Neuaufstellung eines alten Kreuzes

DruckversionPer e-Mail versenden
Das "Heidelsheimer Wegkreuz" aus der Obervorstadt
Donnerstag, 22. Dezember 2011 - 1:47

Heidelsheimer Wegkreuz

"Heidelsheimer Wegkreuz", Foto Stefan Schuhmacher

Am Mittwoch, den 21. Dezember 2011, wurde das bekannte städtische Wegkreuz aus der Württemberger Straße 103, errichtet 1751, welches 2008 abgebaut und konserviert wurde, an seinem neuen, wettergeschützten Standort in der Aussegnungshalle des Bruchsaler Friedhofs wieder aufgestellt.

Die Übergabe erfolgte durch Bürgermeister Ulli Hockenberger, den Sie im abschließenden Video im lockeren Plausch mit der Restauratorin Silke Günther aus Karlsruhe und Günther Haßmann vom Bau- und Vermessungsamt Bruchsal sehen können, die ihm auf seine Fragen sachkundige Auskunft gaben. 

Doch vorab noch einige Anmerkungen zu dem Kreuz. An dieser Stelle darf ich auf einen von Stefan Schuhmacher auf bruchsal.org veröffentlichten Beitrag verweisen (http://www.bruchsal.org/story/kreuz-mit-dem-kreuz), der umfassend und mit großem Sachverstand über die Materie informiert und den ich als Quelle hier verwende. Bedanken darf ich mich bei ihm ebenfalls über die freundlicherweise zur Verfügung gestellten Fotos, die auch Eingang in das Video gefunden haben.

Zusammenfassend kann über das barocke Wegkreuz gesagt werden, daß es seit 1751 als "Heidelsheimer Wegkreuz" in der Obervorstadt steht, davon mindestens, so Stefan Schuhmacher, "100 Sommer und Winter am letzten Standort wenige Schritte ostwärts vom Schafgarten in der Württemberger Straße."

Quelle: Stadt Bruchsal

Auf Grund der doch erheblichen Schäden mußte das Kreuz im Jahr 2008 "relativ schnell abgebaut werden, um es für die Zukunft zu erhalten", so Günther Haßmann vom städtischen Bau- und Vermessungsamt. Beim Abbau zerbrach das Kreuz in einige Teile

Zerbrochenes Kreuz

Quelle: Stefan Schuhmacher

und es zeigte sich, daß der Sockel nicht fest, sondern nur gemauert und übermalt war.

Gemauerter Sockel

Gemauerter Sockel, Foto: Stefan Schuhmacher

Die nächsten beiden Photos zeigen das Kreuz in der Restaurationswerkstatt von Diplom-Restauratorin Silke Günther im Alten Schlachthof in Karlsruhe.

Restauration

Foto: Stefan Schuhmacher

Restauration

Foto: Stefan Schuhmacher

Aus Kostengründen (eine umfassende Renovierung wäre mit über 30.000.- EU zu Buche geschlagen, so Günther Haßmann) entschied man sich für eine "fachmännische Sicherung des lädierten Ist-Zustandes", wobei das Kreuz nach diesen Sicherungsmaßnahmen wieder zusammengefügt und "unter Dach" aufgestellt werden sollte, was nun geschehen ist:

Neuer Standort

Neuer Standort Aussegnungshalle Friedhof Bruchsal

Das Kreuz steht trocken und wettergeschützt wie oben erwähnt, in der Aussegnungshalle des Friedhofes, die Kosten betrugen ungefähr die Hälfte der Kosten für eine Vollrenovierung.

Am angestammten Platz soll eine Gedenktafel mit der Geschichte des Kreuzes angebracht werden, so Ulli Hockenberger, um an dieses zu erinnern. Nach Meinung Stefan Schuhmachers wäre es eine "elegante Lösung" gewesen, eine "Replik des ursprünglichen Zustandes wie in der Entstehungszeit, also ohne jegliche Schäden, herzustellen und den bisherigen Standort damit zu schmücken".

Leider fehlte es dazu an finanziellen Mitteln, denn für Notkonservierungen gibt es zwar Zuschüsse, jedoch leider nicht für Nachschöpfungen, und eine "Nachschöpfung" hätte man durchführen müssen, so lange das Kreuz in der Werkstatt lag. Nun ist es zu spät.

Die Stadt Bruchsal hat laut Günther Haßmann allein 27 Wegkreuze in ihrem "Bestand", wovon viele ebenfalls renovierungsbedürftig sind. Ins Auge gefaßt ist zunächst einmal das Kreuz in der Bergstraße in Bruchsal. Bei der gegenwärtigen Finanzlage der Stadt denkt man auch an Spenden von Bürgern, so Günther Haßmann, um diese Aufgabe zu finanzieren. Anno 2008 sind schon 2000 Euro für das nun neu aufgestellte "Heidelsheimer Wegkreuz" gespendet worden. Vielleicht kann man so das ein oder andere Denkmal retten.

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.9 (7 Bewertungen)
Inhalt abgleichen Inhalt abgleichen