Nachruf auf einen Faunenverfälscher

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Montag, 13. September 2010 - 22:06
Nachruf auf einen Faunenverfälscher

Wer/was als "fremd" gilt, darf entfernt werden. Der Waschbär lebt seit 1934 in Mitteldeutschland, gilt aber in besonders "fortschrittlichen" Regionen wie Baden-Württemberg noch immer als Faunenverfälscher und darf als solcher ganzjährig gejagt werden. So erging es unserem kurz nach Beginn der Urlaubszeit zugelaufenen, offensichtlich an Menschen gewöhnten Waschbären. Sein Schicksal als frei Lebender dauerte keine 8 Tage, denn er wurde als Störenfried von einem Jäger erledigt. Ob das womöglich sogar im Wohngebiet geschah, wissen wir nicht...

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Kommentare

Waschbär-Rezept

In Nebraska, USA, werden Waschbären gefangen, geschlachtet und kommen, schön durchgebraten, als ganz was Delikates auf den Tisch. Hier ein leckeres Rezept:

Für Waschbärenbraten nehme man:

1 kg Waschbärfleisch, 1 Zwiebel, 1 l Essig, 1 Selleriescheibe, 500 g Suppenknochen, 2 EL Paniermehl, 1 Petersilienwurzel, 1 Karotte, 10 schwarze Pfefferkörner, 4 EL Butterschmalz, 1 EL Mehl, 1 Ei, 6 Lorbeerblätter, 20 Wacholderbeeren.

Zubereitung:

Für die Marinade Essig mit Zwiebelscheiben und Gewürzen aufkochen. Gewaschenes Waschbärenfleisch in ein Gefäss legen, mit der heißen Marinade übergießen und drei Tage kühl stellen. Mehrmals wenden. Das Fleisch aus der Marinade nehmen und in einen Bräter legen. Zerkleinertes Gemüse mit etwas Schmalz anbraten und dazugeben. Die gewaschenen Suppenknochen mit Wasser und Marinade (zu gleichen Teilen) auskochen, abseihen und die Brühe über das Fleisch giessen. Zugedeckt auf kleiner Flamme 5 bis 6 Stunden schmoren. Die verdampfte Flüssigkeit mit Wasser und Marinade ergänzen. Das abgekühlte Waschbärenfleisch in Scheiben schneiden, in Mehl, verquirltem Ei und Paniermehl wenden und im restlichen Schweineschmalz wie Schnitzel braten.

Ein ganz, ganz leckeres Festtagsessen. Guten Appetit!

Waschbärenkiller

Kennen Sie den Jäger? Wenn nicht, in welchem Wohngebiet ist das geschehen? So könnte man Rückschlüsse auf den Jagdpächter herstellen.

Wasch- und aufgebundene Bären...

@ Gourmet:
Sadist! (Grins...)

@ W. Zimmermann:
So entstehen Gerüchte - und Verleumdungen.
Waschbärenfreundin Cordula Yim mutmaßt noch "Ob das womöglich sogar im Wohngebiet geschah, wissen wir nicht..." - für Sie ist es bereits im Wohngebiet geschehen.
So bitte nicht!

Augur und Waschbär

Wenn ein Waschbär keine Schonzeit hat, darf er auch ganzjährig geschossen werden - keine Frage. Was meinen Sie, weshalb ich gefragt habe, in welchem Wohngebiet das geschehen sein soll - ich habe nämlich noch von keinem im Wald totgeschossenen Waschbären gehört, der anschließend noch in ein Wohngebiet gelaufen ist. Wenn er aber in einem solchen gefunden worden sein sollte, dann wurde er auch dort erlegt. Das wäre der Skandal, nicht der tote Waschbär. Man stelle sich vor, ein herumballernder Jäger erlegt mit Blattschuß eine Oma oder ein Kind, um es einmal überspitzt zu formulieren. Deshalb interessiert es mich weiterhin, wo die "Leiche" gefunden wurde. An "Gourmet": Es gibt auch noch andere Verwendungen für Waschbären - als Kopfbedeckung à la Daniel Boone.

Geht auch mit Katze!

Waschbär
Waschbär

Neozoen oder Faunenverfälscher?

Der Waschbär ebenso wie Marderhund, Nilgans, Mink, Chinesische Wollhandkrabbe etc. gilt nicht als Neozot und Faunenverfälscher - er ist es!

Laut Wikipedia sind "Neozoen Tierarten, die direkt oder indirekt durch die Wirkung des Menschen in andere Gebiete eingeführt worden sind und sich dort fest etabliert haben. Der übergeordnete Begriff lautet Neobiota."

Haben Sie sich schon mal Gedanken darüber gemacht, was in der Natur mit den einheimischen Tierarten passiert, wenn ökölogische Nischen von Neozoten besetzt werden? Richtig: sie werden verdrängt!

