Seltsame Zeitgenossen

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Was man als Hundehalter bei einem Spaziergang in der Natur (Michaelsberg) erleben kann...
Montag, 24. Oktober 2011 - 22:02

Untergrombach

Untergrombach

Es begegnen einem manchmal sehr unangehme Zeitgenossen. Man sollte meinen, draußen in der Natur hat man seine Ruhe vor dieser Sorte Mensch. Jedoch als Hundehalter eben doch nicht, das können viele Gassigeher bestätigen. Nun ja, vielleicht liegt’s auch an manchen Hundehaltern, das Problem wurde hier auf bruchsal.org ja schon einige Male thematisiert. Doch einige Jagdpächter, Grundstückseigentümer, Garten- oder Weinbergbesitzer scheinen grundsätzlich rot zu sehen beim Anblick eines Spaziergängers in Begleitung eines Hundes. Ich kenne einige Frauen, die sich an bestimmten Grundstücken mit ihrem Hund gar nicht mehr vorbeitrauen, weil sie “angemacht”, beleidigt und sogar unterschwellig bedroht werden. Derartige Erfahrungen habe ich auch schon gemacht, die letzte am Michealsberg, wo ich in den vergangenen Tagen bei diesem herrlichen Herbstwetter mit meinem Hund unterwegs war, um einige Videoaufnahmen zu machen. Den Michaelsberg kennt eigentlich jeder, nicht aber dessen Hänge.

Hänge des Michaelsbergs

Hänge des Michaelsbergs

Diese sind mehr oder weniger nur den Untergrombachern bekannt. Das ist schade, denn es ist die kleinräumige Landschaft an den Hängen, die, gerade jetzt im Herbst, unglaublich abwechslungsreich und vielfältig ist.

Abwechslungsreiche Landschaft

Abwechslungsreiche Landschaft am Michaelsberg

Weinberg

Weinberg

Gartenhütte

Gartenhütte

Es gibt Weinberge, Streuobstwiesen, Kleingärten, Wiesen, Hecken- und Buschlandschaften, durchzogen von unzähligen Wegen,

Weg

Weg am Hang

Weg am Hang

Weg am Hang bei Sonnenuntergang

befestigt, unbefestigt, geschottert, mit Gras bewachsen, dazu Gartenhütten und Weinberghäuschen fast auf jedem Grundstück. Dieses wollte ich, wie gesagt, mit der Kamera in Begleitung meines Hundes einfangen. Wo aber beginnen? Am besten am Fuß des Berges, sich die erwähnten Wege hinaufarbeitend. Also machte ich mich auf den Weg, parkte mein Auto auf der Zufahrtsstraße zum Michaelsberg ziemlich weit unten rechts an einer Stelle, wo ich den Verkehr nicht behinderte gegenüber der Einmündung eines Feldwegs, der steil den Berg hinauf führte. Diesen Weg ging ich denn auch ca. 30 m entlang bis zu einer Stelle, wo er sich gabelte und linker Hand ein anderer Weg parallel einer Höhenlinie des Berges verlief.

Weg nach links

Weg nach links

Natur

Sonnenuntergang am Hang

Dort gab es auch gleich einen sehr schönen Blick auf die Natur im Licht der untergehenden Sonne, ich baute meine Kamera auf und begann zu filmen, mein Hund schnüffelte an der Schleppleine 5 m weiter an einem Baum direkt am grasbewachsenen Wegrand.

