Straßenstrich floriert in Bruchsal

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Das neue Wahrzeichen von Bruchsal ist das große EROTIC-Schild im Industriegebiet an der Autobahn. Unterzeile ERDBEERMUND.
Dienstag, 3. Juni 2014 - 10:38

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Zuerst berichtete Stadtrat Jürgen Schmitt auf bruchsal.org zum Thema Straßenstrich: Bruchsal - der Schwalben-Tempel (http://www.bruchsal.org/story/bruchsal-schwalben-tempel), jetzt berichtet der SWR über dieses Bruchsaler Thema überregional:

"Das neue Wahrzeichen von Bruchsal - sagen Kritiker - ist das große EROTIC-Schild im Industriegebiet an der Autobahn. Unterzeile ERDBEERMUND - von Weitem und vor allem von der A5 aus schon sichtbar. Da wissen die Besucher doch gleich, woran sie sind. Sex für Geld kann man in Bruchsal aber auch auf der Straße haben. Seit ungefähr einem Jahr gibt es in der Stadt nämlich einen gut florierenden Straßenstrich. Und der wird immer größer - sehr zum Ärger der Anwohner."

Zum Bericht und den Interviews mit den Betroffenen bitte diesen Link klicken: http://www.swr.de/landesschau-aktuell/bw/karlsruhe/aergernis-in-bruchsal...

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Kommentare

Ist doch völlig ok

Ich erwarte von niemandem, meine Meinung zu teilen, kein Problem.

Mir erschien die Schilderung im Netz recht authentisch, ähnlich äußern sich auch Betroffene über ihren Arbeitsalltag. Diverse Schilderungen (wie Deutschkenntnisse, Standorte usw) haben sich auch bestätigt.

Es ist mir völlig klar, daß auch in festen Etablissements nicht immer alles seriös zugeht und das Gewerbe an sich eher dubios ist. NUR: Mit dem Straßenstrich haben wir eine Art der Prostitution, die schon geringsten Anforderungen an Menschenwürde und Sicherheit nicht genügt. Zumindest DAS wäre (so meine Meinung) recht einfach zu kontrollieren bzw abzuschaffen.

Was man darüber hinaus tun könnte, um die Bedingungen zu verbessern, darüber kann und muss man diskutieren.

 

 

Huren gäbe es trotz BGE

@Morticia

Eigentlich ist das Thema nun ziemlich ausgelutscht, aber eines liegt mir doch noch auf dem Tippfinger:

JA, der Job der Hure ist demütigend und JA, da verkaufen sich Frauen an eine oft halbseidene Klientel für gesellschaftlich tabuisierte Zwecke.

Wer meine Beiträge hier liest, weiß, dass ich längst für ein bedingungsloses Grundeinkommen bin. Aber glauben Sie wirklich, dass diese von Ihnen und der beobachterin so missbilligte Form der Prostitution aufhören würde, wenn jede der Damen ab sofort monatlich 1050 Euro einstreichen würde?

Mitnichten! Es wird immer jemanden geben, der ein Angebot macht und einen, der nach diesem Angebot fragt. Das nennt man Markt. Diesen Markt wird es immer geben und dieser Markt regelt auch die Preise.

Warum zerbrechen sich manche eigentlich überhaupt den Kopf über anderer Leute Lebensweise? Wir haben doch überhaupt nicht darüber zu befinden, ob jemand auf dem Strich zufrieden oder unglücklich zu sein hat oder nicht. Wäre ich mutig, würde ich gleich noch hinzufügen, dass wir auch kein Recht haben, darüber zu entscheiden, ob sich eine Muslima unter ihrem Kopftuch wohl zu fühlen hat oder nicht. Aber ich bin feige und sage das lieber nicht ;-)  .....ist auch ein ganz anderes Thema.

Statt über unerfüllbares Wunschdenken zu lamentieren, sollte es hier vielmehr darum gehen, darüber zu diskutieren, wo dieser Markt seinen PLATZ finden kann. Ich fürchte nur, da werden wir Bürger nicht gefragt werden. Die Frau Bürgermeisterin hat sich zwar die Beschwerden wegen der Damen am Kreisel bei den Dittmannswiesen beim Südstadt-Hearing angehört, aber sie sagte auch gleich dazu, dass sie rechtlich nicht viel machen könne.

