Sommer-Kinder-Akademie Bruchsal erstmals mit Erlebnistheater

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„Palatina Blue“: Interview mit den Schauspielern von „DRAMA light“
Montag, 1. Juli 2013 - 9:39

Bruchsal (pa.). Auch in diesem Jahr macht die Bruchsaler Sommer-Kinder-Akademie den August wieder zum Hochschulmonat. Neben den bewährten Vorlesungen gibt es dieses Jahr aber erstmals ein Angebot der ganz besonderen Art. Mit "Palatina Blue" wird die Sommer-Kinder-Akademie auch zum Theatererlebnis. Treffen zwei unterschiedliche Dinge aufeinander, wird es spannend: "Vergangenheit und Gegenwart, Technik und Menschlichkeit, Tradition und Innovation". Die beiden Charaktere Palatina und Faust treffen sich zufällig und formulieren Fragen zu diesen Themen - liefern aber auch Antworten. Dabei folgt das Theater keinem klassischen Drehbuch sondern die Geschichte wird gemeinsam mit dem Publikum entwickelt. Die Kinder und Jugendlichen liefern dabei die Stichworte. Die Sommer-Kinder-Akademie wird damit erstmals zum interaktiven Theaterhörsaal. Die Amtsblattredaktion sprach im Vorfeld mit Benedikt Crisand und Sabine Strobach, den Schauspielern des Improvisationstheaters DRAMA light aus Heidelberg:

Amtsblatt: Wer sind Palatina und Faust und wie sind sie zu ihren Namen gekommen?

DRAMA light“: Palatina klingt wie ein hübscher Frauenname. Früher hieß unsere ganze Region so. Also eigentlich ist Palatina der alte Namen für die Kurpfalz. Nur eben hübscher. In unserem Stück ist sie eine Schülerin, die erst mal ihr Zimmer aufräumen muss, bevor sie sich für die große weite Welt interessiert.

Amtsblatt: Na, und Faust?

Johann Georg Faust hat um 1500 in Heidelberg studiert. Die Knittlinger sagen, er sei dort geboren. Fast auch ein Kurpfälzer. Aber einer, der zu großer Berühmtheit gelangte, weil er ungewöhnliches Wissen hatte, das die einen toll fanden, die anderen nicht. In unserem Stück ist er der junge Student, der ständig neugierig ist und mal eben eine Zeitmaschine erfunden hat. Damit kommt er plötzlich in unsere Zeit und wundert sich. Na, und Palatina wunder sich auch.

Amtsblatt: Palatina Blue ist ein Improvisationstheater. Was bedeutet das für die „DRAMA ligth“: Kinder und Jugendlichen im Zuschauerraum?

Das Improvisationstheater lebt davon, dass nicht das ganze Stück schon vorher einstudiert ist, sondern dass man es mit dem Publikum zusammen spielen kann. Also das Publikum muss nicht auf die Bühne, aber macht mit eigenen Ideen mit. Deshalb kommt auch immer ein anderes Stück dabei heraus, je nachdem, welche Ideen die Zuschauer haben. Da ist man mittendrin, und das macht allen Spaß.

Amtsblatt: Wieso kann man beim Theatererlebnis mindestens genau so viel lernen wie in einer klassischen Vorlesung?

DRAMA ligth“: Lernen? - Es ist doch so: ihr wisst doch meist schon ziemlich viel, also zum Lernen müsst ihr nicht ins Theater. Aber was macht man denn wenn man etwas weiß? Kann man sich dann besser auf die Seite von Faust schlagen, der mit seinem Wissen ständig was verbessern will? Oder bleibt man eher auf der Seite von Palatina, die sagt, dass sie erst mal die Hausaufgaben machen muss? Wenn man was durchspielt, dann weiß man danach manchmal auch mehr. Vielleicht sogar von sich selbst.

 

Sommer-Kinder-Akademie 2013 – Programm im Überblick

30.07.2013 Biofilme – der erfolgreichste Lebensstil der Welt

Prof. Dr. Ursula Obst, Silke-Mareike Marten, KIT Karlsruhe

Jede Oberfläche ist schnell mit einem Biofilm besiedelt, der aus einer von den Mikroben produzierten Schleimschicht besteht, in die Algen, Pilze und vorwiegend Bakterien eingebettet sind. Biofilme gibt es fast überall, denn sie brauchen nur drei Dinge: Oberflächen, Feuchtigkeit und Nährstoffe wie Zucker und Eiweiß. Für den Menschen sind Biofilme gleichermaßen nützlich und schädlich. Sie pflegen der erfolgreichsten Lebensstil der Welt.