Baum

Besagter Baum

Ich war mitten in der Motivsuche, da hörte ich hinter mir ein Motorgeräusch und ein Pick-Up fuhr vom Verbindungsweg den Feldweg herein auf die mit Bäumen bestandenen Wiese. Ein jägermäßig gekleideter Mann stieg aus, ich grüßte freundlich, machte eine Bemerkung über das schöne Wetter, der Mann grüßte zurück, warf aber einen mißbilligenden Blick auf meinen am Baumstamm schnüffelnden Hund. Ich ahnte sofort, dass Ärger in der Luft lag, und tatsächlich, plötzlich und unvermittelt kam die Feststellung: “Sie befinden sich auf einem fremden Grundstück! Sie gehen doch auch nicht auf einen fremden Hof!” “In der Tat”, antwortete ich, “das tue ich tatsächlich nicht, aber das hier ist ja überhaupt nicht damit zu vergleichen, das ist freie Natur.” “Aber das ist mein Grundstück, und Sie scheinen uneinsichtig zu sein.” “Das bin ich durchaus nicht, und wenn Sie Wert darauf legen, verlasse ich Ihr Grundstück sofort”, entgegnete ich und trat einen Schritt nach links, wo ich mich nun eindeutig auf dem grasbewachsenen Weg befand, nahm meine Kamera und baute diese genau an dieser Grenze wieder auf, was dem Herrn nicht zu gefallen schien. “Das war Hausfriedensbruch”, meinte er, und ließ seinen Blick wieder zu meinem Hund schweifen. Ich ahnte, dass der Hund der eigentliche Grund für seinen Ärger war. Ich wollte es aber wissen und meinte, dass die Sache mit dem Hausfriedensbruch gar nicht so eindeutig sei, bei der “fließenden Grenze” zwischen Weg und Grundstück. Wenn er darauf beharre, solle er mich doch anzeigen, ich gebe ihm sogar meine Anschrift, ich könne ihm aber schon jetzt versichern, dass das Amt wegen solch einer Lappalie - ein Spaziergänger steht vielleicht 1 m auf einer Wiese und photographiert - die Sache wegen Geringfügigkeit gar nicht weiter verfolgen würde. Er sagte nichts mehr, äugte aber zu meinem Hund und stieß hervor: “Der Hund befindet sich auch auf meinem Grundstück, das ist mein Baum!” Ich war zunächst sprachlos ob dieser eher kindlichen Reaktion, entgegnet dann aber, immer noch freundlich, er solle doch, wenn er nicht wolle, dass Tiere auf sein Grundstück liefen, dieses einzäunen, und für Menschen solle er doch, bitteschön, ein deutlich sichtbares Schild anbringen “Privatgrundstück, betreten verboten”, drehte mich um und widmete mich wieder meiner Kamera. “Aber Hunde kacken und pissen auf mein Grundstück”, kam es von hinten. “Ich habe Ihnen doch eben einen Zaun empfohlen, wenn Sie das verhindern wollen, und für das, was andere Hunde tun, bin ich nicht verantwortlich. Darüberhinaus pflege ich das Geschäft meines Hundes immer in einem solchen Beutel einzusammeln”, drehte mich um und zog den entsprechenden schwarzen Beutel aus der Tasche, den ich ihm dann vor die Nase hielt. “Wenn der Hund jetzt auf mein Grundstück kackt, stecke ich Ihnen die Kacke in die Hose.” Der Mann wurde immer agressiver. “Ich habe Ihnen doch gerade gesagt, dass ich einen Beutel dabei habe. Außerdem rate ich Ihnen, so etwas gleich gar nicht zu versuchen, denn das Recht ist auf meiner Seite, wenn ich in Notwehr handeln müßte”, entgegnete ich ihm leicht lächelnd, worauf er rot anlief und fragte, wo ich denn herkäme. “Das geht Sie gar nichts an”, bekam er zur Antwort. “Das ist wohl Ihr Auto”, meinte er dann und deutete auf mein Gefährt, das auf der Zufahrtsstraße zum Michaelsberg von hier aus zu sehen war. “Ich verkaufe nicht”, erwiderte ich. Der Mann wollte offenbar immer noch keine Ruhe geben. “Sie kennen wohl keine Verkehrsregeln”, sprudelte es aus ihm heraus, “sonst wüßten Sie, dass man außerorts nicht an der Straße parken darf. Das kostet 30 EU, einmal wenn der Beamte vom Ordnungsamt hinauffährt, und wenn er hinunterfährt und Sie stehen immer noch da, kostet es nochmals 30 EU.” “Woher sind Sie?”, fragte ich zurück. “Das geht Sie gar nichts an”, antwortete er.  “Prima”, lobte ich ihn, “Sie haben offensichtlich was dazugelernt und unterlassen derartige Fragen in Zukunft, aber ich nehme an, dass Sie aus Untergrombach stammen. Dann müßten Sie eigentlich auch wissen, dass diese Straße eine innerörtliche Verbindungsstraße zwischen dem Ort und dem Michaelsberg ist, und keine Land- oder Bundesstraße, wo das Parken an der Seite tatsächlich verboten ist. Solange kein Park- oder Halteverbot besteht, und ich sehe keine derartigen Zeichen, kann man hier parken, und ich parke hier jetzt und in Zukunft wo und wie lange ich will, damit Ihnen das klar ist, und wenn Ihnen das nicht paßt - nun leicht verärgert - so rufen Sie doch die Polizei oder zeigen mich an. Und was die Strafzettel betrifft (nun mehr als leicht verärgert), erzählen Sie diesen Quatsch doch Ihrer Großmutter, auch wenn hier ein Halteverbot bestünde, so gäbe es für die gleiche Tat niemals zwei Strafzettel (einmal beim Hinauf- und dann wieder beim Hinunterfahren der Ordnungshüter, wie er mir vorhielt), denn niemand wird in diesem Staat für die gleiche Tat zweimal bestraft.” “Sie sind ein Unbelehrbarer”, schnaubte er wütend. Vorsichtshalber nahm ich andeutungsweise die Grundstellung einer asiatischen Kampfsportart ein und meinte, dass ich es nicht mag, dauernd von der Seite angemacht zu werden und er möge mich nun, bitteschön, in Ruhe lassen, was er dann, oh Wunder, auch tat. Demonstrativ hielt ich mich noch 10 Minuten an seiner Grundstücksgrenze auf, filmte sein Grundstück, ließ den Hund noch darauf herumlaufen und filmte dann noch den unteren Teil des Michaelsbergs. Was dabei herausgekommen ist, sehen Sie diesesmal nicht in einem Video, sondern in einer, online leicht zu erstellenden, Diashow (wenn Sie auf ein Bild klicken, hält die Diashow an und das Bild wird vergrößert, klicken Sie nochmals darauf, geht die Diashow weiter):

