Jetzt neu in Bruchsal: Der OB-a.D.-Bernd-Doll-Platz!

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Freitag, 4. März 2011 - 18:28

OB-a.D.-Bernd-Doll-Platz

Wohl tief sind die Gräben mittlerweile in Bruchsal. Hie die Marianer mit ihrem resoluten Beharren auf „Marienplatz" für das schnuckelige Plätzchen zwischen REWE, Sparkasse, Stadtkirche und Ernstings Family, da eine Aktivistengruppe mit den Bruchsaler Fastnachtskorporationen sowie Bruchsaler „Normalos", also Menschen wie Du und ich, die an diesem Plätzchen gerne den 1938 vertriebenen Otto Oppenheimer als Heimatdichter und Autor vom „Brusler Dorscht" oder die ganze Familie Oppenheimer als Freunde und große Mäzene der Stadt Bruchsal gewürdigt wüssten.

Befeuert wird jetzt diese bald schon Provinzposse zu nennende Angelegenheit, die mittlerweile auch überregional wahr genommen wird (Vergessener Sohn - Die Stadt tut sich schwer mit Otto Oppenheimer), durch einen Leserbrief des Untergrombacher Altstadtrates Gerhard Holler, der in der „Bruchsaler Woche" am gestrigen Donnerstag veröffentlicht wurde.

Unter der Überschrift „Der Ruf der Reue" und der Frage, ob der von Herrn Holler gemachte „Knallervorschlag" „als Beitrag zur derzeit herrschenden "fünften Jahreszeit" zu verstehen" oder „der Winterschlaf noch nicht ganz aus den Augen gerieben ist" plagt sich Olaf Bühler auf seinem Oklablog, Wege zur Sinnhaftigkeit dieser „abenteuerlichen Idee" zu finden: Der Ruf der Reue.

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Kommentare

Da kann man sich nur noch fragen...

...hat der noch alle Tassen im Schrank?

So hart würde ich das nicht formulieren...

...aber Herr Holler wird jetzt bald 81 Jahre alt und da mag es durchaus sein, dass gewisse Synapsen nicht mehr unbedingt zuverlässig funktionieren.

Solange ich Herrn Holler kenne, war ihm eine bewundernswerte Selbstsicherheit zueigen. Diese Seelenverwandtschaft verbindet ihn trotz aller parteipolitischer Gegensätze mit dem Herrn, dessen Namen er nun für den Platz vorschlägt.

 

Warum denn nicht ...

... so absurd ist der Gedanke ja garnicht, denn schließlich ist Bernd Doll weitestgehend alleinverantwortlich, dass nur noch diese kleine Freifläche im Herzen Bruchsals übriggeblieben ist, die man als Sahnehäubchen noch durch eine aufgestellte übergroße Goertz-Büste deutlich verringern könnte.

Das Kaffee-Service dieses Herrn

wies m. A. nach schon vor einigen Jahren Lücken auf - aber da unterscheidet er sich nicht von anderen großen Untergrombacher Lokalpolitikern - existenten und nicht-mehr-existenten.

Tä Tä

Der Vorschlag "OB a.d. Bernd Doll - Platz" ist bis jetzt der beste!

Natürlich müsste man dann eine überlebensgroße Büste des größten Bruchsaler (noch nicht Ehren-)Bürgers aufstellen. dort könnte er dann auch jeden Samstag zur Wochenmarktzeit Hof halten. Einfach genial!

Hmmmm... nach meinem

Hmmmm...

nach meinem Wissensstand, dürfen Straßen und Plätze nur nach nicht mehr lebenden Personen benannt werden...

Sollte mir entgangen sein, das der EX-OB verstorben ist oder einfach nur der schwarze Humor hinter diesem Vorschlag? ;-)

3 x Brusl Ahoi

Bernd Doll verstorben?

Dann gäbs ja gar kein Gratis-Ehrenbürgergrab.

