LUDWIG MARUM am Vorabend des Jahrestages der Reichspogromnacht

DruckversionPer e-Mail versenden
8. November, 19.30 Uhr, Hexagon, Stadttheater Bruchsal
Freitag, 31. Oktober 2014 - 11:52

Mein Lebensmut ist nicht gebrochen

Am 29. März 1934 wurde Ludwig Marum im Konzentrationslager Kislau in der Nähe von Bruchsal ermordet. Seine jüdische Herkunft und sein politisches Engagement, aber auch sein unerschütterlicher Glaube an den Rechtsstaat sollten dem sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten das Leben kosten. Der in Bruchsal aufgewachsene Ludwig Marum war eine Zentralfigur der badischen Landespolitik, bevor er 1928 in den Reichstag einzog. Unter Missachtung seiner Immunität als Reichstagsabgeordneter kam Marum wegen seines engagierten Widerstandes gegen die NSDAP in das KZ Kislau.

Auf der Grundlage seiner politischen Reden und seines Briefaustausches aus dem Gefängnis mit seiner Frau Johanna entstand in der Spielzeit 2013.2014 ein Porträt von Ludwig Marum, das seinen unerschütterlichen Glauben an die Demokratie und die Sehnsucht nach seiner Familie eindrücklich vermittelt. In der Spielzeit 2014.2015 zeigen wir diese Lesung am Vorabend des Jahrestages der Reichspogromnacht in unserer Studiobühne Hexagon.

Samstag, 8. November 2014, 19.30 Uhr, Hexagon, Stadttheater Bruchsal

Künstlerische Leitung: Christine Härter
Mit: Juliane Schwabe; Philipp Dürschmied, Ole Xylander

Eintrittskarten für die Vorstellung in Bruchsal sind auch über www.reservix.de erhältlich.

Noch keine Bewertungen vorhanden

Kommentare

Ludwig Marum

"Ludwig Marum am Vorabend des Jahrestages der Reichsprogromnacht", so der Titel des Artikels. Diese beiden Gegebenheiten haben erst einmal gar nichts miteinander zu tun, außer, eine allweilwohlgefällige Stimmung zu nutzen.

Die Reichsprogromnacht war vom vom 9. auf den 10. Novenmer 1938, zu diesem Zeitpunkt war Marum seit dem 29. März 1934 bereits über 4 Jahre ermordet.

Nur 4 Jahre, von 1904 bis 1908 lebte Marum von seinem 22. bis seinem 26. Lebensjahr in Bruchsal.  Ohne jemand zu Nahe treten zu wollen, habe ich manchmal den Eindruck, die Bruchsaler Politik sucht jeden Strohhalm um nachzuweisen, damals, in Bruchsal, gab es keine Nazis.

Wenn eine Straße nach einem Bürger benannt wird, sollte er auch Verdienste in dieser Stadt erworben haben.  Welches sind nun die Verdienste von Ludwig Marum in Bruchsal? Nur ermordet worden zu sein, weil er nicht erkannt hat, wie die Lage ist und die Gelegenheit der Flucht, die ihm geboten wurde, nicht ergriffen zu haben, ist kein Verdienst.

Zitat: "Sechs der Verhafteten wurden nach und nach wieder entlassen. Sie mussten unterschreiben, sich zukünftig nicht mehr politisch zu betätigen. Marum unterschrieb nicht, da er an eine baldige Freilassung glaubte. Eine Flucht aus dem Konzentrationslager lehnte er als verantwortungsloses Handeln ab. Gegen den Rat Adam Remmeles pochte er auf eine Verlegung aus dem allgemeinen Schlafsaal in eine Einzelzelle. Das wurde ihm zum Verhängnis. "

Ich weiß, ich begebe mich jetzt auf glattes Eis. Aber war dieses Handeln vernünftig? War er als Politiker und Jurist so "blauäugig" noch an einen Rechtsstaat zu glauben?

Aber wie wäre es, wenn statt solcher Aufführungen nur ein einziges Mal hier der Widerstand der Bruchsaler Politiker gegen den Nazionalsozialismus dokumentiert würde? Ich befürchte, es gab ihn nicht.

Ich bin kein Antisemit, ich hasse nur Mitläufer und Pharisäer. Und davon  (Pharisäer) scheint es immer noch genügend zu geben.

Inhalt abgleichen Inhalt abgleichen