Nochmals Radweg...

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Aufwand viel zu groß
Donnerstag, 4. August 2011 - 14:25
Saalbach

Das obige Bild zeigt den Saalbach hinter dem geplanten Baugebiet Schafgarten Ost. Da mich nach meinem Kommentar "Eine Diskussion zum Thema Radweg..." einige Bürger angesprochen haben, es könne nicht sein, daß die Stadt einen Radweg plane, der nicht zu verwirklichen sei und meine Photos zeigten die falsche Perspektive, möchte ich an dieser Stelle allen, die sich vor Ort nicht auskennen, das dürften auch viele Stadträte sein, die Gegebenheiten nochmals zeigen. Vorab: Ein Radweg von 3 m Breite am Saalbach entlang ließe sich durchaus verwirklichen. Wahrscheinlich hat man zu der Zeit, als der Weg angedacht wurde, mit Zuschüssen aus Mitteln für die Landesgartenschau gerechnet, denn dann, und nur dann, hätte man dieses Teilstück zwischen Schafgarten und Holzbrücke beim Kinderspielplatz auch bauen können, der geplante Weg ist übrigens heute noch im Geoportal der Stadt eingezeichnet. Heute ist die Lage ganz anders, besonders die finanzielle Lage der Stadt. Dieses Radweg-Teilstück läßt sich nur mit beträchtlichem finanziellem Aufwand verwirklichen. Warum? Zunächst einmal reichen die Bebauungsgrenzen der Stadthäuser Luft bis auf ca. 3 m an den Bach heran. An sich kein Problem, mehr bräuchte man auch nicht für den Weg, der aus diesen Gründen natürlich am Bach entlang geführt werden müßte. Das Problem zeigt sich jetzt: Von der Bebauungsgrenze bis zum Bach (3m) geht es eine steile Böschung zwischen 3 und 5 m Höhe hinab zum Bach, der teilweise gar keine Mauern hat, teilweise niedrige Mauern (bis 1 m Höhe) und teilweise höhere Mauern (bis 3 m), die jedoch oftmals baufällig sind. Das heißt, es müßten neue Bachmauern gebaut werden, die alten Mauern aufgestockt oder saniert oder gar völlig erneuert, dann zwischen Grundstücksgrenzen und Mauer aufgefüllt werden, und ein Geländer müßte auch noch montiert werden, ganz abgesehen vom Bau des Wegs selbst. Das kurze Stück Saalbachmauer hinter dem Schlachthof (siehe Bild unten) hat mehrere hunderttausend Euro gekostet

Saalachmauer

Mauer hinter dem Schlachthof

(vielleicht könnte ein Insider den genauen Betrag nennen), nun kann man sich ausrechnen, was ein mehrfach längeres Teilstück kosten würde, ohne den Ausbau des Weges. Um eine Vorstellung zu geben, was alles gemacht werden müßte, habe ich eine Photoreihe gefertigt, beginnend beim Schafgarten bis hin zur Holzbrücke beim Spielplatz (letztes Haus Bebauung Luft), die Aufnahmestandorte auf einer Karte gekennzeichnet und mit den Photos in Verbindung gebracht:

Karte

Photostandorte

Das nachfolgende Photo vom Standort 1 zeigt die ca. 4 m hohe Saalbachmauer bis zur Weide, ab hier ist die Mauer nur nur 1 m hoch und es beginnt links bei den Büschen das Baugebiet Schafgarten Ost.

Hinter Schafgarten Ost

Links Beginn Baugebiet Schafgarten Ost

 

Hinter Schafg. Ost

Direkt hinter dem neuen Baugebiet

  (Noch Standort 1) Direkt hinter dem neuen Baugebiet Schafgarten Ost gibt es dann überhaupt keine Mauer mehr, es müßte jedoch eine solche errichtet werden bis Oberkante Böschung, und dann aufgefüllt. Die niedrige Mauer vorher müßte aufgestockt werden. Idyllisch: Die Büsche und Bäume gehören noch zum Baugebiet (Bild unten, Standort 1).

Idylle

Saalbachidylle

 Nun gelangen wir zum Standort 2. Hier sehen wir das Grundstück, deren Eigentümerin den 3m-Streifen am Bach nicht hergeben will. Das verstehe ich. Kein Zugang zum Bach, keine Ruhe mehr, wenn laufend Radfahrer am bisher ungestörten Grundstück vorbeifahren, auch hier nur eine niedrige Mauer, die aufgestockt oder ganz neu gebaut werden müßte (Bild unten).

Grundstück am Bach

Grundstück am Bach

Die nächsten Photos wurden vom Standort 3 aus geschossen. Sie zeigen wieder eine ca. 3m hohe Mauer (baufällig) und die erste Luft'sche Bebauung. Auch diese Mauer müßte aufgestockt und/oder vollständig erneuert werden:

Mauer

Zwischendurch wieder mal eine baufällige Mauer

Erstes Haus

Erste Bebauung Luft

 Auch hier Grundstücksgrenze = Böschung = Aufstockung der Mauer und Verfüllung oder umgekehrt Abgraben der Böschung bis zur Maueroberkante und Bau einer Mauer entlang der Grundstücksgrenze. Raum zwischen beiden Mauern = Weg.

