Karlsruhe / Bruchsal. Trotz hoher emotionaler Stimmung weitgehend friedlicher Verlauf der Demonstrationen in Karlsruhe

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– aber Angriff von etwa 40 Gegendemonstranten mit acht verletzten Polizeibeamten - gescheiterte Spontandemonstration der rechten Szene in Bruchsal
Samstag, 25. Mai 2013 - 20:02

Einen weitgehend friedlichen Verlauf haben am Samstag die Demonstration des rechten Spektrums wie auch die Gegendemonstration im Bereich des Karlsruher Hauptbahnhofes genommen. Völlig störungsfrei verlief die Kundgebung „Karlsruhe zeigt Flagge“ in der Ebertstraße.

Die zur Neutralität verpflichtete Polizei stellte mit starken Kräften die Demonstrations- und Meinungsfreiheit beider Seiten sicher und trug zugleich dafür Sorge, dass die insgesamt 208 angereisten Rechten sowie rund 2.500 Teilnehmer auf der Gegenseite nicht direkt aufeinandertrafen.

Die Demonstranten verhielten sich dabei zunächst auf beiden Seiten absolut friedlich. Nach der gegen Mittag beendeten Kundgebung in der Ebertstraße stellten sich die rund 1.000 Personen an der Grenze zum Bahnhofsvorplatz auf. Zugleich positionierten sich in der Bahnhofstraße rund 500 sowie im Bereich Poststraße/Am Stadtgarten weitere 1.000 Demonstranten an den aufgestellten Gittern.

Gegen 13.50 Uhr versuchte eine in der Bahnhofstraße stehende Gruppe von rund 40 dem linken Spektrum zuzurechnenden Gegendemonstranten, in Richtung Hauptbahnhof zu gelangen. Absperrungsgitter wurden durch sie getrennt; gleichzeitig bewarfen sie die an der Absperrung stehenden Polizeibeamten mit Pyrotechnik, Flaschen und Eiern oder Steinen. Durch einen Eier-, möglicherweise aber auch Steinwurf wurde ein Beamter derart schwer am Auge verletzt, dass er ins Krankenhaus gebracht werden musste; weitere sieben Polizisten erlitten durch Knalltraumen, Reizgas sowie durch einen Schlag an der Hand leichte Verletzungen. Außerdem erlitt ein Beamter durch die Detonation eines Feuerwerkskörpers eine Fleischwunde am Bein.

Bei Unterbindung dieser Übergriffe, die aufgrund des bis dahin friedlichen Geschehens nicht nachvollziehbar sind, setzte die Polizei kurzfristig auch Schlagstöcke ein, wodurch offenbar mehrere Störer Verletzungen erlitten.

Kurz nachdem sich die Demonstranten der rechten Szene gegen 14.15  Uhr vom westlichen Bereich des Bahnhofvorplatzes in Bewegung setzten, musste der Aufzug nach Passieren des Hauptbahnhof-Haupteinganges von der Polizei wieder gestoppt werden.  Grund hierfür war, dass bei einer weiteren Durchführung des von rechter Seite angemeldeten Demonstrationsweges konkret ein gewaltsames Aufeinandertreffen beider Demonstrationen drohte. Da die öffentliche Sicherheit und Ordnung in diesem Falle nicht zu gewährleisten war, erließ die Versammlungsbehörde der Stadt Karlsruhe nun die Auflage, die Kundgebung der rechten Szene an Ort und Stelle ohne Aufzug stattfinden zu lassen.

Dieser wurde nach einem Durchbruchsversuch seitens einiger rechter Demonstranten und einem hieraus folgenden zahlenmäßig verstärkten Einsatz der Polizeikräfte letztlich Rechnung getragen.

Nach der gegen 15.30 Uhr beendeten Abschlusskundgebung traten die dem rechten Spektrum angehörenden Demonstranten vom Hauptbahnhof aus den Heimweg an.

Das Ansinnen von rund 60 im Hauptbahnhof Bruchsal ausgestiegenen Angehörigen der rechten Szene, eine Spontandemonstration zur Justizvollzugsanstalt Bruchsal durchzuführen, wurde von der örtlichen Versammlungsbehörde untersagt. Die Polizei hielt die Demonstranten an Ort und Stelle zunächst fest, bis diese mit zwei von ihnen gecharterten Bussen abreisten.

Nach der friedlich zu Ende gegangenen Gegendemonstration in Karlsruhe konnten die Verkehrsbeschränkungen im Bereich um den Karlsruher Hauptbahnhof gegen 17.25 Uhr aufgehoben werden.