Ich kenne die einschlägige Rechtslage zu wenig, um zu bewerten, ob das eine Ausrede war oder nicht. Es sollte aber eine Möglichkeit geben, den Marktplatz für die Damen so zu platzieren, dass alle damit leben können und den Rest der Stadt zum Sperrbezirk zu erklären.

Hm

Und was spräche jetzt dagegen, Straßenstrich vollends abzuschaffen?

Ich meine deutschlandweit, durch ein entsprechendes Gesetz?

Eine Steilvorlage für "Al Capones"

Und was spräche jetzt dagegen, Straßenstrich vollends abzuschaffen?

Ich meine deutschlandweit, durch ein entsprechendes Gesetz?

Sie meinen wie in Chicago, während der Prohibition von Alkohol? Dann schaffen Sie einen gigantischen illegalen Markt, dem Sie niemals Herr werden können. Und die Damen stehen spätestens jenseits der Grenzen aufgereiht nach wie vor "zur Verfügung"

Nein

Es ginge nicht um ein vollständiges Verbot der Prostitution, nur um den Straßenstrich.

Das gibt es auch in anderen Ländern, so abwegig ist das nicht.

 

@ Jürgen Schmitt

@ Jürgen Schmitt:

Wichtiger Nachtrag:

Gestern Nachmittag hat mir ein Freund Folgendes erzählt:

"Er wäre kürzlich per Rad in Höhe McDonalds/Aral-Tankstelle/Kunstschmiede Kull unterwegs gewesen, ihm seien zwei junge Mädchen (beide geschätzt weit unter 18 Jahren) aufgefallen, die offensichtlich ihre Dienste angeboten hätten.
Das hätte ihn sehr betroffen gemacht, er hätte angehalten und mit den Mädchen gesprochen und sich nach den Preisen erkundigt.
Beide konnten kaum ein Wort Deutsch; "Bl ....( kostet) 30 €, Fi .... 50 €"; beide waren barfuß.
Er sei nach Hause gefahren, hat das einer befreundeten Nachbarin erzählt und um zwei Paar abgelegte Schuhe gebeten; wohl wissend, dass sie ihnen vielleicht nicht passen würden.
Er sei zurückgefahren, hätte die Schuhe den beiden Mädchen gebracht - die sich über alle Maßen gefreut und sich überschwänglich bedankt hätten.
Es sei ihm egal gewesen, ob sie vielleicht nur Theater gespielt hätten (auf meine Bemerkung hin, dass sie vielleicht mit Absicht keine Schuhe getragen hätten).
Er sei sich sicher, dass das eingenommene Geld den Mädchen sofort von ihren Zuhältern abgeknöpft wird und dahinter organisierte kriminelle Banden/Gruppen stehen.(In Ungarn seien diese Zustände üblich und an der Tagesordnung, wie er von Freunden wüsste.)
Deshalb müssten diese Mädchen weg von der Strasse und weit weg vom Zugriff ihrer Zuhälter untergebracht werden - man müsste sich um sie kümmern.
Er fände es furchtbar, wenn durch ein paar gewalttätige, kriminelle Säcke, die den Hals nicht voll genug kriegen würden, das Leben von jungen Mädchen zerstört würde - und dass niemand etwas gegen diese A .... unternehmen würde.
Und dass es eine Sauerei wäre, dass es Männer gebe, die Mädchen in diesem Alter, im Alter ihrer Töchter, missbrauchen würden."

NO COMMENT !

Versuch einer Erklärung

1. Die Wirtschaft muss wachsen, so unser System, gehört bei der EU in Brüssel aus dem Munde des damaligen Chefs der EZB Trichet. Wachsende Wirtschaft bedeutet, dass alles was geschieht, in Geld verwandelt wird.

2. Der Zwang zu einer wachsende Wirtschaft steht in Widerspruch zu "kostenfreien" Sozialkontakten. Das bedeutet, dass sozialer Austausch, der "ohne Geld" stattfindet,  systemfeindlich ist.

Harmloses Beispiel dieser Systemveränderung:  Man kocht nicht mehr selbst, man nimmt die bezahlte Dienstleistung "Essen " in Anspruch. Eigene Küchen sind demensprechend immer häufiger nur noch "schöne Plätze" und kaum genutzt. Catering hat dementsprechend massiv zugenommen.

