Sie kamen von weit her...

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Nachkommen von Otto Oppenheimer als Ehrengäste bei der Platzumbenennung des Holzmarkts
Montag, 23. Mai 2011 - 13:50

Enkel

Harry Ettlinger und Hanne Ansell, Enkel von Otto Oppenheimer, beim Eintrag ins Goldene Buch der Stadt

Es war ein bedeutungsvoller Tag für Bruchsal. Es wurden drei neue Plätze eingeweiht, um deren Namensgebung es teils heftige Kontroversen gab - Bruchsal.org-Leser kennen diese. Das eigentliche herausragende Ereignis dieses Tages jedoch war ein Besuch von "weit her", wie es unsere Oberbürgermeisterin ausdrückte, ein Besuch, der die Stadt Bruchsal ehrt. Nachkömmlinge der ehemals Bruchsaler Unternehmerfamilie Oppenheimer, zwei Enkel und zwei Urenkel von Otto Oppenheimer, weilen in der Stadt, die sie teilweise noch aus ihrer Kindheit kennen. Es sind sind dies Hanne Ansell, Enkelin, Harry Ettlinger, Enkel, und die beiden Kinder von Hanne Ansell, Frederick Ansell und Deborah Herman.

 

Nachkommen Otto Oppenheimer's

Nachkommen Otto Oppenheimer's

(Auf dem Photo von links: Frau Dorothy Kahan, Partnerin von Harry Ettlinger (Enkel), rechts daneben. Frau Hanne Ansell (Enkelin), daneben ihr Mann Edward, sodann die Tochter Deborah Herman und Sohn William F. Ansell)

Sie nahmen Teil an der Namensgebungsfeier des von Holzmarkt in Otto-Oppenheimer-Platz umgetauften Platzes am oberen Ende der Kaiserstraße. Es war eine bunte, fröhliche, und in Teilen  bewegende und anrührende Feier. Da sind Menschen, denen von uns Deutschen so viel Unrecht angetan wurde, und trotzdem reichen sie uns die Hand zur Versöhnung und Verständigung und begegnen uns vorurteilsfrei - auf jeden Fall hat man dieses Gefühl, wenn man mit ihnen gesprochen hat. Hanne Ansell und Harry Ettlinger konnten dieses Gefühl in ihren Redebeiträgen wohl auch den in großer Zahl anwesenden Bruchsalern vermitteln.

 

Voller Otto-Oppenheimer-Platz

Voller Otto-Oppenheimer-Platz

Es sei eine “Ehre für sie, dass ein solcher Platz, der früher den Namen des Bösen trug, nun nach ihrem Großvater benannt ist und jetzt an das Gute erinnert, das dieser für die Stadt getan habe. Die Oberbürgermeisterin sprach von einem "Baustein der Wiedergutmachung". Man denke einmal darüber nach, das Nazi-Regime hätte es nicht gegeben: Alle diese Menschen wären heute waschechte Brusler wie Du und ich, und das kulturelle Leben Bruchsals wäre bereichert durch die Anwesenheit all der ums Leben gekommenen Menschen und ihrer Nachfahren.Der neue Platz ist eine würdige Gedenkstätte,

 

Enthüllung der Gedenktafel

Enthüllung der Oppenheim-Gedenktafel

und ich persönlich finde diese Lösung viel ansprechender als den Platz bei der Kirche, weshalb man im Nachhinein nur dankbar darüber sein kann, dass ein gewisser Mensch, dessen Name mit Neid- beginnt und mit -inger endet, auf seinem Marienplatz beharrte (bekommen hat er ihn aber trotzdem nicht). Nachfolgend habe ich einen kleinen Videoclip gedreht. Dieser soll lediglich eine erste Übersicht über die Geschehnisse darstellen, denn ich konnte die Masse an Material, die ich mitgebracht habe, noch nicht umfänglich sichten, weshalb ich lediglich ein Stimmungsbild erstellt habe, für diejenigen, die nicht dabei waren. So kann man das, was man in den Printmedien lesen wird, durch die Videoclips ergänzen und sich so ein ungefähres Bild davon machen, wie es war. Also: Erste Impressionen über das Tagesgeschehen, insbesondere über die Benennung des Otto-Oppenheimer-Platzes.

Anschließend noch einen Clip über die Enthüllung der Oppenheim-Gedenktafel: (Sie wissen: Um in bestmöglicher Qualität zu schauen, auf HD klicken oder auf 1080p).

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Kommentare

Festakt - Otto-Oppenheimer-Platz

Gewünscht hätte ich mir beim Festakt zur Einweihung und Umbenennung des Holzmarkts in Otto-Oppenheimer-Platz einen etwas würdigeren Rahmen für die weit angereiste Oppenheimer-Family. Blumenschmuck, erhöhte Sitzplätze, wo war die US-Fahne und die Deutschland-Fahne? Zuviel Durcheinander und Herumgelaufe vorne, das empfand ich als störend. Und in den hinteren Reihen des Platzes unterhielten sich viele Menschen recht ungehindert und nahmen so gar nicht teil am Gesprochenen, schade, denn auch die Lautsprecheranlage war zu schwach dimensioniert. Gut, das das herrliche Frühsommerwetter vieles überdeckte. Auch fehlten m.E. sehr viele Stadträte – unverständlich, zumal sie doch vor wenigen Wochen mehrheitlich dieser Platz-Umbenennung zugestimmt haben. Und wo waren die vielen Honoratioren, Unternehmer, Geschäftsleute, die sonst bei jedem "Karnickelfest" zugegen sind - Fehlanzeige. Auch die Geistlichkeit glänzte durch auffallende Abwesenheit. Der famose Oppenheimer-Enkel drückte es treffend aus: Es kann auf die Dauer kein Land ohne Kultur und ohne Geschichte auskommen. Erfreulich, dass jetzt endlich durch die stete Beharrlichkeit einiger weniger Bruchsaler Kultur- und Geschichtsinteressierten und deren fürsorgliche Kontaktaufnahme mit den Oppenheimernachfahren, diese längst fällige Ehrung und Anerkennung des verdienstvollen Bruchsaler Bürgers Otto Oppenheimer vorgenommen wurde.

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