"Männer schälen Spargel richtig gut"

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Forsts Bürgermeister Reinhold Gsell holte sich in Bruchsal Spargelschäl-Titel gegen OB und Amtskollegen
Montag, 29. April 2013 - 10:23
Spargelschälwettbewerb 2013_BTMV

Reinhold Gsell zieht gleich mal seinen Sakko aus, trotz einstelliger Temperatur und Regens. Tony Löffler testet seine mitgebrachten Schäler, Walter Heiler achtet darauf, dass man ihm die Schürze nicht zu fest bindet. Und Klaus Detlev Huge provoziert seine Bürgermeisterkollegen mit seiner Vorliebe für Braunschweiger Spargel. Nein, da packt es denn doch Bruchsals Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick, die eigentlich ihren Amtskollegen „eine faire Chance“ einräumen wollte. Aber nicht, wenn einer was gegen den Bruchsaler Spargel sagt. 

Indes, beim vierten von der Bruchsaler Tourismus, Marketing und Veranstaltungs GmbH (BTMV) organisierten Spargelschälwettbewerb werfen sich OB und die Bürgermeister aus Forst, Ubstadt-Weiher, Waghäusel und Bad Schönborn so manches Augenzwinkern zu. Die vielen Zuschauer auf dem Rathausplatz sind gespannt, wer den Schälwettbewerb, dessen Ertrag anschließend im Julius-Itzel-Haus auf den Tisch kommen wird, gewinnen wird. Und wem es zu nasskalt ist, der bekommt von den Damen der BTMV einen von innen wärmenden Spargelschnaps kredenzt. 

„Jetzt können Sie Bürgermeistern hautnah bei der Arbeit zu schauen“, sagt SWR-Moderator Jürgen Essig, der zusammen mit Wolfgang Böser, Präsident des Verbands Süddeutscher Erdbeer- und Spargelanbauer, alsdann auch die Jury übernimmt. Noch ein Musikstück von Ernst Ritter und Karl Wirth zum Aufwärmen, schon fällt der Startschuss fürs Schälen von jeweils zwei Kilo des Weißen Golds. Während Tony Löffler, Gemeindeoberhaupt von Ubstadt-Weiher, auf seinen roten Schäler schwört, hat sein Kollege aus Forst, Reinhold Gsell, ein dreitägiges Trainingslager beim Spargelhof Böser absolviert. Einzig Waghäusels Bürgermeister Walter Heiler outet sich „als ein bisschen Macho“: Früher habe seine Mutter den Spargel geschält, heute mache das seine Frau. „Bei mir wird es wahrscheinlich mehr Bruch geben, ich weiß ja nicht mal, wie ich den Schäler halten muss.“ 

Und plötzlich meint er denn auch noch festzustellen, dass sein königliches Gemüse viel dünner sei. Nein, alle gleich, versichert Jürgen Essig. Also keine Ausreden. „Bitte so schälen, dass was übrig bleibt und man die Spargel noch essen kann“, fordert Böser von den Wettkämpfern. Die schaffen sich unbeirrt von Stange zu Stange, OB Petzold-Schick legt jeden Spargel zum Schälen gar auf den Tisch. Geschafft, er reißt die Arme empor und grinst. Reinhold Gsell ist der Sieger, dicht gefolgt von Tony Löffler. Petzold-Schick schnippselt sich auf Platz drei, vor Walter Heiler. „Und wann sind Sie fertig, Herr Huge?“ – kein Wunder, wenn man von Braunschweig schwärmt, schmunzelt jemand aus dem Publikum. „In Forst wird nicht nur schnell geschält, da wird gleich aufgeräumt“, staunt Moderator Essig, als er sieht, dass Gsell seinen Schälplatz picobello gesäubert hat. „Das sind ordentliche Jungs in Forst.“ 

Tränen der Titelverteidigerin? Keineswegs. „Ich wollte doch beweisen, dass auch Männer Spargel schälen können; und die haben das richtig gut gemacht.“ Geschenke bekommen alle Gemeindeoberhäupter, weil sie sich dem spaßigen Wettschälen gestellt und Werbung gemacht haben für den – Betonung – Bruchsaler Spargel. Reinhold Gsell freilich hat’s eilig. Nach Hause müsse er, fünf Kilo Spargel schälen fürs Mittagessen.

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