01.08.2013 Eins-zwei-drei im Sauseschritt – Zeitmessung

Prof. Dr. Dieter Fehler, Duale Hochschule Baden-Württemberg, Karlsruhe

Was ist der Unterschied zwischen Urzeit und Uhrzeit? Zeit ist etwas, von dem man nie genug haben kann und das sich verändert, ohne dass man sich anstrengen muss: Laufen ohne zu laufen! Das Wissen über die Zeit war für die Menschen von Anfang an überlebenswichtig: Sonnenobservatorien, Jahreszeiten, Kalender, Schaltjahre, Zeitmessung. Woher wissen wir eigentlich, wann etwas war?

06.08.2013 Die Natur als Lehrmeister des Menschen

Dr. Sanaz Mostaghim, KIT Karlsruhe

Fliegen wie ein Vogel, bauen wie die Ameisen, leuchten wie die Glühwürmchen – die Begeisterung des Menschen an den Fähigkeiten und Konstruktionen der Natur ist so alt wie die Menschheit selbst. Intensive Beobachtungen der Natur erschließen heute Zusammenhänge, die für technische Erfindungen genutzt werden können. Wie finden Ameisen die kürzesten Wege zu Futterquellen? Wie synchronisieren sich die Glühwürmchen in einer Weise, die scheinbar ganze Bäume „blinken“ lässt?

08.08.2013 Auf der Suche nach Exoplaneten

Dr. Silvia Scheithauer, Max-Planck-Institut für Astronomie, Heidelberg

Was wissen wir über den Ursprung und die Entwicklung unseres Planetensystems? Welche anderen Sonnensysteme kennen wir? Was sind Exoplaneten? Anhand verschiedener Methoden wie z. B. direkte Beobachtung, Astrometrie, Radialgeschwindigkeitsmessung oder Messung der Lichtlaufzeit von Pulsaren können wir sie entdecken. Wir können auch die Atmosphären der Exoplaneten untersuchen z. B. per EChO Statellit. Was können wir aus den Atmosphären lernen?

13.08.2013 Palatina Blue – Begegnung mit Faust und Palatina - ein Theatererlebnis

Sabine Strobach, Benedikt Crisand, Improvisationstheater DRAMA light/ Junge Universität Heidelberg

Treffen zwei unterschiedliche Dinge aufeinander, wird es spannend: Vergangenheit und Gegenwart, Technik und Menschlichkeit, Tradition und Innovation – Palatina und Faust. Die beiden Charaktere begegnen sich zufällig und haben verschiedene Fragen: Kann man mit Wissenschaft und Technik alle Probleme lösen? Auch die ganz persönlichen? Besteht Grund, sich über unsere Umwelt Gedanken zu machen? – Sicherlich, wird zumindest Faust sagen, - aber am besten improvisiert und gemeinsam mit den Schauspielern.

15.08.2013 Warum sieht die Arktis anders aus als früher?

Fabienne Kürner, KIT Karlsruhe

Wie verändert der Klimawandel die nördlichen Polargebiete? Während in Deutschland bisher wenig vom Klimawandel zu spüren ist, verändert sich das arktische Klima schon heute. Zur Arktis gehört neben dem arktischen Ozean auch eine Landfläche, die sich acht verschiedene Staaten teilen. Gerade die steigenden Temperaturen wirken sich deutlich auf die Menschen, Pflanzen und Tiere aus, die in diesem einzigartigen Gebiet leben. Welche Bedeutung haben die Folgen des Klimawandels für die arktischen Bewohner?

20.08.2013 Mutter Natur mit den Augen von Künstlern betrachtet

Nina Kraus, M. A., Bretten

Wie bringen Künstler Natur auf die Leinwand? In welchen Kunstobjekten versteckt sich Natur? Was könnte der Begriff „Naturalismus“ bedeuten? Wie haben sich Künstler im Laufe der Zeit mit der Natur beschäftigt? Kann man dem Charakter der Natur in der Kunst gerecht werden? Kann Kunst dazu beitragen, die Natur mehr zu schätzen und sie zu erhalten? Kannst Du spontan „Künstler“ sein?

22.08.2013 Die Entwicklung des Lebens - vom Einzeller zum Menschen

Georg Henneges, KIT Karlsruhe

Wir sind Sternenkinder - ohne Leben und Sterben der Sterne gäbe es uns nicht. Was ist eigentlich Leben? Warum gibt es nur auf unserer Erde Leben und nicht auf den anderen Planeten? Wie entstanden intelligente Lebewesen? Ist der Mensch das Ende der Entwicklung? Sind wir alleine im Weltall?

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