http://tripwow.tripadvisor.com/tripwow/ta-032b-d596-1378/e/44ea5d86b1/bg)0 0 no-repeat">
An Den Hängen Des Michaelsbergs Slideshow: Waldemar’s trip from Karlsruhe, Baden-Württemberg, Deutschland to Untergrombach (near Bruchsal) was created by TripAdvisor. See another Bruchsal slideshow. Create your own stunning slideshow with our free photo slideshow maker.
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Kommentare

"Deutscher Jäger..."

Na, Herr Zimmermann, da sind Sie mal an ein Exemplar des noch nicht ganz ausgestorbenen "Teutschen Jägers Göringscher Prägung" - von diesen Typen habe ich auch einige während meiner Zeit als Hundehalter kennengelernt.
Allerdings kein so kerniges Exemplar wie das von Ihnen in unserem lieben Untergrombach angetroffene - beinahe möchte ich rufen "Waidmanns Heil" - aber erlegt haben Sie dieses kapitale Exemplar eines Grünrocks ja nicht.

Zu Ihrem Trost und dem vieler anderer Hundeführer - schauen Sie mal da 'rein:

"Gesetz zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft
und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft
(Naturschutzgesetz - NatSchG)
Vom 13. Dezember 20051) 2)
§ 51
Betreten der freien Landschaft

(1) Jeder darf die freie Landschaft zum Zweck der Erholung unentgeltlich betreten. Landwirtschaftlich genutzte Flächen dürfen während der Nutzzeit nur auf Wegen betreten werden. Als Nutzzeit gilt die Zeit zwischen Saat oder Bestellung und Ernte, bei Grünland die Zeit des Aufwuchses und der Beweidung. Sonderkulturen, insbesondere Flächen, die dem Garten-, Obst- und Weinbau dienen, dürfen nur auf Wegen betreten werden.

(2) Zum Betreten gehören auch natur- und landschaftsverträgliche sportliche und spielerische Betätigungen in der freien Landschaft, nicht jedoch das unerlaubte Zelten, Fahren und Abstellen von motorgetriebenen Fahrzeugen oder Anhängern.

(3) Das Fahren mit Fahrrädern (ohne Motorkraft) und Krankenfahrstühlen (auch mit Motorantrieb) ist nur auf hierfür geeigneten Wegen erlaubt. Auf Fußgänger ist Rücksicht zu nehmen.

