SPD-Nachwuchs erteilt Nachhilfe: Homosexuelle sind keine "Andersartigen"!

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Jusos fordern Entschuldigung
Dienstag, 6. August 2013 - 16:42

Die Jungsozialistinnen und Jungsozialisten (Jusos) im Wahlkreis Bruchsal-Schwetzingen sind entsetzt über die Haltung Olav Guttings (MdB) zum Thema Homosexualität. Laut Hockenheimer Tageszeitung und Guttings eigener Homepage antwortete Gutting auf die Frage einer Schülerin, wieso sich die CDU so schwer beim Thema Homosexualität tue, mit den Worten, die CDU habe nichts gegen "Andersartige". Wir Jusos verurteilen diese Worte und die Haltung aufs Schärfste und fordern eine Entschuldigung Guttings bei allen homosexuellen Menschen. Die Jusos Karlsruhe-Land und die Jusos Bruchsal haben bereits am vergangenen Wochenende über ihre Facebook-Profile auf Guttings Äußerungen aufmerksam gemacht und diese verurteilt. Seit Montag dieser Woche ist auf der Homepage Guttings eine wachsweiche Erklärung seiner Äußerung im betreffenden Bericht zu lesen, die aus Sicht der Jusos nicht glaubwürdig wirkt.

Laut dem Sprecher der Jusos Karlsruhe-Land Marko Vidakovic zeige Guttings Verhalten das wahre Gesicht der CDU, nämlich dass diese Partei auch heute nicht im 21. Jahrhundert angekommen sei: "Ohne das Bundesverfassungsgericht hätte die schwarz-gelbe Regierung in Sachen Gleichstellung homosexueller Menschen nichts getan, sondern hätte weiterhin zur Diskriminierung aktiv beigetragen. " Dass Herr Gutting homosexuelle Menschen als Andersatige bezeichne, aber gleichzeitig behaupte, er sei für eine steuerliche Gleichstellung von Homo-Ehen gewesen, sei an Heuchelei nicht zu übertreffen. "Schon beim Thema Wasserprivatisierung zeigte Gutting seine Verantwortungslosigkeit, seine Haltung zum Thema Homosexualität ist jedoch der Gipfel der Unverschämtheit. Mein Fazit: Abwählen! Mit Daniel Born von der SPD haben wir schließlich einen Kandidaten, der des Amtes als MdB auch würdig ist und der sich, wie die ganze SPD, für die volle Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Ehen einsetzen wird", so Vidakovic.

Daria Becker, stellvertretende Vorsitzende der Jusos Rhein-Neckar, zeigte sich ebenfalls bestürzt über Guttings Aussage. Auch sie könne nicht verstehen, wie ein MdB eine solche Haltung an den Tag legen könne und sie frage sich, wie lange dieses schwarz-gelbe Trauerspiel noch andauern solle: "Was muss denn noch passieren, damit die Menschen endlich erkennen, dass Schwarz-Gelb ihre Lebensperspektiven kaputt macht? Familienpolitisch ist diese Regierung eine Katastrophe - besonders die ablehnende Haltung gegenüber gleichgeschlechtlichen Ehen sowie die Einführung des Betreuungsgelds statt Kitaplätze zu schaffen, zeigt das ganz deutlich.“ Die Art der diskriminierenden Aussage Guttings zeigt, dass unser Engagement in Sachen Gleichstellung wichtig ist und wir weiter für eine tolerante und bunte Gesellschaft kämpfen müssen. Derartige Aussagen sollten bald der Vergangenheit angehören. Gute Gleichstellungspolitik scheiterte in den letzten Jahren immer an der Union. Es ist Zeit, dem ein Ende zu setzen und endlich die fehlende Gleichberechtigung herzustellen. Dafür steht die SPD mit Peer Steinbrück und Daniel Born. "Durch Solidarität muss man Politikerinnen und Politikern wie Gutting zeigen, dass Ausgrenzung homosexueller Menschen in unserer Mitte keinen Platz hat", so Becker. Deshalb fordern die Jusos zur Teilnahme am Christopher Street Day in Mannheim auf.

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Kommentare

SPD-Nachwuchs betreibt Nachhilfe

Liebe Jusos ,
ich bin zwar auch kein Freund von Olav Gutting, aber einen schmutzigen Wahlkampf gegen schwarz-gelb aufgrund dieser Aussage zu führen, passt sehr gut zur SPD. Fühlt ihr Euch vielleicht persönlich angegriffen, weil Eurer Kandidat Hr. Born, so wie die Gerüchteküche in Bruchsal sagt, selbst homosexuell ist? Vielleicht wäre der erste Schritt, dass Hr.Born selbst mal dazu Stellung bezieht,was an diesem Gerücht dran ist. Andere Bundestagskanidaten tun dies schließlich auch.

Ehrlich,

ich stelle mir gerade die Jusos im Wahlkreis Bruchsal-Schwetzingen vor, wie sie entsetzt über die Haltung Olav Guttings sind, besonders sehe ich im Geiste die Bestürzung von Daria Becker, stellvertretende Vorsitzende der Jusos Rhein-Neckar. Und ich bin froh, dass die Jusos so ein wichtiges Wahlkampfthema aufgegriffen haben, um auf Daniel Born aufmerksam zu machen.

