Las Vegas in LA(ngenbrücken)!

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Oder doch nur Tote Hose?
Donnerstag, 13. Februar 2014 - 15:02

Am 09.01.2014 liess sich das Spielcenter Roma beim Amtsgericht Mannheim in das Handelsregister eintragen. Die wenigsten ahnten zu diesem Zeitpunkt, dass einige Wochen später am Bahnhof in Langenbrücken genau dieses Spielcenter einziehen und eröffnen würde. Der Bahnhof in Langenbrücken hatte bis dahin nach etlichen Pächterwechseln ein recht (un)ruhiges Dasein erlebt. Wenige Pächter blieben nur kurze Zeit, so dass allenfalls am Langenbrückener Jahrmarkt alljährlich im Oktober die Türen mal geöffnet waren. 

Nun gibt es also auch noch eine Spielhalle am Langenbrückener Bahnhof. Den meisten Mitbürgern will das nicht so recht einleuchten, wo es doch alleine im OT Langenbrücken jetzt schon mehrere Spielhallen gibt und dazu noch in mindestens zwei weiteren Gaststätten versteckt hinter Raumteilern oder in Nebenräumen Geld- und Unterhaltungsspielgeräte stehen.

Ist Langenbrücken also ein Zentrum der Zocker, gar das Las Vegas des Kraichgaus? Oder ist dies lediglich die allgemeine Entwicklung? Wie kann es sein, dass in Zeiten des Niedriglohns und der gleichzeitigen Kostenexplosion scheinbar immer mehr Leute ihr sauer verdientes Geld auf nimmer Wiedersehen in Spielautomaten versenken, wo man sich doch auch ganz einfach Casino-Apps oder dergleichen auf das Handy laden kann. Nicht wenige verzocken ihr Geld ja auch am Laptop von zuhause aus, wozu also derartige Etablissements besuchen? Der Verfasser muss diese Fragen leider unbeantwortet lassen, verehrte Leser.


Nun wäre es recht einfach gewesen, diese Spielhalle zu verhindern. Nach Landesglücksspielgesetz Paragraf 42 Abs. 3 darf eine Spielhalle nicht innerhalb eines Radius von 500 m rund um Schulen eröffnet werden. Doch falsch gedacht, wie das Landratsamt Karlsruhe mitteilt, ist man beim zuständigen Regierungspräsidium der Meinung, dass Kinder die eine Grundschule besuchen noch gar nicht in der Lage sind zu beurteilen, was Spielsucht als Gefahr bedeutet und deswegen sind diese Kinder auch nicht nach dem o. g. Paragrafen schutzbedürftig. Es wären allenfalls Jugendliche, die kurz vor der Volljährigkeit stehen schutzbedürftig, aber in Langenbrücken gibt es leider keine weiterführende Schule. Dass sich im 500 m -Radius rund um die Spielhalle auch fast ein halbes Dutzend Kindergärten befindet, stört demnach noch weniger, auch diese Kinder müssen vor der Spielhalle nicht geschützt werden, so lächerlich dies auch klingt. Es dürfte allgemein bekannt sein, dass auch ganz kleine Kinder schon recht sensible Antennen haben und auch über eine verblüffend gute Auffassungsgabe verfügen.

Sind wir in kleinen Dörfern ohne weiterführende Schulen also in Zukunft überhaupt noch sicher vor einer Spielhallenflut?  Laut Paragraf 12 GG ist die Gewerbetätigkeit des Spielhallenbetreibers grundsätzlich geschützt, er darf also nicht schlechter gestellt werden als andere Gewerbetreibende auch. Zumindest gesetzlich hängt diesem Gewerbe also kein Schmuddelimage an. Während man sich Spielhallen und Casinos eher in Gewerbegebiete wünscht, müssen diese dort oft erst genehmigt werden, weil sie die Voraussetzungen für eine Ansiedlung in Gewerbegebieten (viel Krach, viel Lieferverkehr etc.) gar nicht erfüllen.

Es bleibt das ungute Gefühl, kann man in Langenbrücken in Zukunft noch beruhigt zu jeder Tages-und Nachtzeit an den Bahnhof gehen? Wer schützt die Jugendlichen, die jeden Tag am Bahnhof auf ihren Zug warten oder durch die Unterführung am Bahnhof vorbei zu ihren Bussen laufen? Wer schützt die Mitglieder der Jugendfeuerwehr und anderen Organisationen, welche gerade ein paar Meter weiter ihre Vereinsheime haben?

Wer weiß es?