Mit dem Jagdrecht (§ 1 BJagdG) ist die Pflicht zur Hege verbunden. (2) Die Hege hat zum Ziel die Erhaltung eines den landschaftlichen und landeskulturellen Verhältnissen angepaßten artenreichen und gesunden Wildbestandes sowie die Pflege und Sicherung seiner Lebensgrundlagen; auf Grund anderer Vorschriften bestehende gleichartige Verpflichtungen bleiben unberührt. Die Hege muß so durchgeführt werden, daß Beeinträchtigungen einer ordnungsgemäßen land-, forst- und fischereiwirtschaftlichen Nutzung, insbesondere Wildschäden, möglichst vermieden werden.

Somit ist ein Jäger sogar verpflichtet dafür zu sorgen, dass der Waschär ausgerottet wird.

Ich persönlich finde es befremdlich für ein Tier die Partei zu ergreifen das nur als Schädling und Krankheitsüberträger bezeichnet werden kann. Aber das hat wahrscheinlich etwas mit dem heute so weit verbreiteten bambiesken Weltbild der von der Natur entfremdeten Menschen zu tun. Für die Argumente nichts gelten, weil: ....der ist doch sooooooo süß!

Horido, meoutis

Lederstrumpf

Einfach genial - der Autor von Lederstrumpf würde sich totlachen.

reinhard spiegler

:-)))

Lederstrumpf

Die Mützen sahen schon zu Zeiten von James Fenimore Cooper so aus, mal mit oder ohne Kopf, aber immer mit Schwanz. Der Pionier aus Kentucky, der deutschstämmige Daniel Boone (Buhn) soll übrigens das Vorbild für den Lederstrumpf gegeben haben. Andere Stimmen behaupten, daß das Vorbild für Nathaniel Bumppo (der "Lederstrumpf" aus den Romanen) ein anderer Deutscher gewesen sei. Dieser Deutsche soll der aus Edenkoben in der Pfalz stammende Adam Hartmann gewesen sein, der 1764, mit 16 Jahren, nach Amerika auswanderte. Er wurde Waldläufer und kämpfte im Unabhängigkeitskrieg. Es gibt noch einen anderen Deutschen aus der Umgebung hier, der es in den USA zu einiger Berühmtheit als Indianerkämpfer gebracht hat. Das war der im Jahre 1844 in Mingolsheim geborene Albert Sebers, der sich in Amerkia Al Siebers nannte. Er kämpfte im Bürgerkrieg, wurde in der Schlacht von Gettysburg so schwer verletzt, daß er ein halbes Jahr im Lazarett lag. Er zog nach dem Krieg nach Arizona und wurde dort von der Armee als Scout, als Kundschafter, angeheuert. Als Scout, Dolmetscher, Führer in Verhandlungen mit den Apachen wurde Sieber in den Apachenkriegen zu einer legendären Gestalt.
Er kommandierte die Apachenhilfstruppen und war mitunter der einzige Weiße, der sie auf ihren Feldzügen begleitete. Er gewann das Vertrauen der Apachen, diese nannten ihn "Mann aus Eisen", was schon was heißen sollte, denn die Apachen waren keine Warmduscher. Er ist auf dem Friedhof in Globe, Arizona, begraben, wo ein Denkmal für ihn errichtet wurde. Die Apachen selbst errichteten ein zweites Denkmal da, wo er gestorben ist, nämlich bei Sprengarbeiten zum Bau des Roosevelt Damms 1907, wo er die Leitung der Apachen übernahm, die Straßenbauarbeiten verrichteten. Man sieht, die Deutschen scheinen schon immer eine Affinität zum "Edlen Wilden" gehabt zu haben, wie man auch an Karl May und "Old Shatterhand" ersehen kann. Wenn Karl May ein historisches Vorbild für Old Shatterhand gehabt hätte, hätte es Al Sieber aus Mingolsheim sein müssen. Was mich betrifft, so habe ich in meiner Kindheit alle Lederstrumpfromane (Der Wildtöter, Der Letzte Mohikaner, Der Pfadfinder, Die Ansiedler und Die Prärie) geradezu verschlungen. Das lag daran, daß die Romane von Individuen handelten, die stets nach Freiheit strebten und nur auf ihre eigenen Kräfte bauten, die unentdeckte Wege in die Wildnis suchten und im Einklang mit der Natur lebten. Vielleicht streife ich deswegen heute noch so gerne durch Wald und Flur.