In seinem Resümee verwies der Einsatzleiter der Polizei, Leitender Polizeidirektor Roland Lay, auf die Vielzahl besonnener und friedlicher Demonstranten. Besonders dankte er den insgesamt rund 1.350 eingesetzten Beamten, hiervon 350 Angehörigen der Bundespolizei, für ihr souveränes und entschlossenes Auftreten.


Polizeipräsidium Karlsruhe

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Kommentare

Kein Wunder

war am Samstagnachmittag viel los in der Luft über Bruchsal. Welch ein Aufwand!

@waldemar

...und wozu der ganze Aufwand überhaupt? Wegen der paar Spinner oder wogegen sonst?

Super,

da hätte man doch rechts und links, vor und hinter jedem einzelnen rechten Demonstanten einen Polizisten laufen lassen können und dann wären noch 518 Polizisten übrig gewesen, rechts und links entlang der Demo, die dann diese eindeutige Polizeidemo vor Linken hätten schützen können. Wenn dann alle Polizisten außen laufenden Polizisten auch noch auf den Helmen mit Blaulicht ausgrüstet gewesen wären und die Vordersten immer tatütata gerufen hätten, hätte auch die Verkehrssicherung funktioniert. Ich bin sicher, die Rechten wären begeistert gewesen!

Wie man bei den angegebenen Verletzungen von einem "weitgehend friedlichen Verlauf" sprechen kann ist entweder schöngeredet, oder die Verletzungen sind harmloser als angegeben. Das "friedliche" bezog sich dann wohl eher auf die Rechten als auf die ?Linken?.

Ich fand es gerechtfertigt

,daß die Rechten auf dem Bahnhofsvorplatz unweit des Affenhauses im Zoo, entsprechend eingezäunt und zur Schau gestellt wurden - dies kann für die Zukunft meinetwegen Schule machen!

Manches Mal

frage ich mich, werter Filou, ob sie noch mitbekommen, was sie hier von sich geben?

Wäre es in Bruchsal zu einem Aufmarsch von Rechten gekommen und hätten diese auch nur eine Priemel aus einem Blumenkasten gerissen, dann wäre ihr Kommentar mit Sicherheit völlig konträr ausgefallen und sie hätten moniert, dass die Polizei ihre Kräfte dort vergeudet, wo sie -nach ihrem dafürhalten- eh völlig unnütz eingesetzt sind.

Wäre von ihrer Seite manchesmal weniger Geschriebenes nicht mehr?

Wenn ich den Artikel

richtig gelesen habe, waren die Rechten diesmal friedlich und nur die Gegendemonstranten haben Rabbatz gemacht.

Zitat:"....Gruppe von rund 40 dem linken Spektrum zuzurechnenden Gegendemonstranten, in Richtung Hauptbahnhof zu gelangen. Absperrungsgitter wurden durch sie getrennt; gleichzeitig bewarfen sie die an der Absperrung stehenden Polizeibeamten mit Pyrotechnik, Flaschen und Eiern oder Steinen. Durch einen Eier-, möglicherweise aber auch Steinwurf wurde ein Beamter derart schwer am Auge verletzt, dass er ins Krankenhaus gebracht werden musste; weitere sieben Polizisten erlitten durch Knalltraumen, Reizgas sowie durch einen Schlag an der Hand leichte Verletzungen. Außerdem erlitt ein Beamter durch die Detonation eines Feuerwerkskörpers eine Fleischwunde am Bein.".

Wie kommen Sie darauf, dass die Rechten Primeln ausgerissen hätten? Ohne die bei den Linken befindlichen Chaoten wären alle des Lobes voll gewesen.

Nun ist das perverse dabei, dass Polizei in Khe nicht die nicht die Bevölkerung vor den Rechten schützen mußte, sondern die Rechten vor Teilen der Bevölkerung. Das Ganze als weitgehend friedlich zu bezeichnen, halte ich für übertriebene Zurückhaltung.

Ich gestatte mir, zu kritisieren, dass ein solches Polizeiaufgebot notwendig ist, um eine Demo der Rechten zu schützen. Wenn 2500 Gegendemonstranten etwas ausrichten wollen (im Sinne eines Zeichens gegen Rechts), müssen sie dafür Sorge tragen, dass aus ihren Reihen nicht der Unfrieden und die Gewalt ausgeht.

Im Übrigen möchte ich Ihre erste Frage mit "ja" beantworten. Ich weiß nur nicht ob Sie erkennen können, wann etwas satirisch oder ironisch gemeint ist. Vielleicht muss man jedesmal ein :-) oder ein ,-) setzen, um nicht mißvertsanden zu werden.

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