3. Die Anonymisierung der Gesellschaft , zum Beispiel durch  die immer häufigere Trennung von Wohn- und Arbeitsort, führt dazu, dass sich soziale Bindungen lockern, im Extremfall auflösen. Diese Trennung wird erzeugt, weil die Wirtschaft "effektivere " Strukturen sucht, durch Zusammenlegung von Produktionsstandorten beispielsweise. Die Befindlichkeit der Menschen spielt bei diesen Überlegungen überhaupt keine Rolle. Es zählt nur der Produktionsausstoß: siehe Ziffer 1.

4. Erkennbar ist diese Anonymisierung auch bei der "Kinderproduktion". Immer häufiger wird es üblich (besonders in den USA) , sich das Wunsch-Kind durch eine Samenspende eines - nach persönlichen Fähigkeiten des Samenspenders erwählt - "auszusuchen": Hätte gern schwarzhaarigen Knaben mit besonderen Management-Fähigkeiten (vielleicht als Unternehmens-Nachfolger sinnvoll....). Praktischerweise erhöht dieser Prozess das BSP: der Samen muss schließlich gekauft werden.

5. Alternativen. Wohl keine, wie ich fürchte.

Erklärungsversuche vs. Realität

@ Jürgen Schmitt:

Ihre Erklärungsversuche in allen Ehren.
Die Veränderungen wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und sozialer Strukturen auf Kosten des Menschen und der Menschlichkeit sind furchtbar.
Vor allem widersprechen sie jedem vernünftigen Denken und Handeln.

Davon - von Erkenntnissen und Erklärungen - haben die Prostituierten, besonders die minderjährigen Mädchen auf der Straße, leider gar nichts.

Außerdem haben Sie nicht versucht, auf meine konkreten Fragen einzugehen.

Ich weiß - "es ist ein weites Feld ..."

"Weit unter 18.."

...ist meines Wissens auch keine legale Prostitution. Hier hat auch eine OBin samt Exekutive die Möglichkeit, sofort einzuschreiten, müsste und sollte das auch sofort tun.

Ich glaube, hierüber reden wir hier auch nicht, obwohl man sich selbst in die Tasche lügt, wenn man glaubt, man brauche die Kinder nur aus Bruchsal zu vertreiben, dann ginge es ihnen besser.

Was soll die Exekutive tun?

Einsperren? Vertreiben? Ausweisen? Die Grenzen sind offen, die Probleme kommen herein. Um nochmals eine Lösung anzubieten, wie schon am Anfang des Threads: Ein Gesetz auf die Bahn bringen, das die Freier der Straßenprostitution mit empfindlichen Geldbußen bestraft (300 Euro oder mehr). Allerdings muss man dazu auch eine entsprechend personalstarke Polizei haben.

Und daran hapert es überall, auch bei der "richtigen" Verkehrskontrolle. Für mehr Polizei ist kein Geld da. Da ist sogar der Benzinverbrauch rationiert.

Wer die Probleme Stroßenprostitution, Wohnungseinbrüche, Überfälle, Verkehrsrowdies etc. in den Griff bekommen will, muss dafür Geld in die Hand nehmen.

Ich fürchte, der Bürger will gar nicht mehr Überwachung, oder doch?

@ Morgan le Fay

@ Morgan le Fay:

Es geht um Prostitution.
Auch Minderjährige, die dazu gezwungen werden, sind wohl keine Einzelfälle.
Es geht nicht darum, diese Kinder von Bruchsaler Straßen zu "vertreiben", sondern sie vor dem Zugriff ihrer Zuhälter zu schützen und sich ADÄQUAT um sie zu KÜMMERN !
Und es geht um die Leute bzw. Gruppen, die dahinter, hinter diesem Geschäft, stecken.

Wenn man minderjährige Mädchen oder auch volljährige Prostituierte, die dazu gezwungen werden, "vertreibt", wird nur der Standort gewechselt !

Sind Sie so ignorant oder tun Sie nur so ?

@ Filou/Morgan le Fay

@ Filou/Morgan le Fay:

Ich bin entsetzt über die ersten Kommentare nach meinem beschreibenden Bericht.

