Stadt Bruchsal an European Energy Award beteiligen

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Montag, 26. Mai 2014 - 10:33
lokale Agenda 21 Bruchsal

Die Arbeitsgruppe „Umwelt und Energie“ in der Bruchsaler Agenda hat ein starkes Interesse an einer Beteiligung der  Stadt Bruchsal am  „European Energy Award“ (eea), um Energiekos­ten einzusparen, CO2-Emmissionen zu verringern und regionale Wert­schöpfungen zu fördern. Der eea ist ein Programm für eine umset­zungsorientierte Energie- und Klimaschutzpolitik in Städten, Gemein­den und Landkreisen. Damit werden kommunale Energieaktivitäten systematisch erfasst und bewertet, kontinuierlich überprüft und umge­setzt. Dieses Programm stand im Mittelpunkt der jüngsten von Dieter Neff geleiteten Sitzung der AG Umwelt und Energie. Nachhaltig  plä­dierte er für eine Beteiligung der Stadt Bruchsal an diesem Programm. Dieter Neff hofft, dass der  Bruchsaler Gemeinderat diesem Programm zustimmen wird. Zur Information der AG-Mitglieder erläu­terte Frau Dorit Helms eingangs  konkrete Zielsetzungen des eea und die zum eea-Maßnahmenkatalog zählenden Handlungsfelder. Hierzu zählen neben Entwicklungsplanungen und Raumordnung, kommunale Gebäude und Anlagen, Ver- und Entsorgung, Mobilität, interne Orga­nisation, sowie Kommunikation und Kooperation. Anhand von Schau­bildern zeigte sie die im eea-Netzdiagramm enthaltenen Umsetzungs­grade einzelner Maßnahmenfelder auf. Die Darstellungen der Ziele des eea überzeugten die AG-Mitglieder. Sie und Dieter Neff plädierten dafür, alles zu tun, um mit konkreten zu erarbeitenden Vorschlägen den Gemeinderat für eine Zustimmung zu überzeugen.  Es gelte, so Dieter Neff, der zentralen Rolle der Kommunen bei der Umsetzung ambitionierter Klimaschutzpolitik in den Kommunen gerecht zu wer­den. Daran solle auch die Stadt Bruchsal beteiligt werden. Immerhin würde auch die Stadt Bruchsal von der Landesregierung gleichsam als Verbündete betrachtet und bei ihrer Mitarbeit im eea mit beachtlichen Zuschüssen gefördert.

Im Rahmen der Bemühungen der Arbeitsgruppe zur Begrünung des Bruchsaler Stadtgebietes trafen sich die AG-Mitglieder zusammen mit Alexandra Geider vom Agendabüro, Jochen Sawilla von der Caritas und Gerhard Hoffmann vom Amt für Grünflächen/Landschaftspflege zu einem Rund­gang durch einige Grünanlagen zu einer Bestandsaufnahme und Fest­stellung, wo noch mehr zur Pflege und Verbesserungen getan werden soll. Besucht wurden die „Insel“ zwischen den beiden Bachläufen des Annabachs parallel zur Württemberger Straße, die Baumscheiben auf dem Friedrichsplatz und der Viktoriapark nahe dem Bruchsaler Bahn­hof. Während die Baumscheiben als durchaus akzeptabel betrachtet wurden, sah man im Viktoriapark einen gewissen Nachholbedarf an Verbesserungen, um diesen für vorbei gehende Leute und Anwohner als einladende Erholungsstätte zu gestalten. Im Rahmen einer öffentli­chen Aktion soll versucht werden, Bürger und Geschäftsleute als Pa­ten für verschiedene Baumscheiben in Grünflächen zu gewinnen.

Themen der  Arbeitsbesprechung am späten Nachmittag waren dann Überlegungen zur Minderung der Lärmbelästigungen im Bruchsaler Stadtgebiet. Hier sah die AG Handlungsbedarf unter Umständen für Geschwindigkeitsbeschränkungen auf verschiedenen Straßen ohne Bil­dung von Schleichwegen. Abschließend äußerten sich die AG-Mitglied kritisch zur gegenwärtigen Strompreispolitik in Deutschland. Es könne nicht sein, dass allgemein zu viel Strom erzeugt werde, die Stromprei­se an Leipziger Strombörse fallen und die Verbraucher durch die Fol­gen der Reform des Erneuerbare Energiegesetzes  (EEG) dennoch ständig höhere Strompreise bezahlen müssten.

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Kommentare

Der European Energy Award (eea)

spart weder Energiekos­ten, noch verringert er CO2-Emmissionen oder fördert regionale Wert­schöpfungen. Es ist erst einmal nur ein Qualitätsmanagement- und Zertifizierungstool (reine Bürokratie).

Die o.g. Ziele sind ohne eea genau so zu erreichen wie mit eea, vorausgesetzt, man will diese Verbesserungen und man will das Geld dafür ausgeben.

Wenn ich aber Sätze lese wie: "Es könne nicht sein, dass allgemein zu viel Strom erzeugt werde", dann staune ich blos.

Natürlich kann das sein. Wir brauchen die Grundlastkraftwerke und da bieten sich AKWs und Braunkohlekraftwerke an. Beide kann man aber nicht einfach ab- und anschalten. Wind und Sonne reichen in nächster Zeit noch lange nicht zur stabilen Versorgung aus, müssen aber vorrangig eingespeist werden (oder werden bezahlt, ohne dass eine Abnahme erfolgt). Gaskraftwerke können Spitzenlasten abfangen, sind aber auch Verbraucher von fossilen Resourcen (mit nicht ganz so vielen Schadstoffen, wie Braunkohleverbrennung). Die leistungsfähige Ost-Stromtrasse (von den Braunkohlerevieren) will Seehofer an der bayerischen Grenze enden lassen. Nicht ganz uncool :-)

Ursächlich für das ganze Schlamassel ist die völlig planlose Energiepolitik in unserer Republik, die Hirngespinste der "Grünen" und die verlogenen Statements der Politiker.

Es soll doch tatsächlich Menschen in unserer Republik geben, die glauben, nur "grünen" Strom zu verbrauchen, weil sie einen entsprechenden Vertrag abgeschlossen haben. Natürlich ist auch ökologisch erzeugter Strom dabei, aber der wird im gleichen Verhältnis auch von denen genutzt, die keinen "grünen" Strom beziehen. Wo bitte gibt es ein Netz, das nicht im europäischen Stromverbund ist?

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