Krankenversicherung : IG Metall Bruchsal gegen Kopfpauschale

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Die IG Metall Bruchsal fordert ein Solidaritätspaket für die Gesetzliche Krankenversicherung, um das vorhandene Defizit abzubauen.
Freitag, 4. Juni 2010 - 9:13

IG METALL

Die Bruchsaler IG Metall warnt vor der Einführung einer Kopfpauschale, dem Einfrieren der Arbeitgeberbeiträge und einer Kürzung der festgelegten Steuerzuschüsse für die Gesetzliche Krankenversicherung. „Die Versicherten müssen seit langem eine Mehrbelastung von 15 Milliarden Euro pro Jahr tragen", sagte der IG Metall-Bevollmächtigte Eberhard Schneider. Die Kopfpauschale würde in jedem Fall dazu führen, dass die 70 Millionen versicherten Arbeitnehmer sowie Rentner alle Kostensteigerungen und Defizite alleine ausbaden müssten. Schneider: „Ein solcher Systembruch ist und bleibt völlig inakzeptabel."

Die Gewerkschaft schlägt einen Solidaritätspakt für die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) vor, um das drohende Zehn-Milliarden-Defizit 2011 auszugleichen und die Finanzierung langfristig auf eine solide Grundlage zu stellen. Dazu fordert die IG Metall die volle paritätische Beteiligung der Arbeitgeber, die Einbeziehung der Kapitaleinkünfte sowie der Privaten Krankenversicherung in den Finanzausgleich. Daneben sei es erforderlich, die Steuerzuschüsse für Arbeitslosengeld-II-Bezieher auf das Niveau der durchschnittlichen Ausgaben pro Versicherten anzuheben.

Die IG Metall fordere die Rückbesinnung auf den Solidaritätsgedanken, der sich - wie die Kurzarbeit belegt - gerade in der Krise mehr als bewährt habe. Die paritätische Beteiligung der Arbeitgeber sei schon deshalb geboten, um die Belastungen der GKV durch arbeitsbedingte Erkrankungen in Höhe von 17 Milliarden Euro jährlich endlich in den Griff zu bekommen

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Kommentare

Nein, nicht Lasten verteilen sondern Lasten vermeiden!

Ich bin weitgehend bei der Gewerkschaft, aber der Ansatz ist falsch.
Fakt ist, weder der AN noch der AG kann die Forderungen der Krankenkassen bedienen.
Wir haben selbst ein kleines Ladengeschäft und können uns Personal schon heute nicht mehr leisten, weil die umsatzunabhängigen Kosten, zu denen auch die Sozialversicherungsbeiträge gehören, zu hoch sind.
Statt dessen müsste endlich an den Gestehungskosten eines maroden Sozialwesens gespart werden, soll heißen, dass man z.B. der Pharmaindustrie nicht mehr jeden Preis für Medikamente zahlt, nicht mehr wegen jedem Sch+iß zum Arzt rennen muss, dass notfalls per Gesetz Preise geregelt und Subventionen wie Steuerbefreiungen für medizinisches Equipment festgesetzt werden, es heißt aber auch, dass man nicht wegen jedem Furz, der quer sitzt, den Arzt auf Kosten der Allgemeinheit behelligt.
Gerade das aktuell im SPIEGEL angesprochene Thema Grippeschutz mit Tamiflu zeigt, dass es manchmal klüger ist, das alte Hausmittelchen der Bettruhe irgendwelcher Chemie vorzuziehen.
Und es ist kostenlos und ohne Nebenwirkungen.

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