(4) Wer die freie Landschaft betritt, ist verpflichtet, von ihm abgelegte Gegenstände und Abfälle wieder an sich zu nehmen und zu entfernen.

(5) Vorschriften über das Betreten des Waldes einschließlich des Reitens, über den Gemeingebrauch an Gewässern und an öffentlichen Straßen und die Regelungen des Straßenverkehrsrechts bleiben unberührt.

Das ist natürlich nur ein Auszug - aber immerhin, da geht Ihnen doch das Herz auf? Und dem sogenannten "Waidmann" sollte selbiges in die grüne Hose fallen. Aber ich gehe mal mit Ihnen davon aus, dass dieses Exemplar nicht im www. unterwegs ist - "Wild und Hund" und ähnliche Exemplare reichen wohl aus, die Wissbegierde zu befriedigen und den Blutdruck nicht zu sehr ansteigen zu lassen.
Ich habe jahrelang einen Abdruck dieses Gesetzes mit mir herumgetragen nachdem ich in einigen Diskussionen mit solchen Grünröcken feststellen musste, dass diese Sachkunde beim "Grünen Abitur" offenbar nicht gefragt ist.
Sie haben ja das Kfz-Kennzeichen Ihres Gesprächspartners und es dürfte Ihnen nicht allzu schwer fallen, den Halter festzustellen - ein nettes Briefchen zu der Materie könnte dem "Herrn" zu etwas mehr Zurückhaltung in der Zukunft verhelfen.
Und schließen Sie Ihr Schreiben dann mit einem fröhlichen "Bock tot!" - weil geschossen.

Fundstelle Naturschutzgeset BW

Ein Blick ins Gesetz...

...ist manchmal erhellend. Ich werde zukünftig ebenfalls eine Kopie dabei haben und sinnlose Diskussionen vermeiden, indem ich solchen Leuten wortlos den entsprechenden Gesetzestext vor die Nase halte. Guter Tipp... :) aber traurig, daß so etwas notwendig sein könnte...

sechsfüßiger Geisterfahrer

Der Herr Waldemar Z. kommt mir vor wie ein Geisterfahrer in der Realität der Hundespazierführerinnen und -führer. Er hält seinen vierbeinigen Liebling auch in vermeintlich freier Natur an der Leine und trägt einen Entsorgungsbeutel für dessen "Geschäfte" mit sich.
Meine tägliche Anschauung belehrt mich hingegen, dass er als pädagogisches Vorbild von der Masse der Hundehalter schlichtweg nicht wahrgenommen wird. Es interessiert sie auch nicht. Regelmäßig brettert eine ganze Rotte von ihnen in Bruchsals Nordosten mit dem Pkw über eindeutig für den Kraftfahrzeugverkehr eingeschränkte Feldwege und wirft ihre Köter zum Kacken aus dem Wagen, freilaufend selbstverständlich. Wer sich dann sich als Nichthundhalter/in gesetzeskonform verhält
("Gesetz zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft
und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft
(Naturschutzgesetz - NatSchG)
Vom 13. Dezember 20051) 2)
§ 51 Betreten der freien Landschaft
(1) Jeder darf die freie Landschaft zum Zweck der Erholung unentgeltlich betreten.")
wird mit großer Wahrscheinlichkeit organische Rückstände aus Hundedärmen am geländegängigen Schuhwerk vorfinden.
Ich habe deshalb volles Verständnis für die Grundstückbesitzer, wenn sie sich Präsenz der parasitär verhaltenden vermeintlichen "Tierfreunde" auf ihrem Grundstück verbeten. Es ist an der Zeit, dass für die Führung eines Hundes ein amtlicher Sachkundenachweis verlangt wird. Herr Waldemar Z. wird wohl keine Probleme haben, diesen zu erbringen.

Seltsame Zeitgenossen

Auch mir ist so etwas in ähnlicher Form schon mehr als einmal widerfahren. Schön finde ich auch, daß hier die entsprechenden Gesetztestexte veröffentlicht werden. Das Problem ist leider, daß diese "Geistesgrößen" es überhaupt nicht interessieren wird, ob hier entsprechende Gesetzte existieren. Der Horizont hierfür ist sicherlich bei denen nicht hoch genug um zu verstehen um was es eigentlich geht.

"Am meisten rege ich mich über Dummheit auf, die sich wichtig nimmt." - Urban Priol.