W. Zimmermann, die Waschbärenjagd und ballernde Jäger

@ W. Zimmermann, der wie folgt schrieb:

"Wenn ein Waschbär keine Schonzeit hat, darf er auch ganzjährig geschossen werden - keine Frage. Was meinen Sie, weshalb ich gefragt habe, in welchem Wohngebiet das geschehen sein soll - ich habe nämlich noch von keinem im Wald totgeschossenen Waschbären gehört, der anschließend noch in ein Wohngebiet gelaufen ist..."
Richtig - wenn er "tot" war, konnte er nicht mehr laufen... wenn er aber nicht so ganz tot war - das soll leider ab und zu vorkommen - konnte er u. U. auch noch laufen. In ein Wohngebiet.
Selbst wenn W. Zimmermann von Derartigem noch nie etwas gehört haben sollte.
"Wenn er aber in einem solchen gefunden worden sein sollte, dann wurde er auch dort erlegt."
Unsinn - mit Verlaub. Siehe oben.
" Das wäre der Skandal, nicht der tote Waschbär."
Richtig - wäre es. War es aber nicht.
" Man stelle sich vor, ein herumballernder..."
Aber, aber, Herr Z., der deutsche Jäger ballert nicht herum!!
"... Jäger erlegt mit Blattschuß eine Oma oder ein Kind, um es einmal überspitzt zu formulieren."
Auch bei einem Opa wäre es ein Skandal!
" Deshalb interessiert es mich weiterhin, wo die "Leiche" gefunden wurde..."

Na, vielleicht - in Obergrombach...? Aber das bedeutet noch lange nicht, dass der Waschbär im Wohngebiet gemeuchelt wurde! DAS HAT FRAU YIM AUCH NIE BEHAUPTET, HERR ZIMMERMANN - HOST MI?!

Augur

Ob die römischen Auguren eine ähnliche Überheblichkeit an den Tag legten? Auf jeden Fall sind wir noch nicht per Du - HOST MI?! P.S. Frau Yim hat auch nur spekuliert, als sie fragte, ob das Tier vielleicht sogar im Wohngebiet erlegt wurde, genau wie ich, und diese Frage kann und darf man sich auch stellen, wenn das Tier in einem Wohngebiet gefunden worden sein sollte (was aus dem Bericht nicht klar hervorging), weshalb meine Frage auch dem Fundort galt. Ob der Bär nun angeschossen war und dann eventuell in ein Wohngebiet gelaufen sein könnte (so er denn in einem solchen gefunden wurde), ist auch nur Spekulation. HOST MI?!

Präzision = Überheblichkeit?

W. Zimmermann schrieb:
"Wenn nicht, in welchem Wohngebiet ist das geschehen?"
IST DAS GESCHEHEN!
Frau Yim schrieb:
"Ob das... geschah..."
Zwischen IST und OB liegen nicht nur hier Welten.
In welchem Wohngebiet das "GESCHAH" ist völlig unerheblich. Erst muss es mal in einem Wohngebiet geschehen sein.
Und das ist offensichtlich nicht der Fall.
Und so viel Genauigkeit sind wir unseren Lesern schuldig, nicht wahr, Herr Zimmermann? Ansonsten können wir uns auf die Lektüre der Lokalpresse mit ihren täglichen unsäglichen Schnitzern verlassen.
Nicht nur ich meine das.

Präzision?

Es ist nicht Ihre angebliche "Präzision", sondern Ihr überheblicher Ton, der hier auffällt und der schon, soviel ich mich erinnere, an dieser Stelle auch von anderen Bruchsal.org-Lesern bemängelt wurde. Im Übrigen scheinen Sie die Wahrheit gepachtet zu haben, da Sie ja ganz genau wissen, daß das Tier "offensichtlich" nicht in einem Wohngebiet erlegt wurde. Merken Sie denn nicht, daß Sie ebenfalls nur Vermutungen aussprechen? Sie beißen sich daran fest, daß ich eben dieses "behauptet" hätte. Lesen Sie meine Kommentare nochmals genau, dann werden Sie feststellen, daß ich das lediglich hinterfragt habe, nicht wahr? Eine weitere Diskussion werde ich mit Ihnen nicht mehr führen, da sinnlos. Ansonsten befinden wir uns hier nicht bei den BNN, sondern auf einer Kommentarseite, auf der jeder seine MEINUNG kundtun kann, falls Sie das noch nicht bemerkt haben sollten. Ein Leserbrief bei den BNN ist auch etwas ganz anderes als ein Artikel in derselben Zeitung. Also nichts durcheinander bringen, nicht wahr?

"Tadele nicht den Fluß...

... wenn Du ins Wasser fällst."
(Indisches Sprichwort)

Waschbärenmütze

Hi,

die Waschbärenmütze auf dem unteren Bild gefällt mir gut. Darf man erfahren, wo/bei wem man sich so eine aus einem Waschbärenfell anfertigen lassen kann? Danke!

PJ

Waschbärmütze

Ich hätte auch gern so eine Mütze. Ein Fell hab ich , wer fertigt die Mützen an ?

MfG
Micha

Mütze

Kann mir jemand sagen wo ich solch eine Mütze bekomme???

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