Kundus-Bombardierung

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Klage auf Schadenersatz
Donnerstag, 21. März 2013 - 23:17

Bombenangriff

Die Hinterbliebenen der afghanischen Zivilopfer des Bombenangriffs von Kundus klagen auf Schadenersatz, da individuelle Ansprüche aufgrund von Verstößen gegen das Völkerrecht nicht ausgeschlossen seien. Das Landgericht Bonn soll klären, ob der Bombenabwurf vor dreieinhalb Jahren das humanitäre Völkerrecht verletzt habe.

Dazu mache ich folgenden Vorschlag: Vor jeder Kriegshandlung sollte das Gericht des jeweiligen Heimatstandorts des involvierten Truppenteils prüfen, ob diese Kriegshandlung gegen das Kriegsvölkerrecht verstößt. Das sollte nicht nur von Bombenabwürfen gelten, sondern für jede Art der "Munitionsabgabe" wie z.b. auch einzelnen Gewehrschüssen. Als international geltendes Recht müßten sich auch Terroristen und sog. "Freiheitskämpfer" daran halten. Bei den langen Fristen bis zu gerichtlichen Entscheidungen kämen sämtliche Kampfhandlungen zum Erliegen und wir hätten endlich Ruhe.

Speziell für Bruchsal würde ich vorschlagen, daß einige Geschädigte des Bombardements vom 1. März 1945 sowie die Stadt Bruchsal eine Musterklage auf Schadenersatz gegen die US-Regierung wegen Verletzung des humanitären Völkerrechts einreichen, denn dieser Angriff auf die Zivilbevölkerung war zu einem Zeitpunkt, als jedem längst klar war, daß das Hitler-Regime vor dem Zusammenbruch stand, militärisch überhaupt nicht mehr sinnvoll und notwendig. Die Stadt Bruchsal kann ja schließlich jeden Pfennig gebrauchen :-)

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Kommentare

Seltsam verdreht

" dieser Angriff auf die Zivilbevölkerung war zu einem Zeitpunkt, als jedem längst klar war, daß das Hitler-Regime vor dem Zusammenbruch stand".

Zu diesem Zeitpunkt (Bombardement auf Bruchsal) haben die eigenen Leute noch Fahnenflüchtige aufgeknüpft. Zu diesem Zeitpunkt hat man noch Kinder und Rentner eingezogen um die Front zu verteidigen. Die deutsche Generalität hat, obwohl der Zusammenbruch klar war, nicht aufgegeben. Diese Generäle, die schon 44 erkennen mußten, dass der Krieg verloren ist, sind schuld an der Zerstörung Dresden und Bruchsals. Blinder Gehorsam, wie er bei Militärs gelebt wird, fürht nur zur Unmenschlichkeit.

So sind Militärs.

In Kundus haben Zivilisten Treibstoff aus einem Tankwagen geklaut. Dafür wurden sie von Oberst Klein zum Tode verurteilt. Ohne, bzw. mit kurzem Prozess. Zu diesem Zeitpunkt ging von diesen Menschen keine Gefahr für die Truppe aus. In einem Land., in dem wir angeblich zu Hilfszwecken waren. Keines der ersten Mandate, die vom Bundestag erteil wurden, waren Kriegsmandate. Alles wurde unter den Teppich gekehrt.

So sind Militärs.

Wir haben keine Grenze zu Afghanistan. Terroristen kann man nicht mit Bomben bekämpfen. Man bedenke nur, in wieviele Länder man dann Bomben werfen müßte. Die Beteiligung der deutschen Soldaten in Afghanistan war ein Fehler. Jetzt versucht man, mit einem blauen Auge heraus zu kommen.

Die Organisationen, die humanitär in Afghanistan gewirkt haben und wirken, betonen immer wieder, dass der militärische Einsatz ihre Arbeit behindert und keineswegs befördert hat.

Aber so etwas werden Militärs nie einsehen. So ein kleiner Konflikt ist halt doch schöner als Sandkastenspiele mit Zinnsoldaten.

Militärs

Werter Filou, vielleicht sollten Sie Ihre Wut nicht am Militär auslassen, denn es sind immer die Politiker, die Kriege anzetteln. Wer schickt denn die Bundeswehr überall hin? Diese marschiert nicht von sich aus in Afghanistan ein, auch nicht in Mali oder in die Türkei - dafür ist "Mutti" verantwortlich.
Ich kenne niemand in der Bundeswehr, der "geil" darauf wäre, irgendwo einen Krieg anzuzetteln, weil Sandkastenspiele "langweilig" sind.

