Krieg in Mali

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Samstag, 13. April 2013 - 14:05

Luftbetankung

Luftbetankung einer franz. Mirage durch deutschen Tanker

Zwei Tage nach dem Bundestagsbeschluß zur Unterstützung der AFISMA-Mission (African-led International Support Mission to Mali = Afrikanisch geführte internationale Unterstützungsmission in Mali. Welch blumiger Begriff. Der "Haupträdelsführer" ist doch Frankreich) der westafrikanischen ECOWAS-Staaten (Economic Community Of West African States = Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft) in Mali wurde Anfang März das Deutsche Einsatzkontingent Dakar aufgestellt. Im westafrikanischen Senegal sind nun 94 Soldaten unter dem Kommando von Major Gunnar Kratz im Einsatz. Nachdem die deutschen Transportflugzeuge C-160 "Transall" bereits am Luftstützpunkt in Dakar stationiert waren,


(Überführung einer Transall ins Luftfahrtmuseum Speyer)

wurde das deutsche Engegement zur Unterstützung der AFISMA-Mission mit dem Airbus A 310 MRTT (Multi Role Transport Tanker) vervollständigt:

Er dient als "fliegende Tankstelle" für die französische Luftwaffe und versorgt Kampfjets der Typen Mirage 2000, Mirage F 1 und Rafale im afrikanischen Luftraum mit Kraftstoff. Für den Betrieb des Arbus mußten rund 100 tonnen Material an den Luftstützpunkt Dakar verlegt werden.

Durch die Luftbetankung der französischen Jets wird eine deutliche Verbesserung der operativen Fähigkeiten der Franzosen im Einsatzgebiet erzielt. Die ersten Missionen wurden bereits einen Tag nach der Ankunft geflogen.

Die Deutsche Luftwaffe verfügt seit 2010 über die Fähigkeit zur strategischen Luftbetankung. Vorher war sie bei Verlegungen von Phantom- und Tornado-Jets über den Nordatlantik nach USA und Kanada auf amerikanische KC-135 Tanker angewiesen.

Durch den Einbau von internen Zusatztanks und eines entsprechenden "Rüstsatzes Luftbetankung" wandelt sich der Airbus A 310 MRT (Multi Role Transport), mit dem die Bundeswehr bisher Soldaten und Material über den großen Teich transportiert hat, zum MRTT (Multi Role Transport Tanker), der beide Aufgaben, Lufttransport und Luftbetankung, gleichzeitig durchführen kann.

Der Airbus A 310 (wovon es auch eine zivile Version gibt) wird mit drei Mann Besatzung geflogen, bestehend aus zwei Piloten und einem Luftbetankungsoffizier. Mit Hilfe der an Bord befindlichen Systeme ist der Luftbetankungsoffizier in der Lage, für den Tanker und die zu betankenden Kampfflugzeuge die Missionsplanung und -durchführung bei Tag und Nacht sicherzustellen.

Der Betankungsvorgang findet bei einer Geschwindigkeit von rund 280 Knoten pro Stunde (ca. 520 km/h) statt und und funktioniert nach zwei Methoden (siehe Video oben):

Einmal durch das Aufsfahren eines teleskopartigen Tankstutzens, an den das zu betankende Kampfflugzeug heranfliegen muß. Der flugzeugseitige Tankstutzen befindet sich meist auf der Oberseite des Rumpfes direkt hinter dem Cockpit des zu betankenden Flugzeugs und kann vom Piloten nicht eingesehen werden (so zum Beispiel bei der Phantom und anderen US-Jets). Der Flugzeugführer muß sich nach farbigen Leuchtzeichen an der Unterseite des Tankers so in Position bringen, daß der Betankungsoffizier den Tankausleger in den Betankungsstutzen des zu betankenden Flugzeugs durch Steuerung einführen kann. Der Kampfpilot muß sich dabei an den Tanker "herantasten" und genauestens Position halten. Diese Methode wird bei den Amerikanern praktiziert und ist schwieriger als die zweite Methode, die nach dem "Hose-and-Drogue" System funktioniert.

Hierbei rollt aus jeweils unter den Tragflächen rechts und links angebrachten Behältern ein Kraftstoffschlauch aus (siehe obiges Video), an dessen Ende sich ein Betankungskorb befindet. So können zwei Jets gleichzeitig mit jeweils 1500 Liter Kerosin pro Minute betankt werden. Hierbei fliegen die Kampfflugzeuge an den Korb heran, fahren den Luftbetankungsstutzen gleich rechts neben dem Cockpit aus und können auf diese Weise per Sicht den Stutzen in den Korb steuern, wo er durch eine Schnappkupplung einrastet.

Das Tankflugzeug ist in der Lage, insgesamt 72 Tonnen Treibstoff zu transportieren und bis zu 42 Tonnen an die "Receiver" abzugeben. dadurch wird eine weltweite, strategische Verlegefähigkeit der Kampfjets über große Distanzen möglich. Merken Sie was? "Mutti" will halt überall "mitmischen"!

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