Reisen bildet...

DruckversionPer e-Mail versenden
Was man so alles sieht...
Dienstag, 19. Juli 2011 - 10:30
NZ

Wenn ich unterwegs bin, beruflich oder privat, insbesondere in anderen Ländern und Kulturkreisen, dann schaue ich immer ganz genau hin, "wie die das denn so machen". Denn warum nicht etwas Gutes oder Interessantes für zu Hause abschauen? Das gilt nicht nur für neue Produkte und Trends oder ähnliches, sondern auch für Nützliches im Alltag oder eben auch Regelungen, die aus meiner Sicht Sinn machen.

Zu Beginn des Jahres war ich mit meiner Familie in Neuseeland und habe dort einige nachahmenswerte Dinge gesehen, die ich dem geneigten Leser/-in an dieser Stelle nicht vorenthalten möchte.

Wenn man mit Kindern reist, achtet man naturgemäß auf andere Dinge als der Student auf Tour oder der Pensionär auf Weiterbildungsreise und so ist dies hier ein eher elternspezifisches Berichten.

Vorab: wir haben nirgendwo bisher schönere Kinderspielplätze gesehen als in Neuseeland. Jedes noch so kleine Dörfchen hat einen Spielplatz, der nicht nur super ausgestattet, sondern auch in einem Top Zustand ist, etwas, was man bei uns leider zu selten sieht. Übrigens, die dortigen Kommunen haben auch kein Geld, das nur nebenbei. Dort gibt es allerdings dann neben der Verwaltung noch private Initiativen und eben Sponsoren gemäß dem Motto: „Children are our future, right?" („Kinder sind doch unsere Zukunft...").

Und hier ein Photo eines Schildes, welches mir besonders gefallen hat:

Copy

Was es immer an Spielplätzen gibt sind öffentliche Toiletten, meist auch mit einer Wickelstation für Babies und ja, diese sind grundsätzlich kostenlos UND in ordentlichem Zustand. Auch hier können wir uns, so meine ich, eine Scheibe abschneiden.

Und die Wickelstationen, nun ja, die gab es in jeden Stadtzentrum, auch in kleineren Orten, und oft war da auch noch ein Automat angebracht, aus welchem man -für meist 2 NZ Dollar (ca. 1 EUR)- eine Windel incl. Unterlage und Feuchttuch ziehen konnte. Auch hier die Frage, warum es so etwas bei uns nicht gibt - ich habe es jedenfalls noch nie gesehen.

Wenn wir also eine familienfreundliche Stadt sein wollen, dann sollten wir über solche Dinge mal nachdenken. Denn wer schon mal mit Klein- und Kleinstkindern durch Bruchsal gerannt ist, um irgendwo eine zumutbare Toilette zu finden, der weiß wovon ich spreche.

Wickelstation

Was uns aber wirklich unglaublich beeindruckt hat war die Tatsache, daß NAHEZU JEDER Spielplatz eine Schaukel für Kinder im Rollstuhl bereithielt. Ich bin ganz ehrlich und muß ihnen sagen, daß ich nicht einmal wußte, daß es so etwas gibt. Hier zwei Bilder, damit sie sehen können, wie solch eine Schaukel aussieht. Im übrigen waren diese Schaukeln IMMER von lokalen Unternehmen gesponsert. Wäre doch mal was für unsere Bruchsaler Unternehmer oder die Werbegemeinschaft vielleicht? Nur so ne Anregung...

Schaukel
Schaukel 2

Und jetzt zur nächsten „Superlative", den großen Supermärkten. Dort gibt es nicht nur Einkaufswagen, sondern auch Rollstühle für Menschen, die nicht so gut zu Fuß sind. Auf Wunsch werden diese, meist alten Menschen, dann von einem Mitarbeiter des Marktes durch die Gänge geschoben, bis der Einkauf erledigt ist. Wow!

Aber das ist noch nicht alles, es gibt tatsächlich drei Sorten Einkaufswagen:

1. Normale Einkaufswagen

2. Einkaufswagen mit Babyschale bzw. entsprechender Halterung und

3. Einkaufswagen mit Kindersitz - siehe Photo. Also das hätte ich beim Einkauf mit Kindern zu Hause auch schon öfter gerne gehabt, gesehen habe ich das aber bei uns noch nie.

Wagen 1
Wagen 2

Ach ja, und sollten die Kinder mal quängeln oder -was ja auch vorkommen soll- mal so richtig ausflippen, dann kommt die freundliche Dame vom Servicecenter mit ihrer „Bag of Treats" vorbei, in welcher kleine Spielsachen sind, und von welchen sich das Kind dann etwas aussuchen darf. Das fand ich dann schon wirklich Klasse.

So, und nun zum Abschluß noch etwas Polarisierendes... Vorab der Hinweis, daß ich generell Hunde mag, häufig aber nicht deren Halter. Jedenfalls dann nicht, wenn diese ihre Tiere frei herumlaufen lassen, damit diese dann ungehindert ihrem Jagdtrieb fröhnen können. Oder aber man geht Gassi , ohne auch nur daran zu denken, die abgesetzte Hundekacke mitzunehmen. Ja und das gilt auch für sogenannte Feldwege, denn auf solchen gehe ich auch spazieren und finde es gelinde gesagt unerfreulich, in 30 Minuten zweimal die Schuhe meiner Kinder „kackefrei" kratzen zu müssen. Es wäre ja schon viel geholfen, würde die Mehrzahl der Hundehalter einfach mal etwas mehr an andere Menschen denken.

