Nun haben wir also einen neuen Fall...

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...von Plagiatismus
Montag, 15. Oktober 2012 - 22:43

Wie sich die Fälle gleichen. Anette Schavan argumentiert fast wortgleich wie von Guttenberg -  wie dieser Fall ausging, wissen wir ja. Und wieder mal steht "Mutti" voll hinter ihr: "Sie hat mein vollstes Vertrauen", so die Kanzlerin. Sollten die Vorwürfe zutreffen - und alles deutet darauf hin, so wäre Schavan   nicht mehr zu halten, denn gerade sie müßte, als Bildungs- und Forschungsministerin, eine blütenweiße Weste haben, was die akademische Laufbahn betrifft.

Übrigens: Auch selbstständig geschriebene Doktorarbeiten unserer Politiker sind nicht gerade das, was man "erste Sahne" nennt. Ich kann hierzu folgende Lektüre empfehlen: Schwarze, Achim, Dünnbrettbohrer in Bonn. Aus den Dissertationen unserer Elite, Frankfurt/Main, Eichborn 1984 und: Noch mehr Dünnbrettbohrer. Eine Materialschlacht der Dummheit.

Es ist wirklich erschütternd, was man hier zu lesen bekommt. Man wundert sich über keine politische Entscheidung mehr, sie können's einfach nicht besser.

Ach ja, und was "Mutti" betrifft, solche Szenen wünschte ich mir im nächsten Wahlkampf flächendeckend zu sehen, da geht einem doch das Herz auf, oder etwa nicht?

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Kommentare

Mutti

.. ist sicher die Meisterin des persönlichen Machterhalts. Fehler, wie die Verteidigung des eitlen Blenders von Guttenberg verzeiht das Volk der Kanzlerin.  Das motivierte diese sicher zur Beibehaltung der gewählten Machterholungsmethode. Machterhalt ist deshalb sicher auch die Treibfeder der Verteidigung Schavans durch Mutti. Andere Motive sind in ihrer politischen Stellung nicht aufbringbar,

Allerdings gilt es bei aller Freude  über mal wieder erwischte unfähige und korrupte Politiker und Politikerinnen Vorsicht walten zu lassen - Plagiat ist nicht gleich Plagiat. Schavan ist nicht von Guttenberg. Guttenberg hat gnadenlos geklittert und keine eigene intellektuelle Leistung nachgewiesen.

 Die vor 31 Jahren verfasste - sehr ambitionierte - Promotion von Frau Schavan ist aus heutiger sehr formaler Sicht zu beanstanden. Damals waren die Regeln nicht so stringent. Der Nachweis einer eigenen Leistung konnte auch unter etwas lockerem Einbezug von Quellen erbracht werden.  Es scheint erwiesen, dass Schavan, die Erziehungswissenschaften, Theologie und Religion studierte und der renommierten Cusanus-Stiftung vorstand, eine eigenständige Leistung bei ihrer Doktorarbeit erbrachte. 

Deshalb sollte man es unterlassen, beide in einen Topf zu werfen, nach dem Motto: die politische Klasse ist komplett verdorben.

Nebenbei bemerkt: die parlamentarische Demokratie mit ihren Mängeln (und mangelhaften Vertretern) ziehe ich noch heute jeder anderen Regierungsform vor.

 

Mutti

.. ist sicher die Meisterin des persönlichen Machterhalts. Fehler, wie die Verteidigung des eitlen Blenders von Guttenberg verzeiht das Volk der Kanzlerin.  Das motivierte diese sicher zur Beibehaltung der gewählten Machterholungsmethode. Machterhalt ist deshalb sicher auch die Treibfeder der Verteidigung Schavans durch Mutti. Andere Motive sind in ihrer politischen Stellung nicht aufbringbar,

Allerdings gilt es bei aller Freude  über mal wieder erwischte unfähige und korrupte Politiker und Politikerinnen Vorsicht walten zu lassen - Plagiat ist nicht gleich Plagiat. Schavan ist nicht von Guttenberg. Guttenberg hat gnadenlos geklittert und keine eigene intellektuelle Leistung nachgewiesen.

