Schall und Rauch - Holy Smoke

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Bestattungskultur: Abgang mit Nachdruck
Montag, 1. August 2011 - 23:45
Holy Smoke LLC

Birgit Lieske / pixelio.de

Bewundernswert, wie sehr doch manche Menschen um unsere Umwelt besorgt sind: So sehr, dass sie auch in Ihrem letzten Stündchen nichts dem Zufall überlassen wollen, auf dass ihr ökologischer Fußabdruck auf keinen Fall zu groß ausfalle.

Ökologisch korrekt
Dass die Einäscherung, wiewohl sie wenig katholisch ist, ökologisch eine vergleichsweise saubere Sache ist, wissen wir inzwischen alle. Nicht nur soll die Grundwasserbelastung sehr viel geringer sein als bei herkömmlicher Bestattung, auch ist der Platzbedarf einer Urne in der drangvollen Enge unserer Friedhöfe deutlich überschaubarer.

Die ewigen Jagdgründe
Eine Idee aus den USA bietet jetzt die Möglichkeit weiterer ökologischer Optimierung beim Ableben und verspricht obendrein einen gewissen Spaß quasi posthum - zumindest für den begeisterten Schützen und Jäger: Die Firma Holy Smoke LLC in Alabama füllt auf Wunsch die sterblichen Überreste aus dem Krematorium in Gewehrpatronen (Sie haben richtig gelesen! - Anm. des Verfassers) ab, die dann von den Angehörigen an die Jagdfreunde des Verblichenen verteilt werden können, damit dieser sie gewissermaßen in einer Versinnblidlichung des Begriffs "ewige Jagdgründe" noch einmal zur Jagd begleiten kann.

Alle Kaliber
Selbstredend lassen sich das gewünschte Kaliber und weitere Parameter - am besten wohl in einem rechtzeitigen Arrangement zu Lebzeiten - festlegen, sodass später jedwede Ladehemmung auf der staubigen Pirsch ausgeschlossen sein sollte. Sorgfältige Auftragsausführung wird auf der website des Unternehmens zugesichert, wenngleich die Bemerkung "Unsere einzigartige Dienstleistung und ihr übergreifender Wert sind der Grund, warum unsere Kunden nirgendwo sonst hingehen" etwas makaber anmutet.

Asche zu Asche
Das ganze ist übrigens im Verhältnis zu einer konventionellen Bestattung geradezu ein Schnäppchen: 250 in Handarbeit befüllte Patronen kosten schlappe 1.250 Dollar, vom derzeit günstigen Tauschkurs einmal ganz abgesehen. Nicht zu vergessen: Den Rest der Asche - für 250 Patronen werden angeblich nur etwa 450 Gramm benötigt - gibt es zusammen mit den Patronen in einem beschrifteten Gebinde postwendend wieder zurück und für den preisbewussten Kunden wäre es zu überlegen, ob nicht die Bestellung weiterer Munition die günstigere Alternative ist.

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