Mammutbäume in Bruchsal?

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Im Gekelter Wald steht eine Gruppe von ca. 20 Bäumen
Dienstag, 24. August 2010 - 23:44

Mammutbaum

Mammutbaum im Gekelter

Während meiner Ausbildung vor über 30 Jahren in Kalifornien habe ich mich dort natürlich sehr viel umgeschaut. Besonders die Nationalparks wie der Yosemite, der Muir Forest nördlich von San Franzisko, der Redwood-Nationalpark und die kalifornische Sierra Nevada haben es mir angetan. In diesen Parks wachsen die höchsten und ältesten Bäume der Welt. Leider wurde der Großteil dieser herrlichen Bäume während der Zeit des großen Goldrausches 1848/49 rücksichtslos abgeholzt, die Restbestände stehen in oben genannten Nationalparks unter Schutz. Vergleichen Sie die Bäume auf unterem Bild aus dem Redwood-Nationalpark mit dem Photo oben: Ganz offensichtlich ein Bruchsaler Mammutbaum!

 

Mammutbaum

Redwood Forest, Kalifornien - Mammutbäume

 

Im Video unten kann man es noch deutlicher erkennen. Die Bäume brauchen, um so gewaltig in die Höhe zu schießen, ausreichend Wasser und ein mildes Klima, was am Küstenstreifen zwischen Los Angeles und Seattle genügend vorhanden ist, aber auch im Kraichgau. Die Bäume werden wegen ihres roten Holzes auch Redwood-Bäume genannt, der eigentliche Name aber ist "Sequoia". Die Bäume werden geschätzt bis zu 3500 Jahre alt, der höchste Baum, der 112 Meter hohe "Tall Tree" steht im Redwood-Nationalpark (zum Vergleich: der Dom in Berlin ist 110 Meter hoch). Der dickste Baum der Welt, genannt "General Sherman", steht im Sequoia-Nationalpark und hat einen Umfang von 31 Metern. Im unteren Bild sehen Sie den "Chandelier Baum" im Redwood-Nationalpark (alle diese Bäume haben Namen), durch den ein Weg hindurch führt.

 

Mammutbaum

Weg durch Baum

 

So groß sind die Bruchsaler Bäume noch nicht, aber warten wir mal weitere 1000 Jahre ab! Ich schätze die Bäume in Bruchsal auf ca. 100 Jahre - sie sind die größten im Wald. Diese größten Organismen der Welt verdanken ihre Langlebigkeit im Wesentlichen der bis zu 70 (!) Zentimeter dicken, feuerfesten Rinde, denn Waldbrände sind keine Seltenheit in Kalifornien. Die Rinde ist erstaunlich weich, es tut nicht weh, wenn man dagegen haut (kann jeder einmal selbst ausprobieren). Schon seit 1853 wird versucht, in Deutschland Riesen-Sequoia-Arten anzupflanzen, nachdem man von den Mammutbäumen gehört hat. Die ältesten Bäume in Deutschland sind demnach etwas über 150 Jahre alt und bis zu 40 Meter hoch. Die Bruchsaler Bäume schätze ich auf 30 bis 35 Meter, immerhin so hoch wie der Bergfried. Außer im Gekelter Wald habe ich noch im Eichelberg einige Bäume gefunden. Man müßte mal beim Forstamt nachfragen, wie es zu der Anpflanzung der Bäume kam, wenn das überhaupt noch jemand weiß.
Sehen Sie sich nun das Video an. Ich habe mir jeglichen Kommentar erspart, um die Konzentration auf die Natur nicht zu stören. Um die Wiedergabequalität je nach Kapazität Ihres Computers und Ihres Netzanschlusses zu regeln, klicken Sie auf den Wiedergabepfeil, dann erscheint rechts unten ein Zahl (meistens 360p), mit der Maus darauf zeigen, es öffnet sich ein Fenster mit der Bezeichnung "Settings" und dann auf die entsprechende Zahl klicken. Die beste Auflösung ergibt sich mit 780p oder mit 1080p, aber nur, wie gesagt, wenn Ihr Computer oder Ihr Netzwerk ein ruckelfreies Abspielen erlauben.

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Kommentare

Exotenwald in Weinheim

In Weinheim an der Bergstraße wurden zwischen 1873 und 1882 im sog. Exotenwald 1.460 Mammutbäume angepflanzt: Der Exotenwald - eine dendrologische Kostbarkeit am Herzen Weinheims

Mammutbäume in Bruchsal

Diese Bäume wurden von meinem Großvater Oberforstwart Willi Kling Anfang der 1970er Jahre angepflanzt.

