Neuordnung der Beteiligungsstruktur am Geothermie-Kraftwerk Bruchsal:

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EnBW und Stadtwerke Bruchsal unterzeichnen Konsortialvertrag
Donnerstag, 6. Dezember 2012 - 16:20

Karlsruhe/Bruchsal. Die EnBW Kommunale Beteiligungen GmbH (EKB) und die Stadtwerke Bruchsal GmbH (SWB) haben am 30. November 2012 einen Konsortialvertrag unterzeichnet, der die Beteiligungsstruktur am gemeinsamen Pilotprojekt Geothermie-Kraftwerk Bruchsal neu ordnet und die Übernahme der operativen Führung des Kraftwerks durch die EnBW in der Geothermie-Gesellschaft Bruchsal GmbH (GEO) besiegelt. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die kommunale Rechtsaufsicht.

Am 19. September 2012 wurde mit Gründung der Geothermie-Gesellschaft Bruchsal GmbH (GEO) als künftiger Betreiberin der Geothermie-Anlage in Bruchsal die Geschäftssparte Geothermie von der ewb abgespaltet. Mit wirtschaftlicher Wirkung zum Jahresbeginn 2012 wurden die Geothermie-Aktivitäten in die GEO eingebracht, an der die SWB bislang mit 72,59 Prozent und die EnBW mit 27,41 Prozent beteiligt waren.

Mit dem Konsortialvertrag wird die EnBW Kommunale Beteiligungen GmbH 74,9 Prozent der Anteile an der GEO übernehmen, der Bruchsaler Anteil beläuft sich dann auf 25,1 Prozent. Der Aufsichtsrat der GEO wird aus sechs Mitgliedern bestehen, von denen die EKB vier Aufsichtsratsmitglieder, die SWB neben der Oberbürgermeisterin ein weiteres Mitglied entsenden werden. Die Geschäftsführung geht entsprechend auf die EKB über.

„Um die Stromerzeugung aus tiefer Geothermie in Baden-Württemberg nutzbar zu machen, arbeiten wir seit einigen Jahren mit unseren Bruchsaler Partnern zusammen. Mit der Neuordnung übernehmen wir nun die unternehmerische Führung, um die Forschungs- und Entwicklungsarbeit mit dem Ziel des wirtschaftlichen Betriebs fortzuführen. Wir freuen uns, dabei die bewährte Partnerschaft mit den Stadtwerken Bruchsal in neuer Form fortsetzen zu können.“, so Prof. Dr. Wolfram Münch, Leiter Forschung und Innovation bei der EnBW.

„Neben den energiewirtschaftlichen Chancen, die das Bruchsaler Geothermieprojekt seit seinen Anfängen – mit der ersten Bohrung zur Förderung des geothermalen Wassers im Jahre 1983 und der anschließend erforderlich gewordenen zweiten Bohrung zur Reinjektion desselben im Jahre 1984/85 – verhieß, waren immer auch erhebliche finanzielle Risiken der ständige Wegbegleiter des zukunftsträchtigen Unterfangens. Hätte die ewb nicht mit der EnBW einen starken Partner an ihrer Seite, wäre das Thema Geothermie für Bruchsal wahrscheinlich längst Geschichte. Auch weiterhin wird Forschungsbedarf bestehen und der Betrieb des Geothermie-Kraftwerks mit hohen Anforderungen an fachlicher Expertise und kommerziellen Risiken verbunden sein. Durch die Bereitschaft der EKB, die Leitung und die Mehrheit über die Geothermie-Gesellschaft Bruchsal GmbH zu übernehmen, ist der Fortbestand des Geothermie-Projekts in Bruchsal gesichert“, betonte die Bruchsaler Oberbürgermeisterin und Aufsichtsratsvorsitzende von ewb und SWB, Cornelia Petzold- Schick.

Das Bruchsaler Geothermieprojekt wurde 1983 im Rahmen eines Gemeinschaftprojekts von Europäischer Union, dem Bund, dem Land Baden-Württemberg sowie der Energie- und Wasserversorgung Bruchsal GmbH ins Leben gerufen. 2005 mündete es in ein gemeinsam von der ewb und der EnBW Energie Baden-Württemberg AG geführtes Forschungs- und Entwicklungsprojekt. Im Dezember 2009 wurde das Geothermie-Kraftwerk Bruchsal als erstes Geothermie-Kraftwerk Baden-Württembergs in Betrieb genommen. Das Kraftwerk soll einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass Geothermie-Kraftwerke durch weitere Forschungs- und Entwicklungsarbeit langfristig wirtschaftlich betrieben werden können. Mit einer Leistung von 550 Kilowatt kann das Geothermie-Kraftwerk rund 1.200 Haushalte mit CO2-frei erzeugtem Strom versorgen.

Die ewb ist ein kommunales Versorgungsunternehmen in der Rechtsform einer GmbH, an der die Stadtwerke Bruchsal GmbH mit Sitz in Bruchsal (SWB) 72,59 % und die EKB 27,41 % der Geschäftsanteile halten. Als lokaler Energiedienstleister versorgt die ewb vorwiegend die Menschen in Bruchsal und den Ortsteilen mit Strom, Gas, Wasser und Wärme. Die EKB ist ein Tochterunternehmen der EnBW Energie Baden-Württemberg AG mit Sitz in Karlsruhe (EnBW). Sie ist in der Energie- und Wasserversorgung sowie bei energienahen Dienstleistungen ein kompetenter Partner von Städten und Gemeinden. Die EKB ist derzeit an über 40 Stadtwerken und Regionalversorgern im Land Baden-Württemberg als Gesellschafterin beteiligt. Mit den gemeinsamen Gesellschaften möchte die EKB den Energiestandort Baden-Württemberg zukunftsfähig halten und weiterentwickeln. Die EnBW besitzt eine hohe Kompetenz in der Erzeugung von Energie aus Sonne, Wasser, Wind, Geothermie sowie Biogas und hat insbesondere in Baden-Württemberg viele Erzeugungsanlagen in Betrieb.

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Kommentare

Es würde mich einmal interessieren,

wieviel Geld bislang in der Geothermie Bruchsal versenkt wurde und wer das bezahlt. Ist das eventuell die Ursache, dass die ewb weder mit ihren Strom- noch mit ihren Gaspreisen wettbewerbsfähig ist?

Und die EKB führt auch noch Biogas aus Maisanbau als Kompetenz an? Es hat schon verwundert, wieviele Flächen mit Mais ausgelaugt werden. Wenn daraus jetzt Gas erzeugt wird, weil der Staat alternative Energien fördert, dann scheint es mit einer "grünen" Republik nicht weit her zu sein.

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