Oppenheimer-Nachfahren tragen sich ins Goldene Buch der Stadt Bruchsal ein

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OBin: „Versöhnung ist nur möglich, wenn die Geste auch angenommen wird"
Dienstag, 24. Mai 2011 - 18:57

Bruchsal (pa.). Die Einweihung des Otto-Oppenheimer-Platzes am Sonntag, den 22. Mai 2011 stand im Zeichen der Versöhnung. Ein buntes Programm verwies auf die zahlreichen gesellschaftlichen Bezüge, die Otto Oppenheimer in Bruchsal hatte. In bewegenden Reden schilderten die beiden Enkelkinder des Bruchsaler Tuchhändlers, welche Bedeutung die Ehrung des Großvaters für die Familie hat. Beide verknüpften die historischen Ereignisse, die zur Flucht Otto Oppenheimers aus Deutschland geführt hatten, mit einer versöhnenden Geste an alle Bürger/-innen: „Jetzt kann ich wieder gerne sagen: I bin e Bruslerin" formulierte Hanne Ansell und Harry Ettlinger ergänzte in seiner Ansprache: "Gott segne Bruchsal".

Im Anschluss an die feierliche Platzbenennung würdigte Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick die amerikanischen Gäste im Sitzungssaal des Rathauses am Marktplatz als Friedensstifter. "Versöhnung ist nur möglich, wenn die Geste auch angenommen wird", so das Stadtoberhaupt. "Es macht mich stolz, dass Sie unserer Einladung gefolgt sind und sich nun auch ins Goldene Buch der Stadt Bruchsal eintragen werden", sagte Petzold-Schick.

Harry Ettlinger, der mit 85 Jahren der älteste lebende Delegationsteilnehmer beim Besuch in der Saalbachstadt war, erinnerte im Rathaus an eine schöne Tradition in seiner amerikanischen Heimat. Beim Erreichen des 100. Lebensjahres erhält das Geburtstagskind von einem ortsansässigen Unternehmen "Süßigkeiten" für sich und seine Festgesellschaft. Er habe in den Jahren nach Flucht und Neuanfang erleben dürfen, welch süße Zeit das Leben für einen bereithalten könne. Der Oppenheimer-Enkel, der seinem Großvater sehr ähnlich sieht, bekundete dann seinen festen Willen, dieses biblische Alter erreichen zu wollen. „Wenn dies gelingt", so Ettlinger, dann würde er sich freuen, wenn die Zeitzeugen beim Eintrags ins Goldene Buch, ihn in Amerika besuchten, damit man sich gemeinsam besonderer Momente erinnern könne.

Zur historischen Spurensuche wurde der Besuch in Bruchsal auch für Walter Bernkopf, den Enkelsohn von Jacob Oppenheimer. Er hat die Station Bruchsal eher spontan in eine Deutschlandreise eingebaut und zeigte sich bewegt über die für ihn teilweise unbekannte Familiengeschichte.

Goldenes Buch

Die Nachfahren von Otto Oppenheimer haben sich ins Goldene Buch der Stadt Bruchsal eingetragen: (Vordere Reihe von links) Walter Bernkopf, Enkel von Jacob Oppenheimer, Harry Ettlinger und Hanne Ansell, Enkel von Otto Oppenheimer, Deborah Herman. (Hintere Reihe von links) Mark Bernkopf, Dorothy Kahan, Michael Simonson, Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick, Edward Ansell und William Frederick Ansell.

 

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