Beb. Luft

Am Standort 4 sehen wir dann ein Haus kurz vor dem Schlachthof, der Eingangsbereich reicht bis an die Böschung, welche dann ca. 5 m hinunter geht bis zur hier wieder niedrigen Bachmauer. Dahinter beginnt die neue Mauer, an deren Mauerkrone entlang am Geländer ein Weg möglich wäre (Photos unten). So müßte ein Radweg dann am gesamten Teilstück aussehen.

Ufer

Standort 4

5

Standort 4

Von der gegenüberliegenden Seite (Schlachthof, Standort 5), sieht es dann so aus:

Ende

Wo soll hier der Weg hin? (Standort 5)

Wegen der unterschiedlich hohen Mauern muß der Weg auf einem Level geführt werden, und das ist nicht unten in Höhe der niedrigsten Mauer, sondern oben an der höchsten Mauer. Auch hier Bau einer neuen Mauer und Aufschüttung. Ähnlich sieht es bei Standort 6 aus, am anderen Ende des Schlachthofs:

Rechts neben Schlachthof

Standort 6: Hier endet die neue Mauer am Schlachthof bachaufwärts

Was man sieht, ist rechts die Bebauungsgrenze zu einem Luft'schen Stadthaus und links eine 5 m hohe, steile Böschung zum Bach hinunter. Auch hier: Fortführung der Mauer und Aufschüttung, um 3m Wegbreite zu gewinnen. Im unteren Bild die Ansicht von der anderen Seite:

Andere Seite

Vom Spielplatz her gesehen, andere Seite des Bachs, Standort 6

Nun sind wir am Standort 7 (Bilder unten) beim neuesten Haus der Fa. Luft (noch nicht auf dem Luftbild zu sehen), wo man erkennen kann, wie nahe die Häuser an die Saalbachböschung gebaut wurden. Auch hier wieder: Neue Mauer....

Letztes Haus Luft

 

Letztes Haus Luft

Bebauung dicht an der Böschung, Platz für Weg nur durch Mauer und Aufschüttung

 Hier könnte es dann weitergehen links am Saalbach entlang oder rechts durch das Wohngebiet Hammer zur Schwabenbrücke (Bilder unten):

Brücke
Zur Bergstraße

Weiterer Verlauf

 So sieht es aus, im Grunde für die Stadt unbezahlbar, weshalb wohl eine Lösung über die Wiesenstraße am Kinderspielplatz vorbei auf die oben abgebildeten weiteren Verläufe Richtung Schwabenbrücke  kommen wird. Diese wäre billig und kurzfristig zu realisieren.

 

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.7 (14 Bewertungen)

Kommentare

Unglaublich, aber wahr

Hier zeigt sich wieder die vorausschaunde Planung der Stadt. Natürlich wußte man, dass die besagte Eigentümerin ihr Grundstück nicht hergeben wird. In weiser Voraussicht hat man die noch unverbauten Grundstücke an der Bach bestmöglich vermarktet. Dadurch erzielte die Stadt einen immensen Haushaltsüberschuß und kann jetzt, wie in Wuppertal die Schwebebahn, einen Radweg über der Bach bauen.
Im Ernst, Schilda war gestern, Bruchsal ist heute.

Wo war Frau Langrock?!

Ja, wo war sie?

Radweg ist vorhanden

Warum erwähnt hier niemand, dass faktisch ein Radweg vorhanden ist: Von der Schwabenbrücke rechts oder links der Saalbach entlang bis zum Spielplatz (der wegen des beschilderten Radweges sogar letztes Jahr barrierefrei gemacht wurde). Danach die verkehrsberuhigte und beschauliche Wiesenstrasse entlang. Ab der Augartenstrasse wieder der Saalbach entlang bis zum Engel-Biergarten. Dieser Weg funktioniert seit Jahren und ist ausgeschildert .....

Das war auch...

mein Vorschlag. Da ich kein Radfahrer bin, wußte ich allerdings nicht, daß so ein Radweg schon existieren soll. Wenn das zuträfe, hätte sich die ganze Diskussion um Radweg und Enteignung, angestoßen von Jürgen Schmitt, erübrigt.

Brusler Radweg

Dieser "faktische" Radweg ist zum größten Teil kein Radweg, sondern besteht aus Straßen, auf denen - wie üblich - auch Radfahrer fahren dürfen.
Deswegen ist es noch lange kein Radweg - noch nicht mal nach Brusler Maßstäben.
Also bleibt mal auf dem Teppich.
Außerdem war dieser Weg am Sallbach entlang als Uferpromenade gedacht - AUCH für Radfahrer, aber in erster Linie für Fußgänger.
Oifach so - zum Spazieregehe...