 Die vor 31 Jahren verfasste - sehr ambitionierte - Promotion von Frau Schavan ist aus heutiger sehr formaler Sicht zu beanstanden. Damals waren die Regeln nicht so stringent. Der Nachweis einer eigenen Leistung konnte auch unter etwas lockerem Einbezug von Quellen erbracht werden.  Es scheint erwiesen, dass Schavan, die Erziehungswissenschaften, Theologie und Religion studierte und der renommierten Cusanus-Stiftung vorstand, eine eigenständige Leistung bei ihrer Doktorarbeit erbrachte. 

Deshalb sollte man es unterlassen, beide in einen Topf zu werfen, nach dem Motto: die politische Klasse ist komplett verdorben.

Nebenbei bemerkt: die parlamentarische Demokratie mit ihren Mängeln (und mangelhaften Vertretern) ziehe ich noch heute jeder anderen Regierungsform vor.

 

somehow

Whe Should let the Church in the village for this Time.... Ansonsten werden noch ganz andere Doktorarbeiten rausgekramt.... Was wenn z. B. Auch Einstein sich irgendwelcher Quellen bedient hätte ohne diese zu nennen oder gar einen Co- Schreiber gehabt hätte...

Extra so früh aufgestanden...

... um der "Erste" zu sein?

Lachnummer

Für diese Titeltragerei werden wir im Ausland, wo es diese Titelsucht nicht gibt, zumindest belächelt. Bis auf Österreich, dort ist es noch schlimmer.

Welchen Wert hat denn ein Dr.? Durch die Promotion wird dem Kandidaten lediglich die Fähigkeit zum selbstständigen wissenschaftlichen Arbeiten bescheinigt. Ein Dr.-Titel qualifiziert ansonsten für nichts, wird eigentlich auch nur für eine wissenschaftliche Karriere benötigt. Warum ein Politiker seinen Beruf besser ausüben können sollte wenn er zum selbstständigen wissenschaftlichen Arbeiten befähigt ist, erschließt sich mir nicht. Vielleicht wäre es für das gemeine Volk besser, wenn die Politiker sich vor ihrem Karrierebeginn ins "normale" Leben begeben würden. Meinetwegen zwei Jahre Müllabfuhr, drei Jahre kaufmännischer Angestellter oder was auch immer. Das würde den Blick schulen für das, was die kleinen Leute wirklich drückt - aber der Berufspolitiker interessiert sich dafür wohl eher nicht, da sind sie sich selbst doch zu nahe.

Die Politiker schmücken sich gerne mit einem Dr.-Titel, weil sich - nach deren Meinung - das gemeine Volk davon beeindrucken lässt. Was leider auch zu oft der Fall ist. Besonders wertlos sind die Dr.-Titel der Ärzte, deren Dr.-Titel sogar von anderen Trägern dieser Auszeichnung belächelt werden. Dr.-Titel der Ärzte sind innerhalb der Dr.-Titel-Hierarchie Titel 2. Klasse.

Frau oder Herr Doktor bitte

Ein schöne Zierde, denkt sich mancher Politiker oder Politikerin. So ein Doktor-Titel macht was her. Nur dumm, das man dazu die eigenen Gehirnwindungen bemühen muss. Die mögen in manchen Fällen nicht über die erforderliche Kapazität oder auch den nötigen Fleiss verfügen, hätten dann aber die Chance sich einen schönen Doktortitel zu erwerben. Z.B. Max Mustermann, Dr. h.c. of Metaphysical Sciences, MLDC Institute (USA).

Oder man hat genügend Geld und holt sich einen Ghostwriter, was nachweislich auch zum Fall führen kann.

...
Doktortitel zum Schleuderpreis: Für 39 Euro kann jeder Doktor werden - weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/digital/internet/39-statt-150-euro-groupon-verkauft-schnaeppchen-doktortitel_aid_718604.html

Somehow - @ AI.B.