Filou geht`s ums Geld für Polizeikontrollen, Morgan le Fay ums Vertreiben von Kindern.
Jürgen Schmitt hat sich bisher nur in allgemeinen, theoretischen Erklärungen geäußert.

Bin mal gespannt, wie es noch weitergeht ...

Vohang

Was der Bürger will ist klar...

Einen Vorhang vor dem Ganzen. Der Stassenstrich muss verboten werden, damit man es nicht sehen muss. Das "Elend" bleibt das Gleiche, ob man nun Mauern in Form einer Hauses drumrumbaut oder einfach in der "Öffentlichkeit" verbietet.

Die Diskussion geht schon eine geraume Weile nicht mehr darum, das man etwas tun muss, sondern fast nur noch darum, dass man es nicht mit ansehen will.

Wahrscheinlich wird die Situation für die Frauen schlagartig besser, wenn sie ihr Gewerbe in geschlossenen Räumen anbieten müssen. Da müssen die Kinder dann nach der Schule nicht daran vorbeifahren...

Irgendwie erinnert mich all dieses an der Vorgehen der Bundesregierung gegen Kinderpornos im Internet. Nicht "verbieten", "löschen" usw, sondern einen Schild (Vorhang)  davor... denn was man nicht sieht... das gibt's nicht.


Exakt!

Genau so ist es Herr Nichtern! Danke für diesen Beitrag.

Es geht mir nicht ums "Vertreiben von Kindern"! Das finde ich schon fast beleidigend. Es geht darum, dass ich nun seit einigen Beiträgen versuche, zu verdeutlichen, dass man Prostitution nicht verhindern kann! Auch solche Prostitution nicht und selbst dann nicht, wenn man sie verbietet!

Dann ist sie verboten und kein Sau schert sich drum und hinter dem Vorhang, den man unbedingt haben wollte, geht das "Geschäft" weiter. Vielleicht sogar noch übler als bisher.

Die Stadt als Zuhälter?

Wie vielschichtig das Thema ist, zeigt heute ein Beitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Da gibt es Städte, die Straßenmädchen zwingen, das Bums-Ticket am Automaten zu ziehen.
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/prostitution-da...

@Morticia und andere:
1. Ich finde den Straßenstrich Scheiße (tut mir leid, gegen den guten Ton zu verstoßen, aber man wird hier sonst nicht verstanden.)
2. Die Mädels und Frauen, die sich da anbieten tun mir erst recht leid. Hier wären, so weit noch nicht geschehen, institutionelle Hilfsangebote beispielsweise der Kommunen angesagt. Da die Straßenprostitution überall auftauchen kann, müsste das Bundesland umgehend eine Task-Force in Bewegung setzen (so noch nicht geschehen) und die Landkreise, Städte und Gemeinden bei den Hilfsangeboten unterstützen.
3. Wenn Frauen den Beruf der "Sexarbeiterin" ausüben wollen
und dies wie bei allen anderen Berufen in geregeltem Rahmen geschieht, muss ich nix dagegen haben.
Ich bin aber sehr dafür, dass diese Frauen von den Behörden anständig und nicht herabwürdigend behandelt werden!

An Beobachter 3

Hallo - war mal wieder zu theoretisch... Ich wollte mit meinem Beitrag ausdrücken, dass ALLES nur noch über Geld geht, über kurz oder lang. Das ist die Folge des "Wirtschaftswachstums-Systems". Das bedeutet auch, dass bei dem Kurs, den die Gesellschaft global eingeschlagen hat - zum Beispiel - Prostitution an jeder Straßenecke zwangsläufig normal wird. Denn jeder Sozialkontakt der ohne Bezahlung stattfindet, nützt unserem "System" wirtschaftlich nichts. Aber abseits dieser etwas philosophischen Betrachtung: Köln und andere Städte erheben "Sexsteuern" - 6 € pro Dame und Tag. Ob das was hilft bezweifle ich allerdings. Zum Zweiten: Natürlich muss der zuständige BM handeln und die Prostitution irgendwo zulassen und den Rest der Stadt sperren. Das ist natürlich keine vergnügliche Angelegenheit - etwas anderes geht aber nicht. Dann, und das wäre das Wichtigste, das man neu regelt, ab welcher Stadtgröße eine Straßenprostitution (die niemand ganz verbieten verbieten kann) rechtlich noch möglich ist. 35.000 Einwohner, die derzeitige Grenze ist grober Unfug, weil durch Eingemeindungen von Dörfern (wie Obergrombach und Helmsheim) auch Provinzkäffer die Erlaubnisgrenze erreichen. Man sollte diese Grenze  deshalb  nur auf geschlossene Siedlungsgebiete anwenden. Das wäre nach meiner Auffassung   die einzig logische Definition, oder?

