Todesfall mit ungeklärter Ursache in der JVA Bruchsal

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Die Staatsanwaltschaft ermittelt
Dienstag, 26. August 2014 - 14:49

26.08.2014. Seit Montag dieser Woche wird die Justizvollzugsanstalt (JVA) Bruchsal kommissarisch durch einen erfahrenen Leiter einer anderen Justizvollzugsanstalt des Landes geleitet.

JVA

JVA Bruchsal. Foto: privat

 
 

Der bisherige Leiter der JVA in Bruchsal wurde vorläufig von seinen Aufgaben entbunden, um eine auch nur von dem Verdacht einer Parteilichkeit freie Untersuchung eines Vorkommnisses in der JVA Bruchsal zu ermöglichen.

Am 9. August 2014 war ein Inhaftierter der JVA Bruchsal tot in seinem Haftraum aufgefunden worden. Aufgrund seiner aggressiven Gefährlichkeit war er zuvor in unausgesetzter Absonderung gemäß § 68 des Justizvollzugsgesetzbuchs III für Baden-Württemberg untergebracht. Das bedeutet, dass er sich in Einzelhaft befand. Wie bei Todesfällen in Justizvollzugsanstalten üblich, wurden umgehend Polizei und Staatsanwaltschaft verständigt. Der verstorbene Gefangene wurde obduziert, die Ermittlungen laufen noch.

Nicht zuletzt vor dem Hintergrund einer anonymen Anzeige, von der das Ministerium am 15. August 2014 Kenntnis bekommen hat, sowie einer umgehenden Vor-Ort-Information durch das Justizministerium ergaben sich jedoch eine Reihe von Fragestellungen, die ein unmittelbares Handeln seitens des Ministeriums notwendig machten.

Disziplinarische Schritte gegen weitere Bedienstete der JVA Bruchsal werden derzeit geprüft.

Der Betrieb in der JVA Bruchsal ist unterdessen gewährleistet. Die erfolgte Überprüfung der Unterbringung weiterer Gefangener in Einzelhaft hatte keine Beanstandungen ergeben.

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Ergänzung (bruchsal.org): Der 33 Jahre alte Mann aus Burkino Faso soll die Essensaufnahme verweigert haben. Die Obduktion soll keine eindeutige Todesursache ergeben haben. Nun soll auch geklärt werden, inwieweit der Gefangene an lebensgefährlichem Untergewicht gelitten habe.

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Kommentare

Ungeklärte Todesart

Bruchsal und andere Brände

Keine eindeutige Toderursache?

Die Obduktion soll keine eindeutige Todesursache ergeben haben. Nun soll auch geklärt werden, inwieweit der Gefangene an lebensgefährlichem Untergewicht gelitten habe.

Wie wird denn das lebensgefähliche Untergewicht festgestellt, wenn nicht bei der Obduktion? Wer weiß es?

Rund um die JVA

Sehr interessant:
http://www.jva-bruchsal.de/pb/,Lde/1237776

Der wird die Ereignisse hier aufmerksam verfolgen:
http://www.freedom-for-thomas.de/thomas/index.shtml
Und wird sich seinen Teil schon denken.

Und gerade die sind so ruhig geworden:

https://bund-laender-bawue.verdi.de/++file++53999bb86f68443cfa00114f/dow...

Gewicht/Obduktion

Dieses ist wahrscheinlich nicht mehr eindeutig ermittelbar, da nach dem Tode Flüssigkeiten ausgetreten sein können und Ähnliches - wie ich mal in einem Buch,  in dem mysteriöse Todesfälle geschildert werden, las.

Du lieber Himmel ...

Wenn in der JVA Bruchsal eine Person aus Burkina Faso in den Hungerstreik tritt und an den Folgen STIRBT, interessiert das hier kein S ....... !
Es wird nach den Obduktions-Details gefragt und nicht danach, weshalb irgendwer in den Hungerstreik getreten ist !!!

Ekelhaft - solche Ignoranz .... !

