NSN-Mitarbeiter sollen der Region eine breite Prosperität sichern

DruckversionPer e-Mail versenden
Fachkräftemangel als Chance für Mitarbeiter/-innen und deren Familien
Montag, 29. Juli 2013 - 12:09

Bruchsal (pa.). Die Politik ist sich einig. Die Mitarbeiter/-innen des Bruchsaler Werkes von Nokia Siemens Networks (NSN) sollen möglichst in der Region eine neue Beschäftigung finden. Auf Einladung von Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick verständigten sich darauf im Rahmen des NSN-Forums im Bruchsaler Rathaus Landtagsabgeordneter Walter Heiler (SPD), Bundestagsabgeordneter Olav Gutting (CDU) sowie verschiedene Bürgermeister aus der Region. In Zeiten des Fachkräftemangels gilt es diese qualifizierten Kräfte in der Region zu halten, damit die Wirtschaft vor Ort weiter wächst. Dieses Ziel wird auch den rund 600 NSN Mitarbeitern gerecht, die teilweise seit vielen Jahren und Jahrzehnten am Standort Bruchsal beschäftigt waren, deren Familien in der Region verwurzelt sind und hier auch gerne bleiben möchten.

Mit dem NSN-Forum wird der Einsatz der politischen Solidargemeinschaft zum Erhalt des Standortes Bruchsal abgeschlossen. In der nächsten Phase geht es nun darum, die Belegschaft möglichst schnell in eine neue Beschäftigung zu vermitteln. Dies ist Aufgabe der eigens dafür gegründeten Transfergesellschaft, deren Arbeit von der Agentur für Arbeit flankiert und gefördert wird. Bereits zum 1. Juli 2013 hat dazu eine Transferagentur die Arbeit aufgenommen. Sie ist von der NSN Geschäftsführung mit der Qualifikation und Vermittlung der Mitarbeiterschaft beauftragt worden. Rund 500 Mitarbeiter werden zum 1. Dezember 2013 in die Transfergesellschaft wechseln, die dann bis spätestens 31. Dezember 2015 Beschäftigung bietet. Marcus Warth, von der B&Q activ GmbH aus Karlsruhe, der als Projektleiter die Transfergesellschaft vertritt, informierte im Rahmen des NSN-Forums: „Ziel ist es, die Mitarbeiter so schnell wie möglich in eine neue Beschäftigung zu vermitteln, weil die Chancen sinken, je länger ein Mitarbeiter in der Transfergesellschaft verbleibt.“ Damit die Vermittlung gelingt, so NSN Betriebsleiter Heinrich Jurtan, „ist die Transfergesellschaft maximal flexibel“. Das bedeutet, dass Mitarbeiter die Transfergesellschaft umgehend in Richtung eines neuen Arbeitgebers verlassen können. Gegenwärtig erstellt die Transferagentur die beruflichen Profile der NSN Beschäftigten. Unternehmen aus der Region haben ab sofort die Möglichkeit, freie Stellen bei der Agentur für Arbeit unter der Rufnummer 07251/800472 oder bei der Transferagentur unter der Rufnummer 0721/92090290 zu melden. „Die Meldung freier Stellen ist nun dringend erforderlich“, warb auch der 1. Bevollmächtigte der IG Metall, Eberhard Schneider, der darauf verwies, dass die Unternehmen in Zeiten umfassender Beschäftigung von diesem Angebot keinen Gebrauch machen.

Zum Abschluss des NSN-Forums sicherte Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick der Mitarbeiterschaft auch weiterhin die Solidarität der politischen Vertreter zu. Das Bruchsaler Stadtoberhaupt verweist für ihre Bürgermeisterkollegen aber auch darauf, dass die Politik nun an einem Punkt angelangt ist, wo das Heft des Handelns an die für die Arbeitsvermittlung zuständigen „fachliche Stellen“ zu übergeben ist.

