Nach dem Vorbild der Natur: TECHNOSEUM zeigt neue BIONIK-Ausstellung

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Dienstag, 19. November 2013 - 14:15
Nach dem Vorbild der Natur: TECHNOSEUM zeigt neue BIONIK-Ausstellung

Die Natur als Inspirationsquelle für technische Innovationen nutzen: Das macht das interdisziplinäre Wissenschaftsfeld der BIONIK aus. Das TECHNOSEUM widmet diesem Thema einen eigenen Bereich in seiner Dauerausstellung, der ab dem 21. November 2013 zu sehen ist: Hier kann man zum Beispiel erfahren, wie sich Forscher von der Strelitzie inspirieren ließen, um eine Jalousie zu konstruieren, die ohne Scharniere auskommt – oder dass der Einparkhilfe vieler Autos Erkenntnisse über das Sonarsystem der Fledermaus zugrunde liegen.

Die Schau ist in unterschiedliche Teilbereiche untergliedert wie etwa „Bauen“, „Falten“ oder „Schwimmen und Fliegen“. Hier können die Besucherinnen und Besucher sich unter anderem über eine Krake informieren, deren Saugnäpfe Ingenieuren als Vorbild für neuartige Sauggreifer dienten, mit denen Roboterarme im Automobilbau ausgestattet werden: Diese können dann Karosserieteile schnell und passgenau einsetzen. Ein Schwimmfarn wiederum diente als Grundlage für die Entwicklung einer Beschichtung für Schiffsrümpfe: Um den im Wasser liegenden Bootskörper bildet sich eine Luftschicht, die die Reibung reduziert und so für einen deutlich niedrigeren Kraftstoffverbrauch sorgt. An so genannten Aktionstischen werden die kleinen wie großen Besucherinnen und Besucher selbst aktiv und beobachten beispielsweise, dass Seifenhäute von selbst die kleinstmögliche Oberfläche finden, was sie zu idealen Vorlagen für Architekten und Designer macht. Oder sie können mit Papier Faltstrukturen nachbilden und erfahren, dass dieses Wissen heute unter anderem in der Verpackungsindustrie eingesetzt wird. Auch ein 60 Zentimeter großer, humanoider „Nao“-Roboter wird im regelmäßigen Vorführbetrieb zu sehen sein und dabei Gymnastik- oder Tai Chi-Übungen und vieles mehr zum Besten geben.

Historische Referenzen kommen ebenfalls nicht zu kurz, die eines zeigen: „Schon Leonardo da Vinci und Otto Lilienthal folgten bei ihren Experimenten zu Flugapparaten Vorbildern aus der Natur und können zu den ersten Bionikern gerechnet werden“, so Projektleiter Dr. Reiner Bappert. Der Begriff „Bionik“ selbst indes kam erst in den 1960er Jahren auf und ist eine Kombination der Begriffe „Biologie“ und „Technik“. Sie hat zum Ziel, die Funktionsweisen natürlicher Konstruktionen und Prinzipien zu analysieren und diese Erkenntnisse in modifizierter Form technisch zu nutzen. Denn: Die Problemlösungen der Natur sind denen unserer heutigen Technik in vielen Bereichen überlegen, schließlich haben sie sich über Jahrmillionen hinweg entwickelt und optimiert.

Weitere Informationen gibt es unter www.technoseum.de, zu den Themen der BIONIK gibt es hier mehr Informationen: http://www.technoseum.de/ausstellungen/bionik/themen-der-bionik/

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