Um die wahrscheinlich längste Praline der Welt geht es in diesem Bericht

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nicht, aber um die vielleicht hässlichste Mauer von Bruchsal
Donnerstag, 19. Juni 2014 - 15:39

Hier auf bruchsal.org durften wir lesen, dass in wenigen Tagen das Deutsche Musikautomaten-Museum Bruchsal in den Räumen des Schlosses und auch im Ehrenhof ein rauschendes Fest mit Konzerten, Mitmach-Aktionen, musikalischen Führungen sowie kulinarischen Köstlichkeiten feiern wird. Es ist wirklich toll, wie sich das Musikautomaten-Museum, dies darf man zumindest einem Bericht auf bruchsal.org entnehmen, geradezu neu erfunden hat. Das Musikautomaten-Museum bezeichnet sich selbst nun als "besucher- und vermittlungsorientiertes Themenmuseum mit Erlebniswert." Es ist zu hoffen, dass das Musikautomaten-Museum endlich als herausragendes Touristenziel erkannt wird. Verdient hätte das Musikautomaten-Museum dies allemal, ist es doch weltweit nahezu einmalig.

Doch um bekannt zu werden und wirklich zu einem breit bekannten Touristenziel zu werden, bedarf es eines ausgefeilten Marketings. Dass es hier sogar selbst in Bruchsal noch Einiges zu tun gibt, zeigt ein Kommentar zum Musikautomaten-Museum, der vor wenigen Tagen bei facebook von einem waschechten, wohl etwas gefrustetem Bruchsaler eingestellt wurde:

"Ich hab ja bis vor kurzem noch nicht mal gewusst das das deutsche Musikautomatenmuseum in Bruchsal ansässig ist und dann noch im Schloss. Da war ich ebenfalls vor kurzem drin aber von Musikautomaten keine Spur, bin erst durch Zufall darauf gestoßen... Aber nun da ich mich etwas informiert habe, werde ich selbstverständlich dem Museum einen Besuch abstatten..."

Da gilt es wohl noch einige Hausaufgaben zu machen.

Ihre Hausaufgaben gemacht hat wohl ebenfalls nicht die "Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg", die unter anderem auch für den Unterhalt des Bruchsaler Schlosses zuständig ist und zudem noch pikanterweise ihren Sitz in Bruchsal hat - im Schlossraum.

Hat doch wohl diese Behörde vor etwa einem Jahr veranlasst, dass die Schlossmauern auf großen Längen der Styrumstraße vom alten Verputz befreit wurden. Dies war überfällig, löste sich der Verputz bereits in großen Platten von der weitgehend mit grob behauenen Natursteinen gemauerten Schlossmauer. So weit, so gut. Allerdings hat sich seither nichts mehr getan. Besucher Bruchsals, der unsere Stadt in Richtung Autobahnanschluss oder Ubstadt verlassen, behalten als einen ihrer letzten Eindrücke von unserer Stadt diese vergammelte Mauer im Sinn. Wahrlich kein Aushängeschild für Bruchsal.

Liebe Staatliche Schlösser- und Gärtenverwaltung von Baden-Württemberg, bitte beseitigt doch endlich diesen Schandfleck im Herzen von Bruchsal.

Mauer

Verputzt diesen Teil der Schlossmauer sowie die Häuschen hinter Diener- und Remisenbau an der Styrumstraße und macht Mauer und Häuschen durch freundliche Farben, gerne im Finanzamt-Gelb und -Rot zu einem Hingucker - nicht nur für die Gäste unserer Stadt.