S'wea schee gwese...

awa leida isch zum Spazieregehe, oifach so, koi Geld me do....

Radweg kontra eigentumswohnung

Was für ein Pech aber auch, dass ausgerechnet zwei ehemalige Bruchsaler Spitzenpolitiker in dem Haus direkt am Salbach je eine Eigentumswohnung haben, wo andere Städte einen Spazier- und Radweg angelegt hätten. Ein Schuft, wer sich erlaubt, dabei etwas zu denken. Oder: ein selten starkes Stück aus dem Dollhaus.

Wo ist der Unterschied zwischen RADFAHRERN und Radweg?

Kann das Planungsamt, die Verwaltung und die Gemeinderäte für eine Ortsbesichtigung zwangsverpflichtet werden?

Oder noch besser: Machen sich die angesprochenen Personen selbst ein Bild?

Im Ernst, Schilda war gestern, Bruchsal ist heute. So muss es doch nicht sein.

Vor der Drohung mit Enteignung sollten die Fakten unstrittig sein. Alle 5 Berichte in Bruchsal.ORG zum Thema Östlich Schafgarten belegen, dass das Planungsamt, die Verwaltung und die Gemeinderäte ihre Hausaufgaben noch machen müssen.

Wenn der Radweg vom Tisch ist,...

ist doch auch die Enteignung vom Tisch? Denn die macht doch dann keinen Sinn mehr. Daß der Radweg noch gebaut wird, ist ziemlich unwahrscheinlich im Hinblick auf die Finanzlage der Stadt.

Weshalb Enteignung?

Warum lese ich hier ständig von "Enteignung"? Ich denke, da soll ein Bebauungsplan aufgestellt werden - um die notwendigen Verkehrsflächen auszuweisen, muss man doch nicht enteignen!

Weshalb?

Es handelt sich hier um den Radweg am Saalbach entlang, der mal geplant war (aber nun meines Erachtens aus Kostengründen nicht mehr umgesetzt werden kann). Um diesen Radweg zu bauen, fehlt zwischendrin jedoch ein ca. 30 m langer Geländestreifen (s. Bericht oben, Photo Standort 3), den die Eigentümerin nicht hergeben will, weswegen von einer eventuellen Enteignung gesprochen wurde (die natürlich nicht mehr notwendig wäre, würde der Radweg nicht gebaut).

Fläche im Bebauungsplan?

Wenn die für diesen Rad- (richtig: Fuß- und Radweg)weg im zur Diskussion liegenden Bebauungsplan liegt - wovon ich nach den obigen Schilderungen ausgehe - muss man doch nicht unbedingt enteignen.
Diese ständige Schwingen mit der Keule "Enteignung" ist doch reine Stimmungsmache.

Bebauungsplan

Gemeinderat Jürgen Schmitt schreibt hierzu: (http://www.bruchsal.org/story/schafgarten-–-zum-dritten):

"Am Saalbach ist ein öffentlicher Fuss- und Radweg geplant, der, so Huhi hier korrekt, ehemals Bestandteil der Landesgartenschauplanung war. Dieser Fuß- und Radweg verbindet im Endausbau Heidelsheim und die Bruchsaler Innenstadt. Fehlendes Stück: im Bebauungsplan Schafgarten. Das Grundstück der Paradies-Verteidigerin Erb-Ihle ist jetzt nicht im Bebauungsplan enthalten, weil die streitbare (besser: egoistische) alte Dame sich jeder Veränderung komplett verweigert. Vorhersehbare Entwicklung: Enteignungsverfahren für den Erb-Ihle Streifen am Saalbach, damit überhaupt der Radweg gebaut werden kann. Das öffentliche Wohl erfordert hier den Bau dieses Weges." Meiner Ansicht nach erfordert das Öffentliche Wohl aber gerade nicht den Bau dieses Weges, da die Kosten exorbitant hoch sein werden, was man dem Bürger in diesen Zeiten nicht zumuten kann, zumal es eine elegante und billige Variante über die Wiesenstraße gäbe.

So weit, so gut

Das Argument, der Schafgarten müsse bebaut werden, damit in diesem Schritt der Radweg nach Osten komplettiert werden könne, dürfte dank der sehr sachlichen und detailreichen Darstellung zumindest für Leser der Netzzeitung entkräftet sein.

Ich fahre fast täglich am Schafgarten vorbei. Heute fiel mir auf, wie schmal die Zufahrt eigentlich ist. Kann jemand beurteilen, ob die Breite der Straße für die Erschließung des neuen Wohngebiets genügen würde? Für Baufahrzeuge, später für Abfallwirtschaft, Rettungsdienste?

Zufahrt

Die Zufahrt soll über die Württemberger Straße erfolgen. Zu diesem Zweck soll das Haus Württemberger Straße 109 abgerissen werden.

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