Jagdliche Horizonterweiterung

"Jägerhorizonte vermutlich beschränkt" lese ich hier - hmm - deshalb also die vielen Hochsitze! Endlich!!

Wir lieben Hunde,

wenn sie erzogen sind. Wenn sie uns nicht anspringen. Wenn sie uns nicht beschnüffeln. Wenn sie dort, wo es geboten ist an der Leine gehen. Wenn sie dann, wenn sie freilaufen, auf Zuruf zu ihrem Herrchen zurückkehren. Wenn sie ihre Hinterlassenschaft nicht auf Treppen, Fußwege und vor Gartentüren setzen.

Es gibt sehr rücksichtsvolle Hundebesitzer, die bei Begegnungen ihren Hund kurz halten und ihn beruhigen und die die Hinterlassenschaften beseitigen. Es gibt aber leider viele andere.

Der Michaelsberg ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Explizit steht auf den Hinweistafeln: Hunde sind an der Leine zu führen.

Ich finde es unzumutbar, wenn ein großer Hund mit Karacho auf mich zu rennt und ich nicht weiß, was tut er. Kehrt er rechtzeitig um? Springt er an mir hoch? Folgt er rechtzeitig seinem Besitzer? Noch schlimmer ergeht es kleinen Kindern, wenn ein großer Hund heranhetzt. Ich kenne die Angst, die dann beim Kind entsteht aus Erfahrung (Kind hochnehmen, umdrehen, dem Hund den Rücken zuwenden, froh sein, wenn man nur noch einen leichten Stoss abbekommt).

Natürlich hat der jägermäßig gekleidete Mann total überreagiert und sich von einer warscheinlich lange aufgestauten Aversion leiten lassen, wobei die Antworten und das Verhalten ihn sicherlich zu noch mehr unsinnigen Angriffen provoziert haben.

Aber, ein ganz klein wenig kann ich ihn verstehen ;-)

freilaufende Hunde

Seit Jahren versuche ich vergeblich Hundebesitzer in Bruchsal und Umgebung für einen Freilauf (siehe http://www.hundefreilauf-flensburg.de/) oder Hundewald zu begeistern, wie sie vorallem in Norddeutschland und Skandinavien üblich sind. Aber hier kriegt ja keiner den Hintern hoch. Mit einer solchen Einrichtung wäre sicherlich viel Aggressionspotential aus der ganzen "Hundediskussion"genommen !!
Ich bin übrigens glücklicher Besitzer von zwei großen, ausschließlich an der Schlepp und im freien Feld ausgeführten Hunden und habe es satt, ewig mit Hundebesitzern, die genauso ungezogen sind wie ihre Fellträger, in einen Topf geworfen zu werden !!!

Horizonte

Lieber Gast,

"ein jägermäßig gekleideter Mann" muß ja nichts mit Jäger oder Jagd zu tun haben, so wie wir schon gelernt haben, das eine Dame nicht automatisch eine "ältere Dame" ist.  >:>

