Sieben neue Projekte

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der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit am Oberrhein genehmigt
Dienstag, 14. Juni 2011 - 15:55

Der Begleitausschuss des „INTERREG IV Programms Oberrhein", in dem Vertreter der regionalen Programmpartner aus der Pfalz, Baden, dem Elsass und der Schweiz über die Vergabe der Fördermittel entscheiden, ist am 9. Juni 2011, in der Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft zu seiner elften Sitzung zusammengekommen.

Insgesamt wurden sieben neue Projekte mit einer Fördersumme von rund 4,7 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) bewilligt, deren Umsetzung ohne diese Unterstützung nicht möglich gewesen wäre. Indem die Projekte angemessene Lösungen für gemeinsame grenzüberschreitende Problemstellungen anbieten, verfügen sie über ein großes Potenzial, nicht nur einen wichtigen Beitrag zum Zusammenwachsen der drei Länder der Oberrheinregion zu leisten, sondern auch den Menschen vor Ort Europa näher zu bringen.

Das Programm „INTERREG IV Oberrhein" ist ein Programm zur Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Oberrheingebiet. Der gesamte Programmzeitpunkt erstreckt sich über sieben Jahre von 2007 bis 2013.

Die bewilligten Projekte im Einzelnen:

  • arkeoGIS: Zwischen Vogesen und Schwarzwald, Archäologie und antike Geographie

  • X-Borders GISOR Die geographische Information für eine innovative und bürgernahe Technologie-Region Oberrhein

  • Trinationales Institut für Pflanzenforschung (TIP)

  • Innovation, neue Technologien und nachhaltige touristische Entwicklung auf der Grünen Straße

  • Grenzüberschreitender Kleinprojektefonds Landkreis Breisgau - Hochschwarzwald - Département du Haut-Rhin

  • Kinderbetreuung Straßburg -Kehl

  • TriNeuron

„Die Projekte decken wieder eine große Vielfalt an unterschiedlichen Themen ab", stellte Regierungspräsident Dr. Rudolf Kühner fest, der den nordbadischen Raum im Begleitausschuss vertritt. Die Projekte beschäftigen sich unter anderem mit Fragen der Aus- und Weiterbildung, Raumentwicklung und Tourismus, Wissenschaft und Forschung bis hin zum Bürgertreffen und kulturellen Austausch. „Das INTERREG - Programm ist damit ein Motor der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit am Oberrhein", so Dr. Kühner.

Nach der Entscheidung des Bewilligungsausschusses stehen noch fast 20,3 Millionen Euro für die Förderung weiterer Projekte bis 2013 zur Verfügung.

Für nähere Informationen steht im INTERREG - Sekretariat Frau Anne-Sophie Mayer zur Verfügung.

Kontakt:

Programm INTERREG IV Oberrhein

Région Alsace - DREI - 1 place Adrien Zeller

BP 91006 - F-67070 Strasbourg

Tel.: +33 (0)3 88 15 69 20 (zweisprachig)

Fax: +33 (0)3 88 15 68 49

E-mail: interreg [at] region-alsace [dot] eu

http://www.interreg-oberrhein.eu

Die sieben neu genehmigten Projekte

arkeoGIS: Zwischen Vogesen und Schwarzwald, Archäologie und antike Geographie

Mit dem Projekt, das neben den institutionellen Akteuren auch Vertreter der Hochschulen und weitere Partner aus der Wissenschaft und aus den Bereichen Archäologie und Geographie vereint, soll der bisher eher losen Zusammenarbeit der Experten der Archäologie am Oberrhein zusätzlicher Schub verliehen werden. Erstes Ziel des Projektes, das unter der Trägerschaft der Universität Straßburg durchgeführt wird, ist die Zusammenführung der vorhandenen wissenschaftlichen Daten zur Archäologie des Oberrheintals zwischen den Vogesen und dem Schwarzwald. Eine neue, im Rahmen des Projekts entwickelte Software zur Vereinfachung des Datenaustauschs wird die Herausgabe von historischen Karten möglichen machen, die einen neuen Blick auf die Geschichte des Oberrheintals gewähren sollen. Damit wird nicht zuletzt auch die Sicherung und Inwertsetzung archäologischer Stätten am Oberrhein verbessert. An dem Projekt wirken neben anderen Patnern auch die Referate „Denkmalpflege" der Regierungspräsidien Karlsruhe und Freiburg mit.

X-Borders GISOR (Geographisches Informationssystem für das Gebiet des Oberrheins) - Die geographische Information für eine innovative und bürgernahe Trinationale Metropolregion Oberrhein

Mit diesem Vorhaben wird ein erstes INTERREG-gefördertes Projekt zur Errichtung eines gemeinsamen Geoinformationssystems weiterentwickelt. Nachdem zunächst die Produktion und der Austausch von geographischen Daten aus dem Bereich der Raumplanung im Vordergrund standen, will man nun zwei Schritte weitergehen: Zum einen soll das bestehende Informationssystem „GISOR" fit gemacht werden für die Anforderungen der europäischen Standards zum Datenaustausch. Wichtiger noch, geht es daneben darum, mit Hilfe des GISOR digitale Karten zu entwickeln und anzubieten, die von den Bürgern am Oberrhein direkt genutzt werden können. Mit diesem Projekt, das die wesentlichen institutionellen Akteure aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz vereint, wird der Oberrheinraum zu einer beispielhaften Region für die Produktion und den Austausch von geographischen und kartographischen Daten. Die Federführung in diesem Projekt liegt beim Département Haut-Rhin in Colmar. Auf baden-württembergischer Seite wird das Projekt finanziell durch das Finanz- und Wirtschaftsministerium unterstützt und die Regierungspräsidien Karlsruhe und Freiburg fachlich begleitet.

