Und die am wenigsten Schuldigen leiden am meisten

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Menschenrechte mit den Füssen getreten
Sonntag, 9. Oktober 2011 - 10:56

Jetzt sehen wir wieder die Bilder aus Libyen. Kinder mit zerfetzten und abgerissenen Gliedmaßen. Nichts Neues und nach jedem Krieg wieder. Verstümmelt, weil man mit der Herstellung und dem Handel mit Kriegswaffen viel Geld verdienen kann. Es ist unmenschlich und doch von Menschen gemacht.

Die Bestrebungen, diese teuflischen Waffen zu verbieten wurden von Lady Diana vorangetrieben und gerieten mit ihrem Tod eine zeitlang ins stocken. Weltweiter Druck durch nichtstaatliche Organisationen und der Mut einiger Regierungsvertreter führten im. Dezember 1997 zur Unterzeichnung des Antipersonenminen-Verbotsvertrages („Ottawa-Konvention“). Dieser Vertrag gilt für die Vertragsparteien seit dem 1. März 1999 als bindendes internationales Recht.

39 Staaten haben die Konvention bislang nicht unterzeichnet: Ägypten, Armenien, Aserbaidschan, Bahrain, Burma, China, Finnland, Georgien, Indien, Iran, Israel, Kasachstan, KDVR, Republik Korea, Kirgisistan, Kuba, Laos, Libanon, Libyen, Marokko, Marshallinseln, Mikronesien, Mongolei, Nepal, Oman, Pakistan, Polen, Russland, Saudi Arabien, Singapur, Somalia, Sri Lanka, Syrien, Tonga, Tuvalu, USA, Usbekistan, Vereinigte Arabische Emirate, Vietnam.

13 Staaten produzieren weiterhin Personenminen: China, Indien, Iran, Kuba, Myanmar, Nord- und Südkorea, Nepal, Pakistan, Russland, Singapur, USA und Vietnam.

Über 100 000 000 Personenminen liegen noch ungeräumt, davon in Ägypten 30 Mio., im Iran 16 Mio., in Angola 15 Mio., in Afghanistan 10 Mio. und im Irak 10 Mio.

Wo bleibt die christliche Nächstenliebe? Müssen wir die Menschen erst zerfetzen, um sie danach wieder zusammen zu flicken? Wann höre ich Merkel und Co in den USA und bei Verhandlungen mit den USA etwas über das Verbot der Landminen sagen?

Nein, das ist ja nicht opportun.

Wenn die Politiker sagen: bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt, dann kann ich dem nur zustimmen. Denn genau dort steht er im Weg.

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