"Was, wenn zum Beispiel auch Einstein sich irgendwelcher Quellen bedient hätte, ohne diese zu nennen oder gar einen Co-Schreiber gehabt hätte..." Hat er, verehrter AI.B. Einstein hat ja seine Ausbildungsstätte mit unbrauchbar schlechten Referenzen verlassen. Nun war er "Hüter geistigen Eigentums" im Patentamt. Was macht er? Er versucht gleich zweimal fachlich zu promovieren. Professor Heinrich Friedrich Weber vom Polytechnikum Zürich habe Einstein eine Dissertation zum Thomson-Effekt vorgeschlagen. Die Theorie der Wärmeleitung ist auf die elektrische Leitung anwendbar. Temperaturmessungen an Stromkabeln zeigen den Zusammenhang zwischen der Wärmeleitung in Metallen und den hindurchfließenden Elektrizitäts-
mengen. Es ist nicht überliefert, ob Einstein die erforderlichen Experimente bei Weber durchführte. Dann wäre es als Promotionsleistung zu beurkunden gewesen. Da das Polytechnikum damals noch nicht für Promotionsvergaben autorisiert war, mußte man bei der Universität Zürich begutachten lassen. Die externe Beurkundung ist jedoch nicht erfolgt. Das war der erste - gescheiterte Versuch.
Unter dem Namen Einstein ging an der Universität Zürich damals aber eine andere Doktorarbeit über ein ähnliches Thema der Wärmelehre ein. Es ging um einen Zusammenhang zwischen der Wärmeausbreitung in einer Salzlösung und der molekularen Hydrodiffusion.
Schon nach 4 Wochen lud ihn tatsächlich der zuständige Universitäts-
professor zu einem vertraulichen Gespräch. Einstein wurde ernüchtert. Es war offenbar gar nicht erst zu einer regulären Begutachtung der Arbeit gekommen. Einstein zog die Arbeit wieder zurück und bekam die vorausgezahlte Gutachtergebühr zurückerstattet. Damit sei es gerade so, als sei nie etwas vorgegangen. Nur aus der Anstaltsbibliothek sollte Einstein in Zukunft ausgesperrt bleiben. Dieses Verfahren war vom Professor vorgeschlagen worden. Es war üblich, um die Verwaltung in bestimmten Fällen von unnötigen Umständen zu entlasten. Ein solcher Fall liegt zum Beispiel vor, wenn der Aspirant doch keine ausreichende Vorqualifikation nachweist, oder eben, wenn ein Täuschungsversuch entdeckt worden ist. "Der Professor Kleiner ist nicht so dumm, wie ich gedacht habe...", so Einstein an seine Verlobte.
Was sicher ist: Einstein hat keinerlei wissenschaftlichen Doktorgrad erworben. Warum Einstein bei den Promotionen gescheitert ist, wurde jedoch niemals offen ausgesprochen. Vermutlich hatte sich Einstein aus einem Bibliotheksband einen alten Aufsatz seines Betreuers am Polytechnikum, Professor Heinrich Friedrich Weber geholt. Weber hatte im Jahre 1878 über die molekulare Hydrodiffusion bei Salzlösungen publiziert. Einstein muß versucht haben, hinter dem Rücken Webers die Abschrift bei Professor Kleiner von der Universität Zürich als seine Doktorarbeit einzureichen. Das irreführende Moment bildete die ersichtlich an Weber orientierte Methodik. Da eine Dissertation damals kaum umfänglicher als Webers Zeitschriftenartikel zu sein brauchte, hatte Einsteins Trick immerhin eine gewisse Erfolgsaussicht gehabt.
Aber nicht nur bei seiner fehlgeschlagenen Dissertation arbeitete Einstein nach dieser Methode. Auch bei seinen Veröffentlichungen kann man diese Vorgehensweise erkennen: Er holt sich entweder die nicht mehr oder die noch nicht gängige Fachliteratur aus der wissenschaftlichen Bibliothek. Er fertigt eine leicht veränderte Abschrift eines geeigneten Artikels oder Buchkapitels an. Als Literaturhinweis fügt er prominente Altliteratur hinzu. Damit erzeugte er den Eindruck einer authentischen Leistung. Mit seinem Namen versehen, schickte Einstein die Schriften zur Veröffentlichung an die Redaktionen bekannter Zeitschriften. Er spekulierte darauf, daß die zugrunde liegende Schrift den Gutachtern unbekannt sein müßte. Bei seinem Promotionsversuch hatte er mit dieser Methode Pech: "Der Professor Kleiner ist nicht so dumm, wie ich gedacht habe...." Zur Bibliothek in Zürich erhielt er keinen Zugang mehr. Woher ist man sich so sicher, daß die Relativitätstheorie auch wirklich von Einstein stammt? Die Vorarbeiten dazu haben Pysiker wie Mach, Poincaré, Voss, Föppel, Lindemann und andere geleistet und sie hatten vorzeitige Kenntnis von der Relativitätstherorie. Föppel formulierte die Relativitätstheorie schon ein Jahr vor Einstein in einem Vortrag "Über die absolute und relative Bewegung" vor der bayrischen Akademie der Wissenschaften in München.
"Jede Bewegung ist nur als eine relative verständlich, und was man gewöhnlich absolute Bewegung nennt, ist lediglich die Bewegung relativ zu einem Bezugssystem, einem sogenannten Inertialsystem". Aus den dann folgenden weiteren Ausführungen Föppels und auch aus den Tests, die Föppel zur Beweisführung vorschlug, sind leicht diejenigen Elemente zu erkennen, die später in der sogenannten Allgemeinen Relativitätstheorie für Zentralbewegungen mathematisch verarbeitet wurden (aus: "Ich war Einstein" von P. Rösch). Einstein hat die Theorie wahrscheinlich in altbekannter Manier zusammengefaßt und in seinem Namen veröffentlicht...Ich weiß, dicker Tobak, aber es gibt noch viel mehr Hinweise, die alle unter den Teppich gekehrt werden.