Das Bruchsaler Stadtoberhaupt bekräftigte, dass sie selbst auch weiterhin für einen Beirat der Transfergesellschaft zur Verfügung stehe, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Außerdem hat sie das Thema „Weiterbeschäftigung in der Region“ an die Regionale Wirtschaftsförderung Bruchsal überstellt. Dort wurde das Thema zwischenzeitlich in der Arbeitsgruppe „Arbeitsmarkt und Qualifikation“ eingespeist, wo es zusammen mit anderen Werksschließungen in der Region und vor dem Hintergrund des bestehenden Fachkräftemangels eine weitere Bearbeitung erfährt.

Im Auftrag von Finanz- und Wirtschaftsminister Dr. Nils Schmid würdigte Günter Stotz vom Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg den Einsatz der regionalen Solidargemeinschaft als „vorbildlich“ und bezeichnete diesen als „auch für andere Regionen in Baden-Württemberg wünschenswert.“

Teilnehmer/-innen

Name

Funktion/Institution

Bänziger, Eric

Bürgermeister Weingarten

Becker, Dirk

IG Metall Bruchsal-Bretten

Bender, Manfred

NSN Betriebsrat, Bruchsal

Eigenmann, Andreas

Wirtschaftsförderung Stutensee

Färber, Ernst

NSN Betriebsratsvorsitzender a. D., Bruchsal

Gay, Verena

Agentur für Arbeit

Geider, Felix

Bürgermeister Östringen

Glaser, Andreas

Stadt Bruchsal, Fachbereichsleiter Finanzen und Wirtschaft

Gsell, Reinhold

Bürgermeister Forst

Guttin g, Olav

Mitglied des Bundestages

Heiler, Walter

Mitglied des Landtages und Bürgermeister der Stadt Waghäusel

Heß, Jürgen

Bürgermeister Kronau

Huber, Stefan

Geschäftsführer WfG Bruchsal

Huge, Detlev

Bürgermeister Bad-Schönborn

Jurtan, Heinrich

NSN Betriebsleiter, Bruchsal

Löffler, Toni

Bürgermeister Ubstadt-Weiher

Martus, Stefan

Bürgermeister Philippsburg

Petzold-Schick, Cornelia

Oberbürgermeisterin Stadt Bruchsal

Schneider, Eberhard

IG Metall Bruchsal-Bretten

Staudte, Marianne

Agentur für Arbeit

Stotz, Günter

Finanz- und Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg

Warth, Marcus

B & Q activ (Transferagentur/Transfergesellschaft)

Weigt, Sven

Bürgermeister Karlsdorf-Neuthard

Wolff, Martin

Oberbürgermeister Stadt Bretten

 NSN-Forum

Die Mitarbeiter/-innen von Nokia Siemens Networks sollen der Region auch in Zukunft eine breite Prosperität sichern. Zum Austausch im Bruchsaler Rathaus kamen zusammen: Bürgermeister Sven Weigt, Oberbürgermeister Martin Wolff, Bundestagsabgeordneter Olav Gutting, Landtagsabgeordneter Walter Heiler, Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick, der ehemalige NSN-Betriebs- ratsvorsitzende Ernst Färber, NSN-Betriebsleiter Heinrich Jurtan, der erste IG Metall-Bevollmächtige Eberhard Schneider, Marianne Staudte und Verena Gay von der Agentur für Arbeit, Marcus Warth von B&Q activ (v.l.n.r.) sowie weitere Bürgermeister und Wirtschaftsförderer aus der Region. Bildquelle: pa

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 2.5 (2 Bewertungen)

Kommentare

Wenn die Transfergesellschaft

längst gegründet ist und die Politik "das Heft des Handelns an die für die Arbeitsvermittlung zuständigen „fachliche Stellen“ übergibt, frage ich mich, wozu diese Veranstaltung gedient hat.

Wussten die Politiker nichts von der Schließung von NSN? Und welcher Einsatz der regionalen Solidargemeinschaft war von Herrn Stotz zu würdigen?

Die Überschrift des Artikels habe ich mehrmals gelesen und auch die Unterüberschrift, mit beidem kann ich nichts anfangen. Für mich sind das leere Worthülsen wie auch das Ergenbis aus dieser Sitzung.

Inhalt abgleichen Inhalt abgleichen