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Kommentare

Spielhallen - Auswüchse kapitalistisch definierten "Gewerbes"

So schwierig ist diesem Thema nicht beizukommen - schauen Sie mal hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Spielhalle

und hier:

http://dejure.org/gesetze/GewO/33i.html

und fragen Sie Ihren planungserfahrenen Bürgermeister schriftlich, wie er diese Entwicklung beurteilt und welche Möglichkeiten er sieht, dagegen vorzugehen, falls er sie für unerwünscht hält - und was er ggfls. dagegen unternommen hat - mit Mehrfertigung an alle Gemeinderäte und -innen.

Wer ist eigentlich Eigentümer des Gebäudes?

Privatbesitz

Da sich das Gebäude in Privatbesitz befindet, kann der Verpächter hier natürlich zunächst selbst entscheiden, an wen er vermietet oder verpachtet.

Da der Staat natürlich auch indirekt an der Spielsucht mitverdient, ist es nur verständlich, dass Auslegungen zu Gesetzen bestehen, welche suchtpräventive Gesetze wiederum teilweise aushebeln, da gebe ich dem Gastkommentator insoweit gerne recht! Dies sind halt die Schattenseiten des Lobbyismus.

Es kann ja nicht sein, dass die Automatenaufsteller morgen keine Automaten mehr aufstellen dürften, da nimmt man ein paar Süchtige, welche auf Staatskosten therapiert werden müssen, gerne in Kauf!

Privatbesitz? Schade...

... warum kaufte die Gemeinde nicht dieses Objekt? Das ist ja nun wirklich von überragender Bedeutung für die Kommune.
Und man könnte - angesichts dieser Entwicklung - immer noch versuchen, es zu erwerben.
Außerdem: Veränderungssperre!!

Wo ist das Problem?

"Wer schützt die Jugendlichen, die jeden Tag am Bahnhof auf ihren Zug warten oder durch die Unterführung am Bahnhof vorbei zu ihren Bussen laufen?"

Die Frage ist ja berechtigt, denn um die Spielhallen herum verbreitet sich das Suchtvirus und man kann sich beim Vorbeigehen der Ansteckung nicht erwehren. Sogar die Mauern des Vereinsheims der Jugenfeuerwehr schützen nicht vor dem Virus und Kindergartenkinder sind wegen des noch schwachen Immunsystems besonders gefährdet, ja gehts noch?

Im Jugendschutzgesetz $6 Abs1 ist doch klar geregelt  "Die Anwesenheit in öffentlichen Spielhallen oder ähnlichen vorwiegend dem Spielbetrieb
dienenden Räumen darf Kindern und Jugendlichen nicht gestattet werden."

Von wo soll da eine Gefährdung für Kleinkinder und Jugendliche ausgehen? Jeder Betreiber wird die Altersgrenze genau überwachen, da andernfalls der Betrieb sehr schnell geschlossen werden kann.

Oder wollen wir jetzt den Alkoholausschank und -verkauf verbieten, nur weil man alkoholsüchtig werden kann und die meisten Kinder den ersten Alkohol von ihren Eltern erlaubt bekommen?

Problemblindheit?

Ehrenwerter Filou, der ich Ihre Beiträge im Allgemeinen hoch schätze - hier liegen Sie mit Ihrer etwas schnoddrigen Anwort doch mal daneben.
Spielhallen sind Einrichtungen, in deren Umgebung sich in der Regel ein gewisses Publikum aufhält, das dann wieder für die Ansiedlung weiterer genretypischer Einrichtungen sorgt - ich drücke mich mal ganz vorsichtig aus - und das insgesamt geeignet ist, einen gewisse abwertende Umfeldgestaltung einzuleiten.
Deshalb: Wehret den Anfängen - insbesonder in kleineren Gemeinden.
Und, mal ganz ehrlich, kein Gemeinwesen auf der ganzen Erde braucht diese Dinger.

Spielhallen in Bad Schönborn

Siehe auch den Post vom 16.02.14 auf der Facebook-Seite der Grünen Bad Schönborn sowie die Infos unter dem Link http://www.gruene-badschoenborn.de/kontakt/anfrage-spielhallen-in-bad-sc...

Vorsichtig ausgedrückt?

Ich bin dafür, Ross und Reiter zu nennen und nicht drum herum zu reden. Was bitte ist ein "gewisses Publikum" und was sind "genretypische Einrichtungen" in der Umgebung?

Die Aussage des Autors, dass es im OT Langenbrücken bereits "jetzt schon mehrere Spielhallen gibt und dazu noch in mindestens zwei weiteren Gaststätten versteckt hinter Raumteilern oder in Nebenräumen Geld- und Unterhaltungsspielgeräte stehen", scheint doch zu belegen, dass genügend Interesse besteht. Warum soll dann der Bahnhof nicht einer Nutzung zugeführt werden?

