Mich fröstelt vor dieser Lichtgestalt und seinen Verehrern

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Dieses unkritische Nachlaufen einer Lichtgestalt gab's doch schon mal in Deutschland?
Donnerstag, 10. März 2011 - 18:20

Ein bissiger des STERN zur Verabschiedung per Zapfenstreich der Lichtgestalt, des Übermenschen, des neuen Messias von und zu Guttenberg:

"Ausgerechnet "Smoke on the Water" von Deep Purple hat sich Karl-Theodor zu Guttenberg zu seinem Zapfenstreich heute Abend gewünscht. Der Verdacht liegt nahe, dass er auch dabei nicht wusste, was er tat. Oder doch?" ... "Dieser Song musste schon viel erleiden: Er ist durch unzählige Bierzelt-, Luftgitarren- und Goldene-Hochzeit-Verhunzungen arg in Mitleidenschaft gezogen worden. Und auch das ehrenwerte Musikkorps der Bundeswehr wird heute Abend wieder eines der größten Rockwerke aller Zeiten mit Bläsern, Tuba, Trallala zu jener Konsens-Soundgrütze wegblasen, zu der der Song leider mittlerweile verkommen ist. Dabei stammt das Lied noch aus einer Zeit, den frühen 70ern, in der Popstars nur Musiker waren und keine Minister. In der Drogen öffentlich in Parks als Lebensbekenntnis konsumiert wurden und nicht heimlich in Büros zur Stressbewältigung. In der zurückgegelte Haare für dahergelaufene Provinzler und Wichtigtuer standen - und damit für den Feind, der nie nicht niemals als Rockfan akzeptiert worden wäre."

Der komplette Kommentar: Deep-Purple-Song beim Guttenberg-Zapfenstreich: Smoke on the Bendlerblock

Und hier für Nostalgiker zum Anhören, mit Männern mit langen Haaren und Rauschebärten: Smoke on the Water von Deep Purple (1973):

Kommentar vom Bruchsaler Schlachthof-Wirt per Tweet: Schlachthof überträgt den Zapfen für den großen Streich nicht!!!! Dafür zapft der Chef persönlich.

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 5 (4 Bewertungen)

Kommentare

Karl Theodor...

hätte es sicherlich angestanden - bei all dem, was er (sich) in der Kürze seines Amts geleistet hat, in aller Demut und Bescheidenheit auszuscheiden. Für alle jene Soldaten, die jahrelang tagtäglich ihre Pflicht tun und dabei ihr Leben riskieren, ist diese Verabschiedung ein Schlag ins Gesicht.

Ist GEMA gezahlt worden?

Sind dafür eigentlich GEMA-Gebühren entrichtet worden? Schließlich verlangt man diese ja auch für das Singen aus Liederbüchern in Kindergärten.

Zur Liedwahl selbst: Es ist ja eine durchaus treffende Parabel, wenn eine Karriere wie die des vuzG wie jenes abgebrannte Hotel am Genfer See endet, das im Liedtext besungen wird.

57% der Deutschen hätten sich allerdings eher "Junge, komm bald wieder" gewünscht, der Rest ein "River of no return".

 

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