 Bruchsals Kernstadt hat 25.000 Einwohner. Parallel gibt es 30.000-Einwohner -Orte ohne Eingemeindungen. Dort ist die P. verboten.

Unverständnis

Also, wenn jetzt immer noch nicht verstanden wurde, daß es in erster Linie um die Bedingungen auf dem Straßenstrich und nicht um einen wie auch immer gearteten "Vorhang" geht, dann kann ich auch nicht weiterhelfen.

Niemand behauptet, daß es schlagartig tolle Bedingungen sind, nur weil es nichtmehr auf den Straßen stattfindet, aber es ist ein Anfang. Gewisse Gefahren sind auf der Straße nunmal deutlich größer, als in einem entspr. Etablissement, schon was die Hemmschwelle der Freier betrifft. Eine Prostituierte, die in irgendein Auto steigt, ist dem Freier mehr oder weniger schutzlos ausgeliefert.

Auch in den Bordellen müssen Bedingungen verbessert werden, keine Frage, das ist aber ein anderes Thema. Es ist doch eben deshalb so , daß dieses Thema so polarisiert, weil es keine Patentlösung gibt.

Ich persönlich verstehe nicht, was an einem Verbot des Straßenstrichs schwer zu kontrollieren wäre, die Sperrbezirke werden ja auch kontrolliert. Eine um Kunden werbende Straßenprostituierte ist doch eine recht auffällige Erscheinung.

Was die Forderung nach Hilfsangeboten betrifft: Sicher, das wäre wünschenswert, kann aber nicht ohne Mitwirkung der entspr. Heimatländer funktionieren, dort ist die Wurzel des Übels und dort muss etwas dagegen getan werden, daß immer mehr Frauen in die Prostitution gedrängt werden. Wie soll man von hier aus Hilfsangebote bzw Alternativen aufzeigen, wenn die Frauen nur wenig bis kein Deutsch sprechen ?

Im Übrigen hat Herr Schmitt Recht, es kann nicht im Interesse Bruchsals liegen, als strategisch günstig gelegene Kleinstadt Kundschaft dieser Damen aus den umliegenden Städten anzuziehen. DENN: Viele Freier nutzen diese Dienste gerne, ohne sich dem Risiko des Erkanntwerdens auszusetzen. Was liegt näher, als dafür schnell einen Abstecher nach Bruchsal zu machen?

Tatsache ist doch, daß gerade durch das rot-grüne Prostitutionsgesetz in Deutschland sämtliche Grenzen gefallen sind. Die Lage der Prostituierten hat sich verschlechtert, nicht umgekehrt. Je mehr Offenheit und Akzeptanz, desto schlechter die Lage für die Betroffenen. Wie soll denn eine selbstbestimmte, seriöse Prostituierte mit dieser Konkurrenz mithalten, wenn es Billigsex für 30 Euro an jeder Straße gibt? Oder Flatratesex in Billigbordellen? Davon profitieren Betreiber und Zuhälter (und Freier natürlich), für die Frauen ist es eine Katastrophe.

Nein, da lob ich mir die Gesetzgebung anderer Länder, wenn diese auch nicht perfekt ist oder sein kann

 

 

 

an Jürgen Schmitt

Hallo,

es ist mir schon klar, was Sie meinen - "global gesehen" ..., als gesellschaftliche Entwicklung.
Ausgangsthema war jedoch der florierende Bruchsaler Straßenstrich.

Pervertiert wird diese gesellschaftliche Entwicklung bzgl. Prostitution bis hin zur "Verrichtungsbox" und dem "Sex-Drive-In":

http://de.wikipedia.org/wiki/Verrichtungsbox
http://www.swissinfo.ch/ger/gesellschaft/Erstes_Sex-Drive-In_der_Schweiz...

