Die Kehrseite der Fröhlichkeit - zahlreiche Polizeieinsätze nach Durlacher Faschingsumzug

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Montag, 7. März 2011 - 11:47

Karlsruhe. Nach dem Durlacher Faschingsumzug verzeichnete die Polizei ab den späten Nachmittagsstunden zahlreiche Einsätze wegen alkoholbedingten Auseinandersetzungen. Bereits unmittelbar nach Ende des Umzuges wurde der Polizei eine größere Schlägerei in der Palmaienstraße gemeldet. Dabei war nach Zeugenaussagen eine am Boden liegende Person getreten und geschlagen worden. Noch vor Eintreffen der Beamten hatte sich ein Großteil der Beteiligten, darunter auch der Geschädigte, bereits wieder entfernt. Zwei Personen mussten in Gewahrsam genommen werden, weil sie polizeiliche Platzverweise missachtet hatten. Unterdessen stellten Beamte der Reiterstaffel Stuttgart fest, dass einer der im Weiherhof abgestellten Pferdeanhänger mit einem die Polizei beleidigenden Graffiti verunstaltet worden war. Im alkoholbedingten Übermut trat ein 16-Jähriger kurze Zeit später in der Pfinztalstraße gegen den Außenspiegel eines Schleifwagens der VBK, der dadurch zu Bruch ging. Er wurde unmittelbar nach der Tatausführung von Polizeibeamten festgenommen.

Zu einem Einsatz von insgesamt 14 Streifenwagen kam es nach einer Auseinandersetzung in der Durlacher Festhalle gegen 19.45 Uhr. Während einer Faschingsparty kam es zu Streitigkeiten zwischen zwei Gruppen, nachdem eine junge Frau belästigt worden war. In der Folge schlugen mehrere umstehende Personen der beteiligten Gruppen aufeinander ein. Nach Eintreffen der ersten Streifen verlagerte sich die Auseinandersetzung nach draußen, wo letztlich rund 150 Personen aufeinander einschlugen. Nachdem starke Polizeikräfte gegen die Schlägernden vorgingen, solidarisierten sich die Beteiligten und richteten ihre Aggression gegen die Polizei. Erst nachdem Polizeihunde eingesetzt und den Personen mittels Lautsprecherdurchsagen Platzverweise erteilt wurden, entspannte sich die Situation. Die Veranstaltung in der Festhalle wurde im Benehmen mit dem Betreiber eingestellt. Zwei stark alkoholisierte Männer, offenbar die Rädelsführer der beteiligten Gruppen, wurden in Gewahrsam genommen. Nach den Erkenntnissen der Polizei und des Rettungsdienstes, der mit mehreren Sanitätern und Rettungswagen vor Ort war, wurden mehrere Personen in Karlsruher Krankenhäusern behandelt, die offenbar im Rahmen der Auseinandersetzungen verletzt worden waren, sich aber entfernt hatten.

In einer Gaststätte in der Amalienbadstraße fiel eine völlig betrunkene 24-jährige Frau auf, der in der Folge seitens des Betreibers Hausverbot erteilt wurde. Als die Frau in Polizeigewahrsam genommen werden sollte, beleidigte sie die eingesetzten Polizeibeamten auf das Übelste. Zudem trat sie im Streifenwagen nach den Beamten. Eine Polizeiobermeisterin wurde in Zusammenhang mit der Gewahrsamnahme an der Schulter verletzt.

Gegen Mitternacht kam es dann in der Pfinztalstraße erneut zu einer alkoholbedingten Schlägerei mehrerer Personen, bei der ein junger Mann eine Vielzahl von Prellungen und Schürfungen im Gesicht davontrug. Fünf Personen mussten Platzverweise ausgesprochen werden.

Im Rahmen der polizeilichen Einsätze, die bis spät in die Nacht andauerten, stellte die Beamten eine hohe Gewaltbereitschaft durch starken Alkoholkonsum fest. Bei einer Kontrolle nach einer Auseinandersetzung vor der Friedrich-Realschule beschlagnahmte die Polizei zwei von Heranwachsenden getragene mit Quarzsand gefüllte Handschuhe. Diese sollten offenbar zur "Wirkverstärkung" bei drohenden Auseinandersetzungen eingesetzt werden. Trauriger festgestellter "Spitzenreiter" bei den alkoholisierten Personen war ein 19-jähriger Jugendlicher, der mit 3,18 Promille aufgegriffen wurde und seinen Weg nicht mehr alleine fortsetzen konnte. Ein ihn begleitender stark alkoholisierter 15-Jähriger drohte auf der Polizeiwache zu kollabieren und musste von einem Notarzt versorgt werden. Er wurde mit dem Verdacht einer Alkoholvergiftung auf eine Intensivstation gebracht.

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