Trinationales Institut für Pflanzenforschung (TIP)

Die Pflanzenforschung am Oberrhein zeichnet sich durch die Exzellenz der verschiedenen in diesem Feld tätigen Forschungseinrichtungen der Region aus. Es fehlt bislang allerdings am Austausch und der Koordination der vielen unterschiedlichen Forschungsansätze auf diesem Gebiet am Oberrhein. An diesem Punkt will das Trinationale Institut für Pflanzenforschung ansetzen: Mit Hilfe dieses virtuellen trinationalen Instituts, an dem auch das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) beteiligt ist, soll ein tragfähiges Netzwerk der beteiligten Wissenschaftler und ihrer Projekte in Forschung und Lehre im Bereich der pflanzlichen DNA geschaffen werden. Das TIP, das vom französischen Forschungsverbund, dem CNRS, initiiert wurde und nun auch getragen wird, soll gemeinsame Forschungsvorhaben zwischen deutschen, französischen und schweizerischen Laboratorien ins Leben rufen. Dazu wird auch die gemeinsame Nutzung von Forschungseinrichtungen möglich gemacht. Und nicht zuletzt steht die Schaffung der Grundlagen für die langfristig vorgesehene gemeinsame Ausbildung im Bereich der Pflanzenforschung auf der Agenda.

Innovation, neue Technologien und nachhaltige touristische Entwicklung auf der Grünen Straße

Ziel des Projektes ist es, der steigenden Nachfrage nach modernen Kommunikationsangeboten im Tourismusbereich gerecht zu werden und auf diesem Wege zugleich einen sanften Tourismus und die Nutzung umweltverträglicher Fortbewegungsmittel zu fördern. Unter Berücksichtigung der beiden genannten Aspekte möchte der Verein „Grüne Straße" in Colmar das touristische Angebot rund um diese traditionsreiche Touristikroute erweitern. Unter anderem werden für die Nutzer der Grünen Straße Informationen entlang des Wegs kostenlos per Smartphone abrufbar sein. Ein Mobilitätspass wird zusätzlich die kostenfreie Nutzung sämtlicher öffentlicher Verkehrsmittel auf der Strecke ermöglichen. Eine Veranstaltungsreihe schließlich soll zur Sensibilisierung der zahlreichen Nutzer der Grünen Straße für die ökologischen Belange dieser Touristikroute beitragen.

Grenzüberschreitender Kleinprojektefonds Landkreis Breisgau - Hochschwarzwald - Département du Haut-Rhin

Trotz ihrer beträchtlichen Bedeutung für das Entstehen einer grenzüberschreitenden Identität, kommen viele kleine Kooperationsprojekte, die häufig von lokalen Vereinen getragen werden, nicht für eine Förderung aus INTERREG-Mitteln in Betracht. Die gemeinsame Initiative des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald und des Département du Haut-Rhin soll hier Abhilfe schaffen und Hürden abbauen helfen: Durch die Finanzierung beispielsweise von grenzüberschreitenden Festen und Veranstaltungen mit einem Budget zwischen 1.000 Euro und 80.000 Euro wird ganz gezielt die Begegnung zwischen Bürgerinnen und Bürgern von dies- und jenseits des Rheins gefördert.

Kinderbetreuung Straßburg -Kehl

Mit dem Projekt wird eine zweisprachige Betreuungseinrichtung mit 60 Plätzen für Kinder im Alter von drei Monaten bis zu drei Jahren geschaffen. Ziel ist eine Einrichtung, deren französisch-deutsche Ausrichtung sich auf allen Ebenen zeigt: In der Architektur des Gebäudes, den Außenanlagen und dem pädagogischen Konzept des Betreuungsteams werden französische und deutsche Ansätze gemeinsam umgesetzt. Somit wird die Einrichtung nicht nur die Zweisprachigkeit im Zentrum des Ballungsraums Straßburg-Kehl fördern, sondern auch einen Beitrag zum interkulturellen Austausch zwischen den Kindern, den Familien und den Arbeitskräften auf beiden Seiten des Rheins leisten. Schließlich kann das Projekt als Pilotprojekt betrachtet werden und ist deshalb geeignet, einen Erfahrungsaustausch mit anderen interessierten, grenzüberschreitenden Regionen zu initiieren.

TriNeuron

Dank des Vorläuferprojektes Neurex+ verfügt der Oberrhein heute über ein gut strukturiertes grenzüberschreitendes Forschungsnetzwerk zwischen Laboratorien und Forschungsplattformen im Bereich der Neurowissenschaften. Die dadurch erzeugte Dynamik möchte das neue Projekt TriNeuron nutzen, um mit zusätzlichen Maßnahmen die exzellente Forschung in den Neurowissenschaften am Oberrhein als einer der Säulen der regionalen Wettbewerbsfähigkeit weiter zu stärken und einen dauerhaften trinationalen „Neurocampus" zu schaffen. Daneben sollen auch der breiten Öffentlichkeit, zum Beispiel im Rahmen von Austauschforen zum derzeitigen Forschungsstand, die heutige Kenntnis des Gehirns und seiner Funktionsweise auf verständliche Art und Weise näher gebracht werden. Ein weiterer Teil des Projekts ist der Fortführung der bestehenden und der Entwicklung zusätzlicher, insbesondere an die Industrie gerichteter Ausbildungsangebote gewidmet.

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