Die Frau wird LEGAL zur Gebrauchs-Ware degradiert - zum Stück Vieh, für das es Boxen wie im Stall gibt.
Gebrauchsfertig in der Drive-In-Box im Sperrbezirk, sozusagen To-Go (wie alles), abgeschottet vor einer völlig gleichgültigen "Normal"-Bevölkerung mit Doppelmoral, die nur bis zu ihrer eigenen Nasenspitze und Haustüre sehen geschweige denn darüber hinaus denken kann/will.

Auch Sie als Bruchsaler SPD-Stadtrat ignorieren die ILLEGALE/KRIMINELLE/GEWALTTÄTIGE Seite von Prostitution:
Kein minderjähriges Mädchen stellt sich an der Straße oder sonst irgendwo zur Verfügung, wenn es nicht dazu gezwungen wird oder drogenabhängig ist.
Offensichtlich hat niemand daran Interesse, die organisierten Hintermänner dieses Zwangs-Dienstleistungs-Geschäfts aufzuspüren und zu verurteilen.
Auch hier herrscht völlige Gleichgültigkeit: Was gehen mich/gehen uns/staatliche Institutionen/die Justizbehörden die Gören aus Osteuropa an?
Dass Körper und Seelen von Kindern zerstört werden, dass Mädchen für ihr ganzes Leben traumatisiert werden, interessiert auch niemanden.

Frauenhäusern, Beratungsstellen wird der öffentliche Geldhahn zugedreht; "Feminismus" ist zum Schimpfwort geworden und angeblich "überholt".
Angesichts dieser Zustände?!

Es geht auch anders:
http://www.spiegel.de/panorama/interview-hans-broich-zu-prostitution-und...
http://de.wikipedia.org/wiki/Prostitution_in_Frankreich
http://www.welt.de/politik/ausland/article122562057/In-Frankreich-muesse...
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2013-12/schweden-prostitut...

@ Beobachter3

Ein wichtiger Punkt, den Sie da ansprechen.

Es geht auch darum, inwieweit die Anspruchnahme sex Dienstleistungen gesellschaftlich akzeptiert wird. Ist es "Normalität", wie ein Besuch bei Burger King, oder etwas Besonderes, für das Mann auch entsprechend zu zahlen hat und das man nicht selbstverständlich überall findet?

Wir haben hierzulande eine Entwicklung in eine falsche Richtung, wie Sie sagten, to-go-Sex, möglichst billig und schnell. Das kann es nicht sein!

Ist es wirklich erstrebenswert, daß Sex eine völlig normale Dienstleistung zu werden droht? Daß es keine Hemmschwelle mehr gibt, eine solche Leistung zu fordern? Bordelle werben offen mit "Junggesellenabenden", da bleibt mir die Spucke weg.

In fast allen deutschen Städten hat das Prostitutionsangebot drastisch zugenommen, Bruchsal ist kein Einzelfall. Aber klar, Feminismus ist überholt, Hauptsache Spaß (auch auf Kosten bemitleidenswerter und ausgenutzter Frauen), was solls?

Wir waren schon mal weiter...Übrigens auch in punkto gesundheitlicher Vorsorge. Liegt es daran, daß HIV seinen Schrecken verloren hat, wenn Freier wieder vermehrt auf ungeschütztem Sex bestehen? Mit dem Risiko, nicht nur sich, sondern auch völlig Unbeteiligte anzustecken?

Wer was dagegen hat ist entweder völlig prüde, Spaßbremse oder eine ewiggestrige Feministin, so ist leider der allgemeine Tenor.

 

 

@ Morticia

@ Morticia:

Fällt Ihnen auch etwas auf?
Der Fachmänner-Klub, der sonst immer so flott und zeitnah bei der Feder ist, schweigt sich aus - es herrscht Funkstille zum Thema.
Nichts Hämisches mehr zum Thema wie z. B. "Stangenspargel", "unkonventionelles Abreagieren von Herren mit Überdruck bzgl. Schafen und Hühnern" etc. - nichts mehr mit unterirdischem Niveau, sondern gar nichts.
Man ignoriert die Realität und das, was dahintersteckt.
Und geht wieder zur "normalen" Tagesordnung über; und wie sieht die aus?!
Heimattage und Co. ...

