Die NEUE Bruchsaler CDU

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Bruchsal.org im Gespräch mit Ulrich Klumpp, dem Vorsitzenden des Ortsverbandes Bruchsal
Donnerstag, 3. Juni 2010 - 17:37

Ulrich Klumpp, 1. Vorsitzender der CDU Bruchsal

Ulrich Klumpp, 1. Vorsitzender der CDU Bruchsal

Am Donnerstag letzter Woche war es soweit, ich traf mich mit Ulrich Klumpp, dem neugewählten Vorsitzenden der CDU Bruchsal. Ich hatte bereits am Tag nach dessen Wahl am 2. März den Entschluß gefasst, mit ihm nach den berühmten 100 Tagen ein Interview zu machen – sollte er dazu für Bruchsal.org zur Verfügung stehen.

„Ein Interview mit Bruchsal.org? Kein Problem, das mache ich gerne Hr. Dr. Wolf“. Das waren seine Worte beim ersten Telefonat und Herr Klumpp, den ich schon seit meiner Jugend kenne (wir waren Weinbergnachbarn), machte auf mich einen äusserst offenen und konstruktiven Eindruck.

Dies war für mich ein sehr positives Zeichen, denn im Anschluß an die Oberbürgermeister-Wahl letzten Sommer war mein Kontakt zu vielen Mitgliedern der CDU Bruchsal abgerissen. Nicht nur ich selbst, sondern auch die von mir mitinitierte Plattform www.bruchsal.org, wurde von „der CDU Bruchsal“ komplett ignoriert. Das war zwar schade, aber unter der „alten Führung“ wohl unvermeidlich. Insofern waren meine beiden Mitherausgeber und ich schon sehr gespannt auf das Gespräch mit Herrn Klumpp.  Leider mussten wir den Termin zweimal wegen unvorhergesehener Ereignisse verschieben, aber letzte Woche trafen wir uns dann und saßen über 2 Stunden zusammen, diskutierten Bruchsaler Kommunal- und Parteipolitik, und vieles andere mehr… Mit am Tisch saß einer der ebenfalls neugewählten Stellvertreter des CDU Ortsvorsitzenden, Walter Jacksch.

Im folgenden möchte ich wesentliche Punkte unseres Gespräches widergeben.

 

Meine erste Frage war natürlich die, ob jetzt wirklich alles anders werden würde bei der CDU in Bruchsal. Herr Klumpp war sofort sehr engagiert bei der Sache und legte mir sein Konzept dar, ein Konzept, das die Partei- und Öffentlichkeitsarbeit der CDU Bruchsal von Grund auf verändern wird. Die CDU der Zukunft arbeitet im Team, es gibt keine Hierarchien wie in der Vergangenheit, vielleicht auf dem Papier, denn es muss eben laut Satzung einen 1. und 2. Vorsitzenden etc. geben, aber im gelebten Parteialltag sei Teamarbeit, Verteilung der Verantwortung auf viele Schultern und Solidarität untereinander erklärtes Ziel. Die CDU ist die CDU der Mitglieder, nicht die des Vorstandes oder des Vorsitzenden, Klumpp möchte die CDU auf einer breiten Basis verankert sehen. Jedes Mitglied ist Teil des Ganzen, eine Führungsclique soll und darf es nicht geben.

„Politik lebt von der Diskussion kontoverser Meinungen“ so Klumpp, nicht nur parteiintern, sondern eben auch dadurch, dass man andere politische Richtungen ernst nimmt, sich mit diesen auseinandersetzt und im Falle des fehlenden Konsenses niemanden isoliert oder verteufelt, sondern sich demokratischen Gepflogenheiten entsprechend, dennoch mit allen auseinandersetzt. In Bezug auf die Ereignisse der  jüngsten Vergangenheit in diesem Zusammenhang blieb mir ein Zitat von Herrn Klumpp in guter Erinnerung: „Politik muß ehrlich und darf nicht beleidigend sein“, wie Recht er hat.

 

Angesprochen auf sein Verhältnis zur neuen Führung im Rathaus und besonders zur neuen Oberbürgermeisterin führte Klumpp aus, dass man als CDU Bruchsal offen und kritisch, aber immer konstruktiv mit der Verwaltung und ihrer Chefin zusammenarbeiten möchte und Klumpp ist überzeugt, dass dies auch so gelingen wird. Nun muss man wissen, dass Herr Klumpp gelernter Verwaltungsmann ist und vor Jahren auch Mitglied des Gemeinderates war, er also beide Seiten der Medallie kennt. Darauf angesprochen, ob er plane, in Zukunft wieder im Gemeinderat aktiv zu sein erklärte er, er hätte keine diesbezüglichen Ambitionen und wolle sich ausschließlich auf die Arbeit im Ortsverband konzentrieren.

