NSN Bruchsal, Hersteller von Telekommunikationsinfrastruktur anstatt Handys oder Waschmaschinen

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Oberbürgermeisterin besucht Nokia Siemens Networks. Hoffnung auf eine langfristige Zukunft des Standorts Bruchsal.
Montag, 24. Januar 2011 - 11:53

Bruchsal (pa.). „Bei uns gibt es weder Handys noch Waschmaschinen." Mit diesen Worten räumte Heinrich Jurtan, Sprecher der Betriebsleitung am Bruchsaler Nokia Siemens-Standort (NSN) gleich zu Beginn mit einem weit verbreiteten Missverständnis auf. Mit den populärsten Produkten der beiden namensgebenden hat die Tätigkeit im badischen Werk wenig zu tun. NSN liefere die Infrastruktur für moderne Kommunikationsprozesse. Vereinfacht ausgedrückt: Datennetzwerke oder Telefongespräche werden über zum Teil schrankgroße Rechner abgewickelt, die möglicherweise aus Bruchsal stammen.

Im Rahmen eines Besuches von Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick bei NSN stellte Jurtan zunächst im Beisein der Betriebsleitung sowie Vertretern des Betriebsrates die Organisation des Werks vor. NSN liefert seine Produkte an über 600 Mobilfunkanbieter in rund 150 Länder auf der ganzen Welt. Sieben Fabriken in vier Ländern, darunter die deutschen Standorte Berlin und Bruchsal, stellen die Produkteinführung und Produktion sicher. Jurtan verwies dabei auf die lange Geschichte von Kommunikations-Infrastruktur: das heutige Werk hat seine Ursprünge in der 1869 gegründeten Firma „Schnabel&Henning".

Innerhalb des Unternehmens gab es in den vergangenen Jahren zahlreiche Umstrukturierungen. Auch derzeit stehen Betrieb und Mitarbeiter vor besonderen Herausforderungen. Die Belegschaft soll bis Ende 2014 von ca. 900 auf etwa 650 Mitarbeiter reduziert werden. Positiv zu vermerken ist demgegenüber, dass weiterhin jährlich 15 Ausbildungsplätze sowohl im gewerblichen als auch kaufmännischen Bereich sowie in Dualen Studiengängen angeboten werden. „Das ist ein ganz wichtiger Bestandteil der Vereinbarung zwischen Betriebsleitung und Betriebsrat", so Oberbürgermeisterin Petzold-Schick mit Blick auf die Zukunftsfähigkeit und den Wissenstransfer am Standort.

Beim anschließenden Rundgang stellten die zuständigen Abteilungsleiter die verschiedenen Prozesse der Produkteinführung Fertigung und Logistik vor.

Abschließend blieb noch die Zeit für ein Gespräch mit dem Betriebsrat unter Leitung von Ernst Färber und seinem Stellvertreter Manfred Bender. Das Stadtoberhaupt bot in dieser Runde an, die anstehenden Umstrukturierungen im Sinne der Beschäftigten zu begleiten.

Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick (Mitte) mit Stadtkämmerer Andreas Glaser, Betriebsrats-Chef Ernst Färber, Werksleite

Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick (Mitte) mit Stadtkämmerer Andreas Glaser, Betriebsrats-Chef Ernst Färber, Werksleiter Heinrich Jurtan sowie dem Abteilungsleiter G. Bender bei Nokia Siemens Networks.

 

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