Natürlich hat das NS-Regime den Krieg angefangen, auch haben deutsche Soldaten im Osten gehaust wie die Vandalen, ich lasse das jedoch nicht als Entschuldigung gelten, daß der Gegner dann ebenso haust und gegen Kriegsvölkerrecht verstößt, dann ist er nämlich auch nicht besser und seine Taten werden dadurch ebenfalls nicht entschuldigt, wenn auch menschlich eventuell verständlich.

Mag der Bombenkrieg irgendwann einmal noch plausibel gewesen sein, weil man dachte, den Gegner so schneller zur Aufgabe zu zwingen, so war er es gegen Ende des Krieges nicht mehr, da völlig unnötig. Es war reiner Terror gegen die Zivilbevölkerung, vom Rachegedanken geleitet und gegen das humanitäre Kriegsvölkerrecht, wie übrigens auch der Abwurf von Atombomben über dicht besiedelte Städte...

"..... dann ist er nämlich

"..... dann ist er nämlich auch nicht besser".Das ist richtig, aber

Terroristen haben mehr als 3000 Menschen getötet und viele andere geschädigt, als die Zwillingstürme zerstört wurden. Das amerikanische Militär hat im Irak mehr als 100 000 Menschen getötet und nochmal genau so viele verwundet.

Es ist richtig, dass dies politische Entscheidungen waren, die dazu noch auf Lügen und Fälschung beruhten. Aber wenn ich mir die Greuel anschaue, die von amerikanischen Soldaten im Irak verübt wurden, das ist einer Armee nicht würdig.

Barbie wurde vom amerikanischen Geheimdienst in Südamerika versteckt. Alle deutschen Generäle wußten von den Greueltaten der SS und SA. Schön, dass wir nach diesen Leuten auch heute noch Kasernen benennen. Ja, ich weiß, sie wußten von nichts - auch Politiker haben ein solch kurzes Gedächtnis.

Ich weiß nicht, wie ich mich verhalten hätte, hätte ich im 1000jährigen Reich schon bewußt gelebt. Deshalb ist es sicher schwierig, darüber zu urteilen.

Aber was ein Oberst Klein getan hat, ist eine Hinrichtung von über 100 Menschen ohne wirklichen Grund. Dass zum Schluss alles verschleiert wurde, ist genau so schlimm.

Dass die Menschen jetzt ihr Recht suchen, muss ihnen zugebilligt werden. Jeder Vergleich mit dem Niederwerfen eines Aggressors wie Deutschland es damals war, ist aus meiner Sicht unzulässig.

Dass Wehrmachtsangehörige und Ehemalige dies anders sehen können oder wollen, bleibt unbenommen.

Na hören Sie mal...

Verbrechen bleibt Verbrechen, egal, wer es begangen hat. Sie hauen in die gleiche Kerbe wie andere auch: Die Deutschen sind selbst schuld, weshalb man über Kriegsgräuel der anderen Seite nicht reden darf, da "unzulässig". Wo leben wir denn. Ich habe sogar den Amerikanern, von denen ich ausgebildet wurde, glasklar ins Gesicht gesagt, daß der Bombenkrieg gegen deutsche Städte gegen humanitäres Völkerrecht und Kriegsrecht verstoßen habe und erntete keinen Widerspruch. Ich sah nur betretene Gesichter, die sich teilweise "fremdschämten" für das, was, ihre Väter getan hatten.

Was Oberst Klein betrifft, so urteilen Sie auch hier ein wenig vorschnell. Sie waren nicht dabei, ich nicht, niemand von denen, die urteilen und geurteilt haben, kannte die militärischen Notwendigkeiten vor Ort. Der Oberst wurde inzwischen, nach umfangreichen Ermittlungen, sowohl vom Generalbundesanwalt als auch vom Wehrdisziplinaranwalt entlastet und ist somit im rechtlichen Sinne unschuldig. Vielleicht hat er die Lage falsch eingeschätzt, aber, wie gesagt, keine Schuld auf sich geladen.