Überreaktionen

Das Hundethema ist ein sehr sensibles und verleitet beide Seiten zu emotionalen Überreaktionen - jede Seite hat Rechte und jede Seite fühlt sich in ihren Rechten eingegrenzt und beschnitten. Tatsache ist nun mal, daß jeder Bürger, auch der Hundehalter mit seinem Hund, das Recht zur Nutzung der freien Natur zu Erholungszwecken hat. Nun gibt es Gesellschaftsgruppen, z.B. die Jäger, die meinen, sie hätten das Recht auf die Natur für sich alleine gepachtet. Besonders Hundehalter sind ihnen ein Dorn im Auge und sie versuchen oft, diese zu belehren und in ihren Rechten einzuschränken. Es sei daran erinnert, daß in der freien Natur kein Leinenzwang für Hunde besteht, sofern diese sich in der nächsten Umgebung des Halters aufhalten und abrufbar sind. Und genau hier liegt einer der Knackpunkte. Jäger wissen aus Erfahrung, daß sich viele Hundehalter auf diesen Passus berufen und der Hund dann im Ernstfall, wenn er Wild wittert, doch auf und davon ist und eben nicht mehr "abrufbar". Das verleitet dann dazu, alle Hundehalter über einen Kamm zu scheren und diese in nicht gerade freundlicher Manier anzugehen. Das ist ein anderer Knackpunkt, denn welcher vorbildliche Hundehalter läßt sich - in manchmal schon leicht bedrohlichem Unterton und "Polizeimanier"- gerne "von der Seite anmachen". Ich nicht, das gebe ich offen zu. Man darf sich nicht alles bieten lassen, vor allen Dingen wenn man sich korrekt verhält, wohingegen ich für ein freundliches, offenes Gespräch jederzeit empfänglich und unter Umständen sogar bereit bin, auf Rechte zu verzichten. Bis auf wenige Ausnahmen aber hatte ich zu Jägern bisher ein gutes Verhältnis. Es müßten beide Seiten aufeinander zugehen: Die Hundehalter, die sich überall in ihren Rechten beschnitten sehen und daher trotzig reagieren, müßten sich auf ihren Hund einstellen und diesen, wenn er einen starken Jagdtrieb hat, eben anleinen, und Jäger sollten sich vielleicht in manchen Fällen eines mäßigenderen Tons befleißigen, denn sie können nur vermuten und nicht wissen, ob ein Hund abrufbar ist oder nicht. Läuft ein Hund frei in der Nähe seines Halters herum, können sie im Grunde gar nichts tun - ein unfreundliches, ich betone: unfreundliches Einmischen ist daher nicht angebracht, auch wenn sie noch so schlechte Erfahrungen gemacht haben. Ein anderer Knackpunkt ist das Thema "Hinterlassenschaften". Laut Polizeiverordnung Bruchsal sind diese nur im Stadtgebiet auf öffentlichen Straßen, Plätzen und Parkanlagen zu beseitigen. Von freier Natur ist hier nicht die Rede, auch nicht von Feld- und Waldwegen. Demnach sind hier die Hundehalter im "Recht", wenn sie die Hinterlassenschaft ihres Hundes in der freien Natur liegen lassen. Sie verhalten sich also ihrer Meinung nach "korrekt" und reagieren deshalb aufgebracht, wenn sie sich durch Anmahnungen von Nichthundehaltern in ihren "Rechten" beschnitten fühlen. Andererseits ist der Eigentümer eines großen Wiesen- oder Waldgrundstücks zu verstehen, wenn er die Überquerung seines Grundstücks für Menschen mit Hund untersagen will. Es ist allerdings zu fragen, ob er hierzu berechtigt ist, denn durch sein Verhalten schränkt er wiederum die Rechte anderer ein. In diesem Fall würde ich als Laie sagen: Da ein Hund sein Geschäft in der Natur erledigen darf, ist die Nutzung der freien Natur durch Hund und Halter ein höherwertiges Recht als das Recht des Eigentümers über die diesbezügliche Bestimmung über sein Grundstück.
Allerdings würde auch hier Ruhe auf breiter Front herrschen, wenn Hundehalter in solchen Fällen nicht stur auf ihrem Recht beharrten und die Hinterlassenschaften ihres Hundes auch in der freien Natur wegräumten oder wenn, wie in der Schweiz, eine Verpflichtung hierzu auf die gesamte Landschaft ausgedehnt werden würde.

Mitleid

Ach das, war doch weder ein Jäger noch ein Jagdaufseher noch ein Feldhüter (so es so etwas überhaupt noch gibt). Das war doch ganz einfach ein kleines, frustriertes Männchen, wahrscheinlich im Ruhestand und unterm Pantoffel stehend, das sich grün angezogen und ein wenig wichtig gemacht hat - denn der alltägliche Frust muss ja irgendwo abgelassen werden. Über eine solche Spezies von Mensch sollte man sich nicht aufregen - sondern Mitleid haben.

