Die Rentenlüge

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Es ist unglaublich, was die Menschen den Regierungen alles glauben. Und die Gewerkschaften? Stumm. Und die Arbeiterpartei SPD? Vergiss sie!
Freitag, 28. November 2014 - 16:35

Das schöne an unserer parlamentarischen Demokratie ist, dass wir Kandidaten wählen, die nie die Bedingungen, unter der die Mehrheit der Bevölkerung lebt, verstehen werden, viel weniger an ihrem eigenen Leib erfahren werden.

Sie beschließen das Rentenniveau auf 42% zu senken, was sind die Auswirkungen?
- die Sozialabgaben der Unternehmen sinken (Umverteilung)
- die künftigen Renten werden wesentlich niedriger sein (Umverteilung).

Das soziale Verhalten der Menschen ändert sich. Lebenslange Ehen werden immer seltener. Was sind die Auswirkungen?
- viel mehr Menschen als bisher werden von ihrer während des Lebens erwirtschafteten Rente leben müssen (ohne Partner)
- die meisten Frauen, die allein leben, werden besonders wenig Rente bekommen, da sie meist im Niedriglohnsektor gearbeitet haben.

Da werden Berechnungen aufgestellt, was die Rente mit 63 kostet, wobei verschwiegen wird, dass es die Rente mit 63 gar nicht gibt. Der um 2 Jahre niedrigere Rentenbeginn ist an die Rente mit 67 gekoppelt. Bei dem bisherigen abschlagsfreien Renteneintrittsalter bedeutet dies, dass jemand der 1950 geboren ist, 65 Jahre und 4 Monate als sein muss. Analog gilt für die abschlagsfreie Rente ein Alter von 63 Jahren und 4 Monaten. Das ganze spielt sich ein, wenn 1964 Geborene in Rente gehen. Dann ist nichts mehr mit abschlagsfrei. Denn genau so, wie das gesetzliche Renteneintrittsalter steigt, steigt auch das Eintrittsalter für die "abschlagsfreie" Rente.

Und eines ist doch wohl klar: Wer vor dem gesetzlichen Renteneintrittsdatum in Rente geht, der bekommt weniger Rente. Es fehlen ihm die Anrechnungszeiten, die er sonst noch erwirtschaften würde. Von den Kosten für die „Rente mit 63“ müssen deshalb die Ersparnisse für die dauerhaft niedrigere Rentenzahlung abgezogen werden.

Dass die wirklich hohen Zusatzausgaben für die Mütterrente auch von der Rentenkasse getragen werden müssen, ist ein politischer Skandal ohne gleichen. Die Kosten für derartige Ausgaben sind von den allgemeinen Steuereinnahmen zu tragen und nicht von der Rentenkasse.

Die Zahl derjenigen, deren Rente aufgestockt werden muss, wird sprunghaft ansteigen:
Die „AufstockerrentnerInnen“ werden sich wesentlich schlechter stellen als Hartz-4-Empfänger, da sie ihre Miete und ihre Heizkosten nicht als Zusatzleistung bekommen. Sie werden veräppelt, sie haben immer in die Rentenkasse eingezahlt und bekommen weniger als jemand, der nie gearbeitet hat?

Die große Koalition ist völlig unfähig!

Jetzt wäre der Zeitpunkt die Weichen zu stellen:
Alle werden im Rentensystem beteiligt, die Beamten, die Selbständigen und die Freiberufler. Wann denn, wenn nicht bei einer absoluten Mehrheit von 80% kann man solche Gesetze auf den Weg bringen?

Aber diese Regierung ist in sozialpolitischen Aufgaben genau so unfähig wie frühere Regierungen. Und die Wähler dieser Regierung haben es nicht besser verdient!

Wobei sich mir die Frage stellt: Welcher Döskopp hat eigentlich eine GroKo gewählt?

Nachtrag: Dafür beschäftigt die Regierung sich und andere 1 Jahr lang mit einer Frauenqoute in Dax-Aufsichtsräten (geht um weniger als 200 Pöstchen) und um eine unsägliche Autobahnmaut, deren Nettoeinnahmen bei weniger als 200 Millionen Euro pro Jahr liegen.

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Kommentare

Guter Bericht

Merkel

Welcher Döskopp hat eigentlich eine GroKo gewählt?

Ja @Filou, die Frage ist berechtigt. Wenn man die Menschen konkret darauf anspricht, will es niemand gewesen sein. Gibt es aber Alternativen? Das ganze Parteiensystem ist ein Einheitsbrei. Es geht nur um die "Futtertröge".
Das wir von den "Volksvertretern" belogen werden, sollte eigentlich Jedem bekannt sein. Wer sich nicht wert - ist selber schuld und braucht nicht zu jammern.
"Jedes Volk bekommt die Regierung, die es verdient!"

GroKo

Welche Aufregung, Herr Filou??? Noch nicht bemerkt: wir haben in Deutschland KEINE Demokratie, sondern eine Dikatatur der Parteien.
Und wenn Wahlen etwas verändern würden, dann wären sie verboten.
Der Deutsche Michel hat auch 65 Jahre nach Kriesgende immer noch nicht gerafft, dass er im eigenen Lande NIX zu sagen hat. Den Ton geben nach wie vor die Amerikaner an. Der vom Michel so geschätzte und deshalb gerne mit einem Lehrstuhl an der Uni Bonn geerehrte ehemalige amerikanische Aussenminister Henry Kissinger hat in einem Gespräch mit der Welt am Sonntag gesagt:
Deutschland wurde in zwei Weltkriege gedrängt, um seine Größe und die Vormachtstellung zu brechen.
Aber Hauptsache der Michel kann jedes Jahr mit Mutti nach Malle fahren, die Bundesliga kommt jeden Samstag pünktlich um 15.30 Uhr und Deutschland wird hin und wieder Fußball-Weltmeister, dann sind so gut wie alle Probleme gelöst. Zynusmodus aus !!!!

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