Keine Auskünfte, weshalb man das "erotische Wahrzeichen Bruchsals" überhaupt zugelassen hat; das große Leuchtschild mit Signalwirkung, schon von der Autobahn weithin sichtbar.
Warum wundert und beschwert man sich jetzt darüber, dass Bruchsal zum beliebten Prostitutions-Standort geworden ist?
Kein Wort zum kriminellen Aspekt von Prostitution; kein Wort zum gesellschaftlichen Kontext.

Darüber wollen sich die Herren keine Gedanken machen ...
Legal? Illegal? - Sch....egal!

@Beobachter

Der Spruch mit den Hühnern und dem Überdruck kommt von mir und ich lasse mich nicht im selben Satz mit denen in einen Topf schmeißen, die Illegalitäten billigen würden.

Das Thema ist für mich durch! Ich habe alles gesagt, was ich dazu zu sagen habe. Das bedeutet aber nicht, dass "sich die Herren keine Gedanken machen".

Übrigens habe ich von Ihnen hier noch nichts zur Ukraine-Krise, zu Boko Haram und den TISA-Verhandlungen gelesen!

Ist Ihnen das alles wurscht??

@ Morgan le Fay

@ Morgan le Fay:

Hier in diesem Thread geht es um den "florierenden Straßenstrich in Bruchsal", nicht um die "Ukraine-Krise" etc.
Was soll das Ablenkungsmanöver?!

aufgeblasen

Durch das Aufblasen vermeintlicher Fakten werden diese auch nicht stimmiger. Das "erotische Wahrzeichen Bruchsals", wie es Beobachter3 bezeichnet, hat mit Bruchsal rein gar nichts zu tun.
Dafür ist ein Nachbarort zuständig. Die sich hier öffentlich erregenden Damen sind sich auch zu fein, sich an Ort und Stelle selbst einen eigenen Eindruck zu verschaffen. Am Mittwoch habe ich alle hier bei Bruchsal.org genannten Straßenstrich-Lokalitäten im Abstand von 2 Stunden angefahren und nirgendwo eines der Mädchen entdeckt. Da gab es auch keine Autoschlangen mit Freiern.... war es Zufall, oder nicht?
Und zum gesellschaftlichen Kontext: Schon mal darüber nachgedacht, dass die unanständig niedrigen Preise der Mädchen am Straßenrand in einem Zusammenhang stehen könnten mit dem unanständig niedrigen Einkommen von Männern, die versuchen, mit ehrlicher Arbeit ihren Lebensunterhalt zu verdienen und die sich schlichtweg keine eigene Frau leisten können?

Schönes Wortspiel

"Die sich hier öffentlich erregenden Damen" gegen die öffentlich erregenden Damen!

Ich will auch mal die aus dem Wald springenden Damen sehen! Mich in das Autokorso und die Warteschlange einreihen. Altkleider und Schuhe verschenken! Und "einen Abstecher nach Bruchsal" machen, ist fast so gut wie "Stangenspargel".

Diese gekünstelte Entrüstung der völlig Unbeteiligten ist genug. Gibt es hier niemand, der diesen Thread schließt?

@ Gastritis, Filou

@ Gastritis:

"Das "erotische Wahrzeichen Bruchsals", wie es Beobachter3 bezeichnet, hat mit Bruchsal rein gar nichts zu tun.
Dafür ist ein Nachbarort zuständig."

Diese Bezeichnung stammt nicht von mir, sondern steht in der Überschrift dieses Threads zum Beitrag von Edi Eberle.
Und der hat sie aus einem SWR-Bericht zitiert.
Gehört Karlsdorf nicht zu Bruchsal?
Wollen Sie "Zuständigkeiten" bzw. den "Schwarzen Peter" hundert-Meter-weise weiterverschieben?

@ Filou:

Hämische Wortspielereien sind keine Argumente oder Meinungen.
Im Übrigen: Sie haben mich bald wieder los - keine Sorge.
Dann sind die Herren ungestört und wie gewohnt wieder unter sich ...

Ach ne,

sonst immer auf Recherche und zig Links gepostet und jetzt annehmen, Karlsdorf gehöre zu Bruchsal, oh, oh! Dass der Standort des Wahrzeichens nicht Bruchsal ist, habe ich schon im meinem ersten Kommentar richtig gestellt.

