Mit der Zeitmaschine in die Steinzeit

DruckversionPer e-Mail versenden
Untergrombacher Naturschutzverein veranstaltete gut besuchte Wanderung durch Feuchtwälder
Montag, 13. Mai 2013 - 12:40

Bruchsal-Untergrombach (tam). Wenn es eine Zeitmaschine gäbe, sagt Förster Michael Durst, dann würde er die Steinzeit als Ziel wählen. Für jeden, der ein solch ausgeprägtes Interesse an Bäumen und Wäldern hat, wäre dies in der Tat ein lohnender historischer Markstein: Die neolithischen Siedler oben auf dem Untergrombacher Michaelsberg haben vor 6000 Jahre die dichten Forste gerodet, haben Siedlungsschneisen in die Wälder hineingeschlagen und wohl – wie Durst mutmaßt – mit einem gewissen Grausen von den hochwassersicheren Hügeln hinuntergeschaut auf die sumpfige, urwaldartige Oberrheinebene.

Bodentypen

Bodentypen. Foto: Regine Carl

Höchst unterschiedliche Ökosysteme, damals wie heute, sind damit klar umrissen: Auf der einen Seite die Feuchtwälder in der Ebene, auf der anderen die trockenwarmen Forste am Kraichgaurand. „Zwei Welten“, so charakterisierte Durst die markante Verschiedenheit beider Biotoptypen im Rahmen einer Wanderung auf Einladung des Untergrombacher Vereins für Umwelt- und Naturschutz. Trotz äußerst unbeständiger Witterung bewiesen rund 30 Teilnehmer reges Interesse an der Exkursion und an Dursts anschaulichen Erläuterungen. Ob er über die unterschiedlichen Böden auf Untergrombacher Gemarkung sprach („Das Hungerfeld hat seinen Namen wegen des mageren Sandes erhalten“) oder die Gruppe mitnahm auf schmalen Wegen entlang der überfluteten Feuchtwälder unweit der Eisenbahnlinie – stets verband sich in seinen Ausführungen breites Fachwissen mit der Fähigkeit zu lebendiger Vermittlung.

Ausgerichtet hat der Naturschutzverein die Exkursion aus Anlass seines 30-jährigen Bestehens, und so durfte ein Biotop auf der Wanderung nicht fehlen – der Eisweiher südlich des Untergrombacher Bahnhofs, mit dessen Renaturierung und Zurückverwandlung von einer Mülldeponie in ein artenreiches Feuchtbiotop die eigentliche Vereinsgeschichte 1983 begonnen hat.

Waldexkursion

Foto: Regine Carl

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 5 (1 Bewertung)
Inhalt abgleichen Inhalt abgleichen