Schließlich gilt es doch, auch die Stimmen der Homosexuellen für die Partei zu gewinnen, oder nicht?

Fast zweitausend Jahre hat es gedauert, bis die Frauen in der westlichen Welt ihre Gleichberechtigung zugesprochen bekamen. Bei den Homosexuellen dauert es nur ein paar unbedeutende Jahre länger.

In der Politik und in der Wirtschaft hat man erkannt, dass Frauen anders denken und handeln als Männer und die Teilhabe der Frauen in Politik und Wirtschaft manche Fehlentscheidung verhindert hat. Über kurz oder lang wird es die Quote in allen Lebensbereichen geben.

Aber genügt das? Muß man nicht vielleicht in Zukunft bei der Quote dritteln?

Lieber Filou, ich verstehe

Lieber Filou,

ich verstehe ehrlich gesagt den Punkt nicht so ganz und frage mich, was Sie mit der Drittel-Quote meinen. Zwischen wem soll denn darin aufgeteilt werden?

Und zum anderen: Natürlich ist es als Jgendpartei unser gutes Recht, ja regelrecht unsere Pflicht, auf den SPD-Kandidaten Daniel Born hinzuweisen, der eine derartige Aussage wie Herr Gutting niemals treffen würde. Und damit sind wir übrigens absolut glaubwürdig, wenn Sie sich unsere Arbeit anschauen: Es ist nicht das erste Mal, dass wir für die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Ehen einstehen. Wir kämpfen schon seit Jahren dafür und nicht erst seidem das Bundesverfassungsgericht immer mal wieder Versäumnisse der Budesregierung korrigiert.

Herzliche Grüße
Marko Vidakovic

Glauben Sie uns, Frau/Herr

Glauben Sie uns, Frau/Herr "Filou": Die Jusos haben auch unabhängig von Wahlkämpfen Überzeugungen, die sie immer äußern werden. Gerne können Sie sich davon auf den verschiedenen Homepages überzeugen (www.jusos-bruchsal.de / www.jusos-ka-land.de).

Normalerweise

wird jedes Interwiev, das ein Politiker gibt, vor der Veröffentlichung gegengelesen. Wenn jemand bei einer spontanen Antwort nicht das treffende Wort wählt, sondern etwas daneben greift, ist das zwar bedauerlich, passiert aber verständlicherweise Politikern jeder Couleur.

Bedenklicher ist es, wenn beim Gegenlesen das (Un)Wort nicht ersetzt wird. Da der Berichterstatter absichtlich auf das Wort hingewiesen hat "so seine [Guttings] Formulierung" , ist der Bericht aus meiner Sicht nicht ganz unparteiisch.

Natürlich steht es den Jusos zu, jede Möglichkeit zu nutzen, den eigenen Kandidaten in ein gutes Licht zu stellen. Allerdings möchte ich bezweifeln, ob es, außer bei den eigenen Anhängern, gut ankommt, den Gegenkandidaten herab zu setzen.

Frau Merkel versucht solche Tricks mit ihrem Gegenkandidaten erst gar nicht. Ist das vielleicht mit ein Grund, weshalb sie so beliebt ist? Und um kein falsches Bild zu erzeugen, ich bin und war noch nie CDU-Wähler.

 

Schade halt

Daß das "Olavle" mit der Bemerkung bei seinen Parteigenossen da zumeist voll ins Schwarze trifft. Was mich aber auf der FB-Seite von Herrn Gutting echt wundert, was für läppische Kommentare dieser dort zu allem und jedem abgibt, man könnte meinen er wäre kein MdB, wenn man das so liest und die Rechtschreib- und Grammtikprüfung wäre das ein- oder andere Mal auch durchaus angebracht...

Gutting füllt das Sommerloch

"Laut Hockenheimer Tageszeitung und Guttings eigener Homepage antwortete Gutting auf die Frage einer Schülerin, wieso sich die CDU so schwer beim Thema Homosexualität tue, mit den Worten, die CDU habe nichts gegen "Andersartige".

Da fehlt doch noch ein Halbsatz, oder war der nur gedacht:
"....jedenfalls nichts, was dagegen hilft."

Ned aufrege, kloines Sommaschbäßle.

Homosexualität

Laut Duden lässt sich " Andersartig" folgendermaßen, ohne Wertung !, definieren:

von anderer Art, verschiedenartig

Beispiel
ein andersartiges Aussehen, Verhalten

Synonyme zu andersartig :

abweichend, anders[geartet], exotisch, fremd, grundverschieden, sonstig, ungleich[artig], unterschiedlich, verschieden[artig], wesensverschieden; (bildungssprachlich) divergent, heterogen.

Wobei mir der Begriff " wesensverschieden hier am nächsten kommt.

Da die Selbstbefruchtung bei den Menschen noch nicht so richtig funktioniert, und das biologische Daseinsziel die Fortpflanzung darstellt, ( Denke ich zumindest), ist Homosexualität, biologisch betrachtet wesensfremd oder andersartig.