Die Wortspielerei ist kein Argument, das stimmt. Was daran hämisch ist, kann ich allerdings nicht erkennen.

Leider habe ich keine brauchbaren Lösungen, auch nur ansatzweise, von "den Frauen" gelesen. Herumgejammer nützt niemand.

"Dann sind die Herren ungestört und wie gewohnt wieder unter sich", und das scheint gut so zu sein.

Peinlich

Ich denke auch, es ist besser, die Herren , die auch sonst 90 Prozent der Kommentare abgeben, bleiben hier unter sich.

Wenn ich sowas lese wie zB von Gastritis, von Männern, die "sich keine eigene Frau leisten können", dann geht mir der Hut hoch. Ist das eine Kostenfrage? Mann "leistet" sich eine Frau?

Man kann hier nur noch den Kopf schütteln, unglaublich. Denkweisen wie in längst vergangenen Zeiten.

 

Superkommentar

"@ Gastritis:

"Das "erotische Wahrzeichen Bruchsals", wie es Beobachter3 bezeichnet, hat mit Bruchsal rein gar nichts zu tun.
Dafür ist ein Nachbarort zuständig."

Diese Bezeichnung stammt nicht von mir, sondern.....aus einem SWR-Bericht zitiert.
Gehört Karlsdorf nicht zu Bruchsal?
Wollen Sie "Zuständigkeiten" bzw. den "Schwarzen Peter" hundert-Meter-weise weiterverschieben?" Verfasst von Beobachter3 (Kontakt der Redaktion bekannt) am 20. Juni 2014 - 16:05.

Antwort 1: Nein
Antwort 2: Nein

Anmerkung: Die Leuchtreklame westlich der Autobahn funzelt seit mehr als 6 Jahren und ich habe sie bestenfalls für moderne Kunst gehalten. Eigentlich hat sie mit Erotik so viel zu tun wie die benachbarte Leuchtreklame für gepflegtes speisen. In welchen Zusammenhang Sie die "Erotik"Reklame in Karlsdorf in einen Jahre später auftauchenden Straßenstrich an völlig anderer Stelle in Bruchsal bringen dürfte wohl Ihr Geheimnis bleiben. Ansonsten mögen Sie bitte noch einmal meine Beiträge lesen. Zur Bewertung des Themas und der Umstände habe ich mich bereits unmissverständlich geäußert http://www.bruchsal.org/story/stra%C3%9Fenstrich-floriert-bruchsal#comme...

Huch????

"Wenn ich sowas lese wie zB von Gastritis, von Männern, die "sich keine eigene Frau leisten können", dann geht mir der Hut hoch. Ist das eine Kostenfrage? Mann "leistet" sich eine Frau?

Man kann hier nur noch den Kopf schütteln, unglaublich. Denkweisen wie in längst vergangenen Zeiten."
Verfasst von Morticia am 20. Juni 2014 - 21:43.

Huch??? habe ich da was verpasst? Rennen den heute etwa die Schnecken den völlig mittellosen und unbekannten Männern hinterher, so wie diesem Berlusconi, diesem Boris Becker, und diesem Beckenbauer?
Verzeihung, wahrscheinlich habe ich das wieder nicht richtig interpretiert.

Ist das noch wichtig?

Wen interessiert denn noch dieses blöde Schild, das ist doch nicht der Punkt.

Sie schreiben hier unumwunden, daß hart arbeitende Männer sich "Frauen leisten". Wer sich keine "eigene" leisten kann, der "leistet" sich eben ab und an eine an der Straße für 30 Euro, Und hier wird sich gewundert, daß sich Frauen aufregen?

Merken Sie das nicht, was das für eine Denkweise ist?

Das bekrittelt komischerweise niemand, stattdessen kommen Kommentare wie die von "Spaßvogel" Filou, über zB die Wortwahl "Abstecher nach Bruchsal", zum Totlachen. Man schmeisst sich regelrecht weg. Aber klar, Häme ist ihm fremd, sowas wie den Vergleich mit "Else Kling" haut man einfach mal raus und klopft sich wahrscheinlich für diesen müden Altherrenwitz auch noch auf die Schenkel.

Tolles Klima hier...

 

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