Doll-Platz

Soviel mir bekannt ist, sollen auf diesem Platz doch Wasserspiele erstellt werden. Wie wäre es mit einem "Männeken-Piss" (natürlich ohne Ähnlichkeit mit einer oder gewissen Personen der Bruchsaler Zeitgeschichte). Anderswo erregen solche Figuren ja auch keinen Anstoß!

Wo bleibt der Tierschutz?

Haben die Planer dort etwa das Hundeklo wieder vergessen?

Verstorbene

Ich galube, das gilt nur für Briefmarken. In Waghäusel gibt es nämlich eine Helmut-Schmidt- und eine Richard-von Weizsäcker-Straße.

Armer Ex-OB

Ganz im Ernst: Wer solche Freunde wie Herrn Holler hat (zumindest in diesem Fall), braucht keine Feinde mehr.
Mir wäre es superpeinlich, wenn ein Freund von mir wiederholt zur fünften Jahreszeit öffentlich fordern würde, dass man eine Straße/Platz nach mir benennt bzw. die Ehrenbürgerwürde an mich verleiht. Oder meint Herr H. das gar nicht Ernst, sondern wirklich als Faschingsscherz?

Okla-Blog: Der Ruf der Reue / 4.3.2011

Werter Herr Bühler,

Sie sind der Meinung, dass altersbedingt bei Menschen fortgeschrittene Bewusstseinseintrübung eintritt.
Eine solche Behauptung ist menschenverachtend, dumm und schlechthin unverschämt.
Reden Sie doch einmal mit Ihrem lebens- und politikerfahrenen Vater M.d.B.a.D. darüber. Ich bin sicher, dass er Ihre Äusserung zur Ausgrenzung älterer Menschen nicht teilt und Ihnen rät so schnell wie möglich sich zu entschuldigen.
Herr Bühler, darf ich um Ihre Fax oder E-Mail-Adresse bitten, damit ich Ihnen einen Auszug unseres Grundgesetzes Art. 1(1) zusenden kann, den Sie anscheinend nicht kennen oder akzeptieren ("Die Würde des Menschen ist unantastbar.").
Polemiken, wenn sie sachbezogen sind, sind zwar das Salz in der Suppe, die ich auch gerne schätze, dürfen aber nicht so rüpelhaft, wie Sie es getan haben, geäussert werden.

MfG
Gerhard Holler

Werter Herr Holler,

haben Sie vielen Dank für Ihre direkte Ansprache und für die mir gebotene Gelegenheit zur "Entschuldigung" - für die ich allerdings in diesem Falle keinen Bedarf habe. Sollte dies anders sein, hätte ich auch keine Schwierigkeiten dies an öffentlicher Stelle zu tun; es wäre nicht das erste Mal. Und dies bedarf auch nicht notwendigerweise Ihres Hinweises, einer Gesetzeslektüre oder eines Gesprächs mit meinem Vater, auf den Sie bedeutungsvoll hinzuweisen offenbar für kommunikationsfördernd halten.

Ich darf Sie im Gegenzug bitten, meinen Beitrag nochmals daraufhin zu überprüfen, ob ich die von Ihnen inkriminerte Behauptung tatsächlich aufgestellt habe; nach meiner Überzeugung ist dies nicht der Fall, schon allein deswegen, weil ich genügend Beispiele kenne, dass fortgeschrittenes Lebensalter durchaus nicht zu zerebralen Beeinträchtigungen führen muss.

Ich halte es jedoch - und das wohl unwidersprochen - für einen Erfahrungstatbestand, dass dies durchaus bei einer nicht zu vernachlässigenden Anzahl von Personen der Fall sein kann. Dass dies so ist, dies dürfen Sie mir glauben, trägt im Hinblick auf meine eigenen Zukunftsprojektionen nicht zu meinem Seelenfrieden bei.

Was jetzt meinen Bezugsbeitrag angeht muss ich gestehen, dass es mir bei allem Respekt nicht gelingt, Ihren Vorschlag der Platzbenennung nach unserem Ex-OB - insbesondere vor dem Hintergrund seines nach und nach unleugbar offenbar werdenden haushalterischen Erbes - als ernsthaften Diskussionsbeitrag anzusehen.