Autojäger

In weit über einem Jahrzehnt Hundehaltung, auch im europäischen Ausland, habe ich unendlich viele freundliche Kontakte mit anderen Hundehaltern, aber auch sich gegenüber normalen Hunden normal verhaltenden Spaziergängern, Joggern und Wanderern gehabt - niemals aber auch nur ein freundliches oder anerkennendes Wort von einem Jäger (und ich kann schon unterscheiden, wer Jäger ist oder nur mal grün angezogen unterwegs) gehört.
Das war allerdings auch schwerlich möglich, denn meine Begegnung "in Grün" saß immer in einem Kraftfahrzeug und patroullierte damit zu nahezu jeder Tages- oder Nachtzeit "seine" Gemarkung ab, übrigens ohne Rücksicht auf Zustand und Breite des jeweiligen Weges. Zwei Mal bin ich einem Jäger zu Fuß begegnet, der war samt Gattin und Hund allerdings außerhalb seines Reviers- pardon - Zuständigkeitsbereiches unterwegs und murmelte eine knurrendes "Tag" zwischen den Zähnen hindurch - insbesondere beim zweiten Mal, als sein "jagdlich geführter" Teckel in mindestens 100 m Entfernung in einem Gebüsch, das bekanntermaßen voller Rehwild steckte, lauthals - na ja, wohl einen Fliegenpilz verbellte...Warum versucht unsere Jägerschaft denn nicht, mit den Hundehaltern vernünftig ins Gespräch zu kommen? Sind sich die Herrschaften denn nicht darüber im Klaren, dass sie auf unserer Gemarkungsfläche unterwegs sind, die ihnen durch unseren Gemeinderat beschränkt auf das Recht zur Jagdausübung verpachtet wurde?! Kann man denn nicht eines schönen Sonntagmorgens nach dem Morgenansitz zu Fuß im Revier unterwegs sein und Kontakt mit den anderen Nutzern dieser Fläche aufnehmen? Muss man sich da immer in eine Jagdhütte zu gleichgesinnten hocken, die gleichen Geschichten erzählen und...?

Hundehaltung gesetzlich geregelt

In Hessen und Niedersachsen wird bereits gehandelt.

http://www.faz.net/frankfurter-allgemeine-zeitung/tierschutz-hessen-spd-...

Naturschutzgebiet

Es würde mich mal interessieren, ob Herr Zimmermann sich tatsächlich im Naturschutzgebiet aufhielt, als er von dem Jägersmann angesprochen wurde.

http://themenpark-umwelt.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/20812/?path=44...

Naturschutzgebiet Michelsberg

Nein, kann ich sagen Aber das spielt auch gar keine Rolle, denn auch im Naturschutzgebiet darf man sich als Spaziergänger mit Hund aufhalten. Es stehen dort nur explizit Hinweistafeln, wie man sich zu verhalten hat, z.B. darf man die Wege nicht verlassen, Hunde sind an der Leine zu führen, Tiere dürfen nicht gestört werden, Pflanzen nicht gepflückt, kein Feuer gemacht usw. Hier ist die Nutzung der freien Natur durch Spaziergänger tatsächlich eingeschränkt. Ich hielt mich am Südhang des Michaelsbergs auf, der durch Gärten, Weinberge, Streuobstwiesen genutzt wird (der Grundstücksbesitzer fuhr ja auch mit seinem Geländewagen auf seine Wiese) und ich blieb auf den Wegen, lediglich an besagter Stelle trat ich einen Meter rechts auf die Wiese, um meine Kamera günstig aufbauen zu können. Die Wiese ist so groß, daß man durchaus von freier Natur im Sinne des Naturschutzgesetzes reden kann (und dann von Spaziergängern genutzt werden darf), besonders, wenn man sie im Zusammenhang mit den angrenzenden großen freien Wiesen- und Sreuobstwiesenflächen sieht. Dem Mann (ob er Jäger war, entzieht sich meiner Kenntnis, er war lediglich gekleidet wie ein solcher) ging es aber im Grunde gar nicht darum, sondern um meinen Hund, der, angeleint, an "seinem" Baum direkt an der Grundstücksgrenze schnüffelte! Er befürchtete offensichtlich, daß mein Hund sein Geschäft auf "seiner Wiese" erledigen könnte. Auch ein Hinweis, daß das "Geschäft" schon erledigt sei und ich einen Entsorgungsbeutel für den Fall der Fälle dabei habe, sowie das Vorzeigen des Beutels beruhigte ihn nicht. Stattdessen bedrohte er mich - und so etwas nehme ich nicht hin. Das Naturschutzgebiet Michaelsberg übrigens befindet sich am Westhang und geht in das Naturschutzgebiet Kaiserberg nördlich des Michaelsbergs über, worüber ich noch berichten werde.

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