Und wenn der Autor meint: " wo man sich doch auch ganz einfach Casino-Apps oder dergleichen auf das Handy laden kann. Nicht wenige verzocken ihr Geld ja auch am Laptop von zuhause aus, wozu also derartige Etablissements besuchen?", dass es besser sei, man vertickt sein Geld in den eigenen vier Wänden, dann scheint es ihm nicht um Spielsucht zu gehen. Was also will uns der Autor sagen? Worin sieht er die Gefährdung von den in der Umgebung (Entfernung bis 1/2 km) liegenden 4 oder 5 Kindergärten?

Wenn Sie, werter Gast, von Problemblindheit schreiben, dann wäre es doch an der Zeit, das Problem zu erläutern. Geht es um Suchtprävention, um allgemeines Unbehagen, um ........

Fragen Filou

Geschätzter Filou,

die Diskussion geht mir hier in die falsche Richtung, es geht doch hauptsächlich darum, eine Spielhallenflut zu verhindern und nicht etwa darum Gründe zu suchen, warum man noch mit weiteren neuen Spielhallen zu rechnen hat - Gott bewahre. 

Sucht allgemein ist keine Frage der Intelligenz, dieses ist schon bewiesen. Gleichfalls scheint es mir auch keine Frage der Erziehung zu sein, wie mir jemand anderer mündlich am Wochenende sagte.

Die fast täglich vorbeilaufenden Kinder und Jugendliche sehen die Spielhalle und verinnerlichen es als selbstverständlich, dass sich hier eine Spielhalle in ihrem Ort befindet. Schliesslich wächst bei manchen Kindern der Wunsch irgendwann selbst hineingehen zu können, wenn sie volljährig sind. Eventuell sehen diese Kinder und Jugendlichen noch etwaige "Vorbilder" wie z. B. bereits erwachsene Nachbarn, Kumpels oder dergleichen in die Spielhalle ein- und ausgehen oder man hört davon, dass einer eine scheinbar "riesige" Summe gewonnen habe. All dies lässt bei Kindern die Begierde wachsen, es selbst einmal auszuprobieren.

Ich fragte mich bei meinem Artikel, warum man heutzutage überhaupt noch die Spielhalle besucht, wenn man doch alles auch bequem von zuhause aus erledigen kann. Dass man die Spielsucht als Geißel der Menschheit nicht als solches bekämpfen kann ist klar, aber was zieht die Leute in Etablissements, wo diese sich vor Kästen setzen, die eher an einen antiquierten C 64 erinnern um sich daran arm zu spielen? Ich weiss es nicht!

Kurzum, wenn es - wie im vorliegenden Fall - ein Gesetz gibt, wo drin steht 500 m Abstand zur nächsten Schule, dann sollte man nicht hergehen und dieses so auslegen, als seien bestimmte Schulen nicht gemeint - dies ist eindeutig nicht in Ordnung!

Aufwachen, Grüne!!

Liebe Grüne, diese Anfrage wurde Anfang Juli 2013 (ja, Juli 2013!!) dem Bürgermeister Huge übergeben - und eine Antwort gibt es lt. eurer Homepage immer noch nicht - oder wo ist die versteckt?! Hinter Löwenzahn und Gänseblümchen?

Na ja,

wenn schon mehrere Spielhallen in Langenbrücken sind, dann ist eine mehr sicherlich keine Flut. Und wie sonst auch, erledigt sich die eine oder andere Spielhalle mangels Besuchern von selbst.

Sollten allerdings alle Spielhallen in Langenbrücken ausgelastet sein, dann fehlt vielleicht noch eine?

Als Letztes: Eine öffentliche Empörung mag ja schön und recht sein, aber wie steht es mit Gemeinderat und Verwaltung? Nur diese können doch, neben fehlenden Kunden, die Anzahl der Spielhallen begrenzen. Wie ist es mit einer Unterschriftensammlung gegen die Spielhalle? Ohne massiven Druck werden Sie kaum etwas gegen die neue Spielhalle ausrichten. Und wäre ich der Betreiber, würde ich Sie fragen, warum soll ich zumachen, wenn die anderen Spielhallen in Langenbrücken weiterbetrieben werden?

Ihre Argumente im 3 Absatz sind schwach. Kinder können alles mögliche irgendwann auch einmal (nach)machen wollen. Jugendliche werden auch einmal aus Langenbrücken herauskommen und woanders Spielhallen und Casinos sehen.

