"Meine Rente reicht nicht zum Leben..."

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...titelt heute die Bildzeitung
Mittwoch, 12. Juni 2013 - 10:44

Jeder zweite Rentner erhielt 2012 weniger als Hartz IV im Monat, das sind über 9 Millionen Menschen! Hinzu kommen noch alle, die in "prekären Arbeitsverhältnissen" beschäftigt sind (Zeitarbeiter, Minijobber, Niedriglöhner, Praktikanten usw.), so daß man von einem Potential von nahezu 20 Millionen Menschen ausgehen kann, denen es in einer der reichsten Nationen der Welt dreckig geht. Nun kommt eine Lawine von "Armutsrentnern" auf uns zu.

Jeder, entschuldigung, "Komplett-Idiot" hat diese Entwicklung bei der Einführung der AGENDA 2010 absehen können, nur unsere Politiker nicht? Nein, die wußten genau, was da auf uns zukommen wird, nahmen es aber "billigend in Kauf", zugunsten der "Märkte", denen es auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung blendend geht.

Haben die Medien damals auf das kommende Desaster aufmerksam gemacht, wie es eigentlich ihre Pflicht gewesen wäre? Natürlich nicht (weshalb ich es sehr begrüße, daß es inzwischen das Internet gibt, wenn auch teilweise mit negativen Begleiterscheinungen, die ich aber "billigend" in Kauf nehme). 

Von den "gefilterten" Presse-Informationen, wie sie "Die Zeit" so sehr preist, habe ich jedenfalls genug.

Heute nun befleißigt sich die Bildzeitung zu einem Kommentar: "Ver-hartzt die Rente nicht" (eigentlich 20 Jahre zu spät!) von Dirk Hoeren. Er schreibt:

Über 9 Millionen Renten unter Hartz-Niveau, mehr als 800 000 Senioren mit Mini-Job, Zahlen, die aufrütteln müssen.

Sie sind Vorboten einer gefährlichen Entwicklung: Unsere Rente ver-hartzt.

Weil immer mehr Beschäftigte zu Niedriglöhnen schuften oder mit Arbeitslosigkeit kämpfen.

Weil die Generation Praktikum keine geschlossene Arbeitsbiographie  mehr hat. Weil bei Mini-Zinsen auch Riestern die Lücke nicht schließen kann.

Und weil die Rentenreformen wirken. Sicher: Schnitte und Kürzungen im Rentensystem  waren gewollt. Aber keiner hat die Entwicklung zum Billiglohn und Niedrigzins-Dorado Deutschland vorhersehen können  (Fettdruck durch mich hervorgehoben).

Die Folgen liegen auf der Hand: Wer heute den halben Durchschnittslohn verdient, muß 50 Jahre schuften, um eine Rente auf Hartz-Niveau zu bekommen.

Es kann nicht das Ziel gewesen sein, eine Senioren-Generation "Sozialamt" zu schaffen. Wir müssen neu über die Rente reden!

Na bravo, liebe Bild. Endlich aufgewacht oder was ist los? Da nach meiner Meinung jeder "Komplett-Idiot" diese Dinge vorhersehen konnte, muß die Bild-Redaktion demnach sogar noch dümmer als  Komplett-Idioten gewesen sein, da sie jahrelang die AGENDA 2010 und die Folgen gelobt hat. 

Und nun hat angeblich "keiner" die "Entwicklung vorhersehen" können. Doch, liebe Bild-Redaktion, hättet ihr nur mal auf die verpönten "Stammtische" gehört, die waren in dieser Hinsicht allemal schlauer als ihr! Oder? Nein, ich glaube nicht - ihr wußtet um diese Entwicklung, ihr habt halt das "Lied der Mächtigen gesungen" - ihr habt als Presse versagt! Ihr seid keine "Komplett-Idioten" - ihr seid ganz einfach "Total-Versager", die den demokratischen Auftrag einer freien Presse nicht verstanden zu haben scheinen.

Und nun wollt ihr euch im kommenden Wahlkampf als "Vorreiter für soziale Gerechtigkeit" darstellen? Wohl nach dem Vorbild der SPD? Wie billig!

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Kommentare

Renten - demnächst Demos in den größeren Städten

Sie haben völlig Recht Herr Zimmermann, deshalb wird sich "Mutti" auch sehr anstrengen müssen, dem Wahlvieh zu erklären, wieso man nichts unternommen hat, damit menschenwürdig gelebt und konsumiert werden kann.

Es gibt etliche Organisationen und Initiativen, die sich dem Thema angenommen haben...., es finden in den größeren Städten demnächst Demos statt.

> Veranstaltungsorte bis jetzt zugesagt:
> München
> Leipzig
> Weimar
> Berlin

> angefragt:
> Hamburg
> Düsseldorf
> Stuttgart

Auch in Karlsruhe und Heidelberg/Mannheim wird sicher spontan etwas organisiert werden.

Bitte einreihen, mitmachen und "denen da oben" zeigen, wo der Hammer hängt.

Natürlich

haben die Initiatoren der Agenda gewußt, was die Agenda 2010 bedeutet. Auch CDU und FDP haben den Nutzen schnell erkannt. Man prahlt mit hoher Beschäftigung und verschweigt, dass viele Arbeitsplätze einfach in zwei Halbe gewandelt wurden.

Die Bestrebungen, das Rentenniveau noch weiter abzusenken, gehen weiter. Schon lange weiß man um die Schweinereien, die mit Werkverträgen getrieben werden, und was ist geschehen?

Die Betrroffenen wählen weiter CDU/CSU, SPD, FDP, Grüne .....

Und die regierende Pastorentochter ist noch die beliebteste unter  Deutschlands Politikern!

Demos nützen da wenig. Wenn die Parteien keine Alternativen bieten (was die Wahlprogramme ja zeigen), was tun wir dann?

Dann dürfen wir uns auch noch die Sprüche im Generationenmanifest hinter die Ohren schreiben wie: "Die Generation der Eltern und Großeltern betreibt fahrlässige Besitzstandswahrung auf Kosten ihrer Kinder und Enkel".

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