Mauer

Der Anstrich darf natürlich auch gerne in der Ziegelstein-Optik erfolgen, wie sie beispielsweise beim Amtsgericht verwendet wurde. Und vielleicht gibt es noch einen kleinen werblichen Nebeneffekt. Durch eine angenehme, saubere Gestaltung der Schlossmauer und der Häuschen an der Styrumstraße kann vielleicht der eine oder andere auswärtige Vorbeifahrende dazu angeregt werden, das Schloss zu besuchen ("Hey, was verbirgt  sich denn hinter dieser so angenehm anzuschauenden Mauer?"). Und wenn Sie, liebe Staatliche Schlösser und Gartenverwaltung, es ganz schnieke haben wollen, dann schreiben Sie vielleicht noch auf die jetzt nach Verputzen und Streichen ansehnliche Umfassungsmauer: "Besucht das Bruchsaler Schloss - ein Meisterwerk des deutschen Barock und Rokoko".

Und wenn Sie ganz speziell etwas zu den Bruchsaler Heimattagen beitragen wollen, dann wäre es gigantisch, wenn bereits bis Anfang 2015 der neue Anstrich zu einem Schlossbesuch einladen würde. Dann würden Besucher der Stadt Bruchsal, die sich tatsächlich in den Schlosshof verirren, nicht mehr zum Schlossbereich sagen müssen: "Innen hui, außen pfui!".

Mauer

 

Mauer
Mauer
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Mauer
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Kommentare

Banausen

Oh, diese Banausen. das ist Vintage!!!! Das hat man jetzt soooo!!! Krähwinkler eben.... Vorhang!

Shabby Chic Look

Beim Depot in der Bruchsaler Kaiserstraße stehen jede Menge Kleinmöbel im modernistischen Shabby Chic Look herum. Unbedarfte Besucher dieses Ladens sind immer wieder über das Angebot erstaunt und vermuten, dass beim Depot doch recht vergammelte Secondhand-Ware verkauft wird.

Daher meine Vermutung: Wahrscheinlich sieht der Autor etwas falsch. Vielleicht ist die Schlösserverwaltung Trendsetter. Shabby Chic Look jetzt auch für Schlösser und Gärten in Baden-Württemberg, erstmals erprobt in Bruchsal. Bruchsal ist jetzt nicht nur Welthauptstadt des Spargels, sondern auch Welthauptstadt des kompetent eingesetzten Schlösser-Shabby-Chic-Looks.

Grünpflege

Ich stimme Herrn Eberle zu. Außerdem verstehe ich auch die Vernachlässigung der Rasen/Wiesenstücke entlang der Schönbornstraße nicht. Regelmäßig mit dem Mäher drüber gehen und ein wenig wässern sollte doch im Budget sein. Das gönne ich mir zu Hause auch. Solche "Detail"-Liebe bewirkt meistens entzückte Besucher.

Shabby Look ist schon wieder out und daher Pimp my Brusl

Das passt wie die Faust aufs Auge.Ist zum Teil schon traurig anzuschauen was aus dem oft negativ bewertenden Provinzstaedtchen der 70 geworden ist. Mir war ,bin nur spordisch in Brusl da ich z.Zt. im Ausland lebe,trotz aller Unkenrufe zum Trotz das beschauliche Kreisstaedtchen lieber als die heutige Kraichgaumetropole und huebscher anzuschauen wars allemal als das aktuell daher kommende "trostlose" Bruchsal . ( Der Thing fehlt halt) .Es blutet mir das Herz wenn ich z.B die tolle Fussgaengezone , Sepa , die Skulpturen vor der Sparkasse , das Bahnhofsumfeld mit dem Park bei der Viktoriastrasse (speziell den Buergergarten) ,und,und, und sehe.Da haette mit dem gleichen Geld besseres fuer Bruchsal getan werden koennen.Das Schloss mit dem Drum Rum ist das einzige Highlight das Bruchsal zu bieten hat und das sollte Glaenzen wie ein Perle bzw. touristisch beworben werden damit wieder Geld ins Stadtsaeckel kommt .Steuereinnahmen von den einstigen Betrieben wie Siemens ,HIB,Wellpappe,Coca Cola gibt es ja nicht mehr.Ohne die SEW waere in Brusl ganz der Ofen aus .

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