Was die Vertuschung hinterher betrifft, so war dies, man erinnere sich, vorwiegend ein "Werk" Guttenbergs, und geschah aus politischen Gründen.

Ich bin Ihnen dankbar, daß sie wenigstens einräumen, daß "Wehrmachtsangehörige" und "Ehemalige" das auch anders sehen können oder wollen. Im Gegenzug räume ich ebenfalls ein, daß gleiches natürlich auch für "Zivilisten" gilt :-)

Kein Widerspruch

"Verbrechen bleibt Verbrechen, egal, wer es begangen hat", da stimme ich völlig zu. Nur wer London bombardiert braucht sich nicht zu wundern, wenn bei ihm auch Bomben fallen.

Wobei ich Bomben und Minen für eine perfide Kriegsführung halte und noch schlimmer sind jetzt die Drohnen, die, wie bei einem Computerspiel gesteuert zielgenau in fremdem Land Menschen töten. Da kann ich nur sagen: Das ist gezielter Mord.

Ein kleiner Unterschied zwischen Bruchsal und Kundus bleibt trotzdem:
Von 39 bis 45 war Krieg. Im Gegensatz dazu waren wir in Afghanistan angeblich zur Hilfe unterwegs. Oder sollte ich die Kriegserklärung Deutschlands gegen Afghanistan nicht bemerkt haben?

Sie versuchen...

weiterhin das Unrecht der anderen herabzuspielen: "Nur wer London bombardiert braucht sich nicht zu wundern, wenn bei ihm auch Bomben fallen". Das klingt unduldsam, ja geradezu kriegerisch und voller "Verständnis". Aber das ist doch genau der Geist, aus dem Unrecht entsteht, sozusagen Auge um Auge, Zahn um Zahn. Wundert es Sie dann, wenn sich die Untaten im Kriegsgeschehen hochschaukeln? Eine Partei begeht in den Augen der anderen Partei Unrecht, das muß natürlich vergolten werden und so weiter und so weiter... Aber immer noch gilt der Rechtsgrundsatz, auch im Krieg, daß Unrecht nicht mit Unrecht vergolten werden darf, und wenn's noch so schwer fällt. Im Übrigen war mein Beitrag nicht so "tierisch ernst" gemeint, wie sich die Diskussion jetzt entwickelt - fungiert er doch unter der Rubrik "Satire" :-)

Kartoffeln hier wie dort

In jedem Krieg, wo und wann auch immer, muss die Bevölkerung ihren Kopf hin halten.

Schon im ersten Weltkrieg gab es weihnachtliche Waffenstillstände, in denen sich Gegner ("Todfeinde") gegenseitig mit Kartoffeln "ausgeholfen" haben -
und es wird sich mancher überlegt haben, ob er dem "Feind" tatsächlich mit dem Bajonett die Rübe abhaut, einem Jüngchen wie man selbst (schön nachzulesen in "Krieg und Frieden") ...

Jedem, der in welcher Form auch immer, Verantwortungen abschiebt, ist der Kopf abzureissen - sorry .... - m. E. ...;
das Militär ist gesponsort, schon immer (nichts bringt mehr Kohle wie ein Krieg; das war auch schon zu Zeiten von Krupp und Co. so!) - und die Politik auch, auch schon immer ....
"Stell dir vor: es ist Krieg - und es geht keiner mehr hin ..."!
Wenn sich daran jeder halten würde, wäre die Menschheit um einiges besser ....

Heutzutage ist Krieg viel gefährlicher, weil alles viel technisierter ist und niemand persönlich für etwas persönlich verantwortlich gemacht werden kann -
Krieg per Video und "Embeddeded journalism", Drohnen, per Satellit etc.
Man verfolgt es zuhause auf dem Bildschirm wie ein Video-Spiel ...!

Und wenn hier so vollmundig gelabert wird, wie immer wieder, gerade von Esoterikern, so regt mich das auf ...
Wie gesagt: So einer ist:
... "argumentationsresistent" ....!

Weder

ich noch W. Zimmermann sind Esoteriker. Was soll also dieses BlaBla? Empfehlenswert wäre übrigens sorgfältiges Lesen.

Bezug

@ Filou

Ich hatte mich auf Sie bezogen als Chemtrailer -

tut mir leid, wenn ich mich missverständlich ausgedrückt habe ...

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