Dass ich hiermit ganz augenscheinlich nicht allein bin, ist nichts, wohinter ich mich verstecken kann oder will: schließlich bin ich derjenige, der den Beitrag verfasst und veröffentlich hat. Und sich damit natürlich auch der Kriik an dem Beitrag aussetzt; diese - auch zugespitzt und öffentlich - entgegenzunehmen gehört dazu und ist, da ich damit rechnen musste, auch für mich persönlich kein Problem.

Dies gilt jedoch auch in umgekehrter Richtung: Sie haben sich und Ihre Meinung mit Ihren Leserbriefen, mit denen Sie in wiederholter Form Ehrungen für Herrn Doll vorgeschlagen haben, in der Öffentlichkeit exponiert und damit nicht nur den Inhalt dieser Meinung der öffentlichen Diskussion preisgegeben, sondern auch die von mir nicht beantwortete Frage, wie der Prozess der Bildung einer solchen Position wohl beeinflusst gewesen sein mag.

Wenn ich nun derjenige bin, der seine Gedanken dazu nicht nur zuhause oder am Stammtisch, sondern in zugegeben pointierter Form öffentlich vorgetragen hat, bin ich es auch, der dafür Prügel einzustecken hätte - wenn sie mich den träfen.

Im Falle der von Ihnen verwendeten Totschlagvokabeln "dumm, menschenverachtend, rüpelhaft und schlechthin unverschämt" ist dies jedoch nicht der Fall, da ich weiß, dass diese mein Verhalten nicht beschreiben.

Ich weiß indessen auch, dass man dies anders sehen kann oder - was in den meisten Fällen eher zutreffend sein dürfte - unreflektiert, ob die Tatbestände erfüllt sind - versucht sein kann, derartige Werturteile, die letztlich jeder für sich selber ausfüllen muss, zur vermeintlich unwidersprechbaren Disqualifizierung der unwillkommenen Gegensposition zu verwenden.

Die Versuche, meine Äußerungen durch meine Ettikettierung als jede erdenkliche Art von "Drecksack" zu diskreditieren, sind nicht neu und Sie begeben sich hier ledigich in gute Gesellschaft.

Allerdings erleben wir gerade in unterschiedlichsten Bereichen, dass hoheitlich oder majestätisch dekretierte Maulkorberlasse nicht mehr die gewünschte Wirkung zeitigen. Bei aller Skepsis, die sicher am Platze ist, macht es mir Mut zu erleben, dass es nicht mehr reicht, wenn ein "Altgedienter" sein Verdikt äußert und "Ruhe jetzt!" verordnet.

Nennen Sie mich, was Sie für angebracht halten. Ich lege es nicht drauf an, mir derlei Prädikate zu verdienen - werde aber jetzt auch nicht anfangen, dem auszuweichen.

Wenn Sie das Bedürfnis haben - hierüber würde ich mich freuen - mit mir in direkten Kontakt zu treten, werden Sie hierzu einen Weg finden. Zum Menschenwürdeartikel allerdings verfüge ich sowohl über die notwendigen Kenntnisse als auch die gebotene Wertschätzung.

Mit freundlichen Grüßen

Olaf Bühler

Saubere Antwort, Herr Bühler -

und, nebenbei - angesichts der mir erinnerlichen Hollerschen Werke aus den letzten Jahrzehnten - kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass dieser Text von ihm möglicherweise so gewollt, jedoch nicht unbedingt selbst verfasst wurde.
Was nun nicht heißen soll, ich unterstellte dem altgedienten Genossen, er habe geguttenbergelt, nein, ich glaube eher, die Feder führten ein Dritter, Vierter und vielleicht Fünfter und unter falscher Flagge segelnd wurde das Schiffchen von seinem Reeder den Stürmen des digitalen Ozeans überlassen.

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