So genug allgemeines Polarisieren. In Wellington, der Hauptstadt Neuseelands, sah ich im Stadtzentrum folgendes Schild:

Well

Und wissen Sie was, ich fand das gut, denn man konnte tatsächlich bedenkenlos auf dem Gehsteig laufen, ohne andauernd Slalom zwischen irgendwelchen Tretminen laufen zu müssen. Hier gilt meines Erachtens:

„Liebe Hundehalter, da es anscheinend nicht ohne Verbot geht, dann eben mit einem solchen" - und ja, da sind sie alle dann selbst dran schuld. So war das in dieser Stadt, Appelle haben nichts gefruchtet und dann kam das strafbewehrte Verbot.

http://www.wellington.govt.nz/plans/policies/dogs/pdfs/dogpolicy.pdf

 

 

 

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 5 (9 Bewertungen)

Kommentare

Hunde...

Hunde sollten in der freien Natur grundsätzlich angeleint sein, denn hin und wieder überwältigt auch den ruhigsten Hund der Jagdtrieb, vor allen Dingen, wenn er Witterung aufnimmt. Das Entfernen von Hundehaufen ist auf Feldwegen nicht vorgeschrieben, nur innerhalb der Stadt, soweit mir bekannt, was auch der Grund für viele Hundehalter ist, hier mal Fünfe gerade sein zu lassen. Das Verbot sollte auch auf Feldwege ausgedehnt werden, denn auch ich, der laufend auf solchen unterwegs ist, kenne den Zustand und muß mit meinem Hund ständig Slalom laufen, es sei denn, man ist weit, weit weg von der Stadt. Persönlich habe ich immer einen Hundebeutel dabei, um die "Hinterlassenschaft" meines Hundes aufzunehmen. Habe ich den Beutel mal vergessen, merke ich mir die Stelle, besorge mir einen solchen, komme zurück und entsorge den Haufen.

Warum in die Ferne schweifen...

... guckt emol do:

http://www.bruchsal.de/servlet/PB/show/1343733_l1/Polizeiverordung%20Sch...

Bruchsal ist weiter, als man - und frau - denken...

Allgemeine Polizeiverordnung

Hunde dürfen im Außenbereich (sprich in der freien Natur) frei herumlaufen, insofern eine Person dabei ist, die durch Zuruf auf das Tier einwirken kann. Fast jeder Hundehalter wird sich darauf berufen und behaupten, sein Hund gehorche ihm. Das mag sein - oder auch nicht. Mein Hund gehorcht mir mit Sicherheit - unter normalen Umständen, das heißt, sofern er kein Wild sieht oder wittert. Als ich das noch nicht wußte, wurde aus einem entspannten Spaziergang einmal eine sehr stressige Situation und mir klar, daß es ohne Leine nicht geht, denn die Natur ist voller Tiere. Mir kann keiner sagen daß, wenn plötzlich ein Reh 10 Meter vor einem den Feldweg überquert oder 3 Meter nebenan ein Fasan aufflattert oder ein Hase davonhoppelt, sein nicht angeleinter Hund bleibe brav stehen. Meistens schießt der Hund los und kein noch so lautes Rufen nützt etwas, denn das hört der gar nicht mehr, er ist auf das flüchtende Tier fixiert. So sind die meisten Hunde, deshalb, auch wenn das Tier sonst gehorsam ist - nicht nur im Innenbereich, sondern besonders auch in der Natur immer anleinen! Was die Verunreinigungen durch Hunde betrifft, so gilt das Beseitigungsgebot ebenfalls nur für den Innenbereich (öffentliche Straßen, Wege und Plätze, Gehwege, Grün- und Erholungsanlagen, Kinderspielplätze), nicht jedoch für Feldwege, die nicht dem öffentlichen Verkehr gewidmet sind, und das sind alle mit Gras bewachsenen Wege, Sand- oder Schotterwege, Waldwege, Hohlwege usw., von Wiesenflächen, Feldern und Wäldern ganz zu schweigen. In der Schweiz z.B. ist es egal, wo der Hund hink...., die Hinterlassenschaft muß sofort beseitigt werden, sonst drohen saftige Geldbußen. Bloß: Was macht das für einen Sinn, wenn nicht kontrolliert werden kann, man kann nicht hinter jedem Busch einen "Kackwächter" positionieren. So ist man im Außenbereich auch dort auf den "Goodwill" der Hundehalter angewiesen. Und daran mangelt es oft...

Genau

Genau, daran mangelt es oft... Sie, Herr Z. sind ein vorbildlicher Hundehalter, Respekt. Leider nach meiner Erfahrung eine winzige Minderheit. An unserem Garten (mitten im Ort) führt ein Fußweg vorbei (den wir mähen müssen), da ist wirklich alles verkackt, es ist nur noch ekelhaft. Und ich hab noch nie (!) einen Hundehalter gesehen, der die Hinterlassenschaften beseitigt, keinen einzigen. Im Gegenteil, oft kommen die Hunde alleine, ist halt praktisch, nur rasch die Tür aufmachen zu müssen. Ich mag Hunde wirklich gern, aber an den Besitzern möchte man manchmal verzweifeln. Was das Jagdverhalten betrifft: Klar, das haben Hunde, aber sie haben auch hier recht, wer das nicht kontrollieren kann, der muß den Hund anleinen. Wie oft hört man von Hundehaltern, die stolz berichten, was der Liebling so alles gejagt hat (Wildtiere, Katzen...), für mich ein Unding:-(

Inhalt abgleichen Inhalt abgleichen