Toleranz

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Sonntag, 16. November 2014 - 15:36

Toleranz, zur Zeit ganz groß geschrieben. Die ARD hat dazu die Woche vom15. bis zum 21. November zur Themenwoche Toleranz gemacht. Das scheint gut so. Am Ende der Woche wissen dann sicherlich viel mehr als vorher, was Toleranz bedeutet.

Im Prinzip ist Toleranz die Herabsetzung eines/des anderen. Ich akzeptiere ihn/es nicht, ich dulde nur, dass er/es da ist. Toleranz läßt keine Diskussion zu, da jeder der beiden "Toleranten" bei seiner Auffassung bleibt.

Das, was wirklich erstrebenswert ist, ist die Akzeptanz. Wenn man bereit ist, Argumente und Auffassungen von jemand anderen zu teilen und anzunehmen, mit ihm/ihr einverstanden zu sein. Also miteinander, nicht nebeneinander, gegenseitig befruchtend und anerkennend.

Nur wenn man sich immer wieder fragt, toleriere ich nur, was mein Mitmensch tut, ohne jegliches Verständnis oder akzeptiere ich es.

Goethe sagt zur Toleranz: "Toleranz sollte eigentlich nur eine vorübergehende Gesinnung sein: Sie muss zur Anerkennung führen. Dulden heißt beleidigen."

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Kommentare

Das...

akzeptiere ich gerne...

Volle Zustimmung Filou...

„ TOLERANZ ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft“, heißt es bei Aristoteles.
Vielleicht hilft es, zuerst den Begriff „Toleranz“ zu definieren. Tolerieren heißt so viel wie: „erdulden, ertragen, hinnehmen“. Eine starke Gemeinschaft begründet man nicht in gegenseitiger Geduld, sondern auf Respekt und Anerkennung. Toleranz hat aber nichts mit Respekt und Anerkennung zu tun, denn beides begründet sich in der Erfüllung gemeinsamer Ansprüche und Maßstäbe. Toleranz respektiert nicht, sie duldet. Toleranz setzt nicht gleich, nein sie erträgt und nimmt das Falsche hin. Toleranz ist die heimliche Abwertung des gegenüberstehenden Individuums. Sie ist unehrlich und tückisch, Toleranz gärt.
Toleranz hat aber auch keinen Inhalt, keinen gemeinsamen Nenner. Sie ist keine Idee, wie der Glaube an die Freiheit des Einzelnen. Eine Idee, die man miteinander teilen kann, eine Idee die verbindet.

Toleranzwoche

Sie können nicht akzeptieren, was Sie nicht verstehen können. Was Sie aber nicht verstehen können, können Sie nur tolerieren.

Sofern Sie in der Lage und auch guten Willens sind, zu lernen und zu begreifen, was Sie AKZEPTIEREN sollen, dann sollte die Toleranz tatsächlich nur ein Zwischenstadium sein. Kann man das aber nicht, dann bleibt nur die Toleranz.

Ich denke, es ist z.B. Muslimen völlig schnurz, ob Sie ihre Lebensweise akzeptieren, Hauptsache, Sie tolerieren sie. Sie müssen sich auch nicht mit ihnen und ihrer Denke beschäftigen.

Mir wäre es als Muslim jedenfalls total egal, ob Sie AKZEPTIEREN, dass ich mich beschneiden lasse, Pluderhosen trage und mir einen Bart zulege, denn das geht Sie einen Feuchten an...., es reicht mir, wenn Sie es tolerieren.

Akzeptanz erfordert immer erst einmal eine Erfahrung, dann eine Bewertung der Erfahrung und letzlich eine Konklusion. Erst wenn diese für mich tragbar ausfällt, kann ich "akzeptieren".
Solange ich aber nicht zu einer Schlußfolgerung kommen kann, weil ich Zusammenhänge nicht verstehe, kann ich nur tolerieren. Erlaube ich mir trotzdem eine Schlußfolgerung, begebe ich mich auf das Glatteis der berühmten "Vorurteile".

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