Tag der deutschen Einheit

DruckversionPer e-Mail versenden
Zeit, sich Gedanken zu machen
Freitag, 3. Oktober 2014 - 17:39

Tag der deutschen Einheit. Wie froh können wir sein, dass die Gefahr „Die Russen kommen“ jetzt vorbei ist. Schließlich ist die Verteidigungsbereitschaft auf einem Tiefpunkt angelangt. Natürlich darf man dies nicht Frau von der Leyen anlasten, schließlich ist sie ja erst ein Jahr im Amt. Aber, dass sie davon scheinbar nichts gewusst hat, ist doch bedenklich.

Die herausragenden Verteidigungsminister Jung, zu Guttenberg und de Maizere haben ein wohlbestalltes Haus hinterlassen. Auch dem Wehrbeauftragten Königshaus scheint während seiner vierjährigen Amtszeit nichts aufgefallen zu sein. Wie konnte die Bundeswehr in so schlechten Zustand gelangen. Die Industrie sei schuld, weil sie nicht rechtzeitig liefere. Wie denn auch, wenn laufend Änderungen an den Systemen gewünscht werden?

Wir müssen uns mit unserem Militär stärker engagieren, meint Joachim Gauck sinngemäß. Für die gleiche Forderung wurde einer seiner Vorgänger, Horst Köhler geschasst. Andere Zeiten, andere Sitten.

Jetzt bieten wir dem Islamischen Staat Paroli. Seltsam, die letzten zwei Jahre hat sich niemand darum gekümmert. Aber als direkte Anrainer (im Gegensatz zur Türkei) zum IS müssen die USA und die BRD natürlich etwas unternehmen. Der Rest der überalterten deutschen Waffen muss weg. Die USA bombardieren mit Marschflugkörpern. Dass die Kollateralschäden an Menschen bei über 80% liegen, wen stört das eigentlich nicht? Sind die Zivilisten, die im Wege sind weniger Wert?

Die Türkei hat sich bislang tapfer geweigert, den IS zu bekämpfen. Erst auf Druck der USA hat sich Erdogan schweren Herzens entschlossen, in die Front einzuschwenken. Allerdings könnte das ins Auge gehen, wenn die Kurden zu stark werden.

Man mag sich die Stärke der türkischen Streitkräfte ansehen http://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%BCrkische_Streitkr%C3%A4fte und dann überlegen, weshalb die Türkei den IS nicht bekämpfen wollte, aber die USA und die EU dabei sind. Was ist das für eine Berichterstattung in Deutschland, wenn man x-beliebige Kurden nach ihrer Ansicht über den Konflikt befragt und die groß und breit in Tagesschau und Heute ausstrahlt?

Der Emir von Katar braucht nur ein paar Mal mit den Augen blinzeln, schon werden Waffenausfuhrgenehmigungen erteilt. Auch Saudi-Arabien ist wieder als Waffenabnehmer genehm. Hier gehen wie immer Profit und Arbeitsplätze über Menschenleben. Oder kann mir einer erklären, wann mit Waffen weniger Menschen zu Tode gebracht wurden als ohne Waffen?

Wieso konnte der IS mit Erdöl und Erdgas noch Geld verdienen? Keine Sanktionen gegen die Abnehmerstaaten. Keine Kontensperrung für den IS. Bei Russland geht das viel schneller, selbst wenn man sich dabei ins eigene Fleisch schneidet.

Ja – ich weiß, die Großkopfeten verstehen das besser als so ein Filou. Aber erklärt hätte ich die Ungereimtheiten doch gerne.

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.6 (21 Bewertungen)
Inhalt abgleichen Inhalt abgleichen