Serie von gefährlichen Eingriffen und Brandstiftungen im nördlichen Landkreis Karlsruhe und im Rhein-Neckar-Kreis geklärt

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– vier Tatverdächtige im Alter zwischen 22 und 29 Jahren ermittelt – gegen bislang drei Beschuldigte Untersuchungshaft angeordnet
Dienstag, 20. März 2012 - 14:18

Gemeinsame Presseerklärung Staatsanwaltschaft Karlsruhe und Polizeipräsidium Karlsruhe

Mit der Ermittlung von vier Männern im Alter zwischen 22 und 29 Jahren konnten das Polizeipräsidium und die Staatsanwaltschaft Karlsruhe jetzt eine seit Frühjahr 2011 andauernde Serie von nicht weniger als 26 gefährlichen Eingriffen, mindestens 10 Brandstiftungen und sechs Sachbeschädigungen durch Brandlegung im nördlichen Landkreis Karlsruhe sowie im angrenzenden südlichen Rhein-Neckar-Kreis weitgehend klären.

Die am Sonntag und Montag festgenommenen Beschuldigten haben gegenüber den Beamten der bei der Kriminalaußenstelle Bruchsal eingerichteten „Ermittlungsgruppe Straße“ inzwischen teilweise umfangreiche Geständnisse abgelegt.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Karlsruhe hat der zuständige Richter des Amtsgerichts Bruchsal am Montag gegen drei Angehörige des Quartetts Haftbefehle erlassen.  Die Vorführung des vierten Beschuldigten ist für den heutigen Dienstag vorgesehen.

Nach dem Stand der Ermittlungen waren die in verschiedenen Gemeinden im nördlichen Landkreis Karlsruhe wohnenden Verdächtigen in wechselnder Beteiligung seit Ende März 2011 immer wieder zur Nachtzeit unterwegs, um ein eigens mit Schrauben bewehrtes Brett, Ständer von Verkehrszeichen, Betonklötze und andere Gegenstände auf den Straßen abzulegen. Mehrfach brachten sie auch Öl und andere Flüssigkeiten auf den Fahrbahnen aus und riefen so gleichfalls überaus gefährliche Situationen hervor.

Auf die Hindernisse waren in der Folge immer wieder auch Pkw-Lenker geprallt; letztlich war es glücklichen Umständen zuzuschreiben, dass Motorradfahrer nicht betroffen waren und schwerwiegende Personenschäden oder gar noch schlimmere Folgen ausblieben.  Der verursachte Sachschaden geht allerdings in die Zehntausende.

Auch bei den von ihnen mutwillig gelegten Feuern blieb es zum Glück bei Sachschäden, die mit gleichfalls mehreren zehntausend Euro aber beträchtlich waren. So setzten sie parkende Fahrzeuge, Arbeitsgeräte, Mülltonen, aber auch Strohballen, landwirtschaftliche Arbeitsgeräte und Folien in Brand und hielten damit über Monate hinweg neben der Polizei auch die Feuerwehr in Atem.

Beweggründe für ihr Tun waren eigenen Aussagen zufolge Imponiergehabe innerhalb der Gruppe, das Ärgern von Mitmenschen sowie der Reiz des Nichterwischtwerdens.

Auf die Spur des Quartetts waren die Ermittler nach einem gefährlichen Eingriff in der Nacht zum Sonntag gekommen. Auf der Bundesstraße 36 hatten die diesmal zu dritt unterwegs befindlichen Beschuldigten nahe der nördlichen Landkreisgrenze kurz vor Altlußheim einen rund 60 cm hohen und 30 cm starken Holzklotz auf der nach Norden führenden Fahrbahn platziert.  Kurz nach 02.30 Uhr wurde das rund 20 Kilogramm schwere Holzteil dann von einer  Pkw-Lenkerin mit großer Wucht erfasst und auf die Gegenfahrspur geschleudert, wo noch ein zweites Auto getroffen wurde. Zum großen Glück wurde trotz ganz erheblicher Schäden auch hier niemand verletzt.

Als die Polizei nach Bekanntwerden des Geschehens eine Sofortfahndung auslöste, meldete sich bei einer in die Maßnahme eingebundenen Streife des Polizeireviers Bad Schönborn ein Rollerfahrer, der kurz zuvor in Kronau von einem mit überhöhter Geschwindigkeit fahrenden Pkw abgedrängt worden war. Die hierzu eingeleiteten Ermittlungen führten die Beamten dann wenig später zu einem 29-Jährigen nach Hambrücken. Als sich in dessen Kofferraum verräterische Holzspuren fanden und der Mann darauf angesprochen wurde, räumte dieser neben der Gefährdung des Rollerfahrers schließlich auch die Tat bei Neulußheim ein.

In der Folge gelang es den Ermittlern nicht nur, die Mittäter des 29-Jährigen zu identifizieren. Die Vernehmungen der Beschuldigten brachten letztlich auch ans Tageslicht, dass die Verdächtigen für die weiteren gefährlichen Eingriffe sowie eine ganze Reihe von Bränden verantwortlich waren.

Weitere Ermittlungen dauern derzeit noch an; dabei wird unter anderem auch geprüft, ob dem Quartett über die bislang eingeräumten Sachverhalte hinaus noch weitere Straftaten angelastet werden müssen.

Über die zu erwartenden strafrechtlichen Folgen hinaus müssen die Vier nun auch mit ganz erheblichen zivilrechtlichen Forderungen rechnen.

 Schraubbrett

Alle bekannten Tatorte

Brandstiftungen

Gefährliche Eingriffe

Beschilderungssockel

Betonbrocken

Betonbrocken 2

Trettraktor

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Kommentare

Lob

hier kann man der Polizei auch Mal ein Lob aussprechen. Jetzt fühlt man sich diesbezüglich wieder sicherer. Auch die Feuerwehrleute wird's freuen, sie haben sicherlich ganz schön gelitten

Ein riesengroßes Lob und

Ein riesengroßes Lob und vielen Dank an die beteiligten Polizeikräfte und sonstigen Mithelfenden, dass diese Vollpfosten endlich entlarvt werden konnten. Unglaublich, zu welchem Mist manche unserer lieben "Mitmenschen" fähig sind.

Gut, dass die

"mutmaßlichen" Täter gefasst sind, schlimm was sie angerichtet haben und viel Glück für die Beteiligten, dass nicht mehr passiert ist....

Aber auch hier gilt trotz der Geständnisse weiterhin bis zu einer Verurteilung die Unschuldsvermutung, dies sollte bei der Berichterstattung auch berücksichtigt werden.

Unschuldsvermutung

Das Wort Unschuldsvermutung wird m.E. sehr häufig missbraucht. Ein Täter der Taten eingeräumt hat, hat seine Schuld eingestanden. Weshalb sollte ich hier eine Unschuld vermuten?

Dis Unchuldsvermutung darf solange gelten, als eine Schuld nicht nachgewiesen ist, aber bei einem Eingeständnis (Originaltext: umfangreiche Geständnisse)? Natürlich könnte jetzt einer sagen, es hat jemand etwas gestanden, was er gar nicht getan hat......

Ich würde dann aber in keinem Fall seine Unschuld vermuten.

In diesem Fall waren es Delikte, die für andere tödlich hätten sein können. Nein, da hört der Spass auf, besonders, da es sich nicht um Jugendliche, sondern um Erwachsene (22 -29 Jahre) handelt.

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