Wenn Gutting oder sonstige Menschen einer Gruppierung nicht dieser Gesinnung ( Homosexualität ) angehöhren, warum sollen sie dann nicht von wesensfremden reden.

Ich frage mich, wer da Nachhilfe braucht.

Mit solch einem Tam Tam lockt ihr keine Maus hinterm Ofen vor.

Lieber Marko,

ist das so schwierig zu verstehen? Ich schaue mir die rasante Entwicklung in der Vergangenheit an und denke in die Zukunft. Das Dritteln ist doch dann einfach:
Ein Drittel Weiblein, ein Drittel Männlein und ein Drittel (wie sagt doch Gutting?) Andersartige  >:-> (Achtung: Satire!)

"andersartig" steht nicht nur im Duden

".....Da die Selbstbefruchtung bei den Menschen noch nicht so richtig funktioniert, und das biologische Daseinsziel die Fortpflanzung darstellt, ( Denke ich zumindest), ist Homosexualität, biologisch betrachtet wesensfremd oder andersartig.

Wenn Gutting oder sonstige Menschen einer Gruppierung nicht dieser Gesinnung ( Homosexualität ) angehöhren, warum sollen sie dann nicht von wesensfremden reden.

Ich frage mich, wer da Nachhilfe braucht.

Mit solch einem Tam Tam lockt ihr keine Maus hinterm Ofen vor."
(Verfasst von Michael W. (Kontakt der Redaktion bekannt) am 9. August 2013 - 17:23. )

Nun ja, der Duden hilft im Zusammenhang mit der Aussage von Herrn Gutting nicht weiter.
Hier wäre es wohl sinnvoller, sich dem Begriff über Google zu nähern.
Und da findet man sichere Hinweise, dass der Begriff "andersartig" eine zentrale Rolle in der Ideologie des Nationalsozialismus gespielt hat. Nämlich genau in dem Zusammenhang, den Michael W. im Zitat oben schildert: Der Reproduktionsfähigkeit der ("arischen") Menschen.

Ich frage mich, aus welchen Gründen ein Politiker im Jahre 2013 sich im Zusammenang mit Homosexualität eines Wortes bedient, das im Nationalsozialismus direkt für diesen Sachverhalt Verwendung fand. Warum hat er sich nicht der reichhaltigen Palette anderer Wörter bedient, die der Duden anbietet, Herr Michael W.?

Dann, Herr W., darf ich doch noch eine Bemerkung anfügen.
Erst noch mal ein Zitat von Ihnen:
"Da die Selbstbefruchtung bei den Menschen noch nicht so richtig funktioniert, und das biologische Daseinsziel die Fortpflanzung darstellt, ( Denke ich zumindest), ist Homosexualität, biologisch betrachtet wesensfremd oder andersartig."
Homosexualität ist für Sie -biologisch betrachtet- wesensfremd oder andersartig, da sie nicht der Fortpflanzung dient. Ja, Herr Michael W., sind dann zeugungsunfähige Männer und Frauen Ihrer Ansicht nach auch "wesensfremd oder andersartig"?
Und katholische Priester?
Und wie sieht es mit homosexuellen Männern und Frauen aus,
die gut verheiratet sind und die eigene Kinder haben?

Gell, Herr W., so oifach isch dees ned.
Aber mir schäumt schon die Magensäure, wenn sich Politiker
heute der Begrifflichkeiten der Nazi-Zeit bedienen.

Andersartig

Hier geht alles drunter und drüber.

1. Wenn ich das richtig lese hat Gutting gesagt, wir haben nichts gegen andersartige. Mit wir ist ja wohl die CDU gemeint. Also hat die CDU eine sexuelle Vorliebe? Ist die CDU heterosexuell? Oder ist das Wir auf alle gemünzt. Dann hat Gutting gesagt es gibt uns und die andersartigen. Das ist echt radikal.

2. Gestern wurde Diskriminierungsbericht vorgelegt. Kritik unter anderem: "Homosexuellen Schülern wird von anfang an vermittelt, 'anders' zu sein. Na, wenn die wüssten, dass in Baden sogar ein Abgeordneter durch die Schulen rennt um es noch einmal allen zu sagen, wie anders sie sind

Gell Herr/ Frau Gastritis , so oifach isch des net !

Ich habe nie von Krankheiten gesprochen, die Männer oder Frauen nicht befähigen eigene Kinder zu bekommen, diese müssen ja nach ihrer Interpretation meines Beitrags alle Homosexuell sein !?

Wie kommen sie auf Priester ? Es gibt genügend Priester mit Kindern ( nicht nur evangelische )

Nun schlage ich Sie für den nächsten Nobelpreis in Biologie vor !

Das müssen sie mir mal erklären wie Homosexuelle Paare eigene !!! Kinder haben können.
Zumindest fehlt den männlichen Paaren eine eigene Eizelle, und den weiblichen Paaren das Männchen! egal wie glücklich sie verheiratet sind.

S´isch halt doch net so oifach.

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