 

Zur Frage einer eventuellen Nutzung von www.bruchsal.org als Informationsplattform auch für die CDU Bruchsal und ihre Themen führte Klumpp aus, dass primär die neugestaltetet Webseite der CDU Bruchsal das Internetinformationsmedium sein sollte, er räumte zugleich jedoch ein, dass Bruchsal.org ob der sicherlich breiteren Leserschaft auch für die CDU Bruchsal in Zukunft ein Kanal sein wird, der zur Informationsweitergabe genutzt werden wird. Generell, so Klumpp, sei bruchsal.org sicherlich ein wertvoller Beitrag zur Informationsvielfalt in Bruchsal und aus seiner Sicht bestünde kein Grund zu versuchen, dieses Medium künstlich zu isolieren. Er und sein Team werden das jedenfalls nicht tun.

 

Auf die Frage angesprochen, ob die CDU Bruchsal in Zukunft „besser“ mit den Bürgern kommunizieren wird, versicherten Klumpp und Jacksch unisono, dass auch hier professioneller gearbeitet werde und man neue Wege beschreiten möchte. So ist zum Beispiel geplant, Samstags auf dem Wochenmarkt zu sog. „Marktgesprächen“ mit Bürgern zusammenzukommen. Man möchte „dem Bruchsaler“ genauer zuhören und herausfinden, wo aus der Sicht der Bürger und Einwohner der Schuh drückt. Dies solle, so Klumpp, unabhängig von Wahlkämpfen eine regelmäßige und dauerhafte Einrichtung werden.

Man darf gespannt sein…

 

Zuletzt fragte ich die Herren Klumpp und Jacksch noch nach den aus Ihrer Sicht die dringendsten Problemen Bruchsals, an deren Lösung sie als 1. bzw. 2. Vorsitzender der CDU Bruchsal zusammen mit Ihrer Partei mitwirken möchten.

Hier waren beide übereinstimmend der Meinung, dass oberste Priorität für beide das Thema Bildung in Bruchsal, also Kindergärten und Schulen hat. Nicht nur der Ausbau vorhandener Kapazitäten, sondern auch die Investition in bestehende Einrichtungen, bei welchen zum Teil ein immenser Investitionsbedarf besteht. Beispielhaft diskutierten wir die Zustände im Kinderhaus St. Raphael.

Einen zweiten Schwerpunkt für die CDU bildet dann laut Klumpp das Thema Innenstadtgestaltung und die damit zusammenhängende notwendige Verbesserung der Lebensqualität in Bruchsal.

Zu guter letzt nannten beide Herren noch das Thema Einschleifung der Stadtbahn innerhalb Bruchsals und die Erarbeitung eines diesbezüglichen Konzeptes.

Auch hier gilt aus meiner Sicht für alle drei Bereiche, dass es sicherlich in der nahen und mittelfristigen Zukunft spannend werden dürfte, wie die CDU sich diesen Themen nähert.

 

Als Fazit kann ich im Anschluß an dieses Gespräch festhalten, dass die CDU Bruchsal so wie die Herren Klumpp und Jacksch sie mir präsentiert haben, sicherlich in der Lage sein kann, in Zusammenarbeit mit allen politischen Kräften, in Zukunft endlich wieder konstruktive Politik zum Wohle Bruchsals zu betreiben. Herr Klumpp hat mich jedenfalls im großen und ganzen davon überzeugt, dass seine Vision und Strategie, zusammen mit dem kompletten Wechsel der Führungsspitze, die CDU Bruchsal aus der Lethargie herausführen und die Partei einen erfolgreichen Neuanfang erreichen kann. Es bleibt Klumpp zu wünschen, dass er Erfolg hat, ich jedenfalls wünsche ihm viel Glück für dieses Vorhaben, denn ohne das berühmte Quentchen Glück wird er es nur schwer schaffen können.

 

 

 

 

 

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Kommentare

Werbetext für die NEUE Bruchsaler CDU?

Auch auf die Gefahr hin, als chronischer Nörgler zu gelten, aber für dieses Interview hätten Sie eine andere Form der Wiedergabe wählen sollen.

Beispiel:

Bruchsal.org: "Herr Klumpp, inwieweit wird sich die CDU in Bruchsal ändern?"

Klumpp: "Die CDU der Zukunft arbeitet im Team, es gibt keine Hierarchien wie in der Vergangenheit, vielleicht auf dem Papier, denn...."

usw. usw.

Auf diese Weise hätte sich der Leser ein besseres Bild vom Ablauf und Inhalt des Gesprächs machen können. Völlig überflüssig halte ich jedoch das Fazit, daß Sie am Ende Ihres Beitrags aus diesem "Interview" ziehen.

Es ist schön für Sie, wenn die Herren Klumpp und Jacksch Sie von ihrem Konzept überzeugt haben, und es sicher auch ein netter Zug von Ihnen, den Herren Glück zu wünschen, jedoch hat dies in einem redaktionellen Artikel nichts verloren.

Größtmögliche Objektivität sollte auch ein Grundsatz für eine Netzzeitung sein. Das diese leider immer weniger zu finden ist (siehe BNN und viele andere Zeitungen bzw. Medien) ist ein beklagenswerter Zustand.
So wie Sie das Interview nacherzählen, wirkt es auf mich fast mehr wie ein Werbetext für die NEUE CDU, denn wie ein Interview, bei dem auch mal kritische Fragen auf's Tablet kommen.

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