Sicher?

Zitat "Was sicher ist: Einstein hat keinerlei wissenschaftlichen Doktorgrad erworben."

Ich bin da nicht so sicher: "Am 30. April 1905 reichte er an der Universität Zürich bei den Professoren Kleiner und Burkhardt seine Dissertation ein, die den Titel trug: Eine neue Bestimmung der Moleküldimensionen. Hierfür erhielt er am 15. Januar 1906 den Doktorgrad in Physik." (Wikipedia).

Das ist genau...

die Dissertation, die nachweislich abgelehnt wurde. Der Einsteinbiograph Leithäuser führte anläßlich Einsteins zehntem Todesjahr aus, daß das Jahrhundertgenie keinerlei wissenschaftlichen Doktorgrad erworben habe. Weshalb solche Märchen jetzt in Wikipedia herumgeistern, ist mir nicht ganz klar. Vielleicht will man keinen trüben Fleck am Idol lassen.... Was man sonst noch in Wikipedia zum Thema Einstein liest, ist ebenfalls sehr, sehr wohlwollend und idealisierend dargestellt, denn wenn man sich genauer mit seiner Biographie befaßt und den zeitgenössischen Quellen, so lag die Relativitätstherorie in der Wissenschaft damals "in der Luft", es herrschte in der Physik eine Aufbruchstimmung, schon andere hatten sich damit befaßt, es war nur noch eine Frage der Zeit, bis eine stimmige Gesamttheorie erscheinen konnte. Diese hat dann Einstein "geliefert"....
Werde mich jedoch, wenn ich Zeit habe, mit der "Quelle", der Universität Zürich in Verbindung setzen und diese mit den Forschungsergebnissen P. Rösch's konfrontieren. Das dürfte interessant werden....

Es müßte schon

ein böswillige Fälschung sein, wenn das Doukument in dem Artikel der Uni Zürich unecht wäre.

http://www.uzh.ch/news/articles/2005/1552.html

Allerdings ist es verwunderlich, dass hier der Doktorgrad der Philosophie verliehen wurde, während wikipedia vom Doktorgrad der Physik berichtet. Wo hier genau Dichtung und Wahrheit liegen......

Auch Einstein ...

räumt ein, daß die Arbeit zunächst "als zu kurz" zurückgewiesen worden sei, aber dann "stillschweigend" angenommen. Wann, einige Jahrzehnte später? Philisophie? Es war die Arbeit Webers über Molekularbewegungen. Sie wurde zurückgewiesen, nicht weil zu kurz, sondern weil plagiiert. Hier wird einiges vertuscht. Hat man ihm in Zürich nach seinem Erfolg mit der Relativitätstheorie stillschweigend dann doch einen Doktortitel zuerkannt, um sich nicht zu blamieren? Und warum schreibt sein Biograph, er habe nie einen akademischen Doktorgrad erreicht? Wirklich Fragen über Fragen und sehr mysteriös, das ganze....

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