Niedergang

Zwar bin ich auch der Meinung,daß es sinnvoller ist,Kindern Gefahren zu erklären,anstatt sie einfach nur fern zu halten und ich habe auch noch nie gesehen/ gehört,daß Spielsüchtige Passanten draußen um Münzgeld anbetteln oder gar überfallen,so daß Kinder und Erwachsene,die an dem neuen Spielcenter in Langenbrücken vorbeilaufen,nicht gefährdet sein dürften.
Doch nachdem schon einmal diskutiert worden ist,ob Langenbrücken noch Anspruch auf seinen "Bad"-Titel hat,da es keine Therme mehr gibt,nachdem vor ca einem Jahr ein Mann am Langenbrückener Bahnhof brutal überfallen worden ist,nachdem es im Radio und in der Zeitung Beiträge über die hohe Pro-Kopf-Verschuldung der Bad Schönborner gab und nachdem nach der privaten Kunstschule zuerst eine mittlerweile geschlossene "Müslifirma" nun ein Spielcenter in das ehemalige Bahnhofsgebäude eingezogen ist,könnte für einige ein gewisser Niedergang Langenbrückens sichtbar geworden sein.

Das neue Spielcenter ist eines von mehreren Ärgernissen in Langenbrücken,die man sicher nicht ausufern lassen sollte,aber tun kann man dagegen wohl nichts,da es viele Bürger nicht interessiert,welche Etablissements in Langenbrücken eröffnen,solange nicht ihr persönliches Wohlbefinden,ihr schmuckes Einfamilienhaus und ihr gepflegtes Auto darunter leiden.

Grüne sind hellwach

Die Grünen sind erst im Februar 2014 aufgewacht...

... bisher schlummerte ihre Anfragen an Bm Huge vom Juli 2013 (!) samt längst vorliegender Antwort ganz offensichtlich im analogen Posteingangskörbchen oder gar Leitzordner!
Also bitte!
Und wie geht es jetzt weiter? Was macht der grüne Landtagsabgeordnete? Schreibt an die grün-rote/rot-grüne Landesregierung? Plaudert nochmals mit dem Landrat?

Feindbild

Hauptsache das Feindbild, in diesem Fall "Grün", stimmt. Schade!

Feindbild? Quatsch...

Chaos.
Siehe Stuttgart.
Politik ist auch Arbeit.
Das Bohren dicker Bretter - oft aus Hartholz ("Deutsche Eiche").
Konsequentes Dranbleiben.
Und nicht nur Feuerwerke abbrennen und grüne Konfettis werfen!
Los - Antwort.
Was macht ihr jetzt?!

Feindbild 2

Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dann wäre dieser jetzt erbracht.

Schmollwinkel

Tja - erst große Sprüche, dann ab in den Schmollwinkel. Sehr sachlicher Beitrag!

Unterschiedliche Wahrnehmung

Große Sprüche? Sehr sachlicher Beitrag? Ich versteh' gar nix mehr. Aber vielleicht kommt das ja vom Schmollwinkel.

Bezeichnend ist

Artikel/Kurier

 der Sachverhalt, dass Spielhallen entgegen der Gesetzeslage aufgrund eines zusätzlich erlassenen Anwenderhinweises genehmigt werden .... Eigentlich müssten sämtliche Demokraten hier aufspringen und protestieren....

Nachdenklich macht, dass dies der BNN keinen Artikel wert ist.

Traurig, dass der Kurier, welcher offensichtlich eigene Recherche betrieben hat, in der gestrigen Ausgabe lediglich einen dreispaltigen Kleinartikel auf Seite 11 veröffentlicht.

 

Wenigstens haben 251 Leute aus Bad Schönborn und anderswo das Herz am rechten Fleck!

 

http://www.petitionen24.com/gegen_die_spielhalle_roma_romerstrasse_33_76...

 

 

Drei Monate sind...

... nun vergangen.
Wie ist der Sachstand?

Da haben Sie recht

Die Monate sind vergangen, inzwischen fünf an der Zahl mit dem traurigen Zwischenergebnis, dass in Mingolsheim sogar ein Wettbüro neu eröffnen konnte. Die Frage ist, ob der Widerstand angesichts der zahlreichen Zockerbuden jetzt ausläuft oder von Bgm. Huge und weiteren politischen Amtsträgern neu aufgegriffen wird. Rein rechtlich hat man derzeit offensichtlich keine Handhabe, hier müsste planerisch ein Riegel vorgeschoben werden.

Was wird in den kommenden Jahren geschehen, wenn die Gesetze hinsichtlich der Zocker-Konzessionen verschärft werden? - Ich denke, man kann froh sein, wenn es nicht noch schlimmer kommt. Wo Geld verdient wird, sind die Regierungen schnell bereit, die Einkünfte auch weiterhin zu sichern.

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