Mammutbäume

Das überraschend niedrige Alter von ca. 40-50 Jahren kann ich bestätigen, ich habe die Bäume Mitte der 1970er Jahre als Junge mit dem Fahrrad in sehr kleinem Zustand gesehen. Der Mammutbaum ist eine der Baumarten mit dem höchsten Volumenzuwachs der Welt, daher ist die Größe selbst junger Exemplare unglaublich. Erst im Alter von mehreren 100 Jahren, wenn die Endhöhe erreicht ist, geht es "nur noch" ins Dickenwachstum, und da fällt es nicht mehr so auf.
Übrigens gibt es zwei Arten von "Mammutbäumen", den sogenannten Redwood oder Küsten-Sequoia in Nordkalifornien, und den eigentlichen Mammutbaum in der Sierra Nevada in Zentralkalifornien. Der erste ist höher, der zweite dicker. Unsere Bruchsaler Exemplare gehören zum echten Mammutbaum, die abgebildeten kalifornischen Exemplare aus dem Küstenbereich sind Redwoods.

Mammutbäume im Gekelter

Sprechen wir von den gleichen Bäumen? Laut Wachstumstabelle wachsen solche Bäume in der Höhe sehr langsam und erreichen mit einem Alter von ca. 130 bis 140 Jahren eine Höhe von 40 Metern, in Ausnahmefällen sogar darüber. Wenn ich mich in der Höhe der Bäume nicht gewaltig verschätzt habe (der Höchste ca. 30 bis 35 Meter), müßte hier ein Alter von ca. 100 Jahren angesetzt werden. Allerdings sind die Bäume im Eichelberg etwas niedriger, geschätzte 25 Meter, wo dann ein Alter von 40 Jahren durchaus passen würde - allerdings, wenn es keine Riesensequoien wären, was ich nicht annehme, könnten Ihre Angaben zutreffen, aber auch diese Bäume werden uralt und noch viel größer.

Mammutbäume

Ich meine die abgebildeten Bäume am Münzesheimer Berg. Ich hatte sie früher mal auf ca. mein eigenes Alter (heute 52) geschätzt. Die wachsen wirklich rasant - ich kenn' sie wie gesagt seit ca. 1972. Aber Anfang der 1970er Jahre scheint mir auch zu jung zu sein, damals waren sie sicherlich schon mindestens 15-20 Jahre alt.

Mammutbaumarten

In den USA heißen alle Mammutbäume zunächst einmal Redwoods, von denen es zwei Arten gibt: Einmal der in den westlichen Bergregionen der kalifornischen Sierra Nevada beheimatete Sequoiadendron giganteum und der Küstenmammutbaum Sequoia sempervirens. Ersterer wird nicht so hoch wie der Küstenmammutbaum, dafür aber wesentlich stämmiger. Die Bruchsaler Art ist nun von Herrn Dr. Hassler als "Sequoiadentron giganteum" identifiziert worden. Leider werden wir die Bäume nicht mehr in der vollen Pracht erleben.

Größter Baum der Welt

Hier noch ein Video zum schon erwähnten "General Sherman" (2500 Jahre alt, 90 Meter hoch, 1487 Kubikmeter Volumen, 31 Meter Umfang):

Mammutbäume Bruchsal?

es wurden im Auftrag des Markgraf von Baden irgendwo zwischen 1875 und 1886 etwa 100 Bäume gepflanzt, die damals natürlich sehr wertvoll waren; meistens bei Verwaltungsgebäuden (z.B. auch in Freiburg - Offenburg etc.). Mein Urgrossvater war damals zuständiger Hofgärtner in Karlsruhe und damit beauftragt mindestens einen Teil der Bäume zu pflanzen.
Er hat vom Markgraf einen Baum als Anerkennung für treue Dienste geschenkt bekommen. Dieser wurde bei seinem Haus (der späteren Steinhäuserstrasse/Gartenstrasse in Karlsruhe - LVA Hochhauses, Strasse während des Dritten Reiches FröbelStr. oder so ähnlich) gepflanzt.
Die Geschäftsgründung Gärtnerei Wohlschlegel war dann im Jahre 1886 oder 1888 und hat bis vor ein paar Jahren noch bestanden.

1956 und 1957 hat die Stadt Karlsruhe meinen Vater Albert Wohlschlegel (geb. 1924) mehr oder weniger gezwungen das Gelände für die Bau-Berufsgenossenschaft im Tausch eines Grundstücks in Obereut abzugeben (Androhung von Zwangsenteignung). Mein Vater musste noch veranlassen, dass der Baum gefällt wird. Ich kann mich als Kind (Jahrgang 01/51) noch sehr gut daran erinnern und noch heute kann ich es nicht verstehen. Der Baum war mindestens 30 - 40 mtr. hoch, wenn nicht mehr.
Zufällig ist meine Tochter durch den Kauf der Pferdeklinik Weinheim durch ihre Mutter in Weinheim "gelandet" und ich habe anläßlich deren Hochzeit im Jahre 2006 einen Mamutbaum geplanzt, der jetzt etwa 4,50 Meter ist.
mit einem Gruss Bernd Wohlschlegel - Baden-Baden

PS: Echt witzig hatte mir gerade den Abriss Bahnhof Stuttgart angesehen und lese die Notiz - Mammutbäume in Bruchsal? -

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