NSN: Einhaltung der Standortsicherungsvereinbarung weiter fraglich

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Oberbürgermeisterin: "Weiterhin undurchsichtiges Vorgehen der NSN-Geschäftsleitung"
Freitag, 22. März 2013 - 15:48

Bruchsal (pa) | Die Standortsicherungsgarantie wird eingehalten. Diese Zusage machte NSN-Arbeitsdirektor Olaf Horsthemke gegenüber Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD) am 9. Januar 2013 im Rahmen eines Treffens in den Räumlichkeiten der Bruchsaler Betriebsleitung von Nokia Siemens Networks (NSN). Wenige Monate später ist die Umsetzung der Zusage aber wieder fraglich. Am Donnerstag, den 21. März 2013, informierte die NSN-Geschäftsführung den Bruchsaler Betriebsrat in internen Gesprächen darüber, dass die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sukzessive aber baldmöglichst bis zum 31. Dezember 2014 auf 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter reduziert werden soll. Dies kommt einer Aufkündigung der geltenden Standortentwicklungsvereinbarung gleich, die den Erhalt von allen Arbeitsplätzen in der Fertigung und bei den Globalen Funktionen bis zum 31. Dezember 2014 garantiert. Sie schützt rund 500 Personen bis Ende 2014 vor der Kündigung. "Mit dieser Ankündigung sendet NSN einmal mehr widersprüchliche Signale, die an der zugesagten Einhaltung der Standortsicherungsgarantie zweifeln lassen", so Bruchsals Oberbürgermeisterin. "Wenn dieser Vorschlag umgesetzt wird, dann werden die Fertigung und das Repair-Center geschlossen sowie die Ausbildung eingestellt, obwohl deren Bestand durch die Standortgarantie gesichert ist. Für deren Erhalt hat NSN sich genauso verpflichtet, wie für jährliche Investitionen in Millionenhöhe in den Standort Bruchsal", erläutert das Bruchsaler Stadtoberhaupt.

Nach guten Gesprächen mit Arbeitsdirektor Olaf Horsthemke hatte die Oberbürgermeisterin einen Funken Hoffnung, dass der Standort in Bruchsal teilweise erhalten werden kann. In diesem Zusammenhang bedauert Petzold-Schick, dass mit Horsthemke, der seinerzeit die Standortentwicklungsvereinbarung mit unterzeichnet hat, ein verlässlicher Ansprechpartner zum 1. April 2013 das Unternehmen verlässt. "Wenn der innerbetriebliche Interessenausgleich weiterhin nicht funktioniert und die Einhaltung von Verträgen fraglich bleibt", so Petzold-Schick, "dann ist es auch weiterhin wichtig, dass die politische Solidargemeinschaft das Unternehmenshandeln kritisch begleitet und einen klaren Standpunkt formuliert."

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Kommentare

Ein Funken Hoffnung

bedeutet soviel wie: "eigentlich nicht zu erwarten, eher unwahrscheinlich". Wenn dies der klare Standpunkt ist, den die "politische Solidargemeinschaft formuliert", wo "gute Gespräche" Grundlagen für Unternehmenshandeln sein sollen, da ist es nicht verwunderlich, wenn nichts dabei herauskommt.

Auf derartige Stataments der Pressestelle kann eigentlich verzichtet werden, zeigen sie doch nur die Ohnmacht der Politik oder den Beginn des Wahlkampfs.

Die Formulierungen...

... in derartigen Erklärungen bringen mich langsam zur Weißglut.
Offensichtlich erfolglose Verhandlungen der Oberbürgermeisterin werden jetzt noch als "gute Gespräche" bezeichnet.
Was, zum T..., war und ist denn an diesen Gesprächen aus heutiger Sicht "gut" gewesen?!

Nach guten Gesprächen mit Arbeitsdirektor...

... alles nur reine Beruhigungspillen für die Mitarbeiter. ...und es wurde alles menschenmögliche durch die Politik versucht. Werden damit die Betreffenden besänftigerend auf den Arbeitsplatzverlust eingestellt? Geht es dabei um etwas anderes?
Wer kümmert sich um die Mitarbeiter von kleinen Mittelstandsbetrieben, denen es genau so ergehen kann? Warum werden da nicht ebenfalls solch großen Geschosse aufgefahren? Weil es die Masse nicht interessiert? Oder weil die Politik genau weiß, dass sie machtlos dagegen ist?

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