, kein Zettel, lange gewartet?

Ich weiss nicht, wo sich Unfälle auf Parkplätzen so im allgemeinen Ereignen, wahrscheinlich irgendwo im Wald und auf der Heide, wo weit und breit Niemand zu finden ist.

Die drastischen "Strafen" sind bekannt, es dürfte sich wohl kaum ein Autofahrer finden, dem sie NICHT bekannt sind. Wer dennoch einfach davon fährt, muss damit leben.

Es gab immer Ausnahen und es wird immer Ausnahmen geben, warum man davon fährt... aber diese Ausnamen zu Regel zu machen, damit es das 1% nicht trifft, sehe ich als Falsch an.

Jeder kann anschliessend sich selbst auf der Polizei melden, dort angeben was passiert ist udn ein "vernünftige" Begründung für sein davonfahren angeben. Ich glaube nicht, das man, egal wo in Deutschland, länger als 30 Min. braucht um eine Möglichkeit zu finden, die Polizei zu informieren. Die dann beim Unfallgegner schon mit den entsprechnden Infos anrücken kann.

Davon zu fahren, weil man "vielleicht" 1 Std. auf den Unfallgegner warten muss... jo, ich bin sicher, das dieser "Unfallgegner" länger als 1 Std. rumsteht bis die Polizei da ist, den Unfall und alles drumrum aufgenommen hat. Von der Verzweiflung desjenigen mal komplett abgesehen, der jetzt erst mal glaubt auf evtl. zig Hunderte von Euro Schaden zu sitzen.

Es ist Weihnachten... glauben wir an das "Gute" im Menschen...

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