Die Staatsanwaltschaft ermittelt

Sicherlich wird von der Staatsanwaltschaft KA alles vollständig aufgeklärt,
hätte man da nicht Oberstaatsanwalt Rehring beauftragen sollen (als ehemaliger Anstaltsleiter)!
Der Krähenstaat lässt grüßen

Beobachter 3

Ihren Satz:

Wenn in der JVA Bruchsal eine Person aus Burkina Faso in den Hungerstreik tritt und an den Folgen STIRBT, interessiert das hier kein S ....... !

ergänze ich noch und bestätige ihn dann auch noch für mich

Wenn in der JVA Bruchsal eine HOCHGRADIG AGGRESSIVE Person aus Burkina Faso, DER DIE MUTTER DREIER KINDER ERSTACH, WEGEN TOTSCHLAGS RECHTSKRÄFTIG VERURTEILT UND IN DER JVA OFFENBURG EINEN BEAMTEN SO SCHWER VERLETZT HAT; DASS DIESER DAUERHAFT DIENSTUNFÄHIG WURDE, in den Hungerstreik tritt und an den Folgen STIRBT, interessiert das hier kein S .......

In diesem Fall trete ich gerne in die Gruppe "keine S ..." ein!

War gerade auch dabei

Zu Überdenken, dass oder ob ein verurteilter ehemaliger KFZ-Mechaniker aus intellektuellen oder politischen Gründen in Hungerstreik tritt und dies einfach nicht entsprechend gewürdigt wird....in allen Medien können Sie nachlesen, dass dieser Mann auch während der Haftzeit hochgradig aggessiv war!

Zudem haben wir über das nicht eindeutige Obduktionsergebnis (dieses wird öffentlich nicht bestritten) diskutiert, wohingegen Sie darin eine Verschwörung erkennen, Hut ab Beobachter 3, vor Ihren Schlussfolgerungen.....

Auf die Sprüche habe ich gewartet

"Wenn in der JVA Bruchsal eine Person aus Burkina Faso in den Hungerstreik tritt und an den Folgen STIRBT, interessiert das hier kein S ..... !
Es wird nach den Obduktions-Details gefragt und nicht danach, weshalb irgendwer in den Hungerstreik getreten ist !!!"

Wenn jemand in den Hungerstreik tritt, bringt er sein eigenes Leben in Gefahr mit dem bewussten Risiko, Schaden zu nehmen, vielleicht auch zu sterben.

Warum der Mann in den Hungerstreik trat? Vermutlich weil er aufgrund seiner aggressiven Gefährlichkeit zuvor in unausgesetzter Absonderung untergebracht war. Das ist sehr hart. Aber was ist die Alternative?

In dem (Artikel) PM unklar war, warum man bei der Obduktion die Todesursache nicht feststellen konnte. Um in einem solchen Todesfall alle Vermutungen ausschließen zu können, wird eine Obduktion angeordnet. Wird hier ordnungsgemäß gearbeitet, kann festgestellt werden, ob der Todesfall natürliche oder keine natürliche Ursache hat.

Dass dieses nicht festgestellt wurde und bislang fraglich bleibt, wirft ein schlechtes Licht auf die JVA. Fakt ist doch, dass die Todesursache nach Wochen (9. August bis 26. August) noch nicht feststand. Um nicht mehr und um nicht weniger ging es.

Klinisch schätzt man dann einen BMI unter 14 als kritisch ein, weil Folgeprobleme bzw. längerfristige Komplikationen zu befürchten sind. Ein BMI unter 12 wird als lebensgefährlich angesehen. Wenn die Angaben stimmen, hatte der Mann einen BMI von 15,2 (1,87 m, 52 kg).

In der Erklärung des Weltärztebundesvon 1975 wird bestimmt, dass sich Ärzte sich nicht an Maßnahmen zur Zwangsernährung von Häftlingen beteiligen dürfen.

1992 erneuerte der Weltärztebund seine Forderung an die Ärzteschaft, Zwangsernährung nicht zu unterstützen. Die "Declaration on Hunger Strikers" wurde 1996 und 2006 überarbeitet und aufgrund der vermehrten Anwendung von Zwangsernährung in Guantanamo im Wortlaut weiter verschärft. Ärzte in Deutschland sind durch ihre Mitgliedschaft in der deutschen Bundesärtekammer an diese Erklärung gebunden.

Homepage der JVA Bruchsal - Stand: Heute, 3.10.2014

Bitte mal anschauen - aber festhalten:

http://www.jva-bruchsal.de/pb/,Lde/Startseite

Die Ereignisse der letzten Wochen und Monate, insbesondere die Suspendierung des Leiters Thomas Müller, sind an diesem Werbeauftritt spurlos vorübergegangen.

Zu unsensibel?

Vermutlich bin ich nicht sensibel genug, dass ich erkennen könnte, was auf der Homepage der JVA Bruchsal neuerdings zu beanstanden wäre. Nur weil der Leiter (lt. Justiz-Sprecher) zwecks einer unabhängigen Untersuchung  "vorläufig von seinen Aufgaben entbunden wurde" ?

So eine Anstalt existiert doch länger als ein paar Monate. Weshalb sollten in einen solchen Internetauftritt bislang ungeklärte Ereignisse mit aufgenommen werden? Die Anstalt muss als Arbeitgeber für potentielle Bedienstete eine perfekte Darstellung hinlegen. Schließlich ist ein Bediensteter fast so eingesperrt, wie ein "Knacki" mit Freigang.  Welcher Arbeitnehmer möchte schon, dass seine Firma in schlechtem Licht dasteht, wenn es fragwürdige Vorgänge gibt? Man schaue sich doch einmal die Werbeauftritte von Frau von der Leyen an. Da könnte man ja auch immer dazu schreiben: "Ist in schlechtem Zustand". Nein, nicht der Zustand der Frau von der Leyen sondern die Einsatzfähigkeit der Bundeswehr.

Worüber ich eigentlich mehr stolpere ist die Tatsache, dass Justizbeamte und Richter auf Straftäter angewiesen sind. Natürlich ist hier das Land der Arbeitgeber und nicht der Straftäter. Aber ohne Material (sprich Straftäter) kann auch der beste Richter nicht richten, die beste Vollzugsanstalt nur als Baudenkmal stehen bleiben.

Wie findet man hier das richtige Gleichgewicht? Immer zu hoffen, dass es genügend "schwere Jungs" gibt, damit man seinen Arbeitsplatz behalten kann?

Natürlich tragen Gerichte dazu bei, den Nachschub in geordneten Bahnen zu halten, indem sie Aktenstapel erhöhen oder reduzieren, so wie es die Kapazität der Anstalten verlangt. Da muss schon einmal einer auf seine Verhandlung oder auf seine Einladung zum Vollzug einige Monate warten. Manch einer weiß dann gar nicht mehr um was es geht. Dann ist es gut, dass alles in zig Aktenordnern von den ermittelnden Stellen vor Jahren festgehalten worden ist.

Und auch das Geld der Straftäter scheint manchmal eine Rolle zu spielen. Ein weniger Begüterter ist schon mal in vier Wochen abgeurteilt, während so mancher Reiche eine hohe zweistellige Zahl von Verhandlungstagen bekommt. Es kann natürlich sein, dass dies nur ein subjektiver Eindruck meinerseits ist.

Und die Firmen, die die Anstalt als verlängerte Werkbank benutzen? Was würde z.B. Gardena ohne die "Lange Werkbank" JVA machen, wenn das Gartenjahr beginnt und die Nachfrage sprunghaft steigt? Auch um solche Firmen zu aquirieren, muss der Internetauftritt makellos und perfekt sein.

Genauer betrachtet ist die homepage der JVA professioneller als die so mancher großen Firma. Aber ich gehe davon aus, dass auch dort (in der JVA) Menschen mit Computerkenntnissen einsitzen. Und Zeit haben die vermutlich genügend.

Wenn schon...

Frau von der Leyen und die Bundeswehr erwähnt werden...  :-)

Bundeswehr
von der Leyen
Eurofighter

 

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